IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 12/2003, Seite 18 ff.


VERBÄNDE AKTUELL 


Zentralverband


Bundesverband Gebäude- und Energietechnik Deutschland e.V. bestätigt

Unter neuer Flagge durch schwierige Zeiten

Baden-Baden war am 15. Mai 2003 Treffpunkt für die ZVSHK-Frühjahrstagung. Nicht nur die schwache Auftragslage und die Entwicklung der Mitgliederzahlen sind Anlass zur Sorge, die Novellierung der Handwerksordnung bedroht z.B. den Status von Klempnern und Behälterbauern.

Seitdem der Referentenentwurf des Wirtschaftsministeriums zur Novellierung der Handwerksordnung Mitte März 2003 publik wurde, schrillen die Alarmglocken in der Handwerksorganisation. Mittlerweile gilt es als offenes Geheimnis, dass fachliche Unkenntnis unter den Politikern und Ministerialbeamten über die Berufsbilder von Behälter- und Apparatebauern sowie Klempnern dazu geführt hat, diese anspruchsvollen Metallberufe für die Anlage B vorzusehen. Längst hat der ZVSHK alle Register gezogen, um in den Köpfen der Entscheidungsträger auf der Politbühne die landläufigen Vorstellungen vom Klempner als "Wasserhahn-Auswechsler" zu korrigieren. Auch die anspruchsvollen gefahrengeneigten Tätigkeiten im Druckbehälterbau wurden transparent gemacht, um bei der Neuordnung des Handwerksrechts Schlimmes zu verhüten. ZVSHK-Präsident Bruno Schliefke skizzierte auf der Mitgliederversammlung das gegenwärtige Berliner Szenario und gab das Verfahren keineswegs verloren. Er forderte die Vertreter aus den 17 Landesverbänden auf: "Lasst uns gemeinsam kämpfen um den Erhalt unserer beiden kleinen, aber sehr feinen Berufe!"

Baden-Baden war am 15. Mai 2003 Treffpunkt für die Frühjahrstagung der ZVSHK-Mitglieder.

Name soll Botschaft sein

Als nicht minder schwierig erwies sich die Umbenennung des Zentralverbandes in "Bundesverband Gebäude- und Energietechnik Deutschland e.V.". In weiser Voraussicht hatte sich der Verband diese Bezeichnung auch über das Vereinsrecht schützen lassen und ist entschlossener denn je, unter diesem Namen zukunftsweisende Dienstleistungen für die SHK-Mitgliedsbetriebe anzubieten. Selbst das Wirtschaftsministerium empfiehlt mittlerweile im Referentenentwurf zur Novellierung der Handwerksordnung, dass die Handwerksverbände auf Landes- und Bundesebene ihre Rechtsform aus dem Vereinsrecht ableiten sollen, um den staatlichen Verwaltungsaufwand zu verschlanken. Den ZVSHK wundert es da umso mehr, dass sein Antrag auf Namensänderung bisher vom Ministerium für Wirtschaft und Arbeit nicht beantwortet wurde. Eine offizielle Stellungnahme dazu ließ auch im Mai noch auf sich warten, doch vermutlich liegt der Grund in Bedenken wegen möglicher Abgrenzungsprobleme zu anderen Handwerken.

Auf der ZVSHK-Mitgliederversammlung kam auch zur Sprache, dass die Wunschbezeichnung für die beiden zusammengelegten Ausbildungsberufe ebenfalls auf Ablehnung gestoßen ist: Statt Anlagenmechaniker für Gebäude- und Energietechnik (mit der sonst alle Verfahrensbeteiligten einverstanden waren) genehmigte das Fachressort des Ministeriums den etwas weniger innovativen "Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik".

Auch die Landesinnungsverbände unterstützen den Bundesverband Gebäude- und Energietechnik Deutschland e.V.

ZVSHK-Präsident Bruno Schliefke berichtete u.a. über die Novellierung der Handwerksordnung.

