IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 21/2003, Seite 16 ff.


VERBÄNDE AKTUELL 


Zentralverband


ZVSHK-Mitgliederversammlung in Potsdam

Vorstand und Ausschüsse neu formiert

Es mangelte nicht an Spannung, als die ZVSHK-Mitglieder aus allen 17 Landesverbänden am 24. September 2003 zur Herbsttagung zusammenkamen. Nicht nur zu vielen Branchenthemen wurden Entscheidungen getroffen, auch für alle (Fach-)Ausschüsse und den ZVSHK-Vorstand galt es unter den Bewerbern auszuwählen.

Zur Mitgliederversammlung trafen sich ZVSHK und Fachverbände am 24./25. September 2003 in Potsdam.

Der bisherige Vorstand würde nicht mehr der neue sein, das stand fest. Lange vor der turnusmäßig alle drei Jahre stattfindenden Wahl hatte Manfred Pelzer angekündigt, sich aus der Vorstandsarbeit und weiteren internationalen Aufgaben zurückziehen zu wollen. Daraufhin hatte der Fachverband Nordhein-Westfalen Dieter Lackmann für den ZVSHK-Vorstand nominiert. Mit Landesinnungsmeister (LIM) Daniel Löw schickte der Fachverband Rheinland/Rheinhessen einen weiteren Kandidaten ins Rennen und kurzfristig hatte auch der Fachverband Schleswig-Holstein einen weiteren Kandidaten für den Vorstand vorgeschlagen: Rolf Richter, LIM von Schleswig-Holstein, Bundesfachgruppenleiter SHK und Vorsitzender der Überwachungsgemeinschaft. Wenige Minuten vor dem Austeilen der Stimmzettel stellte dann noch der Fachverband Thüringen LIM Dietrich Roese zur Wahl. Die Spannung im Saal hatte durchaus Format.

Vorstandswahlen, Fachausschüsse, Haushalt, Berufsbildung und Extranet standen im Mittelpunkt der Tagesordnung.

Das Ergebnis: Erwartungsgemäß wurde Bruno Schliefke mit großer Mehrheit als Präsident bestätigt, sein Vize, Werner Obermeier, sogar einstimmig. Auch Rolf Richter wollten nahezu alle Stimmberechtigten in Zukunft auf der höchsten Verbandsebene sehen. Dieter Lackmann, stellvertretender LIM in Nordrhein-Westfalen und Obermeister der Innung Münster, ist ein weiterer Newcomer im Vorstand. Die langjährigen Mitglieder Karl Schlüter und Erwin Weller wurden in ihren Ämtern bestätigt. Nicht in den Vorstand gewählt wurden Daniel Löw und Dietrich Roese. Nicht wieder gewählt wurde Niedersachsens LIM Karl-Fritz Gertjejanssen, der sich aber weiterhin als Vorsitzender des Berufsförderungswerkes einbringt.

"Ich verspreche Ihnen, wir werden noch einen Zahn zulegen!" Mit diesen Worten bedankte sich Bruno Schliefke nach der Wahl für das ausgesprochene Vertrauen in die Vorstandsarbeit. Er ließ wichtige Stationen der letzten drei Jahre Revue passieren und dankte ausdrücklich seinen Vorstandskollegen sowie dem Hauptamt für die Unterstützung.

Darüber hinaus durfte der Wandlungsprozess in der Aus- und Weiterbildung in seiner Rede ebenso wenig fehlen wie das aus eigenen Mitteln finanzierte Internet-Portal www.wasserwaermeluft.de. Projekte wie Gas ganz sicher, SmartHouse, Komplettbad oder die Anstrengungen für die neue Namensgebung bis hin zu den Stellungnahmen bei der turbulenten Neugestaltung der Handwerksordnung blieben nicht unerwähnt. Passend dazu gab es eine "Hitliste verbandlicher Erfolge" als 43-seitige Tischvorlage.

