IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 23/2002, Seite 19 ff.


VERBÄNDE AKTUELL 


Nordrhein-Westfalen


Mitgliederversammlung 2002

Weichenstellung für die Gebäude- und Energietechnik

Die Mitgliederversammlung des Fachverbandes SHK NRW stand ganz im Zeichen der jüngsten Bundestagswahl. Wenn in den nächsten Monaten nichts passiert und keine Weichenstellungen hin zu klaren Reformen im Mittelstand gestellt werden, geht für viele kleine und mittlere Unternehmen das Licht aus, erklärte der Vorsitzende des Fachverbandes NRW, LIM Peters.

Im Verlaufe der Mitgliederversammlung erfolgten auch Neuwahlen sämtlicher Gremien des Fachverbandes. Die Mitgliederversammlung verabschiedete einstimmig einen Aufruf an die Sanitär- und Heizungsindustrie mit der dringenden Bitte, durch eine permanente Preisdisziplin dazu beizutragen, dass die Nachfrage in unserer Branche nicht noch stärker einbreche.

"Die wirtschaftliche Situation im SHK-Handwerk in NRW ist miserabel", erklärte Peters. Ein durchschnittlicher Umsatzrückgang zwischen 6 und 10%, bei 6% weniger Beschäftigten stelle dies überdeutlich dar. Und was das Schlimmste sei: Der Fachverband NRW habe wiederum 5% Lehrlinge verloren. Das SHK-Handwerk in Deutschland habe in den letzten drei Jahren sogar rund 30.000 Auszubildende verloren.

Damit die Betriebe jedoch aus dieser miserablen Situation unternehmerischen Nutzen ziehen könnten, sei die Beratung der Mitgliedsunternehmen durch den Verband die vordringlichste Aufgabe. Also: eine noch intensivere Unterstützung durch die Organisationen, durch Innungen, Kreishandwerkerschaften und den Fachverband.

Peters gab einen ausführlichen Rückblick auf die Vorstandsarbeit in den letzten drei Jahren. Seine Mitarbeit im Vorstand des NWHT (Nordrhein-Westfälischen Handwerkstag) habe zu einer stärkeren Lobbyarbeit mit den politischen Parteien sowie mit der Landesregierung Nordrhein-Westfalen geführt.

Als Vizepräsident der LFH (Arbeitgebervereinigung Handwerk) habe er die Leitlinien einer arbeitgeberorientierten Verbandsarbeit mitgeprägt.

Der Vorstand des Fachverbandes habe die Themenbereiche "Berufsbildung", "Stadtwerke" sowie "Das Verhältnis Handel/Handwerk im Sinne eines dreistufigen Vertriebsweges" mit größter Sorgfalt behandelt. Der Delegierte des Fachverbandes NRW, Friedel Höttecke, habe im Berufsbildungsausschuss des ZVSHK sog. Eckwerte als Grundlage für die neue Lehrlings- sowie Meisterprüfungsordnung formuliert, die auch Grundlage zukunftsgerichteter Entscheidungen waren.

Der neue Vorstand des Fachverbandes Sanitär Heizung Klima NRW stellte sich nach der Sitzung dem Fotografen: v.l. OM Peter Fuchslocher, stellv. LIM Udo Brincker, stellv. LIM Dieter Lackmann, LIM Rudolf Peters, OM Hans-J. Hering, OM Adam Gungl, Dipl.-Ing. Volker Meyer, OM Werner Hirschler.

Die Obermeistertage in den letzten drei Jahren hätten in verschiedenen Arbeitskreisen Weichenstellungen für die Betriebe vorgenommen. Die eingeleitete Strukturreform habe zu erheblichen Veränderungen in der Geschäftsstelle des Verbandes geführt.

Eingehend auf das Verhältnis zu den Stadtwerken in NRW erklärte Peters, dass der Fachverband immer wieder betont habe, dass das SHK-Handwerk eindeutig an der Fortsetzung der Marktpartnerschaft mit den Versorgungsunternehmen interessiert sei, denn sie habe sich als Vorteil für alle Beteiligten erwiesen.

Auf dem jüngsten Obermeistertag sei ein neues Modell zum Thema "Attraktive Gestaltung von Innungsveranstaltungen" vorgelegt worden. Dieses Modell habe großen Zuspruch gefunden.

Der Fachverband werde sich in Zukunft auf seine Kernkompetenzen beschränken.

