IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 6/2003, Seite 116 ff.


HEIZUNGSTECHNIK


Terrassenstrahler für die private und gastronomische Nutzung

Dr.-Ing. Andreas Kämpf*

Treffpunkte unter freiem Himmel sind nicht nur in der Mittelmeerregion beliebt; auch bei uns finden Biergärten, Außenterrassen bzw. Straßencafés immer stärkeren Zuspruch für gesellschaftliche Begegnungen. Aufgrund der hiesigen klimatischen Bedingungen ist dieses Vergnügen leider nur auf wenige Wochen im Jahr beschränkt. Eine komfortable und effiziente Temperierung dieser Flächen ist mit konventionellen Heizungssystemen im Außenbereich nicht möglich. Hierfür bieten sich Terrassenstrahler an, die ganzjährig für ein angenehmes Klima sorgen.

Erdgasbetriebene Terrassenstrahler für den Außenbereich.

Das Prinzip

Die Strahlung, die von den Geräten ausgesendet wird, wird von der menschlichen Haut absorbiert (aufgenommen) und in Wärme umgewandelt. Dabei dringt kurzwellige Infrarot-Strahlung in tiefere Hautschichten (Bild 1) ein und bewirkt schon nach kurzer Zeit ein angenehmes Wärmeempfinden. Die Luft wird bei diesem Vorgang nur unwesentlich erwärmt, da sie für die elektromagnetischen Wellen nahezu durchlässig ist.

Die hohe Oberflächentemperatur der Strahlerfläche bewirkt eine hohe Strahlungsausbeute. Selbst bei niedrigsten Außenlufttemperaturen wird ein angenehmes und komfortables Wärmeempfinden durch die Heizstrahler erzeugt. Dieser Effekt ist vergleichbar mit der Situation im Winter im Hochgebirge, wo auch bei Minusgraden bedingt durch die intensive Sonnenstrahlung, ein angenehmes Klima empfunden wird.

Bild 1: Absorption der Strahlungsenergie in der Hautoberschicht.

Typenvielfalt

Man unterscheidet unterschiedliche Typen von Terrassenstrahlern, die sich hauptsächlich durch den eingesetzten Brennstoff und die Installationsart voneinander abgrenzen.

Propanstrahler

Der bekannteste Vertreter von Terrassenstrahler ist der Propan-Terrassenstrahler, der heute fast in jedem größeren Baumarkt zu beziehen ist. Der Terrassenstrahler besteht aus einem Ständer mit integrierter Flaschenaufnahme, einem Edelstahlbrenner und einem Reflektorschirm aus Aluminium oder Edelstahl (Bild 2). Eine 11 kg-Flüssiggasflasche verschwindet unterhalb einer Metallhaube im Sockel des Strahlers. Ausgerüstet mit einer Zündsicherung und Piezozündung lässt sich der Strahler sicher und leicht in Betrieb nehmen. Die Leistung ist etwa zwischen 2 und 10 kW regulierbar.

Bild 2: Design-Edelstahlstrahler.

Rotglühende Metallgaze strahlt während des Betriebes angenehme Wärme in den Aufenthaltsbereich von Personen (Bild 3). Dabei wird Strahlung im Umkreis von 6 m noch wahrgenommen. Das Aufstellen mehrerer Terrassenstrahler ermöglicht die Beheizung beliebig großer Terrassenflächen. Die gezielte Beheizung von Biergärten bzw. Außenterrassen der Gastronomie helfen nicht zuletzt durch die verlängerte Außensaison den Umsatz zu steigern.

Nach amerikanischen Studien sind in Amerika derzeit 50.000 Terrassenstrahler mit Propangas im Einsatz. Jedes Jahr kommen 10.000 Geräte hinzu. 80% der Strahler werden im kommerziellen Bereich wie Biergärten, Straßencafés etc. eingesetzt, 20% werden privat genutzt um den Aufenthalt auf der Terrasse und an der frischen Luft zu verlängern.