Bruno Schliefke benannte auch Schwachpunkte innerhalb der Organisation. Dazu gehörten mangelnde Kommunikation, unterschiedliche Arbeitsauffassungen oder die nicht immer vorhandene Bereitschaft zum Miteinander. Er wolle auch die weiteren drei Jahre dazu nutzen darauf hin zu wirken, dass die zweifellos vorhandenen Kräfte noch besser gebündelt würden, stellte er in Aussicht. Sein Appell an die Mitglieder: "Der Wind wird noch schärfer. Jetzt sind wir erst recht gezwungen zusammen zu rücken."

Der neugewählten Führungsebene des ZVSHK stehen drei turbulente Jahre bevor (v.l.): Werner Obermeier (Vize), Karl Schlüter, Hauptgeschäftsführer Michael von Bock und Polach, Bruno Schliefke (Präsident), Dieter Lackmann, Erwin Weller und Rolf Richter.

Wahl der Fachausschüsse

Turnusgemäß wurde die Besetzung von insgesamt elf (Fach-)Ausschüssen durch Wahlen neu bestimmt. Demnach ergeben sich folgende Teams für die nächsten zwei Jahre:

Die Geschäftsführung der Ausschüsse liegt wie in der Vergangenheit beim zuständigen Referat des ZVSHK. Als Rechnungsprüfer wurde Dieter Schnabel gewählt, der die amtierenden Dr. Klaus Rinkenburger und Rainer Hagemann satzungsgemäß verstärkt.

Eine üppige Tagesordnung galt es abzuarbeiten

Zahlreiche weitere Tagesordnungspunkte warteten auf eine Weichenstellung durch die ZVSHK-Mitglieder. In nicht öffentlicher Sitzung behandelte man am ersten Tag den Haushalt, dann ging es im öffentlichen Teil einmal mehr um das SHK-Portal www.wasserwaermeluft.de. Neben dem offenen und internen Bereich des Internetportals gibt es seit kurzem auch ein Extranet. Die Mitarbeiter im Ehren- und Hauptamt sollen dadurch bessere Kommunikationsmöglichkeiten erhalten. Brancheninformationen, Rundschreiben, Sitzungsunterlagen, Anfragen, Zwischenergebnisse oder Protokolle werden dann für einen jeweils autorisierten Zugriff zur Verfügung stehen.

Für den Aufbau einer Sachverständigenorganisation im Fachhandwerk gab es eine deutliche Zustimmung. Im Hinblick auf den demographischen Wandel soll auch das Potenzial an Fachkenntnissen älterer Mitarbeiter gezielt gefördert und für beratende Tätigkeiten in der Kundenbetreuung genutzt werden. Dies in Seminarform zu gestalten wird Aufgabe des Berufsförderungswerkes sein, das in Sachen Weiterbildung noch weitere konkrete Maßnahmen für das Jahr 2004 plant.

Neben Bekanntem - der Vollzeitlehrgang "Betriebswirt des Handwerks SHK" startet beispielsweise am 9. Februar 2004 in Karlsruhe - wird es Aufbauseminare mit folgender Zielsetzung geben:

Näheres dazu unter www.berufsfoerderungswerk.com

Namensgebung wartet auf gesetzlichen Rahmen

Was die Namensänderung des Verbandes anbelangt, erläuterte Hauptgeschäftsführer Michael von Bock und Polach die komplexen Zusammenhänge und machte deutlich, dass alle nötigen Voraussetzungen getroffen seien, damit der ZVSHK die Bezeichnung "Bundesverband für Gebäude- und Energietechnik Deutschland" tragen könne. Entweder geschehe dies auf Grundlage der Handwerksordnung oder auf Grundlage des Vereinsrechts - diesen probaten Weg hätten andere Handwerksverbände bereits vor Jahrzehnten eingeschlagen.

Für weitere formale Schritte werde jetzt eine Beschlusslage des Deutschen Bundestages abgewartet, durch die der gesetzliche Rahmen für diese Maßnahme gestaltet wird.

Der neue ZVSHK-Vorstand demonstriert Schulterschluss (v.l.): Werner Obermeier (Vize), Erwin Weller, Bruno Schliefke (Präsident), Karl Schlüter, Rolf Richter und Dieter Lackmann.