Der Vorstand habe sich überdies mit Zukunftsstrategien beschäftigt:

"Raus aus der Krise - rein in den Markt, denn der Markt ist da". Dieses Leitthema des Verbandes 2002/2003 war für den Verband alles andere als ein flotter Werbespruch. Diese Aussage fasse die Grundüberzeugung des Verbandes kurz und präzise zusammen. Er drücke zugleich die Grundlinien seiner eigenen Arbeit aus: Nur gemeinsam können wir diese Ziele erreichen.

Peters forderte die Delegierten auf, sich die aktuelle Diskussion zum Thema "Klimaveränderungen" verstärkt zunutze zu machen und die Öffentlichkeitsarbeit in diesem Sinne mit dem Ziel zu verstärken, die Nutzer für die Erneuerung der Heizungsanlagen zu gewinnen. Darüber hinaus müsse der Verband weitere neue Marktfelder für die Betriebe erschließen.

Ergebnisse der Vorstandswahlen:

Dipl.-Ing. Rudolf Peters, Landesinnungsmeister,

Stellvertretende Vorsitzende:

Obermeister Udo Brincker, Innung Hagen
Obermeister Dieter Lackmann, Innung Münster

Weitere Vorstandsmitglieder:

Obermeister Dipl.-Ing. Hans-J. Hering, Innung Düsseldorf
Obermeister Peter Fuchslocher, Innung Siegen
Obermeister Adam Gungl, Innung Dortmund und Lünen
Obermeister Werner Hirschler, Innung Köln
Dipl.-Ing. Volker Meyer, Innung Gütersloh

Ausgeschieden aus dem Vorstand sind der Ehrenpräsident des ZVSHK und langjähriger Vorsitzender und stellv. Vorsitzender des Fachverbandes Heinz-Dieter Heidemann, Innung Dortmund sowie die Vorstandsmitglieder Herbert Schumacher und Herbert Wittorf.

Der langjährige stellv. Vorsitzende Obermeister Manfred Pelzer, Innung Neuss, war bereits vorher auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand des Fachverbandes ausgeschieden.

Die Mitgliederversammlung ernannte die langjährigen Vorstandsmitglieder Herbert Schumacher und Herbert Wittorf zu Ehrenmitgliedern des Verbandes. Präsident Heidemann war bereits vor geraumer Zeit zum Ehrenlandesinnungsmeister des Fachverbandes durch die Mitgliederversammlung ernannt worden.

Betriebswirtschaftlicher Ausschuss

Vorsitzender: Obermeister Dieter Lackmann

Tarifpolitischer Ausschuss

Vorsitzender: Obermeister Peter Fuchslocher

Berufsbildungsausschuss

Vorsitzender: Obermeister Dieter Lackmann
Die Herren Günther Kordell und Johann ten Bosch wurden als kooptierte Mitglieder zugewählt.

Werbeausschuss

Vorsitzender: stellv. Obermeister Thomas Fingerhut, Innung Münster

Anstelle von Karl Neuhaus, Innung Remscheid, der nicht mehr kandidierte, wurde Obermeister Dieter Schnabel, Innung Recklinghausen, als Nachfolger für die Rechnungsprüfung gewählt.

"Wir müssen in den Markt der Gebäude- und Energietechnik," betonte Peters. Damit würde nicht nur nachvollzogen, was die Novelle der Handwerksordnung für die Gewerke gebracht habe. Damit werde auch ein Terrain mittel- und langfristig für die SHK-Handwerke abgesteckt, das attraktiv und zukunftssicher sei, weil es uns unternehmerische Märkte und personellen Nachwuchs sichere.

Das werde nicht von heute auf morgen passieren, erläuterte Peters. "Wesentlich sei auch eine Änderung der Denke in unseren Köpfen. Nur durch diese Änderung der Denke und durch systematische Weiterbildung, würden Erfolge in der Zukunft erzielt," so LIM Peters weiter.

Schließlich nannte Peters als Ergebnis der Vorstandsarbeit der letzten Jahre die Lobbyarbeit in NRW als eine der zentralen Aufgaben des Arbeitgeberverbandes SHK NRW. Peters nannte Zukunftsthemen:

Abschließend gab Peters für den Vorstand ausführliche Erläuterungen an die Delegierten zum Neubau des Verbandshauses.

