IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 24/2002, Seite 18 ff.


VERBÄNDE AKTUELL 


Zentralverband


Fachtagung Klempnertechnik

Meinungsaustausch der Metaller

Wie im Vorjahr kamen Landesfachgruppenleiter sowie weitere Experten aus dem Bereich Klempnertechnik im Herbst zu ihrer Fachtagung ins Museum nach Karlstadt, um sich über aktuelle Themen auszutauschen.

Mangelnde Koordination zwischen Gewerken und unzureichende technische Lösungen an den Schnittstellen sind ein tägliches Ärgernis auf der Baustelle - auch Klempner, Flaschner oder Spengler könnten sicher ein Klagelied darüber anstimmen. Anders dagegen die beiden Landesfachgruppenleiter Baden-Württembergs, Peter König aus Aalen (Spengler) und Harry Luik aus Reutlingen (Stukkateure), die auf der Klempner-Fachtagung eine Entwicklung hin zum Besseren aufzuzeigen wussten. In einer Vortragsreihe beleuchteten sie Missstände durch unzureichende Planung, unvollständige Ausschreibungen und letztlich auch fehlerhafte Ausführungen. Allein bezogen auf die Randbereiche, in denen geputzte Flächen an Bekleidungen in Klempnertechnik stoßen, ergeben sich so die vielfältigsten Probleme am Bau. Hilfreich wäre sicher, wenn man aufgrund einer noch zu erarbeitenden einheitlichen Richtlinie zwischen Klempnern und Stukkateuren die mangelnde Zusammenarbeit verbessern würde. Doch die Fachtagung wollte man zunächst als Forum nutzen, um zu erarbeiten, wie gute technische Lösungen aussehen können. Gewerkeübergreifend hatten sich die beiden Referenten zuvor mit dem Angebot an Putzabschlussprofilen befasst und stellten vor, was der Markt in Verbindung mit Wärmedämmverbundsystemen bietet. Die Firmen M.A.S.C. (Senden) und Protectorwerk (München) versorgen den Markt mit einer entsprechenden Produktvielfalt, die aus Sicht der Klempner noch verbesserungswürdig ist. So regte Bundesfachgruppenleiter Rainer Schaefer im Gespräch mit den Vertretern der Hersteller an, ein Ergänzungsprofil für gelötete Überlappungen zu entwickeln. Metallprofile oder Dehnungselemente aus Neoprene könnten dann wesentlich besser an die geputzte Fläche angesetzt werden. Weil in direktem Meinungsaustausch zwischen Handwerk und Industrie Wünschenswertes und Machbares abgewogen werden konnte, ergab sich eine konstruktive Gesprächsrunde, die in Zukunft durchaus Nachahmung verdient.

Das Europäische Klempner- und Kupferschmiedemuseum in Karlstadt/Main war Standort für die Klempner-Fachtagung am 6./7. November 2002.

EnEV - auch für Klempner ein Thema

Die ganzheitliche energetische Bewertung von Gebäuden ist durch die Energieeinsparverordnung zum Maßstab geworden und die Blechverarbeiter im SHK-Bereich müssen zukünftig darüber Bescheid wissen, welchen Einfluss die technischen Lösungen an Dach und Fassade in Bezug auf das A/V-Verhältnis haben. Der Architekt werde zwar in den meisten Fällen Ausschreibungsunterlagen für seine Entwürfe selbst erarbeiten, hieß es in der Expertenrunde, doch auch für den Klempner-Fachbetrieb sei es wichtig, entsprechende Werte für einen rechnerischen Nachweis zu ermitteln. Schließlich sind die Werte in der Fachunternehmererklärung zu bestätigen. Um Berechnungen der Gebäudehülle sowie der notwendigen Haustechnik möglichst einfach zu realisieren, hat der ZVSHK die Software "Der geprüfte Gebäudeenergieberater" entwickelt. ZVSHK-Referent Stefan Neugebauer stellte das Programm auf der Klempnertagung vor.

