IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 9/2003, Seite 16 ff.


VERBÄNDE AKTUELL 


Zentralverband


Forum für Gebäude- und Energietechnik

Info-Point für Fachbetriebe

Der ZVSHK hielt auf der Frankfurter ISH ein umfassendes Informations- und Dienstleistungsangebot bereit: von der druckfrischen Fachinformation bis hin zur konkreten Umsetzung in Sachen SmartHouse-Technologie.

Im Forum für Gebäude- und Energietechnik konnten die Mitgliedsbetriebe Detailinformationen bekommen.

Ohne Zweifel zählte das SmartHouse bereits auf der letzten ISH zu den Highlights der Leitmesse. Auch diesmal strömten die Interessenten schubweise zum Bookshop oder nutzten die stündlich stattfindenden Rundgänge durchs SmartHouse, die von zahlreichen Erläuterungen und Kurz-Interviews begleitet wurden. Für Detailfragen, etwa zu Aus- und Weiterbildung, Werbekampagnen, Energieberatung oder Tanküberwachung, hatte man eine Reihe von Infoständen eingerichtet.

Am Büchertisch ließen sich Arbeitsunterlagen begutachten und zu Sonderkonditionen erwerben.

Die drei Themenkomplexe Wasser, Wärme, Luft spiegelten sich in der Ausstattung des Messestandes wider und Slogans wie "Die Gebäude- und Energietechniker" oder "Die Experten für Hygiene und Gesundheit" sowie "Die Klimamacher" kündeten vom Selbstverständnis der Verbandsorganisation. Das Angebot an ZV-Publikationen bot diverse druckfrische Neuerscheinungen. Weitere Infos zu den Publikationen gibt es im SHK-Portal www.wasserwaermeluft.de.

Die Überwachungsgemeinschaft (ÜWG) informierte über Qualifizierungsmaßnahmen bezüglich Tankanlagen und Gewässerschutz.

SmartHouse weiterentwickelt

Das um 90 Grad gedrehte SmartHouse präsentierte seine Eingänge jetzt noch einladender für die "Laufkundschaft", doch viele Messebesucher steuerten den Technik-Pavillon ohnehin gezielt an, um sich ein Bild von intelligenter Haustechnik mit Schwerpunkt auf den SHK-Bereich zu machen. Weit mehr als 10.000 gedruckte Wegweiser und 4000 CD-ROM fanden einen Interessenten. Druckschriften in Englisch waren stark gefragt: Kein Wunder, denn die Messegesellschaft zählte unter den insgesamt 180.000 Besuchern 93 Nationen.

Zur Happy Hour wurde Spaß geboten. In lockerer Atmosphäre war täglich Gelegenheit zur Kontaktpflege.

Nach der ISH 2001 und der World Plumbing Conference WPC (2002 in Berlin) hatte man das SmartHouse konzeptgemäß ein weiteres Mal aufgebaut, wobei neue Komponenten - etwa für den Wellness-Bereich oder die Solartechnik am Metalldach sowie die Sicherheitstechnik - hinzugefügt wurden.

Traditionell zur ISH gaben Präsident und Hauptgeschäftsführer Zahlen und Einschätzungen über die Mitgliedsbetriebe bekannt.

Details aus der Sanitärtechnik: Im barrierefreien Bad, das für eine flexible Nutzung ausgelegt ist und sich Kindern, Erwachsenen, alten oder kranken Menschen anpassen kann, lassen sich mittlerweile Waschtisch oder WC per Zuruf in der Höhe verstellen. Auch können EIB-fähige berührungslose Armaturen mehr Komfort bieten und vielfältige Wartungs- und Sicherheitsfunktionen übernehmen. Durch Fernwirken lässt sich darauf Einfluss nehmen.

An die Erfolgsstory von Solar - na klar! soll die Initiative Solarwärme plus anknüpfen und insbesondere den SHK-Unternehmer profilieren.

Aus dem Bereich Heizung: Auch auf etliche Jahre hinaus wird die Brennstoffzelle nicht die entscheidende Rolle für die komfortable Zentralheizung im privaten Haushalt spielen können. Deshalb zeigte man im SmartHouse Brennwerttechnik mit Gas und - der Weiterentwicklung entsprechend - mit Öl: ein wandhängendes Gerät konnte aus einem Tank im Schrank gespeist werden. Messpunkte legten offen, welche Emissionswerte sich ergaben.