Den Geschäftsbericht des Fachverbandes SHK NRW erstatteten HGF Dr. Hans-Georg Geißdörfer, stv. HGF Wolfram Weber, GF Friedrich-W. Stohlmann und GF Hans-Peter Sproten.


Neue Trinkwasserverordnung

Innungsversammlung Bonn/Rhein-Sieg an der Wahnbachtalsperre

Am 1. Januar 2003 tritt eine neue, für die ganze EU, geltende Trinkwasserverordnung in Kraft. Die Anforderungen an die Wasserqualität werden deutlich erhöht. Welche Auswirkungen das für die Verbraucher und damit natürlich auch für die Fachbetriebe der Innung Sanitär - Heizung - Klima Bonn/Rhein-Sieg hat, wurde in einem Fachvortrag anlässlich der Innungsversammlung in den neuen Räumen des Wahnbachtalsperrenverbandes (WBTV) in Siegburg deutlich.

Der WBTV hatte die Innung zur Besichtigung, der erst kürzlich eingeweihten, neuen zentralen Wasseraufbereitungsanlage, oberhalb der Wahnbachtalsperre, eingeladen.

Die neue Anlage ist das Ergebnis jahrzehntelanger Bemühungen des WBTV, den Chemikalienbedarf für die Bereitstellung eines qualitativ sehr hochwertigen Trinkwassers, für immerhin gut 780.000 Abnehmer im Großraum Bonn-Siegburg-Bad Neuenahr, zu reduzieren.

Erreicht wird dieses Ziel mit einer Endbehandlung des Rohwassers durch UV-Licht. Dieses tötet nach der Filterung noch eventuell vorhandene Keime zuverlässig ab, ohne dass dem Wasser chlorhaltige Chemikalien zugesetzt werden müssen. Bevor die 90 anwesenden Innungsmitglieder in kleinen Gruppen die eindrucksvolle Anlage besichtigten, wurden sie durch den Vorsteher des WBTV, Landrat Frithjof Kühn, begrüßt.

Während des Vortrags zum Top-Thema "Trinkwasserverordnung" im neuen Gebäude des Wahnbachtalsperrenverbandes: v.l. OM Michael Gierlich und Dieter Wollgardt, Niederlassungsleiter Judo Wasseraufbereitungs GmbH.

Der Geschäftsführer des Verbandes, Norbert Eckschlag, hielt einen kurzen Einführungsvortrag, in dem er auf das Wasserversorgungssystem im Versorgungsgebiet einging und die technischen und ökologischen Probleme in der Bauphase erläuterte. Durch den Betriebsleiter der Anlage, Herrn Hoyer, erfuhren die Anwesenden viel Wissenswertes über das Verfahren der Wasseraufbereitung im großtechnischen Maßstab.

Im Anschluss an die Besichtigung wies Herr Dipl.-Ing. Achenbach, Judo Wasseraufbereitung GmbH, die Innungsmitglieder in die wesentlichen Punkte der neuen EU-Trinkwasserverordnung ein. Ab Januar müssen nicht nur die Wasserversorger, sondern auch die Installateure dafür gerade stehen, dass das Wasser in absolut einwandfreier Qualität aus jeder Entnahmestelle kommt. Es wird also in Zunkunft nicht mehr möglich sein, so genannte nicht zertifizierte No-Name-Armaturen z.B. aus Baumärkten in Trinkwasseranlagen zu montieren, da nur noch DVGW geprüfte Armaturen zulässig sind. Die Wasserversorger geben sich alle erdenkliche Mühe, den Verbrauchern ein Trinkwasser zu liefern, bei dem die zulässigen Grenzwerte noch deutlich unterschritten werden. Dieses Wasser soll dann natürlich nicht durch Mängel in der Hausinstallation wieder verschlechtert werden. Bei Rohren und Armaturen, die ohne Prüfzeichen im Handel zu haben sind, kann es sein, dass Schadstoffe vom Material ins Wasser übertreten.

Internetinformationen:
www.wahnbach.de
www.judo-online.de


Fortbildungsseminar Ibiza

Information ist alles, doch Fortbildung mehr

"Die Erwartungen waren hoch geschraubt, sie sind deutlich übertroffen worden", erklärte ein Teilnehmer des diesjährigen Ibiza-Seminars des Fachverbandes SHK NRW, an dem rund 30 Personen teilnahmen.

