IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 16/17/2003, Seite 46 ff.


REPORT


Raumlufttechnik in St. Barbara

TÜV-geprüfte raumlufttechnische Anlage mit muffenlosen gusseisernen Rohren

Das 1979 vom Caritas-Verband für die Diözese Speyer e.V. erbaute Alten- und Pflegeheim St. Barbara, St. Ingbert, ist erweitert worden. Umfangreiche Änderungen und Neubauten der haustechnischen Anlagen waren dabei erforderlich. Ein Schwerpunkt der Planung und Umsetzung war die raumlufttechnische Anlage für einen mehrgeschossigen Anbau.

Der fünfgeschossige Anbau während der Bauphase.

In dem neu erstellten rückwärtigen 5-geschossigen Anbau sind 23 Einzelpflegezimmer mit jeweils einer eigenen Nasszelle für die Dauerpflege und zwölf Einzelpflegezimmer mit jeweils einer eigenen Nasszelle für die Kurzzeitpflege eingerichtet worden. Hinzu kommen die erforderlichen Funktionsräume, wie Pflegearbeitsräume, Teeküchen, Stationsbad, Aufenthaltsräume und Wohnraum mit Küche, Gymnastikraum und Ruheraum für die Tagespflege sowie ein Verwaltungsbüro im Erdgeschoss.

SML-Gussrohrleitung im Strangsystem mit RML-Raumlüftungsleitung und Edelstahl-Trinkwasserrohrkomponenten.

Im Kellergeschoss des Neubaus wurden zwei Umkleide- und Waschräume für Personal, ein Archiv, ein Frisörraum sowie eine Werkstatt und die Technikzentrale untergebracht.

Des Weiteren wurde frontseitig ein 1 geschossiger Pavillon zum Speisesaal ausgebaut.

Weitere Baumaßnahmen erstreckten sich auf die Umgestaltung der vorhandenen Kapelle zur Cafeteria sowie den Umbau der Heizzentrale im Kellergeschoss.

Ein Kriterium, was den Bauablauf beeinflusste, war die Forderung des Bauherrn, dass das Gebäude während der Um- und Ausbauarbeiten voll genutzt werden sollte.

Raumlüftungssteigestrang im Deckendurchführungsbereich mit entsprechender Brandschutzisolierung.

Neben der Entwässerung, die u.a. aus brand- und schallschutztechnischen Gründen in muffenlosen Gussrohren ausgeführt wurde, erfolgte hier erstmals die Entlüftung der innen liegenden Bäder, WC-Räume und Pflegearbeitsräume sowie Teeküchen mit einer Raumentlüftung nach DIN 18017-Teil 3 als Einrohrentlüftungssystem (jeweils mit Einzelgeräten und Steigestrang) mit gusseisernen Rohren. Hier wurden erstmals gusseiserne Rohre [PAM-Global-L(RML)], wie sie als SML seit vielen Jahrzehnten bekannt sind, in einer modifizierten Form für die Raumentlüftung (RML) nach DIN 18017, verwendet. Insgesamt wurden 160 lfdm. RML-Gussrohr verlegt und für die zu entlüftenden Räume 44 Lüftergehäuse mit integrierter Rückschlagklappe K 90 nach DIN 18017 einbebaut.

Anschluss der Lüftergehäuse an das RML-System: Vorwandmontagesystem und Detailbild.

Zur Brandschutzbekämpfung, Verhinderung der Brandausbreitung und als Einrichtung des vorbeugenden Brandschutzes wurde eine Feuerlösch- und Brandschutzanlage mit "trockener Steigleitung", Unterputz-Wandhydranten mit Feuerlöschventilen und Trockenfeuerlöscher sowie eine Löschwassereinspeisung vorgesehen.

Austritt der Abwasserlüftungs- und der Raumentlüftungsleitungen.

Die Rohrleitungssysteme für die neu zu verlegenden Kaltwasser-, Warmwasser- und Zirkulationsleitungen, wurden wegen möglicher Korrosionsrisiken aus Edelstahlrohr in Verbindung mit Rotguss-Pressfitting-Verbindungen installiert.

Die Installation der Ver- und Entsorgungsleitungen und der Raumentlüftung erfolgte in Installationsschächten und Vorwand-Installationselementen. Die Verkleidung wurde im Trockenausbau durchgeführt.

Schachtverkleidung mit Gipskarton-Platten.

Lüftungsrohrsystem für Bäder und Küchen

Das Gussrohrsystem bietet ein Raumentlüftungssystem für Einrohrlüftungen, entsprechend DIN 18017-Teil 3 an, welches ohne Brandschutz-Deckenschotts auskommt. Die Verlegung kann in nicht klassifizierten Schächten mit Gipskartonverkleidung erfolgen. Das Raumentlüftungs-System besteht aus gusseisernen Rohren und Formstücken sowie Spannverbindern in den Nennweiten DN 70 bis DN 200. Das System ist lt. Herstellerangabe von der MPA-Braunschweig geprüft und vom DIBT-Berlin in Brandklasse K90-18017 S klassifiziert und besitzt die Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung. Der Brandschutz wird im Zusammenspiel von nicht brennbaren Rohren, Maico-Lüftern und einer ein Meter langen Brandschutzisolierung erreicht. Die Abschottung der Lüftungsleitung erfolgt im Ventilatorgehäuse. Die ein Meter lange Isolierung der Hauptleitung im Deckendurchbruch und oberhalb des Fußbodens verhindert eine unzulässig hohe Oberflächentemperatur und Wärmestrahlung. Dehnungsausgleichselemente sind daher nicht notwendig.

Die Raumentlüftungsanlage wurde nach Fertigstellung vom TÜV Saarland auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft und als funktionsfähig abgenommen.

Objekt:
Altenpflegeheim "St. Barbara", Sankt-Barbara-Straße, 66386 St. Ingbert

Planungsbüro:
Ing.-Büro Wilhelm Jacob, Beratender Ing. KBI, 66386 St. Ingbert

Ausführende Firma:
Käuffer & Co. GmbH, 66121 Saarbrücken

Bauherr:
Caritasverband für die Diözese Speyer e.V., 67346 Speyer


B i l d e r :   SAINT-GOBAIN HES GmbH, Köln


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