IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 23/2003, Seite 40 f


REPORT


Innovationspreis 2003

Erste Preise für die SHK-Branche

Gleich drei Preise und eine Anerkennung vergab das Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie (MGSFF) des Landes NRW bei der Vergabe des Innovationspreises 2003 "Technik und Dienstleistungen für das Alter" an SHK-Hersteller und SHK-Fachhandwerk. Mit dem erstmals vergebenen Preis wurden Produkte und Dienstleistungen ausgezeichnet, die sich nicht ausschließlich an ältere Menschen richten, sondern durch Komfort, Sicherheit, Funktionalität und Design alle Altersgruppen ansprechen. Der mit insgesamt 12.500 Euro dotierte Innovationspreis wurde aufgeteilt in acht Preise und zwei lobende Anerkennungen.

"Mit diesem Wettbewerb, den die Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik (GGT) im Auftrag des Ministeriums durchgeführt hat, wollten die Veranstalter branchenübergreifend vorbildliche technische Entwicklungen und Dienstleistungen für ältere Menschen anregen, unterstützen, auszeichnen und bekannt machen", so GGT-Geschäftsführerin Martina Koepp. Eine Idee, die sowohl bei Vertretern aus Industrie und Handwerk wie auch bei Studenten, Arbeitsgruppen und Erfindern auf große Resonanz gestoßen ist. So befanden sich unter den zahlreichen Einsendungen vielfältige Dienstleistungs- und Serviceangebote, aber auch innovative Produkt-Neuheiten aus dem gesamten Wohnumfeld und darüber hinaus aus den Feldern Neue Medien, Verkehr, Freizeit, Sport, Handwerk und Wellness.

Insgesamt zehn Preisträger konnte NRW-Familienministerin Birgit Fischer (fünfte von rechts) im Rahmen der Seniorenmesse "Vitactiv" mit dem Innovationspreis 2003 "Technik und Dienstleistungen für das Alter" auszeichnen.

NRW-Familienministerin Birgit Fischer zeichnete die Preisträger im Rahmen der Fachausstellung "Vitactiv" aus. Sie lobte den Wettbewerb als ein gutes Beispiel für den Ansatz, alle Lebensräume uneingeschränkt nutzbar für jeden Menschen zu machen. "Die meisten Produkte, die das Leben der Älteren erleichtern, bieten auch mehr Nutzerfreundlichkeit für Jüngere. Dies wird unter der Bezeichnung design for all diskutiert und hilft die Kluft zwischen den Generationen abzubauen", so die Ministerin.

Die damit verbundenen Anforderungen haben die SHK-Hersteller Duravit und Emco besonders gut erfüllt. Sie setzten sich mit ihren eingereichten Produkten unter den 87 Einsendungen durch und gewannen erste Preise.

Der in den Kategorien "Produktinnovation" und "Dienstleistung" ausgelobte Wettbewerb fand aber nicht nur bei den Produkten Preisträger aus der SHK-Branche. Bei den Dienstleistungen setzte sich das SHK-Fachhandwerksunternehmen Gerhard Fisser GmbH an die Innovations-Spitze.

Der erste Preis ging an das SHK-Unternehmen Duravit für den Waschtisch Starck 3.

Kategorie Produktinnovation

Der erste Preis in Höhe von jeweils 2500 Euro ging an die Firmen Duravit AG für den Waschtisch Starck 3 und die Firma Emco Bad GmbH & Co. KG für ein innovatives Sicherheits-Haltegriff-System. Beiden Preisträgern ist es nach Auffassung der Jury besonders gut gelungen, Funktionalität und Design zu verbinden und keine reinen "Seniorenprodukte" zu entwickeln, sondern Gegenstände, die allen Generationen den Alltag erleichtern.

Den zweiten Preis (1500 Euro) konnte das Ingenieur-Büro Manfred Kokemor für sein Mehrbehälter-Trenn-, Sammel- und Auszugssystem entgegennehmen. Dieses System ermöglicht eine zentrale und hygienische Abfallsammlung und ist durch Bedienkonzepte wie Fernbedienung und Sprachsteuerung für die verschiedensten Nutzergruppen einsetzbar.

Darüber hinaus vergab die Jury noch zwei dritte Plätze (jeweils mit 1000 Euro dotiert) - und zwar für den Falldetektor der Firma Attendo Systems GmbH und das elektrische Miniauto der Firma Ergobil GmbH. Die lobende Anerkennung erhielt das "Innovative Seniorenhaus", da in diesem Projekt viele Forderungen an senioren- und zugleich familiengerechtes Wohnen umgesetzt wurden.

Ebenfalls mit dem ersten Platz ausgezeichnet wurde das innovative Haltegriff-System der Emco Bad GmbH & Co. KG.

Kategorie Dienstleistungen

Im Dienstleistungsbereich entschied sich die Jury, keinen ersten Preis zu verleihen. Den zweiten Platz (jeweils 1500 Euro) teilten sich die Gerhard Fisser GmbH und der Verein "wohn mobil". Die Fisser GmbH hatte sich mit ihrem Konzept des kundenorientierten Umbaus von Wohnungen (insbesondere von Bädern) für Senioren und Familien beworben. Der Verein "wohn mobil" wurde für sein umfassendes Dienstleistungsangebot, angefangen bei der Wohnberatung über die Unterstützung bei der Suche nach seniorengerechten Wohnungen, bis hin zum kompletten Umzugsmanagement ausgezeichnet. Die Deutsche Sporthochschule Köln erhielt für ihr eingereichtes Projekt zur Fallprävention den dritten Preis (1000 Euro). Eine lobende Anerkennung wurde dem "Team für alle Fälle" ausgesprochen. Dahinter verbirgt sich ein Konzept, das Handwerksleistungen aus den verschiedensten Bereichen ebenso wie umfangreiche andere Serviceangebote aus einer Hand anbietet.

Fazit

Die Resonanz hat die Erwartungen bei weitem übertroffen - der Jury ist die Entscheidung nicht leicht gefallen: Insgesamt 87 Einsendungen sind bei der GGT für den Innovationspreis 2003 eingetroffen. Für die Beurteilungen der Jury, bestehend aus Experten unterschiedlicher Fachrichtungen, waren neben dem Innovationsgehalt auch die Kriterien Akzeptanz- und Marktfähigkeit sowie ein hoher intergenerativer Ansatz entscheidend. Eindrucksvoll stellten bei diesem Wettbewerb Hersteller und Fachhandwerker der SHK-Branche ihre außergewöhnliche Kreativität unter Beweis.

Man darf gespannt sein ob das noch einmal gelingt. Gelegenheit dazu wird es jedenfalls geben, denn die Ministerin kündigte bereits bei der diesjährigen Preisverleihung den Innovationspreis 2005 an.


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