Der Themenbereich erstreckte sich vom Schuldrechtsmodernisierungsgesetz über Rating / Basel II / Möglichkeiten und Grenzen für die Betriebe, bis hin zum Thema "Erkennen von eigenen und fremden Persönlichkeitsmerkmalen" sowie den Komplex "Stoffe und Bauteile müssen für den jeweiligen Verwendungszweck geeignet sein".

Das neue Kauf- und Werkvertragsrecht

Rechtsanwalt Friedrich-W. Stohlmann, Geschäftsführer der Rechtsabteilung des Fachverbandes, informierte die Teilnehmer über das neue Kauf- und Werkvertragsrecht und gab eine Übersicht über das zum 1.1.2002 in Kraft getretene Gewährleistungsrecht.

Fragestellungen waren:

RA Stohlmann würzte seine Beiträge darüber hinaus mit verschiedenen praxisorientierten aktuellen Urteilen aus dem Baurecht.

Ibiza bot wie in jedem Jahr eine optimale Mischung aus Information und Entspannung für die rund 30 Teilnehmer.

Basel II - Konsequenzen für den SHK-Betrieb

Aufgabe des Basel-Ausschusses für Bankenaufsicht, so Geißdörfer, ist es, allgemeine strategische Richtlinien zu entwickeln, die von den Aufsichtsinstanzen jedes Landes in zu fassende Aufsichtsgrundsätze übernommen werden.

Der bis heute vorliegende Entwurf werde in seiner endgültigen Form die grundlegende Eigenkapitalregelung in den Mitgliedsländern darstellen und der Ausschuss erwarte, dass sie auch von anderen Aufsichtsinstanzen weltweit übernommen werde, wie dies bei der derzeit geltenden Vereinbarung der Fall ist.

Der sog. Grundsatz I des Bundesaufsichtsamtes für Kreditwesen gebe den Rahmen für die Eigenkapitalunterlegung vor. Danach gelte die derzeitige Faustregel, wonach die Eigenmittel mindestens 8% der unterlegungspflichtigen bilanziellen und nicht bilanziellen Risiken betragen müsse.

Dr. Geißdörfer, HGF Fachverband SHK NRW, nahm Stellung zur Situation des Mittelstandes und erläuterte die Grundzüge von Basel II.

Ein Beispiel: Bei einem Betriebsmittelkredit von 1 Mio. Euro müsse die Bank Eigenkapital in Höhe von 8% = 80.000 Euro hinterlegen. Die Kosten des Eigenkapitals (z.B. die darauf gezahlte Dividende an Gesellschafter) sind auch ein Einflussfaktor für den vereinbarten Zins.

Unabhängig von der guten oder schlechten Bonität eines Kreditnehmers ist die Eigenkapitalunterlegung immer gleich, so Geißdörfer, und damit ein Kosten- und Risikoausgleichsfaktor (Ausnahme: Realkredit). Gute Bonitäten und schlechte Bonitäten zahlten oft den gleichen Preis für den Kredit.

Eingehend auf die zukünftigen Bestimmungen des Eigenkapitalgrundsatzes, müssen die Eigenmittel mindestens 8% der unterlegungspflichtigen bilanziellen und nicht bilanziellen Risiken betragen. Die Eigenmittelunterlegung sei überdies abhängig von der Bonität des Kreditnehmers, wie sie sich insbesondere durch

Beispiel: Bei einem Betriebsmittelkredit von 1 Mio. Euro, einem Bonitätsgewicht für Firmenkunden in Höhe von 20% / 50% / 100% / 150%, benötige man eine Eigenkapitalunterlegung bei 8% (fest) in Höhe von 16000 bis 120000 Euro.

Also: Abhängig von der guten oder schlechten Bonität eines Kreditnehmers sei die Eigenkapitalunterlegung und damit ein Kosten- und Risikoausgleichsfaktor zukünftig unterschiedlich hoch. Das hänge mit den unterschiedlichen Bonitäten der Firmenkunden zusammen.

Ziel des Mittelstandes sei selbstverständlich eine möglichst günstige Finanzierung. Ziel der Banken sei die Kalkulation eines wettbewerbsfähigen Zinses, durch Einbeziehung wahrscheinlicher Risiko- und tatsächlicher Eigenkapitalkosten, d.h., möglichst niedrige Belastung. Die Lösung liege darin: Reduzierung der zu kalkulierenden Risiko-/Ausfallkosten und der Eigenkapitalbelastung durch genauere Bonitätsanalyse!