Wiedersehen mit dem World Plumbing Council (v.r.): ZVSHK-Präsident Bruno Schliefke, WPC-Chairman Stuart Henry und ZV-Hauptgeschäftsführer Michael von Bock und Polach.

Beispiel Klima: Der Komfortanspruch in der Kfz-Klimatisierung zieht Kreise. Schwülwarme oder stickige Raumtemperaturen wollen viele potenzielle Kunden nicht mehr hinnehmen, sondern wie im eigenen Fahrzeug per Temperaturvorwahl verdrängen. Das bietet Markt-Chancen. Gezeigt wurde ein Erdgas-Klimagerät zur Außenaufstellung in der Größe von etwa drei Kühlschränken, das als Absorptionskältemaschine in Verbindung mit Kaltwasser arbeitet und für häusliche und kleingewerbliche Anwendungen entwickelt wurde. Entsprechende Schnittstellen können dafür sorgen, dass eine intelligente Verknüpfung mit anderen Geräten der Haustechnik möglich ist.

Zur Messezeit sind die Wege kurz, um mit zahlreichen Persönlichkeiten der Branche ins Gespräch zu kommen.

Beispiel Leitzentrale: Wie stark die Dienstleistung des SHK-Betriebes erweiterbar ist, wurde am Handwerker-Arbeitsplatz der Zukunft verdeutlicht. Ein Fernwirken mit den verschiedensten Komponenten ließ sich realisieren - und nicht nur das: Um auf "Wo gibts das?" und "Was kostet das?" den Messebesuchern alltagstaugliche Antworten geben zu können, stellt der ZVSHK im SmartHouse zwei konkrete Lösungen mit Hard- und Software vor, mit denen der SHK-Unternehmer die Gebäudetechnik visualisieren und einem interessierten Kunden anbieten kann. Virtuell bleibt der Technik-Pavillon auch weiterhin erhalten, denn unter der Internet-Adresse www.shk-smarthouse.de wird ein Rundgang durch die einzelnen Räume geboten und in Kommentaren auf zahlreiche Details eingegangen.

Von der wandhängenden Brennwertheizung mit Öl aus einem Tank im Schrank bis zur Leckage-Überwachung wurde die Technik im Detail kommentiert.

ZVSHK mehrfach aktiv

Erneut veranstaltete der ZVSHK zusammen mit dem Fachinstitut Gebäude-Klima (FGK) die Sonderschau Wohnungslüftung. Zahlreiche Schautafeln vermittelten alles Wissenswerte über den lebensnotwendigen Luftaustausch in Gebäuden. Zusammen mit anderen Verbänden informierte der ZV zum Thema CO2-neutrale Heizkonzepte. Schwerpunkt war dabei der Einsatz von fester Biomasse wie Scheitholz- und Pelletsanlagen für Warmwasser-Zentralheizungsanlagen.

Am dicht umlagerten Arbeitsplatz der Zukunft ließen sich die Möglichkeiten einer vernetzten SHK-Welt demonstrieren.

Ebenfalls signalisierte der Eckring die ideelle Trägerschaft beim Veranstaltungspavillon in der Galleria: In Kurz-Referaten wurden insbesondere Planer und Architekten unter anderem auf das Zusammenspiel von Gebäudehülle und Anlagentechnik angesprochen.

Barrierefreies Wohnen im Bad: Mittlerweile gelingt die Höhenverstellung von Waschtisch oder WC sogar auf Zuruf.

Mitten unter den Herstellern in Sachen Klempnertechnik war auch die Wirtschaftsgemeinschaft Metalldächer und -fassaden in Klempnertechnik (WMK) vertreten.

Mitten in der Welt der Installationstechnik präsentierte sich der Zentralverband in Halle 5.0 im Doppelpack mit SmartHouse-Pavillon und Forum für Gebäude- und Energietechnik. In schwierigen Zeiten hatte man sich ganz bewusst dazu entschlossen, den Mitgliedsbetrieben Trends und Perspektiven deutlich zu machen, konkrete Hilfestellungen anzubieten und ein Leistungsangebot der Organisation zu präsentieren, das nur darauf wartet in Anspruch genommen zu werden. Publikationen rund um wichtige Formulare, für den Bereich Klempnertechnik sowie für Schallschutz und Regenwassernutzung waren rechtzeitig zur Messe fertig geworden. Viele Unternehmer wussten die Gunst der Stunde zu nutzen und sicherten sich die wichtigen Arbeitshilfen zu Messekonditionen.