Langjährige Verdienste

Friedrich Höttecke hat über Jahre die zum Teil zähen Verhandlungen zur neuen Meisterprüfungsordnung für das Installateur- und Heizungsbauerhandwerk sowie für die neue Ausbildungsverordnung für den Anlagenmechaniker für Sanitär- und Heizungstechnik begleitet. Als Anerkennung seiner Verdienste überreichte ihm Präsident Bruno Schliefke die Bronce-Plakette des Zentralverbandes.

Erwin Weller konnte auf der ZVSHK-Mitgliederversammlung auf eine 10-jährige ZVSHK-Vorstandsarbeit zurückblicken. Diese und seine weiteren Verdienste für die gesamte SHK-Organisation würdigte der Präsident mit der Verleihung der Goldenen Ehrennadel. Diese hohe Auszeichnung wurde auch dem ausscheidenden Vorstandsmitglied Manfred Pelzer zuteil, der nach langen Jahren erfolgreicher Tätigkeit seine Ehrenämter innerhalb der Verbandsorganisation niedergelegt hat.

Anlässlich seines 60. Geburtstags stand Bruno Schliefke selbst im Mittelpunkt einer Feierstunde (siehe Ende des Berichtes).

Schlussbemerkung

Drei weitere harte Jahre stehen der Verbandsorganisation bevor, in denen es gilt, die Interessen des Fachhandwerks in wirtschaftlich wie politisch angespannten Zeiten zu gestalten. An Sachverstand und Erfahrung mangelt es weder im Vorstand noch in den anderen Arbeitsgremien. Dennoch machte Präsident Bruno Schliefke deutlich, dass für einen engen Schulterschluss und kurze Kommunikationswege noch einiges getan werden kann. Lesen Sie dazu auch im Anschluss das Interview, das die IKZ-HAUSTECHNIK anlässlich der Wiederwahl führte. TD


Bruno Schliefke wurde 60

Wiederwahl und runder Geburtstag des ZVSHK-Präsidenten waren allemal Anlass für eine Feierstunde.

Den Abend zwischen den beiden Sitzungstagen nutzte die Mitgliederversammlung zu einer Feierstunde für Bruno Schliefke. Der gerade wiedergewählte ZVSHK-Präsident hatte eine Woche zuvor sein 60. Lebensjahr vollendet. Flankiert durch eine Gemäldeausstellung des Essener Künstlers Ulrich Wittke gaben sich hochrangige Verbandsvertreter und Repräsentanten der verschiedenen Marktpartner ein Stelldichein im Verbandsgebäude am Potsdamer Neuen Markt. In einigen kurzen Statements wurde der unermüdliche Einsatz des Jubilars, der sich in hohem Maß für die Belange innerhalb der Verbandsorganisation einsetzt, gewürdigt. Ein herzliches Dankeschön kam von vielen Seiten, der ZVSHK unterstrich dies durch die Verleihung der Goldenen Ehrenmedaille sowie ein gelungenes Konterfei, das an passender Stelle in seinem Leipziger Unternehmen zur Geltung kommen soll.

 


Zwischenbilanz des ZVSHK-Präsidenten

Nur gemeinsam erfolgreich

Auf der ZVSHK-Mitgliederversammlung wurde Bruno Schliefke mit deutlicher Mehrheit als Präsident bestätigt. Drei Jahre Amtszeit liegen zurück, drei weitere gilt es vorerst zu gestalten - Anlass Zwischenbilanz zu ziehen. Der Präsident fand im Gespräch mit der IKZ-HAUSTECHNIK zu zahlreichen Themen klare Worte.

IKZ-HAUSTECHNIK: Herr Schliefke, was ist in den letzten drei Jahren das Wichtigste gewesen, das Sie als Präsident erfolgreich beeinflussen konnten?

Schliefke: Ganz wichtig finde ich, dass bei uns kein Ost-West-Graben entstanden ist, das sieht in anderen Verbänden oftmals nicht so gut aus.

IKZ-HAUSTECHNIK: Zu Beginn Ihrer Amtszeit äußerten Sie die Absicht, die Kräfte innerhalb der Organisation zu bündeln. Ist Ihnen dies gelungen?