Wie sieht Rating aus?

Das interne Rating der Banken bestehe aus

Abschließende Ergebnisermittlung führe zu einer

Welche Chance haben die Handwerksbetriebe?

Jeder Betrieb, so Geißdörfer, könne

Dadurch habe er die Chance einer dauerhaften Sicherung der Unternehmensexistenz.

Referent Weber versorgte die Handwerksunternehmer mit umfassendem Informationsmaterial.

Einhaltung der anerkannten Regeln der Technik

Norbert Kröschel, stellte fest, dass in unserer Gesellschaft Trinkwasser - bezogen auf Hygiene und Geruch - eine sehr hohe Bedeutung habe. Daher müssten Planer und Installateur bei der Ausführung einer solchen Trinkwasserinstallation einige Bereiche besonders beachten. Dieses sind, so Kröschel, u.a. der Begriff: "Stoffe und Bauteile müssen für den jeweiligen Verwendungszweck geeignet und aufeinander abgestimmt sein." (Auszug aus VOB/C - DIN 18299) und die Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser (ABV Wasser). Hier werden in 1 im groben Qualitätsanforderungen an die Trinkwasserversorgung gestellt und in 12 Abs. 4 wird verlangt, dass nur Produkte in einer Trinkwasserinstallation verwandt werden dürfen, die ein DIN/DVGW oder GS-Zeichen haben.

Dieses sind nach den Worten von Kröschel die beiden wichtigsten Grundlagen für den Planer und den Installateur einer Trinkwasserversorgungsanlage in Gebäuden.

Weder eine Versicherung noch ein Bauherr können aus diesen Grundlagen eine Rechtsauffassung dergestalt ableiten, dass die Anlage falsch geplant oder installiert worden sei.

Wissensvermittlung von Technik-Spezialist Kröschel beim Small-Talk in der Pause.

Bei der Ausschreibung einer Trinkwasserinstallation habe der Planer also seine Aufgaben erfüllt, wenn er die o.a. genannten Grundlagen beachtet hat. Im gleichen Maße habe ein Installateur diese Grundlagen bei der Verwendung der ausgeschriebenen Materialien zu beachten.

Ist also das geschilderte Problem Geruchsbelästigung als Auffälligkeit einer Trinkwasserinstallation - zurückzuführen auf das Trinkwasser - gegeben, so muss auch der Lieferant des Wassers seine Verantwortung übernehmen. Ist diese Verantwortung auf den verwendeten Werkstoff zurückzuführen, so gilt auch hier die Verantwortung für den Hersteller bzw. sie ist auf den Zertifizierer dieses Werkstoffes zurückzuführen.

Den Abschluss der Seminarreihe "Unternehmensführung im SHK-Handwerk" bildete F.-W. Stohlmann mit dem Thema "25 Fallstricke im Arbeitsrecht".


Innung Herford

Ernst Grohmann verstorben

Der Ehrenobermeister der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik des Kreises Herford, Ernst Grohmann, Bünde-Ahle, ist am 26. Oktober 2002 im Alter von 81 Jahren verstorben.

Ernst Grohmann hat sich als bekannter und beliebter Handwerksunternehmer neben den Aufgaben aus seinem Betrieb mehrere Jahrzehnte lang ehrenamtlich für die Belange des Berufsstandes in Innung, Organisation und Ausbildung im Handwerk engagiert.

Besonders als Lehrlingswart der Innung (1960 bis 1969) und als Obermeister in der Zeit von 1975 bis 1994 hat er dem gemeinsamen Berufsstand in zahlreichen Aufgaben und Beziehungen gedient.

Das Wirken unseres verstorbenen Ehrenamtsträgers hat Spuren hinterlassen. Hohe handwerkliche Auszeichnungen, die einstimmige Ernennung zum Ehrenobermeister der Innung und die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes im Jahr 1993 machen dies äußerlich sichtbar.

Das Handwerk im Kreis Herford nimmt mit ehrenvollem Gedenken Abschied von einem Ehrenamtsträger, dessen Engagement beispielgebend war.


Mitgliederversammlung FSI

Schwierige Zeiten

Die derzeit ausgesprochen schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Neuwahlen des Vorstandes kennzeichneten die diesjährige Mitgliederversammlung des Fördervereins der Sanitärindustrie, des Sanitär-Fachgroßhandels und des Sanitärhandwerks, die am 16. Oktober dieses Jahres in Düsseldorf stattfand.

