IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 11/2003, Seite 19


VERBÄNDE AKTUELL 


 Bayern


Innung Rottal-Inn

Jahreshauptversammlung

Obermeister Josef Straßl, Arnstorf, eröffnete am 2. April dieses Jahres die Jahreshauptversammlung der Innung Heizungs-, Sanitär- und Spengler Rottal-Inn im großen Sitzungssaal des BTZs der Handwerkskammer Pfarrkirchen.

Als Gäste begrüßte er Dr. Wolfgang Schwarz, den Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Bayern, Stephan Baumgartner als Vertreter der Berufsschule und Geschäftsführer Gottfried Süß von der Kreishandwerkerschaft.

In seinem Jahresbericht gab Obermeister Straßl einen Überblick über die Innungsarbeit. In den Mitgliedsbetrieben seiner Innung würden derzeit 86 Installateure und Heizungsbauer sowie 16 Spengler ausgebildet. Für diese Ausbildungsleistung wolle er den Ausbildungsbetrieben Dank aussprechen und mit der Bitte verbinden, auch in der Zukunft ausreichend Ausbildungsplätze für junge Menschen zur Verfügung zu stellen.

Das Tief der gesamten Baubranche habe nun auch die Heizungsbauer, Installateure und Spengler erreicht. Rückläufige Zahlen im Neubau aber auch in der Altbausanierung machten die Anpassung der Firmenbelegschaften notwendig. Es laufe derzeit ein schmerzhafter Gesundschrumpfungsprozess. Einzelne Firmen hätten über 50% ihrer Mitarbeiter abgebaut. Der Preiskampf sei entsprechend hart. Viele Betriebe machten keine Gewinne mehr.

Für ihn stehe jedoch fest: Hände in den Schoß legen und darauf zu warten, dass seitens der Regierung etwas passiert, könne nicht die Lösung sein. Er forderte seine Innungskollegen auf, die Ärmel aufzukrempeln und offensiv im Markt zu agieren.

Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Schwarz hielt seinen Vortrag unter dem Titel: "Wer nicht cool ist - ist out!" Bereits diese Wortwahl konnte Vermutungen in eine bestimmte Richtung lenken; wie dann aber neue Kundentrends und Kundenverhalten in der SHK-Branche von ihm herausgearbeitet wurden, war überraschend, amüsant und dennoch zutreffend.

Dr. Schwarz sieht einen Trend zum Rückzug in die eigenen vier Wände. Der Rückzug werde als persönlicher Fortschritt gesehen. Mehr und mehr werde der Wohnraum zum Lebensraum. Der Kunde stelle steigende Ansprüche an die Produkte, an das Design und bevorzuge ein gewisses Understatement. Das Markenbewusstsein nehme zu. Diese Individualisierung des Konsums könne die Branche beispielsweise im Bereich exklusiver Bäder nutzen.

Als weiteren Trend sieht Dr. Schwarz den Bereich Gesundheit, Natur, Esoterik. Auch hier könne die Heizungs- und Sanitärbranche mit Wellness-Produkten der fachkompetente Partner sein.

Obermeister Josef Straßl (rechts) bedankte sich bei Referent Dr. Wolfgang Schwarz, Hauptgeschäftsführer des FV SHK Bayern, für seinen motivierenden Vortrag.

Dem Öko-Umwelt-Trend könne man u.a. durch Heizen mit Holz, Solar und Pellets entsprechen.

Der Vortrag von Dr. Schwarz war mit treffenden Beispielen aus der Werbebranche medial unterstützt und fand den ungeteilten Beifall der versammelten Installateure, Heizungsbauer und Spengler.

Nach den Regularien wies Obermeister Josef Straßl auf einige Änderungen in der VOB hin. Danach betrage jetzt die Regelgewährleistungsfrist vier Jahre. Bei der Ausschreibung seien Formstücke einzeln aufzuführen.

Er wies darauf hin, dass es voraussichtlich ab 1. September 2003 eine neue Ausbildungsordnung gebe. Die neue Berufsbezeichnung werde möglicherweise "Anlagenmechaniker für Sanitär- und Heizungstechnik" lauten.

Mit einem Spendenaufruf für das "Europäische Klempner- und Kupferschmiedemuseum" in Karlstadt/Main schloss Obermeister Josef Straßl die Jahreshauptversammlung der Heizungs-, Sanitär- und Spengler-Innung Rottal-Inn.


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