Ab dem 1. August 2003 wird man unter dieser Bezeichnung mit der Ausbildung beginnen können. Wichtig zu wissen: Auf Antrag ist es möglich, dass Lehrlinge jetzt am Ende ihres ersten Lehrjahres auf Wunsch ihren Lehrvertrag umschreiben lassen können, um die weitere Lehrzeit nach der neuen Ausbildungsverordnung zu absolvieren. Zumindest ein wichtiges Argument würde dafür sprechen, denn mit der Abschlussprüfung wird der Geselle gleichzeitig auch die Qualifikation "Elektrofachkraft" erwerben.

Weiterbildung hat hohen Stellenwert

Unbeirrt vom Gegenwind aus Berlin unterstrich die Verbandsspitze die Inhalte der Aus- und Weiterbildung: In den Bereichen Sanitär, Heizung und Klima werde im Berufsbild sowie in der Meisterprüfungsverordnung deutlich, dass das gesamte Spektrum der Gebäude- und Energietechnik erfasst werde, betonte Hauptgeschäftsführer Michael von Bock und Polach in seinen Ausführungen über das Berichtsjahr 2002. Mit den fünf neuen Modulen

habe man das verbandseigene Weiterbildungskonzept im vergangenen Jahr um wesentliche Punkte ergänzen können. Im Rahmen des exklusiv für Innungsmitglieder entwickelten Konzeptes "Strategie 2010 - Gebäude- und Energietechnik" habe der ZVSHK den "Gebäude- und Energie-Check" um die Module "Trinkwasser- und Abwasser-Check" erweitert.

Weiterhin schwierige Wirtschaftslage

Die Verbandsorganisation sieht die wirtschaftlichen Aussichten weiterhin als schwierig an. Der Mitgliederschwund in den neuen Ländern wirke sich negativ aus auf die wirtschaftliche Basis in der Verbandsfinanzierung, schilderte der Hauptgeschäftsführer. Da die Zahl der eingetragenen Unternehmen konstant geblieben sei, könne nur daraus geschlossen werden, dass der Trend zu Klein- und Kleinstbetrieben gehe. Zu den politisch gewollten Erleichterungen für Existenzgründer merkte Michael von Bock und Polach an: "Wir wissen heute schon, dass Ich-AGs eben nicht ausbilden und jede Investition in die betriebliche Ausstattung scheuen, die ihre Position als Billigstanbieter erschüttern könnte."

Die Sitzungspausen wurden zum Meinungsaustausch genutzt: Wohin bewegt sich das Fachhandwerk in den nächsten Jahren?

Zur desolaten Lage am Bau gab er zu bedenken, dass sich Baugenehmigungen und -fertigstellungen seit 1998 nahezu halbiert hätten und nunmehr bei 240.000 Wohneinheiten pro Jahr lägen. Der Umsatz der Fachbetriebe habe sich im Berichtsjahr 2002 um ca. 4% reduziert und werde sich, so die Prognose der Fachbetriebe in der Konjunkturumfrage, voraussichtlich im ersten Halbjahr 2003 um etwa 5% verschlechtern.

Neben den vorgenannten brandaktuellen Themen gab es weitere Tagesordnungspunkte, über die auf diesen Seiten bereits zeitnah berichtet worden ist. Dies sind:

Schlussbemerkung

Auch wenn es scheint, dass auf der Politbühne derzeit die Losung "alles ist möglich" gilt, ist es eher unwahrscheinlich, dass die gefahrengeneigten Berufe der Klempner sowie der Behälter- und Apparatebauer tatsächlich in die Anlage B verschoben werden. Sehr problematisch ist die Entwicklung anzusehen, dass vielen Betrieben die Vorteile der Verbandsorganisation nicht präsent sind, was sich in der Mitgliederentwicklung zeigt. Auch geht der Trend hin zu immer kleineren Betrieben, die so überschaubar werden, wie es die dürftige Auftragslage sinnvoll erscheinen lässt. Dadurch werde insgesamt weniger in die Betriebsausstattung und die Nachwuchsförderung investiert - mit gravierenden Folgen für das zukünftige Fachkräfteangebot, prophezeite Hauptgeschäftsführer Michael von Bock und Polach. Präsident Bruno Schliefke machte nochmals das Leistungsangebot deutlich: "Der ZVSHK hat mit der Aus- und Weiterbildungsstrategie 2010 frühzeitig nötige Weichen gestellt." Als Bundesverband für Gebäude- und Energietechnik Deutschland e.V. werde man sich nicht aufhalten lassen, die Entwicklungen weiterhin aktiv zu gestalten.TD


