IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 24/2003, Seite 14 ff.


VERBÄNDE AKTUELL 


Zentralverband


Kurz und bündig

Spitzengespräch

ZVSHK und ZVEH

Am 20. Oktober traf sich der ZVSHK-Vorstand in Brüssel. Neben Gesprächen mit verschiedenen europäischen Organisationen fand dort eine gemeinsame Sitzung mit dem geschäftsführenden Vorstand des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) statt. Erörtert wurde dabei unter anderem der Kooperationsvertrag zwischen den beiden Handwerksorganisationen, der es ermöglicht, dass SHK- sowie Elektro-Fachbetriebe nach entsprechender Schulung bestimmte Arbeiten des jeweils anderen Gewerkes ausführen dürfen.

Entgegen der Verbändevereinbarung hatte es Probleme bei der Eintragung in die Installateurverzeichnisse gegeben. Erklärtes Ziel ist es jetzt, diesen Irritationen gezielt nachzugehen und sie auszuräumen, um die nach wie vor geltende Verbändevereinbarung mit Leben zu erfüllen.

Auf europäischer Ebene verzahnen sich bereits viele Interessen aus dem Bereich beider Verbände. Die Vorstände von ZVEH und ZVSHK informierten sich deshalb über eine mögliche Fusion zwischen der europäischen Dachorganisation der Elektriker mit der Dachorganisation europäischer SHK- und Spengler-Verbände.

Kurzinterview

Bekennerpaket bietet vielfältige Vorteile

Um die Handwerkermarke zu forcieren haben die Initiatoren ein so genanntes Bekennerpaket geschnürt, in dem u.a. diverse Vorteilsangebote über ein Checkheft abgerufen werden können. Zur Bekenneraktion der Handwerkermarken erläuterte Emco-Vertriebsleiter Heinz Pieper Hintergründe im Gespräch mit ZV-Geschäftsführerin Dr. Sabine Dyas.

Dr. Dyas: Herr Pieper, seit Mai 2000 bekennt sich Emco Bad zu den Handwerkermarken. Was versprechen Sie sich als Badausstatter von dieser zusätzlichen Kennzeichnung Ihrer Markenprodukte?

Pieper: Die Kriterien des Leistungspaketes Handwerkermarken, beispielsweise seiner Treue zum dreistufigen Vertriebsweg, seiner Ersatzteilvorhaltung bis hin zur Nachkaufgarantie und vieles mehr, entsprechen unseren Vorstellungen von hochwertigen Produkten. Das bedeutet sowohl für den Großhandel als auch für das Fachhandwerk ein entscheidendes Plus.

Heinz Pieper: Am Rücklauf des Gutscheins werden wir feststellen, wie hoch die Akzeptanz für die Handwerkermarken ist.

Dr. Dyas: Die Handwerkermarke gibt es nun seit zwei Jahren. Sind Sie zufrieden mit der allgemeinen Akzeptanz?

Pieper: Von der Akzeptanz und der Umsetzung haben wir uns deutlich mehr versprochen. Weil die Resonanz bisher nicht ausreichend stark zu erkennen ist, wurde jetzt das Bekenner-Paket geschnürt. Mit enthalten ist jeweils ein Gutschein der derzeit 13 Hersteller mit Vorteilen für denjenigen, der die Handwerkermarken unterstützt, bzw auch bevorzugt verkauft.

Dr. Dyas: Wofür macht sich Emco stark?

Pieper: Die etwa 1000 in Frage kommenden SHK-Betriebe mit Einzelhandelsgeschäft können durch den Emco-Gutschein Displays kostenlos bekommen und erhalten auf Ausstellungs-Accessoires satte 55% Rabatt - ein Anreiz, an dem wir von Emco ablesen wollen, wie hoch die Akzeptanz im Fachhandwerk für die Handwerkermarken ist.

Dr. Dyas: Danke, viel Erfolg dabei.