"Ganz wichtig finde ich, dass bei uns kein Ost-West-Graben entstanden ist".

Schliefke: Es ist nicht alles gelungen, was ich mir vorgenommen hatte. Ich sehe aber Teilerfolge wie beispielsweise in der Aktion "Gas ganz sicher" bei der man mittlerweile bundesweit von der ursprünglichen Hamburger Initiative profitiert. Es gibt zahlreiche weitere Initiativen, in denen der eine auf den anderen Landesverband zugeht, um das Rad nicht neu erfinden zu müssen. Mehr kann man bei 17 Landesverbänden mit ihren oft unterschiedlichen Vorstellungen nicht erwarten.

IKZ-HAUSTECHNIK: So unterschiedlich wie die Personen sind auch die Auffassungen über eine effektive Arbeit in der Organisation?

Schliefke: Nun ja, der eine Ehrenamtsträger versteht sich als Kontrolleur für das, was im Hauptamt geleistet wird, der andere dagegen bringt seine tatkräftige Unterstützung mit ein, um die Dinge gemeinsam zu lösen - und solche Leute brauchen wir.

IKZ-HAUSTECHNIK: Sie haben sich stets mehr Transparenz innerhalb der Organisation gewünscht. Da käme das jetzt geplante Extranet der Verbandsorganisation wie gerufen, um eine einheitliche Kommunikationsplattform für alle Haupt- und Ehrenamtlichen zu etablieren, oder?

Schliefke: Sicher ist das eine große Chance, doch dieses System ist nur so gut, wie es von unseren Ehrenamtsträgern und den Hauptamtlichen angenommen wird.

IKZ-HAUSTECHNIK: Was könnte den Erfolg schmälern?

Schliefke: Die dadurch wachsenden Datenmengen können auch zur Informationsflut werden, die es zu bewältigen gilt. Vor-Selektionen - gewünscht oder ungewünscht - sind dann nicht mehr sinnvoll. Der Konsument der Extranet-Informationen muss dann seine eigenen Schlussfolgerungen aus der Information ziehen.

IKZ-HAUSTECHNIK: Lassen Sie uns von verbandsinternen Dingen zu übergreifenden Themen wechseln. Stichwort Lobby-Arbeit - wie hat sich die Nähe zur Politik entwickelt und welche Rolle spielt dabei die Potsdamer Hauptstadt-Repräsentanz des Verbandes?

Schliefke: Mit der Arbeit bin ich zufrieden. Beispielsweise im Vorfeld der Bundestagswahl haben wir in politischen Gesprächen sondiert, von wem wir als Mittelständler eine Stärkung unserer Interessen erwarten können.

Auch für Arbeitssitzungen mit anderen Verbänden nutzen wir das Ambiente unserer Geschäftsstelle. Schließlich ist ein ansehnlicher Rahmen auch förderlich für ein gutes Gesprächsklima und letztlich ist der Feind des Guten das Bessere - wir arbeiten am System kontinuierlich weiter.

IKZ-HAUSTECHNIK: In Sachen Kooperation mit den Elektrikern haben Ambiente und Gesprächsklima aber nicht viel helfen können. Wie ist da eigentlich der Stand der Dinge?

"Es hat ja Gründe, warum der eine Handwerker im Baumarkt kauft, der andere den zweistufigen und wiederum andere bewusst den dreistufigen Weg wählen".

Schliefke: Na ja, ganz so sehe ich das nicht. Es gibt viele Dinge, in denen wir uns einig sind, beispielsweise darin, dass es keinen anderen Weg gibt, als sich langfristig aufeinander zuzubewegen. Die Wege dahin sind teilweise recht unterschiedlich.

IKZ-HAUSTECHNIK: Und warum geht es nach anfänglichen Erfolgen nicht weiter voran? Man hat es schließlich bis zur Kooperationsvereinbarung geschafft, im jeweils anderen Gewerk tätig werden zu können. Laut unseren Informationen ist das Verhältnis zu den Spitzenvertretern des Elektro-Verbandes derzeit aber in Frostnähe gerutscht. Woran liegts?

