IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 20/2003, Seite 43 f


LESER-SERVICE


Leser fragen - Experten antworten

Tipps und Ratschläge für die SHK-Praxis

In loser Folge beantworten wir an dieser Stelle Ihre Fragen aus der Praxis.


Erneuerung von Silikonfugen

Neulich wurde ich zu einem Kunden gerufen, der sich über eine abgerissene Silikonfuge in seiner Dusche beschwerte. Ich hab mir den Fall näher angesehen und dabei festgestellt, dass sich tatsächlich an einigen Stellen die Silikonfuge von der Duschtasse und den Fliesen löste. Die Risse sind zwischen wenigen Millimetern und 2 - 3 cm lang. Ich bin also hergegangen und hab die gesamte Silikonfuge mit einem scharfen Messer herausgeschnitten und die Fuge neu mit Silikon abgedichtet (Fuckelarbeit). Nun habe ich mir die IKZ-Ausgabe 11/2002 genommen, in dem ja ein toller Beitrag zu Silikonabdichtungen steht. Aber leider nichts zu meiner Frage, die ich mir stellte, als ich da so in der Dusche vornübergebeugt kniete und schwitzte: Hätte ich nicht einfach die alte Silikonfuge lassen und eine neue drüberlegen können? Das frage ich Sie jetzt.

Hans Grotemann, Mannheim

Grundsätzlich ist es möglich, über ältere vorhandene Silikonfugen eine neue aufzubauen - und zwar unabhängig von Hersteller- oder Rezeptureigenschaften. Der Untergrund für die neue Silikonfuge muss lediglich sauber, trocken und tragfähig sein. Von dem sicherlich gut gemeinten Aufbringen einer Haftgrundierung auf den Altdichtstoff ist unbedingt abzuraten, da diese feste Silikonharze enthalten und somit eine starre Schicht zwischen zwei weichen, elastischen Dichtstoffen bilden - ein Versagen der Fuge wäre vorprogrammiert.

Für die Praxis können sich jedoch folgende Probleme ergeben:

1. Es ist manchmal auch für Experten vor Ort schwer erkennbar, ob die Altfuge wirklich aus Silikonpolymer besteht oder vielleicht aus Acryl, Butyl, PUR usw. Eine irrtümlich hierauf eingebaute Neufuge aus einem anderen Material kann zu schweren Schäden führen, z.B. Haftverlust der Neufuge, Verfärbungen, Weich- oder Klebrigwerden mit anschließender Auflösung der Fugen.

2. Die Flankenauflage der Neufuge sollte an beiden Seiten mindestens 3 mm betragen. Bei einer vorhandenen Altfuge mit Breiten über 10 mm gerät man hier schnell in Schwierigkeiten bei Ausführung und Optik. Und im Extremfall wird aufgrund großer Fugenbreite die Funktion der Fuge generell infrage gestellt.

Abgerissene Silikonfugen im Bad: Einmal bei einer Dusche, einmal an der Kante zwischen Boden- und Wandfliese.

3. Durch das Überarbeiten von beschädigten Fugen wird die Ursache selbst nicht behoben. Es ist daher als normal zu bezeichnen, wenn derselbe Schaden nach einiger Zeit wieder auftritt.

4. Mit Schimmelpilz befallene Fugen sollen grundsätzlich nicht überarbeitet werden. Das Pilzmycel kann schon bis in den Wandbereich eingewachsen sein. Daher ist immer ein komplettes Herausschneiden der Altfuge, Reinigung und Neuverfugen erforderlich.

Dipl.-Ing. Gerald Emrich, Produktmanagement Fugentechnik bei Remmers Bauchemie GmbH, Löningen


Abdichtungen von Gewindeverbindungen bei Solaranlagen

Solaranlagen erreichen im Stillstand, also bei durchgeladenem Speicher, am Kollektor Temperaturen von weit über 100C (selbst schon erlebt). Spielen da die normalen Gewindeabdichtungen überhaupt mit (Hanf und Kitt)? Oder verbrennen sie? Dann würde die Sole auslaufen. Oder soll ich da zukünftig besser Teflonband nehmen? Was empfehlen die Hersteller?