Betriebswirtschaft

Jahrestagung der Berater

Mitte November kamen Betriebswirtschaftliche Berater aus den Landesverbänden in die ZV-Geschäftsstelle nach Potsdam, um ihre Erfahrungen auszutauschen. Ein wichtiger Punkt war dabei die zunehmend strenge Kreditvergabe der Hausbanken (Basel II / Rating). Als Angebot für die Innungsbetriebe wird hier der Bürgschaftsservice der Landesverbände angesehen, der sich bei der Gestaltung eines Kreditrahmens bei den Hausbanken durchweg als risikomindernd erweist. Tendenziell ergeben sich dadurch bessere Konditionen. Wie wichtig der seriöse und kompetente Auftritt des Fachhandwerkers bei seiner Hausbank ist, soll in Seminarangeboten unterstrichen werden. Dazu wird beispielsweise der Tageskurs "Bankengespräche richtig führen" angeboten. Berufsorganisation und Kreditwirtschaft erarbeiten bis zum Jahresende gemeinsam eine Muster-Anleitung, die dem Fachbetrieb helfen soll, für Kreditverhandlungen zu einer professionellen und vertrauenswürdigen Präsentationsform zu finden. Dass es in vielen Betrieben an einer ausreichenden betriebswirtschaftlichen Denkweise mangelt, zeigt sich den Beratern immer wieder. Zu wenig würden Hilfestellungen und Beratungen der SHK-Organisation in Anspruch genommen, lautete der Tenor in Potsdam. Auch zur Erschließung neuer Geschäftsfelder könnte mehr getan werden. So seien "barrierefreie Bäder" und "Solartechnik" oft nicht im Angebot eines SHK-Fachbetriebes und es fehle häufig an einem schlüssigen Marketingkonzept zur Kundenakquise.

ZVSHK-Termine-Daten-Informationen (Änderungen vorbehalten)

Datum

Veranstaltung

29./30. Januar 2004

Deutscher Klempnertag, Congress Centrum Würzburg

21. - 28. Februar 2004

SHK-Unternehmerseminar, Fuerteventura

31. März / 1. April 2004

Gemeinschaftstagung ATV-DVWK/ZVSHK "Gebäude- und Grundstücksentwässerung", Kassel

18. - 22. April 2004

Messe light & building, Frankfurt

11. Juni 2004

Erdgasforum Dresden

24. - 25. Sept. 2004

26. Deutsche Kupferschmiedetag, Potsdam

ZVSHK Direkt: Telefon: 02241/9299-0, Telefax: 02241/21351
E-Mail: info@zentralverband-shk.de, Internet: www.wasserwaermeluft.de


Landesinstallateurausschüsse

Von Automatismus keine Rede

Wie wird zukünftig die Eintragungspraxis in die Installateurverzeichnisse gestaltet? Werden Ich-AG, Altgesellenregelung oder andere Zulassungskriterien, die einen Eintrag in die Handwerksrolle bewirken können, automatisch auch zur Listung beim Gas-Versorger führen? Darauf gab es am 30. Oktober 2003 klare Antworten.

Das Treffen der Landesinstallateurausschüsse hatte der ZVSHK zum zweiten Mal innerhalb von 25 Jahren organisiert. ZVSHK-Hauptgeschäftsführer Michael von Bock und Polach machte die klare Trennung deutlich, die zwischen einer Eintragung in die Handwerksrolle und der Aufnahme ins Installateurverzeichnis eines Energieversorgers besteht: Die Ausübungsberechtigung eines Installateurs und Heizungsbauers sei zum einen durch öffentliches Recht geregelt, zu dem die Handwerksordnung (HwO) mit Rollen-Eintragung gehöre. Die Eintragung ins Installateurverzeichnis hingegen beruhe auf einem privatrechtlichen Vertrag zwischen GVU und Installateur. Um eine einheitliche Eintragungspraxis (schon aus kartellrechtlichen Gründen) sicherzustellen, haben ZVSHK und Bundesverband der Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) gemeinsame Richtlinien erarbeitet, die allgemein als Maßstab der Eintragung dienen.

Etwa 100 Teilnehmer informierten sich über Neuerungen in der Gas-Installation.

Gegenüber den etwa 100 Teilnehmern merkte ZVSHK-Präsident Bruno Schliefke an: "Der BGW und wir bleiben durch unsere Vertragspartnerschaft die Herren des Verfahrens." Man könne letztlich nicht verhindern, merkte er an, dass die Handwerksordnung von politischer Seite verändert und Anforderungen an fachliche Qualifikationen nach unten geschraubt würden. In Bezug auf eine Gefahrengeneigtheit sei aber sehr wohl ein Instrumentarium und der Wille vorhanden, die fachliche Kompetenz auf hohem Level zu halten und eine Prüfung vorzusehen, bevor es zu einer Eintragung bei den Energieversorgern kommen könne.