Schliefke: An den Menschen! Ohne jetzt in Schuldzuweisungen verfallen zu wollen. Über Frost oder Frust möchte ich hier nichts äußern. Das mag von außen so aussehen. Wir sind im Dialog. Allerdings sind wir es in unserer Verbandsspitze gewohnt, Entscheidungen in recht kurzer Zeit zu treffen und Maßnahmen auf den Weg zu bringen. So halten wir es auch, wenn wir Gesprächstermine mit anderen Spitzengremien vereinbaren. Sehr lange dagegen hat es gedauert, bis es zu einem Treffen mit dem Vorstand des ZVEH kommen konnte, bei dem auch über die neue Namensgebung gesprochen wurde.

IKZ-HAUSTECHNIK: Warum haben Sie denn so aufs Tempo gedrückt?

Schliefke: Für uns ist die neue Namensgebung ein ganz wichtiger Punkt, denn anhand der Entwicklungen im Markt und in der Politik erschien uns schnelles Handeln geboten. Natürlich haben wir auch frühzeitg das Gras wachsen hören. Damit meine ich die politische Entwicklung bei der geplanten Novellierung der Handwerksordnung und hier besonders den Wegfall der Paragraphen 80 bis 85, die Landes- und Bundesverbände betreffen. Aus heutiger Sicht sehen wir uns mehr als bestätigt, dass wir genau das Richtige in die Wege geleitet haben.

IKZ-HAUSTECHNIK: Glauben Sie, dass der Wandel vom ZVSHK zum "Bundesverband für Gebäude- und Energietechnik Deutschland e.V." jetzt ein ewiger Stolperstein werden könnte?

Schliefke: Ich hoffe nicht. Es kann nicht sein, dass wegen einer Namensgebung langfristig für beide Berufsgruppen förderliche Ziele außer Sicht geraten.

IKZ-HAUSTECHNIK: Es gibt auch Bestrebungen mit dem Kälteanlagenbauerhandwerk. Wie beurteilen Sie hier die Chancen gemeinsamer Aktivitäten?

Schliefke: Das sehe ich sehr positiv. Von unserer Seite sind die Weichen gestellt für ein Miteinander mit den Kälte/Klima-Technikern. Sie gehören in unser Haus, doch soll von Einverleiben keine Rede sein. Vielmehr machen wir uns Gedanken über ein Miteinander.

IKZ-HAUSTECHNIK: Was erhofft man sich auf der Kälte-Seite von dem Schulterschluss?

Schliefke: Man möchte einen Platz einnehmen unter dem Dach der Gebäude- und Energietechnik, und schließlich sind die Grenzen zu diesem Gewerk fließend. Doch bevor man diesen wichtigen Schritt tun kann, muss natürlich auch innerhalb der Kälte-Organisation ein Konsenz herbeigeführt werden.

IKZ-HAUSTECHNIK: Wenn wir schon mal bei den angrenzenden Gewerken sind: Wie sieht die Zusammenarbeit mit den Schornsteinfegern aus?

Schliefke: Wir unterhalten schon seit langem eine Gesprächsebene, die aber nicht immer frei von atmosphärischen Störungen ist. Konsenz besteht beispielsweise in der bekannten Vereinbarung "Wer überprüft, wartet nicht und wer wartet prüft nicht". Stein des Anstoßes ist hier die Wiederholungsprüfung, denn es ist zu viel des Guten, wenn der Schornsteinfeger einen Mangel bei den Heizungs-Emissionen feststellt, der Heizungsbauer nach einer Instandsetzung eine nötige Funktionsmessung durchführt, die dann kurze Zeit später nochmals - gegen Gebühr - vom Schornsteinfeger wiederholt wird.

IKZ-HAUSTECHNIK: Weil deren angestammte Betätigungsfelder immer weniger werden, wollen sie das verhindern. Die Suche der Schornsteinfeger nach neuen Aufgaben sorgt offensichtlich für Zündstoff?