Wie kann der Übergang zwischen geputzter Fassade und Metall-Bekleidungen verbessert werden? Klempner, Stukkateure und Hersteller suchen detailliert nach Lösungen.

Denkmalpflege

Rund 800.000 Denkmale und denkmalgeschützte Gebäude seien in den 90er-Jahren von den Landesbehörden insgesamt ausgewiesen worden, bezifferte Gerwin Stein, Berater für Denkmalpflege an der Probstei Johannesberg (Fulda), den Umfang an erhaltenswerter Bausubstanz. In Wort und Bild machte er durch seinen Vortrag anschaulich, wie qualitativ hochwertig Arbeiten ausgeführt werden können und welche abschreckenden Beispiele durch mangelnden Sachverstand auch heute noch entstehen.

Fördergeldern kommt in der Bauwerkserhaltung eine große Bedeutung zu und oftmals ist die finanzielle Unterstützung durch Bund und Land entscheidend, ob überhaupt mit einer Restaurierung begonnen werden kann. Werden Aufträge vergeben, kommen meist entsprechend geschulte Handwerksbetriebe zum Zuge, die mit Referenzen aufwarten können. Hier sei auch in der Zukunft ein Markt, von dem qualifizierte Klempner-Fachbetriebe profitieren können, schätzte Gerwin Stein die Lage grundsätzlich ein. Bei Bund, Land und Kirchen sind die Kassen allerdings immer knapper geworden. Weniger die Ergänzung der Betriebsausstattung als die Teilnahme spezieller Schulungen für die denkmalfachliche Qualifikation ist hier die Eintrittskarte für die Klempner-Fachbetriebe.

Klein aber fein: Mit einer goldenen Lötlampe wurde Friedolin Behning (Rheinzink) für seine Verdienste um die Klempnertechnik geehrt. Rechts: Bundesfachgruppenleiter Rainer Schaefer.

Ausübungsberechtigung

Inwieweit gewerkeübergreifende Tätigkeiten nach 7a für Klempner ein wichtiges Thema sein können, führte Harald Koch (Landesinnungsverband Hamburg) aus. In Bezug auf Dachdeckerarbeiten sei eine zusätzliche Qualifikation nötig, führte er aus. Während Fertigkeiten zum Abdichten von Flachdächern durch Bitumen in den Meisterprüfungsordnungen der 60er noch vermerkt waren, wurden diese Kenntnisse danach nicht mehr verlangt. Dennoch fordere die Baustellenpraxis nach entsprechenden Fertigkeiten, und Klempner hätten offensichtlich bis heute keine Defizite, wenn es darum geht, das Fachwissen unter Beweis zu stellen, schilderte Harald Koch die Erfahrungen, die sich bei Weiterbildungsangeboten zwecks 7a-Eintragungen zeigen. Wichtiger sei die Fortbildung beim Verlegen von Folien für Unterspannungen und das fachgerechte Eindecken von Ziegeln und Dachsteinen. Etwa 70 Unterrichtsstunden in einer qualifizierten Weiterbildungsmaßnahme stünden in einem günstigen Verhältnis zu den vielfältigeren Möglichkeiten, die sich durch gewerkeübergreifende Tätigkeiten ergeben würden. Nicht zuletzt sei es auch dann für den Klempnerbetrieb möglich, mit der erweiterten Leistungspalette zu werben. TD 


WMK-Sitzung in Karlstadt

Auch die Wirtschaftsgemeinschaft Metalldächer und -fassaden in Klempnertechnik (WMK) nutzte das Museum am 6. November 2002 wieder zu ihrem Jahrestreffen.

Die derzeit 46 WMK-Mitglieder kommen aus den Bereichen Metallhersteller, Maschinenbauer, Zubehör-Produzenten, Großhändler, Fachhandwerk, Verbände und Verlage.

Man ließ die Ausstellungsaktivitäten zur World Plumbing Conference in Berlin und zur Dach + Wand in Frankfurt nochmals Revue passieren und thematisierte, wie wichtig die Zielgruppe der Architekten für die WMK ist. In einer Umfrage mit hoher Rücklaufquote (ca. 20%) hat sich gezeigt, dass die Architekten mehrheitlich dem Metalldach zukünftig eine noch größere Bedeutung beimessen. Für die Metallfassade sieht die Einschätzung der Gebäudeplaner sogar noch besser aus.