Umfrage: Falsche Politik verschlechtert Wirtschaftslage

Berufe in Gefahrenhandwerken wie Klempner oder Behälter- und Apparatebauer sollen in Zukunft auch von unzureichend qualifizierten Betrieben praktiziert werden dürfen. Das wäre nicht nur für die Verbraucher von Nachteil, sondern auch für die Wirtschaftslage und den Arbeitsmarkt, ergab eine Umfrage des ZVSHK.

Antworten von 600 Klempnerunternehmen, die Mitte Mai auf die Umfrage reagiert haben, dokumentieren das Unverständnis der Handwerksunternehmer gegenüber der Novellierung der Handwerksordnung:

Weitere Informationen hierzu im SHK-Portal www.wasserwaermeluft.de unter dem Stichwort Novellierung der Handwerksordnung.


1. Öl-Symposium in Baden-Baden

Markt-Chancen für die Ölheizung

Etwa 80 Fachleute aus Ölwirtschaft, Industrie und Fachhandwerk informierten sich am 16. Mai 2003 im Kongress-Zentrum Baden-Baden über das Neueste zum Thema Heizen mit Öl. Dabei mangelte es nicht an Zukunfts-Perspektiven.

Erstmalig gaben das Institut für wirtschaftliche Oelheizung (IWO) und der ZVSHK dem Themenkomplex Ölheizung gemeinsam eine bundesweite Plattform. Etwa 3500 SHK-Fachbetriebe nutzen derzeit diesen leitungsgebundenen Energieträger vorrangig als Geschäftsfeld - flankiert von ca. 210 aktiven Ölgemeinschaften.

Die Teilnehmer diskutierten unter dem Motto "Innovative Gebäude- und Energietechnik mit Öl" ausgewählte Themen der technischen Anwendung und wichtige Marktfragen zur Absatzförderung. Technologisch standen dabei die Öl-Brennwerttechnik und die moderne Öl-Lagertechnik sowie der Einsatz schwefelarmen Heizöls im Mittelpunkt.

Experten aus Industrie, Verbänden und Fachhandwerk informierten sich über Heizöl, dessen Lagerung, die Brennwerttechnik und über aktuelle Marktfragen.

ZVSHK-Präsident Bruno Schliefke formulierte zu Beginn ein dringliches Anliegen der Basis: "Für uns ist wichtig, dass unsere Handwerksbetriebe mit den neuesten Entwicklungen vertraut sind und die Anwendung exzellent beherrschen."

Mehrfach wurde auf der Tagung positiv angemerkt, dass nun endlich ein Forum geschaffen worden sei, um unter Marktpartnern in Sachen Heizöl einen offenen und vertrauensvollen Meinungsaustausch pflegen zu können.

Von Seiten des Fachhandwerks vertrat man erneut die Auffassung, dass die bundesweite Vermarktung von drei verschiedenen Heizöl-Qualitäten nicht förderlich sei. Mittelfristig solle man zu einer Heizöl-Qualität zurückkehren. In den Diskussionsbeiträgen wurde Kritik deutlich: Irrtümer - durch wen auch immer verursacht - seien durch die drei Lieferqualitäten

vorprogrammiert und könnten bei sensiblen Brennern bzw. komplexen Systemen Störungen auslösen. Dann werde in aller Regel der Heizungsfachmann als erster Ansprechpartner gerufen. In puncto Mischbarkeit konnten die IWO-Fachleute Befürchtungen zerstreuen: Es kann als unbedenklich angesehen werden, wenn sich vor der Neubefüllung mit schwefelarmem Heizöl noch eine zehnprozentige Restmenge in Standard-Qualität im Tank befindet. Alte Ablagerungen könnten allerdings zu Problemen führen.

