IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 20/2002, Seite 22 ff.


SANITÄRTECHNIK


Erleuchtung im Bad

Licht im Bad: Beleuchtungstrend und Produkte

Wolfgang Heinl

Mit dem Spiegelschrank der Edition 200 will Keuco neue Akzente in der Bad-Beleuchtung und -Ausleuchtung setzen. Seine Besonderheit: Die zwei 36-Watt PL-Leuchten sind nicht sichtbar mittels einer Leuchtmittelwanne in den Spiegelschrank integriert und beleuchten den oberhalb angebrachten, verstellbaren Reflektor aus satiniertem Glas, der sanftes Licht auf Gesichtsflächen und in den Raum verteilt. Bild: Keuco

Der Mensch ist im Bad von zwei Elementen umgeben: Wasser und Licht. Letzteres erfährt als gestalterisches Detail häufig zu wenig Beachtung. Für gutes Licht im Bad gibt es eine klare Definition: Helle und behagliche Grundbeleuchtung an der Decke, blend- und schattenfreies Licht am Spiegel über dem Waschtisch.

Das richtige Licht sorgt für behagliche Atmosphäre im Bad und lässt die Sanitärobjekte zur Geltung kommen. Zu wenig oder falsche Beleuchtung lässt Mensch und Badezimmer nicht in dem Licht erstrahlen, das doch gerade zu früher Morgenstunde für gute Stimmung sorgen soll. Eine gelungene Beleuchtung im Badezimmer besteht nach Empfehlung der Fördergemeinschaft Gutes Licht (FGL) grundsätzlich aus einer Allgemeinbeleuchtung an der Decke und einer zusätzlichen Ausleuchtung im Spiegelbereich.

Der Zierath-Leuchtspiegel verbreitet indirektes Licht gleichmäßig mit hinterleuchteten, quadratischen Mattglas-Elementen. Bild: Zierath

Das Bad ins rechte Licht setzen

Lichtatmosphäre entsteht nicht nur durch Auswahl und Anordnung der Leuchten. Je nach Wahl des Leuchtmittels ergeben sich unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten. Beleuchtungskörper mit Halogenstrahlern oder Leuchtstofflampen an der Decke oder an der Wand sorgen für die richtige Lichtstärke. Diffus lichtstreuende Leuchten mit Glühlampen hinter Opalglas streuen das Licht weich in den Raum. Das helle weiße Licht von Halogeneinbaustrahlern in der Deckenkonstruktion ist sehr gut für die gleichmäßige und blendfreie Allgemeinbeleuchtung des Badezimmers geeignet. Für den Einsatz im Bad sollte generell bei allen Leuchtmitteln die Lichtfarbe ww = warmweiß gewählt werden.

Wer professionell Bäder plant, bezieht auch das Licht mit ein und stimmt die Leuchten auf die Architektur des Bades und der Sanitärobjekte ab. Einfluss hat auch der Fliesenbelag: Dunklere Fliesen reflektieren weniger Licht und erfordern deshalb mehr oder stärkere Beleuchtung.

Zierath bietet auch Hochvolt-Klemmspots zum nachträglichen Anbau an Spiegel an. Diese benötigen keinen Transformator. Bild: Zierath

Licht hat Einfluss auf das Wohlbefinden

Für Kosmetik und Rasur soll die Spiegelbeleuchtung die Spiegelzone blend- und schattenfrei, aber auch hell ausleuchten. Seitlich am Spiegel angeordnete Leuchten erhellen die Gesichtspartien gleichmäßig und ohne störende Schattenbildung. Glaubt man den Psychologen, bestimmt die erste halbe Stunde nach dem Aufstehen über das Lebensgefühl für den neuen Tag. Und diese ersten 30 Minuten verbringt der Mensch im Bad. Die häufig unterschätzte Wirkung des Lichts hat großen Einfluss auf das Wohlbefinden. Das Spektrum lichttechnischer Fehltritte reicht vom Blender über dem Waschtisch bis zur hinterkopfplatzierten Leuchtstofflampe. "Blender haben im Badezimmer nichts zu suchen", betont Holger Dinter, Vertriebsleiter des Leuchtenherstellers Baulmann, dessen Sortiment im Fachgroßhandel geführt wird.

Der Leuchtenhersteller Baulmann produziert Design-Lichtspiegel, die Dornbracht über den Sanitär-Fachhandel vertreibt. Bild: Dornbracht

Keine Blender erwünscht

Beleuchtung im Bad ist eine Detailaufgabe, die sehr von Emotionalität geprägt ist. "Das richtige Licht am Spiegel soll die Ausstrahlung des Menschen zur Geltung bringen", so die Produktinformation der Firma W. Schneider, Hersteller von Spiegelschränken und Lichtspiegeln. Wer diese Aufgabe perfekt lösen will, muss auf die Auswahl der Leuchtmittel achten: "Eine blend- und schattenfreie Spiegelbeleuchtung wird am besten mit Leuchtstofflampen erreicht, die seitlich des Spiegels angebracht sind", sagt Lichtdesign-Profi Holger Stahlhuth, Inhaber des gleichnamigen Elektro-Fachbetriebs mit Leuchtenstudio in Celle. "Damit die Frau vor dem Spiegel möglichst genau so aussieht wie im Tageslicht, darf das Licht nicht von oben kommen. Halogenspots und Glühlampen können problematisch sein", so Stahlhuth.