"Die Mitgliederversammlung des FSI findet statt in einer Zeit, in der das SHK-Handwerk NRW alles daran setzen muss, wieder volle Fahrt zu gewinnen", erklärte der scheidende Vorsitzende des FSI, Klaus Bahne.

Im Vergleich zu 2001 habe sich die konjunkturelle Lage bei Handel, Handwerk und Industrie verschlimmert:

Auch der Handel in NRW habe einen großen Nachfragerückgang zu verzeichnen. Die Umsätze im Handel, so Bahne, sind 2002 bis Ende September 2002 um 6 bis 10%, teilweise bis zu 12% - insbesondere im Sanitärbereich - gefallen. Im Heizungsgeschäft sehe es etwas günstiger aus.

Viele Investoren hielten sich aufgrund der unsicheren konjunkturellen Entwicklung mit Investitionen zurück, die Verbraucher ebenfalls. Kesselaustausch und Badsanierung liefen auf Sparflamme.

Arbeit des FSI

Der FSI habe es als vorrangige Aufgabe angesehen, den Betrieben bei der Ausschöpfung bestehender Möglichkeiten zu helfen und neue Geschäftsfelder aufzuzeigen, um die Marktpotenziale für die Zukunft zu nutzen.

Das SHK-Handwerk vollziehe derzeit einen Wandel vom reinen Anlagenbauer hin bis zum haustechnischen Dienstleister, der den gesamten Lebenszyklus Wärme-, Wasser- und Luftanlagen in der Gebäudetechnik bediene. Damit mache das SHK-Handwerk einen riesigen Sprung nach vorne.

 

Dipl.-Kfm. Christian-Michael Weisbrich, der zu dem Thema "Mittelstands- und handwerkspolitische Rahmenbedingungen nach der Wahl" referierte, machte keinen Hehl daraus, dass auf absehbare Zeit keine Regierungsinitiativen zugunsten des Mittelstandes zu erwarten sind.

Raesfelder Schlossgespräche und Seminartätigkeit

Die Raesfelder Schlossgespräche des FSI haben in der Branche einen hohen Stellenwert. "Wir denken hier", so Bahne, "nicht nur an das Tagesgeschäft, sondern über den Tag hinaus und versuchen auch gedankliche Zusammenhänge zu begründen".

Diskussionen um den Vertriebsweg, Förderung mittelstandspolitischer Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen hätten schon mehrfach Politiker, Ministerialvertreter und Vertreter der Wirtschaft, des Handels und des Handwerks zusammengeführt, um gemeinsam drängende Fragen zu diskutieren.

Die Raesfelder Schlossgespräche sind ein einmaliger Treffpunkt für Handel, Handwerk und Industrie. Notwendig sei es, in der Branche noch mehr zusammen zu rücken, damit die gesamte Branche Handel, Handel und Industrie mit einer Stimme spricht.

Unter dem Eindruck der sich verschärfenden wirtschaftlichen Situation der Betriebe habe der FSI versucht, im abgelaufenen Jahr verschiedene Seminarthemen aufzugreifen, die für die Betriebe besonders wichtig sind. Bahne bemängelte, dass die Bereitschaft der Betriebe, Seminare zu aktuellen Themen zu besuchen, derzeit angesichts der katastrophalen wirtschaftlichen Lage, gering ist. Der FSI werde auch in Zukunft alle Anstrengungen unternehmen, die darauf gerichtet sind, die wirtschaftlichen Erfolge der Mitglieder zu verbessern. Daran sollten alle mitarbeiten, Handel, Handwerk und Industrie, damit die Branche wieder volle Fahrt gewinne.

Herz voller Wut

Dipl.-Kfm. Christian-Michael Weisbrich, der zu dem Thema "Mittelstands- und handwerks-politische Rahmenbedingungen nach der Wahl" referierte, machte keinen Hehl daraus, dass auf absehbare Zeit keine Regierungsinitiativen zugunsten des Mittelstandes zu erwarten sind. Eine Ausnahme bilde allenfalls die Gründung einer Bundesmittelstandsbank - auch in dieser Sache sei man noch nicht weitergekommen.

"Die schönfärberische Wortwahl, die vom Abbau von Subventionen und Steuervergünstigungen spricht, kann nicht verbergen", so Weisbrich, "dass Steuern und Abgaben auf breiter Front steigen und der Schuldenabbau trotzdem auf die lange Bank geschoben wird."