Karl-Heinz Schwerdt, via E-Mail

Diese Frage haben wir zu einigen Anbietern von Solarkollektoranlagen weitergeleitet. Hier die zusammengefasste Anwort von Stiebel Eltron, Viessmann, Buderus und dem Dichtstoffhersteller Nissen & Volk. Danach sollte Hanf nur mit Druck, Temperatur und Glykol beständigem Dichtmittel eingesetzt werden. Infrage kommen da Viscotex-Solarpaste der Firma Locher (Schweiz), Neo Fermit universal oder Fermitol, beides von Nissen & Volk (Hamburg). Alle drei genannten Produkte werden von den Kollektorherstellern empfohlen. Grundsätzlich ist jedoch vor der Verwendung des Dichtstoffs auf die Herstellerangabe und die Eignung für Solaranlagen zu achten.

Von Teflonbändern wird abgeraten, da hier keine Temperaturbeständigkeit und damit auch keine dauerhafte Dichtigkeit gegeben ist.

Hinweis: Die hohen Temperaturen treten bei Stillstand der Solaranlage in aller Regel nur in unmittelbarer Nähe des Kollektorfeldes auf. Obwohl die Hersteller die drei oben aufgezählten Produkte empfehlen, sind Gewindeverbindungen nicht ganz unproblematisch und uneingeschränkt einsetzbar. Denn die Pasten verändern mit steigender Temperatur und steigendem Glykolanteil ihre Eigenschaften. Daher sollte das ausführende Unternehmen - wenn eben möglich - Gewindeverbindungen in der Nähe des Kollektors vermeiden.


Anschluss einer Spülmaschine an die WW-Leitung

Dürfen Spülmaschinen an das Warmwassernetz einer Hausinstallation angeschlossen werden? Hintergrund der Frage: Auf diese Weise könnte (zumindest im Sommer) eine angeschlossene Solaranlage den Strombedarf der Spülmaschine zu einem erheblichen Teil substituieren. Damit wäre ein weiterer Nutzen für den Endkunden verbunden, um sich für eine Solaranlage zu entscheiden. Aber auch ohne Solaranlage würden die Betriebskosten der Spülmaschine sinken, weil ja bekanntlich die Arbeitspreise für Heizöl und Erdgas viel niedriger angesiedelt sind als für Strom.

Franz Sorznitz, Leipzig

Die Hersteller Miele, Bosch, Siemens, Quelle und Bauknecht antworten einhellig, dass ihre Geschirrspüler uneingeschränkt an die zentrale Warmwasseranlage angeschlossen werden dürfen. Trotz dieser Aussage wird empfohlen, die Bedienungsanleitung zur Hand zu nehmen und sich über den Verwendungsbereich zu vergewissern. Denn je nach Alter oder Ausstattung des Geschirrspülers können Einschränkungen im Temperaturbereich möglich sein, z.B. bis 60C.

Geeignete Geräte erkennen das Warmwasser und passen den Programmablauf automatisch an. Das führt dazu, dass tatsächlich der Stromverbrauch sinkt. Gleichzeitig ist der Programmablauf verkürzt, da kein Kaltwasser auf Betriebstemperatur erwärmt werden muss.

Ein Warmwasseranschluss kann aber auch zu Nachteilen im Spülergebnis führen: Eiweißhaltige Lebensmittel (Milchprodukte wie z.B. Joghurt und Quark, aber auch Eier, Nudeln und Käse) verhärten bei Temperaturen über 45C; die Rückstände auf Tellern, Gläser und Tassen lassen sich dann nur noch schlecht entfernen. Bei einem Geschirrspüler mit Kaltwasseranschluss kann dies nicht geschehen, weil das Spülprogramm zunächst eine Vorreinigung mit Kaltwasser vorsieht.

Weiterhin können verschiedene Geschirrspülprogramme wie z.B. ein Glas-Schonprogramm (das meist nur bis 40C arbeitet) nicht den gewünschten Glasschutz gewährleisten.

Soll die Spülmaschine an das Warmwassernetz der Hausinstallation angeschlossen werden, wenn eine Solaranlage die kostenlose Warmwasserbereitung übernimmt?

Bei Geräten mit Wärmetauschern, die nach dem Kondensationsprinzip trocknen, kann es weiterhin durch den Warmwasseranschluss zu einer leichten Reduzierung der Trocknungsleistung kommen.

Empfehlung: Ob nun ein Geschirrspüler an das zentrale Warmwassernetz angeschlossen wird, hängt vom Einzelfall ab und sollte mit dem Kunden erörtert werden. Dabei sollten die Vorteile (Energieeinsparung) und Nachteile (Eiweißrückstände) mit in die Überlegungen einbezogen werden.


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