Bild 3: Beheizung eines Biergartens mit Propanstrahlern.

Erdgas-Terrassenstrahler

Erdgasstrahler können entweder an der Außenwand hängend oder auf dem Boden fest installiert werden. Die wandhängenden Strahler werden mit ca. 6 kW betrieben und beinhalten alle notwendigen Zünd- und Überwachungseinrichtungen. Die Strahler werden zentral gezündet. Entsprechende Vorrichtungen garantieren auch bei windigen und feuchten Witterungsverhältnissen einen einwandfreien Betrieb. Der Gastronom oder der Eigenheimbesitzer kann die Farbe des Strahlergehäuses frei wählen. Auch Kupferausführungen sind möglich und wurden kürzlich bei der Beheizung der Düsseldorfer Altstadtbrauerei "Uerige" eingesetzt (Bild 4).

Bild 4: Beheizung des Außenbereiches der Brauerei "Uerige" in Düsseldorfs Altstadt.

Stehende Erdgas-Strahler verfügen ähnlich wie die Propanstrahler über einen zylindrischen Brennerkopf (Bild 5). Die Brenneroberfläche des Erdgasstrahlers besteht aus einem Lochblech, das von den innenliegenden Flammen zum Glühen gebracht wird. So entsteht die gewünschte Infrarotstrahlung. Gezündet wird der Strahler über einen Piezozünder, der am Brennerkopf angebracht ist.

Die Strahler werden über eine Zuleitung aus Stahl oder Kunststoff versorgt, die im Boden verlegt ist. Gasanschluss mit Absperrventil, Thermosicherung und Strömungswächter sind in einem im Erdreich eingelassenen Kunststoffschacht installiert, der durch den montierten Strahlerfuß abgedeckt ist. Der Strahler wird mittels Gasschlauch und Gassteckdose mit der Erdleitung verbunden. Im Winter kann der Strahler leicht demontiert werden und eine Abdeckplatte verschließt die Schachtöffnung.

Bild 5: Skizze eines stehenden Erdgasstrahlers.

Elektrostrahler

Elektrostrahler zeichnen sich durch die verhältnismäßig einfache Installation aus. Die Leistung beträgt ca. 1,8 kW. Diese Geräte sind besonders für die Privatterrasse geeignet, da hier auch der teure "Brennstoff" Elektrizität durch die geringeren Nutzungszeiten nicht so sehr ins Gewicht fällt. Aufgrund der hohen elektrischen Leistung von 1,8 kW je Gerät, ist beim Betrieb von 2 Strahlern die Stromaufnahme üblicher privater Stromverteiler ausgereizt. Die Strahler sind stufenlos regelbar und über einen zentralen Dimmer zu steuern. Schräg von der Außenwand installiert, beheizen diese Strahler je eine Terrassenfläche von ca. 16 m2 (Bild 6).

Bild 6: Wandinstallation von Elektrostrahlern auf einer Privatterrasse.

Mit einer Oberflächentemperatur von 2.200C erzeugt der Infrarotstrahler sehr kurzwellige Wärmestrahlung. Die Wärme dringt tief in die Hautschicht ein und wird durch das Blut gleichmäßig im Körper verteilt (s. Bild 1). Es entsteht ein sehr angenehmes Wärmeempfinden schon nach wenigen Sekunden Betrieb.

Resümee

Die dargestellten Produkte zeigen, dass unterschiedlichste Einsatzfälle und Versorgungskonzepte realisiert werden können. Je nach Geldbeutel und Anspruch bietet der Markt sehr individuelle Gerätetypen. Neben den klassischen Anwendungsgebieten ist auch die Beheizung von Marktständen, Weihnachtsmärkten, Straßencafés, Schwimmbad-Außenbereichen oder die Zeltbeheizung möglich.

 


*) Dr.-Ing. Andreas Kämpf, GoGaS Goch GmbH & Co., Dortmund


B i l d e r :   GoGaS Goch GmbH & Co., Dortmund


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