Schliefke: Zweifellos, was wir nicht akzeptieren können ist, dass sich der Schornsteinfeger als beliehener Unternehmer aus einer geschützten Position heraus daran macht, seine Tätigkeitsfelder zu erweitern. Wir könnten sicher mit der Situation umgehen, wenn sich die schwarze Zunft den harten Bedingungen des Wettbewerbs stellen würde, wenn für Dienstleistungen nicht auf vergleichsweise leichte Art Gebühren erhoben würden, sondern stets eine Handwerkerrechnung geschrieben werden müsste.

IKZ-HAUSTECHNIK: Dann wäre das Geld längst nicht so einfach einzutreiben?

Schliefke: Natürlich! Viele Bestrebungen der Schornsteinfeger haben bisher dahin tendiert, dass stets eine Gebührenordnung mit im Spiel war, wenn es um eine Anlagenüberprüfung, eine Gasmessung, ein Lüftungs-Check oder eine Energieberatung gehen sollte. Eine solche Art von Geschäftsfelderweiterung würde für uns den ohnehin harten Wettbewerb nur noch mehr verzerren.

IKZ-HAUSTECHNIK: Wie wird sich aus Ihrer Sicht das Messewesen entwickeln? Große Teile der Industrie möchten mittlerweile die ISH und zwei Regionalmessen - mehr nicht.

Schliefke: Wir bleiben ganz klar bei der Konstellation 1 plus 4. Mir hat sich durch zahlreiche Gespräche in den letzten Jahren der Eindruck aufgedrängt, dass zu diesem Thema viele Manager-Entscheidungen aus dem Bauch heraus getroffen werden. Wenn wir nämlich alles addieren, was von der Industrie ausgegeben wird für Messen, Großhandelshausveranstaltungen etc., dann ist dies sicher eine sehr viel höhere Summe, als wenn wir uns gezielt auf die ISH und die vier zeitversetzten Regionalmessen konzentrieren würden.

IKZ-HAUSTECHNIK: Werden Sie mit dieser Argumentation durchkommen?

Schliefke: Als Kunden der Industrie sagen wir ganz einfach, was wir gerne hätten.

IKZ-HAUSTECHNIK: Das Fachhandwerk ist aber doch größtenteils nicht Kunde der Industrie, sondern des Großhandels.

Schliefke: Das stimmt nur zur Hälfte, denn im Heizungsbereich hat sich traditionell auch der zweistufige Weg behauptet. In jedem Fall sind die Handwerker aber die Nahtstelle zu unserem gemeinsamen Endverbraucher.

IKZ-HAUSTECHNIK: Sie kennen die Wünsche dieser gemeinsamen Kunden?

Schliefke: Die kennen wir genau. Unsere gemeinsame Anstrengung sollte deshalb sein, dass auch diese Endkunden in das Messewesen mit eingebunden werden.

IKZ-HAUSTECHNIK: Worauf wollen Sie mit dieser Bemerkung hinaus?

Schliefke: Ich möchte in Frage stellen, ob deutschlandweit verbreitete Großplakate das allein Seligmachende sind - zum Nulltarif sind die auch nicht gerade zu haben. Der Endkunde kauft äußerst selten Einzelprodukte, er benötigt komplette Systeme und Anlagen.

IKZ-HAUSTECHNIK: Im Heizungsbereich existiert sowohl der zwei- als auch der dreistufige Vertriebsweg friedlich nebeneinander. Können Sie sich das in fünf Jahren auch im Sanitärbereich vorstellen?

"Ich wünsche mir, dass der Fachhandwerker vor Ort zu schätzen weiß, warum er Mitglied in einer Innung ist, wie sich sein Beitrag für ihn auszahlt".

Schliefke: Nein, kann ich nicht - aber "friedlich" ist ja wohl relativ zu sehen.

IKZ-HAUSTECHNIK: Warum nicht, können Sie Ihre Einschätzung begründen? Gerade die Zweistufler erleben schließlich in gewissen Produktsparten einen enormen Aufschwung - zum Leidwesen des dreistufigen Vertriebsweges.