Die jetzt bekannt gewordenen Abgabenerhöhungen werden aller Voraussicht nach nur ein Anfang sein. Die Mehreinnahmen, mit denen die Koalitionäre den Bundeshaushalt ausgleichen sollen, stehen zum größten Teil nur auf dem Papier. Das Bankgeheimnis werde aller Voraussicht nach aufgehoben und der Kahlschlag bei der Eigenheimzulage drohe die Bauwirtschaft zu ruinieren. Wenn die Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen am 2. Februar 2003 gelaufen sein werden", so Weisbrich, werde es richtig zur Sache gehen und dann würden nicht nur die Einschränkungen des Ehegatten-Splittings und die radikale Kürzung des Sparerfreibetrages wieder auf der Tagesordnung stehen, sondern auch die Erhöhung der Mehrwertsteuer. Niemand werde im Mittelstand noch darauf wetten wollen, dass die für die Jahre 2004 und 2005 versprochenen Steuersenkungen wirklich in Kraft treten werden.

Zum Thema "Unternehmensbesteuerung" bemerkte Weisbrich, dass mit den Änderungen bei der Körperschaftssteuer die Bundesregierung versuche, darauf zu reagieren, dass hier in den letzten Jahren die von ihr selbst verursachte Entwicklung des Steueraufkommens und deren Kalkulierbarkeit vollkommen aus dem Ruder gelaufen sind.

So soll für Kapitalunternehmen eine Mindestbesteuerung von 50% des jährlichen Gewinns sowie die Beschränkung des Verlustvortrags auf sieben Jahre eingeführt werden. Die Verlustverrechnung soll dabei auch für Personenunternehmen und damit wesentliche Teile des Mittelstandes eingeschränkt werden, der konjunkturelle Schwankungen auch weniger gut glätten kann, als die großen Kapitalgesellschaften und dadurch von der Regelung besonders betroffen ist.

Eine Parallele, deutliche Senkung der Steuersätze, insbesondere für den Mittelstand, fehle. Es finde eine reine Steuererhöhung statt. Gleiches gelte für die Verschärfung der Abschreibungsregelungen. Weisbrich forderte erneut weniger bürokratische Gängelung für den Mittelstand, der beispielsweise kein "Fachbüro für Verwaltung in Handwerksbetrieben" besitze. Ohnehin trage der Mittelstand jährlich 28 Mio. Euro Bürokosten für den Staat total; das entspreche 1,5% des Bruttosozialproduktes.

Die Stärkung der Eigenkapitalbasis für kleine und mittlere Unternehmen, so Weisbrich, sei dringend von Nöten: Warum darf der Unternehmer die kalkulatorischen Zinsen auf das Eigenkapital nicht steuerrechtlich in Abzug bringen? Ohnehin seien kleine und mittlere Unternehmen des Handwerks und des Handels unterkapitalisiert.

Der neugewählte Vorstand des FSI: Dr. Michael Pietsch, Werner Hirschler (Vorsitzender), Hartmut Dalheimer und Geschäftsführer Dr. Hans-Georg Geißdörfer (v.l.n.r.).

Neuer Vorstand

Zum neuen Vorsitzenden des FSI wurde Obermeister Werner Hirschler, Innung Köln, gewählt; als Vertreter der Sanitärindustrie wurde Geschäftsführer Dahlheimer, Firma Keuko, und als Vertreter des Sanitärfachgroßhandels Herr Dr. Michael Pietsch, Firma Pietsch, Ahaus, gewählt.

Geschäftsbericht

Geschäftsführer Dr. Hans-Georg Geißdörfer erstattete den Geschäftsbericht für das abgelaufene Jahr und stellte fest, dass die Konjunkturlage den FSI geradezu herausfordere: Was kann gemeinsam von Industrie, Handel und Handwerk getan werden, um den Abwärtstrend zu stoppen? Geißdörfer kündigte an, die Seminarangebote für das kommende Jahr zu verstärken, nach der Devise "Kaufen, Verkaufen - Raus aus der Krise, rein in den Markt, denn der Markt ist da". Geißdörfer forderte Sonderkonjunkturen für die Branche, gemeinsam mit Industrie, Handel und Handwerk. Gemeinsame Werbekooperationen seien erforderlich, um den Abwärtstrend in der Branche zu stoppen.


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