IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 23/2002, Seite 68 f.


REPORT


Geberit: Schallschutzsymposium

Internationales Treffen der Experten in Jona

Am 23. und 24. September fand das "Internationale Geberit Schallschutzsymposium" in Jona (Schweiz) statt. Fachvorträge von Schallschutzexperten aus dem In- und Ausland gehörten ebenso zum Programm wie Workshops rund um das Thema Schall und Akustik. Rund 60 Fachleute aus neun Ländern nahmen an der Veranstaltung teil. Sie diskutierten themenbezogen über rechtliche Belange, über Schallschutzgrenzwerte der DIN 4109 sowie der Anwendung entsprechender Richtlinien und Gesetze in Österreich und der Schweiz.

Dipl.-Ing. Günter F. Kelm, CEO der Geberit Gruppe, begrüßte die rund 60 schallinteressierten Teilnehmer im neuen Geberit Informations Zentrum in Jona. "Das Wissen aus Forschung und Schulung muss in Produkte einfließen", war seine Botschaft.

Lärm ist ein Thema, das in unserer Gegenwart zunehmend an Bedeutung gewinnt. Veranstaltungen wie der fünfte "Tag gegen Lärm - International Noise Awareness Day" im April legen ein nachdrückliches Zeugnis davon ab.

Doch nicht nur draußen beschäftigt man sich mit dieser Plage des 20. und 21. Jahrhunderts. Auch in den eigenen vier Wänden ist Lärm ein Thema.

Beeindruckend ist der ca. 12 m hohe "Abwasserturm" im Technikzentrum in Jona - eine ähnliche Anlage ist seit Jahren Schulungsschwerpunkt in Pfullendorf. Den Teilnehmern wurden (im Modell 1:1 nachgebaut) Probleminstallationen und deren Lösungsweg ohren- und augenfällig dokumentiert.

Die weitere Geräuschminderung für Komfortwohnungen auf 24 dB - und darunter - wurde kontrovers diskutiert. Die Experten waren sich allerdings darüber einig, dass eine solche Schallklasse nur durch eine umfassende Planung sowie Bauabstimmung und Überwachung zu gewährleisten sei.

Referenten des Symposiums waren unter anderem die Experten RA Friedrich-W. Stohlmann, Düsseldorf, Baurecht, der Prüfstellenleiter Bauakustik des Fraunhofer-Instituts Bauphysik, Dr. Lutz Weber, Stuttgart, der Inhaber der Wichser Akustik und Bauphysik AG, Hans Wichser, Dübendorf sowie der ö.b.u.v. Sachverständige Manfred Lippe, Krefeld.

Dipl.-Ing. Manfred Lippe, Sachverständiger der Handwerkskammer Düsseldorf, sieht in der Schnittstellenproblematik eines der Hauptprobleme, das es zu lösen gelte. "Kein Bereich in der Bautechnik ist in der Folge so kostenintensiv wie der Schallschutz!", gab er den Teilnehmern zu bedenken.

Geberit setzt sich seit über 30 Jahren mit dem Problem der Schallminderung auseinander. Zuletzt eröffnete das Unternehmen im Jahr 1997 in Jona das Bauphysikalische Labor. Physiker, Akustiker und Schallexperten führen hier unter der Leitung von Dr. rer. nat. Ralf Materna, Grundlagen Sanitär-/Bautechnik, Untersuchungen zu sämtlichen Aspekten des Schallschutzes durch. Sie werten die Erkenntnisse für die Praxis aus und setzen sie in Zusammenarbeit mit der Forschung und Entwicklung für konkrete Produkte um.

Schulung und Fortbildung ist für Dipl.-Ing. Randolf Hanslin, Mitglied der Geberit Konzernleitung, eines der vorrangigen Themen. Nur so könne der "Überforderung der Unternehmer und Monteure" zum Thema Schallschutz begegnet werden. (Im Bild links Referent Stohlmann)

Europaweit verfügt das Labor über eine der wenigen Akustikkameras, die für die labortechnische Auswertung von Ab- und Auslaufgeräuschen verwendet wird.

Im Zuge des Workshops wurde den Teilnehmern der Unterschied einzelner Schallschutzstufen, Betätigungsgeräusche und Ablaufintensitäten hörbar unter Laborbedingungen vorgeführt. So konnte jeder subjektiv nachempfinden, was objektiv 30 dB bedeuten.

Die in Jona in der Labortechnik benutzte Akustikkamera liefert hochgerechnete Bilder von Schallquellen: wie oben abgebildet am Praxisbeispiel eines Abwasserleitungsverlaufs mit 2 x 45 Bogen NW 100.

Ein informatives "rundes Bild" der Veranstaltung ergaben die Praxisreferate von Edwin Keller, Keller & Partner AG Ingenieurbüro, Egon Renfordt-Sasse, Leiter Vertrieb Technik bei Geberit und Prof. Dipl.-Arch. Mario Campi, ETH Zürich sowie die zahlreichen Diskussionsbeiträge der Teilnehmer.


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