Schliefke: Man darf hier gewachsene Strukturen nicht aus den Augen lassen. Wir wollen dazu übrigens Anfang 2004 eine umfangreiche Befragung starten, denn es hat ja Gründe, warum der eine Handwerker im Baumarkt kauft, der andere den zweistufigen und wiederum andere bewusst den dreistufigen Weg wählen. Wir wollen uns die Argumente einmal genau anschauen.

IKZ-HAUSTECHNIK: Und dann? Kann der Verband eine teilweise Zweistufigkeit im Sanitärbereich verhindern? Die Praxis scheint das Gegenteil zu belegen.

Schliefke: Der dreistufige Vertriebsweg wird sich aus meiner Sicht als die insgesamt leistungsfähigere Variante erweisen. In einzelnen Produktsegmenten werden wir die Zweistufigkeit jedoch wohl nicht ganz verhindern können.

IKZ-HAUSTECHNIK: Was möchten Sie in den nächsten drei Jahren als Präsident vorrangig erreichen?

Schliefke: Ich möchte, dass die Branche zu mehr Gemeinsamkeit kommt. Ich wünsche mir, dass der Fachhandwerker vor Ort zu schätzen weiß, warum er Mitglied in einer Innung ist, wie sich sein Beitrag für ihn auszahlt.

IKZ-HAUSTECHNIK: Da arbeiten Sie aber gegen den Trend. Der Organisationsgrad nimmt ab, Innungen treten aus und besorgen sich Verbandsmitteilungen über Dritte. Ist der Wunsch nach mehr Gemeinsamkeit und nach einem besseren Organisationsgrad überhaupt zu schaffen?

Schliefke: Das ist wahrlich eine schwierige Aufgabe, in der Tat. Aber wir arbeiten daran und auch hier wirds besser laufen, wenn wir das gemeinsam angehen - Innungen, Fachverbände und Zentralverband zusammen.

IKZ-HAUSTECHNIK: Dabei wünschen wir Ihnen viel Erfolg. Dank fürs Gespräch.


Seit 2000 ZVSHK-Präsident

Bruno Schliefke

Jahrgang: 1943
Familienstand: verheiratet, zwei Söhne
Wohnort: Leipzig
Schulbildung/Erlernter Beruf:
Volksschule, nach Klempner- und Installateurausbildung folgte Studium an einer SHK-Ingenieurschule. Danach Vorbereitung auf Meisterbrief. Seit Mitte 78 eigener Handwerksbetrieb für Installation und Bauklempnerei in Leipzig, beide Söhne arbeiten als SHK-Meister mit im Betrieb.
In den 70er- und 80er-Jahren Mitglied im Meisterprüfungsausschuss.
Tätigkeiten auf Landesebene:
Von 1990 bis 2000 LIM des FV Sachsen. Lange Jahre Vorsitzender der Einkaufs- und Liefergenossenschaft für Klempner und Installateure in Leipzig.
Bisherige Tätigkeit im ZV:
Seit 1994 Mitglied des Vorstands. Als Pate war er bisher zuständig für die Bereiche:
Koordinierung der Interessenvertretung der LIV in den neuen Bundesländern
Berufsbildung/Berufsbildungswerk
Öffentlichkeit und Werbung
Im Jahr 2000 Wahl zum Präsident des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima.


ZVSHK-Termine-Daten-Informationen (Änderungen vorbehalten)

Datum

Veranstaltung

29./30. Januar 2004

Deutscher Klempnertag, Congress Centrum Würzburg

21. - 28. Februar 2004

SHK-Unternehmerseminar, Fuerteventura

31. März / 1. April 2004

Gemeinschaftstagung ATV-DVWK/ZVSHK "Gebäude- und Grundstücksentwässerung", Kassel

18. - 22. April 2004

Messe light & building, Frankfurt

11. Juni 2004

Erdgasforum Dresden

ZVSHK Direkt: Telefon: 02241/9299-0, Telefax: 02241/21351
E-Mail: info@zentralverband-shk.de, Internet: www.wasserwaermeluft.de


Die Geschäftsstellen des ZVSHK

ZVSHK
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ZVSHK Geschäftsstelle Potsdam
An der Pirschheide 28
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Telefax: 0331-972603


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