Dem pflichtete auch ein Repräsentant von Seiten der Versorger bei: Dr. Dieter Perdelwitz von der BGW/DVGW-Landesgruppe Nord offerierte, dass die Landesinstallateurausschüsse (LIA) auf einen Kreis von Experten zurückgreifen könnten, wenn es um eine Sachkundeprüfung bei Altgesellen (G10-Regelung) und anderen Quereinsteigern gehe. Bestünden Zweifel an einer ausreichenden Qualifikation des Bewerbers, habe es sich bewährt, dass Vertreter von Landesinstallateurausschuss sowie des BGW/DVGW mit dem Prüfling ein (entsprechend dokumentiertes) Fachgespräch führten, um eine Eignung festzustellen. Nichts ändere sich in Zukunft bei der Antragstellung: Entsprechend der Richtlinien bleibt der örtliche Installateurausschuss maßgeblich für die Eintragung.

Referenten verdeutlichten, welcher Unterschied zwischen der Eintragung in die Handwerksrolle und der Listung in einem Installateurverzeichnis besteht.

Aktuelle TRGI-Neuerungen ab 2004

Welch hohe Anforderungen und Sicherheitsstandards in der deutschen Gasversorgung bestehen bzw. in Vorbereitung sind, zeigte sich an zahlreichen Referaten: Maßnahmen zur Manipulationsabwehr, aktuelle TRGI-Neuerungen ab 2004, bei denen diverse Strömungswächter im Mittelpunkt stehen werden und das "Gas ganz sicher" Angebot des Fachhandwerks wurden dargestellt. Einmal mehr ging es auch um die Kompetenzfelder in der Marktpartnerschaft zwischen Gasversorgern und dem Fachhandwerk. Dass es hier mahnende sowie anprangernde Wortmeldungen aus der Unternehmerschaft gab, war abzusehen. Leider mehren sich Wettbewerbsverzerrungen, weil zunehmend Versorgungsbetriebe auf direktem oder indirektem Weg Endverbrauchern Dienstleistungen anbieten, die eine Konkurrenz für den Handwerksbetrieb darstellen.


Bundesweite Obermeistertagung in Kassel

Transparenz für die Innungsarbeit

Mitgliederschwund, Nachwuchsprobleme im Ehrenamt, Finanzierung sowie Kommunikation in der Innungsarbeit sind nur einige wichtige Punkte, die auf dem Obermeistertag am 29. Oktober 2003 thematisiert wurden. Fast 100 Obermeister fanden den Weg nach Kassel.

Nach vielen Jahren Abstinenz hatte die Verbandsorganisation wieder zu einem bundesweiten Treffen der Obermeister eingeladen. Zahlreiche schwerwiegende Entwicklungen hatten den ZVSHK-Vorstand veranlasst, die Innungsarbeit von der Basis bis zur Spitze der Organisation zu diskutieren. "Wir haben Probleme, meine Kollegen!", mit diesen Worten eröffnete ZVSHK-Präsident Bruno Schliefke die Tagung und skizzierte gleich die Brennpunkte. Bei den ca. 50.000 SHK-Handwerksbetrieben sei der Organisationsgrad mittlerweile deutlich gefallen und die Solidargemeinschaft bröckele weiter ab, weil vielen Handwerksunternehmern offenbar der Nutzen der Verbandszugehörigkeit nicht richtig deutlich ist. Die Gründe dafür seien sicher breit gestreut, ließ Bruno Schliefke offen, doch machte er um so mehr deutlich, wohin die Entwicklung gehen müsse. "Man kann etwas bewegen", stärkte er den anwesenden Fachkollegen aus allen Regionen Deutschlands den Rücken und deutete darauf, wie wichtig es ist, auch in der Innungsarbeit für Kritik ein offenes Ohr zu haben.

Fast 100 Obermeister kamen Ende Oktober zu einer bundesweiten Tagung nach Kassel.

Jungunternehmer besonders einbeziehen

Gerade Jung-Unternehmern, die meist mit neuen Ideen kämen und eher kritisch gegenüber der Verbandsarbeit seien, gelte es die Tür offen zu halten, um sie gezielt an die Mitarbeit heranzuführen. Der Aufruf des Präsidenten, der selbst seine beiden Söhne als Meister in seinem Leipziger Betrieb hat, kam nicht von ungefähr. "Was machen die eigentlich dort im Verband? - diese Frage darf nicht mehr aufkommen", appellierte er an die Ehrenamtsträger und drängte darauf, zukünftig das Leistungsangebot der gesamten Organisation an der Basis transparenter zu machen. Den hohen Altersdurchschnitt bei den Obermeistern sprach er ganz bewusst an. "Diesem Trend müssen wir gezielt entgegensteuern", so der Präsident. "Nachwuchs-Talente müssen möglichst schnell in die Organisation integriert werden - nicht über die Ochsentour, denn dazu laufen die Entwicklungen zu schnell", unterstrich ZVSHK-Hauptgeschäftsführer Michael von Bock und Polach die Bemühungen und bat die Obermeister ausdrücklich darum, in der Innungsarbeit nach fähigen und motivierten Jung-Kollegen Ausschau zu halten.