Armaturenhersteller Sasserath (Marke SYR) konnte als 13. Mitglied für die Gruppe der Handwerkermarken gewonnen werden.


Zahlen und Trends im Fachhandwerk

Anlässlich der ISH veröffentlichte der ZVSHK aktuelle Marktdaten. Demnach erwirtschafteten die noch verbliebenen 50.000 SHK-Betriebe mit fast 400.000 Beschäftigten inklusive der 50.000 Auszubildenden einen Umsatz von ca. 30 Milliarden Euro. "Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und die rückläufigen Tendenzen im Baubereich führten auch in der SHK-Branche zu einer schlechten konjunkturellen Lage mit stagnierenden Umsätzen", lautete das Fazit von ZVSHK-Präsident Bruno Schliefke zur repräsentativen Konjunkturumfrage des Verbandes im ersten Halbjahr 2003.

Jede der mehr als 10.000 verteilten Tüten der Handwerkermarken enthielt eine Teilnahmekarte für die Smart-Verlosung.

Die Rezession in der Bauwirtschaft (Rückgang der Investitionen in 2002 gegenüber Vorjahr um 6%) habe allein im SHK-Verbandsbereich seit 1995 etwa 140.000 Arbeitsplätze gekostet, resümierte Hauptgeschäftsführer Michael von Bock und Polach. Das Auftragspolster der Betriebe sei stets ein wichtiges Indiz und hier zeige sich ein Rückgang von 7,6 Wochen im Jahr 2000 auf nur noch 4,5 Wochen im Frühjahr 2003 - dies sei der niedrigste Wert seit über sieben Jahren.

"Mit Pellets und Hackschnitzel heizen" war ein bedeutender Trend der ISH. Der ZVSHK beteiligte sich an einer Sonderschau zu diesem Thema.

Eine weitere negative Zahlen-Tendenz wurde bewusst angesprochen: Die Ausbildungsquote bei den vom Verband vertretenen 33.000 Mitgliedsbetrieben habe sich in den vergangenen vier Jahren insgesamt um 30% drastisch nach unten entwickelt und liege jetzt nur noch bei 12%, was etwa 50.000 Jugendlichen entspreche. Angesichts des zu erwartenden Aufschwungs im Jahr 2004 würden Fachkräfte dringend gebraucht, prognostizierte der Hauptgeschäftsführer. Er deutete auf den Renovierungsstau hin, der sich ergibt durch acht Millionen Bäder, die älter als 15 Jahre sind sowie aufgrund von etwa 4,5 Millionen Heizungsanlagen, die entsprechend der EnEV bis 2006 modernisiert werden müssen. Rein rechnerisch würde sich dadurch ein Investitionspotenzial von 2,5 Millionen Euro pro Innungsbetrieb ergeben, schätzte Michael von Bock und Polach die Lage ein. Mit dem neuen Berufsbild - Wunschbezeichnung: Anlagenbauer für Energie- und Gebäudetechnik - habe der Verband von seiner Seite alles Nötige getan, um Jugendlichen eine attraktive Perspektive für eine qualifizierte Ausbildung zu bieten, mit der man im Herbst 2003 theoretisch beginnen könne. Umso unverständlicher sei es, dass der Bundeswirtschaftsminister bis dato dieser zeitgemäßen Entwicklung seine Unterstützung versagt habe, kritisierten Präsident und Hauptgeschäftsführer.

Mit der Propagierung von Ich-AGs sei dagegen eine Tendenz hin zu einer Liberalisierung des Arbeitsmarktes zu erkennen, die keineswegs mehr qualifizierte Arbeitskräfte in den bestehenden leistungsstarken SHK-Unternehmen schaffen werde. Zudem habe Minderqualifikation zur Folge, dass Mängel und Fehlleistungen vorprogrammiert seien. Solche Signale der Regierung würden weder zusätzliche Aufträge noch mehr Arbeit generieren, erteilte die SHK-Verbandsspitze diesen Bestrebungen eine klare Abfuhr.

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