Zum Abschied Dank an Heinz Lummel: Seit WMK-Gründung leitete er sechs Jahre als Vorsitzender die Geschicke der Wirtschaftsgemeinschaft.

Auf den ersten Blick stimmen also die Rahmenbedingungen für die WMK. Jedoch eine lahmende Baukonjunktur, kein weiterer Mitgliederzuwachs in den letzten zwei Jahren sowie ein begrenzter Handlungsspielraum durch einen knappen Etat führten in Karlstadt dazu, dass der WMK-Vorstand seine Mitglieder zu einer Standortbestimmung aufforderte. Um in Zukunft eine zielgerichtete und effektive Interessenvertretung zu realisieren, müsse von den Beteiligten insgesamt eine höhere Akzeptanz kommen. Außerdem müssten erweiterte finanzielle Mittel bereitgestellt werden, hieß es vonseiten der Geschäftsführung, die traditionell durch den ZVSHK ehrenamtlich realisiert wird. Bis zu einer weiteren Sitzung Anfang Februar 2003 will man nun zunächst innerhalb der drei Interessengruppen Handwerk, Großhandel und Hersteller nach Lösungsansätzen suchen, um sie dann gemeinsam zu erörtern. Derzeit setzt sich die WMK wie folgt zusammen: Elf Mitglieder sind Hersteller von Metallen, acht sind Hersteller von Zubehör und Maschinen, drei sind Großhändler, je drei Mitglieder stellen Fachverlage und Verbände. Mit der Stiftung Europäisches Klempner- und Kupferschmiedemuseum sowie den 17 SHK-Landesverbänden summiert sich die Gesamtzahl auf derzeit 46 Mitglieder.

Geldgeber gesucht

Die Museumsstiftung des Europäischen Klempner- und Kupferschmiedemuseums Karlstadt hatte ebenfalls ein Treffen auf den 6. November 2002 datiert. Der Vorsitzende, Heinz Lummel, konnte darlegen, dass die laufenden Kosten des Gebäudes im vergangenen Geschäftsjahr durch die Einnahmen erwirtschaftet werden konnten. Allerdings mangelt es trotz der reichhaltig gesammelten Ausstellungsstücke an einer anspruchsvollen Dokumentation und an einem entsprechenden Fachpersonal. Um dies zu realisieren, müssten nochmals erhebliche Geldmittel aufgewendet werden. Da der finanzielle Kreditrahmen derzeit mehr als ausgeschöpft ist, kann die Zukunft des K+K-Museums nicht als gesichert gelten. Dass das Karlstadter Schmuckstück in Schönheit stirbt, liegt sicher nicht im Interesse der Beteiligten, denn zu viel ist mittlerweile an Engagement in das Projekt geflossen. Deshalb will man bis zu einem weiteren Treffen der Stiftung im Februar 2003 nach finanzieller Unterstützung Ausschau halten.

Die Zukunft des Klempner- und Kupferschmiedemuseums ist ungewiss, da Geldmittel fehlen.


ZVSHK-Termine-Daten-Informationen (Änderungen vorbehalten)

Datum

Veranstaltung

18./19. Februar 2003

ATV-DVWK/ZVSHK-Gemeinschaftstagung Gebäude- und Grundstücksentwässerung, Königswinter

01.-08. März 2003

Intern. Unternehmensseminar fär das SHK-Handwerk, Fuerteventura

25.-29. März 2003

Messe ISH, Frankfurt/Main

29./30. Januar 2004

Deutscher Klempnertag, Würzburg

ZVSHK Direkt: Telefon: 02241/9299-0, Telefax: 02241/21351
E-Mail: info@zentralverband-shk.de,
Internet: www.wasserwaermeluft.de


Die Geschäftsstellen des ZVSHK

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Rathausallee 6
53757 St. Augustin
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An der Pirschheide 28
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