Unzufriedenheit in der Kundschaft droht dagegen aus ungeahnter Richtung, wie die Praxis gezeigt hat: Kostengünstigen Heizöl-Sammelbestellungen unter Nachbarn muss neuerdings dann eine Absage erteilt werden, wenn der eine Betreiber weiterhin die Standard-Qualität, der andere durch ein neu eingebautes Brennwert-System jetzt aber die schwefelarme 50-ppm-Ware haben möchte, die noch nicht überall verfügbar ist. Außerdem wird das schwefelarme Heizöl EL derzeit etwa 5 Cent pro Liter teurer vermarktet, was nicht gerade förderlich ist für eine Marktentwicklung hin zu modernen, emissionsreduzierten Heizungsanlagen. Dazu die Position des ZVSHK: Die schwefelarme Qualität als Marktanreiz eher noch günstiger anbieten!

EnEV, Praxiserfahrungen, SmartHouse-Technologie und Preisgestaltung gehörten zu den ausgesuchten Themen.

In einer Positivliste sollen in Kürze auf der Internetseite www.schwefelarmes-heizoel.de diejenigen Anlagen genannt werden, die von den Herstellern für das neue "Heizöl EL schwefelarm" freigegeben worden sind. Ob dies für die Fachbetriebe in ihrer Beratungsfunktion tatsächlich praxisgerecht sein wird, bleibt abzuwarten.

Neben den wenigen Kritikpunkten war auch eine Reihe von Fortschritten zu loben. Ob die kompakte, wandhängende Bauart in Brennwerttechnik, ob neueste geruchshemmende Behälter bis hin zum "Tank im Schrank" mit SmartHouse-Technologie: die Branche hat innovative Perspektiven zu bieten, die dem Betreiber alter Anlagen schmackhaft gemacht werden können. Auch für die Neubauplanung weisen moderne Öl-Brennwertgeräte Anlagenkennzahlen auf, die den Anforderungen der EnEV gerecht werden - erst recht, wenn sie mit einer solaren Brauchwasser-Erwärmung kombiniert werden. Mittlerweile greifen die Hersteller auch hier den Systemgedanken verstärkt auf und bieten komplette, aufeinander abgestimmte Komfort-Anlagen.

Kundenbindung hat hohe Priorität

Seit Frühjahr 2003 läuft die Marketing-Kampagne "Deutschland macht den Heizungs-Check" mit Anzeigen und einem Hinweis auf ein Call-Center, das auf Wunsch einen Beratungstermin mit einem Heizungsfachbetrieb vermittelt. In 70% der Fälle stimme der Betreiber diesem Angebot zu, so die Auswertung des Call-Centers. 350.000 Ölheizungskunden mit veralteten Anlagen habe man bisher in einer Datenbank gelistet, weitere 250.000 sollen in diesem Jahr gezielt angesprochen werden. Um die Modernisierung durch eine neue Ölheizung voranzutreiben, setzt das IWO fünf Millionen Euro für Marketingmaßnahmen ein.TD


ZVSHK-Termine-Daten-Informationen (Änderungen vorbehalten)

Datum

Veranstaltung

3. - 5. Oktober 2003

SHKlassik - 1. Oldtimer Ralley der SHK-Organisation, Allendorf

29. - 30. Januar 2004

Deutscher Klempnertag, Congress Centrum Würzburg

21. - 28. Februar 2004

SHK-Unternehmerseminar, Fuerteventura

31. März / 1. April 2004

Gemeinschaftstagung ATV-DVWK/ZVSHK "Gebäude- und Grundstücksentwässerung", Kassel

18. - 22. April 2004

Messe light & building, Frankfurt

11. Juni 2004

Erdgasforum Dresden


Die Geschäftsstellen des ZVSHK

ZVSHK
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