In Zukunft können durchs Extranet wichtige Informationen wesentlich besser gestreut werden.

Transparenz durchs Extranet

Große Chancen für ein neuzeitliches Miteinander in der Verbandsorganisation räumt man dem Internet ein - konkreter: Die im Haupt- und Ehrenamt Tätigen haben jetzt durch ein Extranet zusätzlich die Möglichkeit bekommen, über die Aktivitäten innerhalb der Organisation unmittelbar informiert zu werden. Arbeitsgruppen, Fachausschüsse oder Sachverständige beispielsweise können sich via E-Mail virtuell zusammenschließen, sodass Mitteilungen innerhalb des Verbandes kaum noch Grenzen gesetzt sind.

Dass der Informationsfluss besser sein könnte als er derzeit ist, war auch in Kassel nicht zu übersehen. "Da hätte man mal ein Machtwort in Berlin sprechen müssen!" wurde nicht nur einmal in der Diskussionsrunde geäußert, als es beispielsweise um die Novellierung der Handwerksordnung ging oder um die Namensgebung für den "Anlagenmechaniker für Sanitär- und Heizungstechnik". Die Chance der Zukunft: Über die verschlungenen Wege der Instanzen und zähen Verhandlungen mit Sozialpartnern wird der ZVSHK jetzt via Internet
(www.wasserwaermeluft.de)
sowie Extranet
(www.bvged-extranet.de) direkt berichten können.

Diskussionsbeiträge waren zu den einzelnen Themen ausdrücklich erwünscht.

Nur Mitglieder haben Nutzen

Für den Innungsbetrieb kommt es auf eine prompte Unterstützung an, wenn er Hilfe bei seiner Innung oder seinem Landesverband sucht. Dass sein Mitgliedsbeitrag allenfalls zu einer Art Grundversorgung ausreicht, wurde in Kassel nochmals transparent gemacht. Durch Beiträge finanziert sind demnach Leistungen zu den Punkten

 Ausbildung

 Einflussnahme auf Regelwerke

 Interessenvertretungen

 Marktforschung oder

 Marketingkonzepte.

 Für die Betriebe wichtige andere Leistungen wie

 Weiterbildung

 Marketingunterstützung

 Beratungsleistungen im Betrieb und

 Arbeitsmittel (z.B. Handbücher) sind individuelle Zusatzangebote der SHK-Organisation, die strikt getrennt berechnet werden.

In der Unterstützung der Handwerksbetriebe will die SHK-Organisation zukünftig noch konsequenter darauf achten, dass nur Mitgliedsbetriebe Vorteile aus dem Angebot ziehen. Von der Haftungsübernahmevereinbarung über den rabattierten Fahrzeugkauf bis hin zur Nutzung des Eckrings solle sich zeigen, welche Leistungen angeboten werden und welche Vorteile durch den Mitgliedsbeitrag eingekauft würden.

Die Handwerkermarken wurden auch auf der Kasseler Tagung thematisiert.

Schlussbemerkung

Mitgliederschwund soll das Leistungsangebot und die Vorteile einer Mitgliedschaft entgegen gehalten werden. Dazu lag den Obermeistern die "Hitliste verbandlicher Erfolge" vor, eine 36-seitige Zusammenfassung von Aktivitäten und Erfolgen der Verbandsarbeit. Angesichts mangelnden Engagements unter den Jung-Meistern sollen die amtierenden Obermeister nachwachsende Talente gezielt ansprechen, um frühzeitig einen Generationswechsel im Ehrenamt vorzubereiten. Für diejenigen, die etwas in der Solidargemeinschaft zum Besseren wenden wollen, bieten sich neue Möglichkeiten durch die Extranet-Kommunikation. Wie sagte es Bruno Schliefke? "Es geht darum, dass wir die Reihen enger schließen. Dass jemand dagegen arbeitet, können wir uns nicht leisten."

Die Geschäftsstellen des ZVSHK

ZVSHK
Rathausallee 6
53757 St. Augustin
Telefon: 02241-29056
Telefax: 02241-21351

ZVSHK Geschäftsstelle Potsdam
An der Pirschheide 28
14471 Potsdam
Telefon: 0331-972107
Telefax: 0331-972603


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