Bäder mit Raumteilern erfordern genaue Lichtplanung, damit alle Bereiche richtig ausgeleuchtet sind. Bild: Baulmann

Ästhetik im Bad

Spiegelleuchten bilden eine Einheit mit Lichtspiegeln und Spiegelschränken. Im Trend liegen klares Design, gerade Linien und die Beleuchtung als gestalterisches Element. Nach Angabe eines Herstellers reicht bereits eine 35 Watt-Halogenlampe aus, um einen kleineren Spiegelschrank gut zu beleuchten. Für Lichtspiegel bietet beispielsweise Firma Zierath Klemmspots in Hochvolt-Technik an, die keinen Trafo benötigen und auch nachträglich angebracht werden können.

Die Spiegelschrank-Beleuchtung wird als gestalterisches Element eingesetzt. Bild: W. Schneider

Schatten und Farbreflexionen vermeiden

Die Allgemeinbeleuchtung des Badezimmers sollte so gestaltet werden, dass Schattenwurf vermieden wird und WC oder Dusche nicht in einer dunklen Ecke stehen. Für Bäder mit Raumteiler-Trennwänden empfiehlt sich deshalb, mehrere Halogenspots an der Decke zu verteilen, sofern die bauliche Situation dies zulässt.

Auch wenn der Sanitärfachmann nicht in jedem Bad mit dem Thema Beleuchtung in Berührung kommt: Aus einem anderen Grund sollte in jedem Fall nachgefragt werden, ob der Bauherr im Bad etwa eine Holzdecke oder farbige Deckengestaltung plant. Denn gerade bei Tageslichteinfall reflektieren diese Flächen stark auf Sanitärkeramik und Wannen. Deren Oberfläche erscheint dann unerwünscht wie eine Nuance von beige oder manhattan und hat schon häufig zu Reklamationen geführt.

Am Handwaschbecken sorgt bereits eine 35 Watt-Halogenleuchte für ausreichendes Licht. Bild: W. Schneider

Lampenschirme aus Opalglas verteilen das Licht der Glühlampe weich und gleichmäßig. Bild: W. Schneider

Ideales Licht im Bad für ein perfekt gestyltes Make-up oder für die Rasur spenden Leuchten links und rechts neben dem Spiegel, bestückt mit Kompaktleuchtstofflampen. Sie erhellen die Gesichtspartien gleichmäßig und schattenfrei. Gute Farbwiedergabeeigenschaften der Lampen garantieren natürliches Aussehen auch im künstlichen Licht. Bild: Fördergemeinschaft Gutes Licht (FGL)

Elektrische Schutzmaßnahmen beachten

Werden in unmittelbarer Nähe von Duschen und Badewannen Leuchten installiert, müssen diese für den Einsatz in Feuchträumen zugelassen sein. Im Bad gelten für elektrische Betriebsmittel die Schutzmaßnahmen nach DIN VDE 100 Teil 701*. Diese Norm unterscheidet in der aktuellen Fassung drei Schutzbereiche im Badezimmer. Generell gilt: Im Bereich von Dusche und Badewanne müssen die Leuchten gegen Spritzwasser (IP X4) oder Strahlwasser (IP X5) geschützt sein und dürfen nur mit Schutzkleinspannung bzw. Funktionskleinspannung mit sicherer Trennung (AC 25 Volt, DC 60 Volt) betrieben werden.

Für das kleine Bad oder fürs Gäste-WC ist der Eckspiegelschrank Atlanta eine intelligente Lösung. Hinter der puristischen Fassade mit effektvoller Halogenbeleuchtung verbirgt sich erstaunlich viel Platz für die nötigen Kleinigkeiten. Bild: Keuco

Mit der Elektroinstallation abstimmen

Bei Spiegelschränken und Leuchtspiegeln liefern die Hersteller die elektrischen Anschlussbauteile und Transformatoren mit. Mancher Sanitärmonteur wird diese nach dem Auspacken zunächst unbekümmert beiseite legen und diese Arbeit dem Elektriker überlassen. Wer seinen Kunden aber kompletten Service bieten möchte, darf nach den Bestimmungen der Handwerksordnung (HWO) die Leuchte selbst anschließen. "Wer ein Handwerk betreibt, darf nach 5 der Handwerksordnung auch Arbeiten in anderen Handwerken ausführen, wenn sie mit dem Leistungsangebot seines Handwerks technisch oder fachlich zusammenhängen oder es wirtschaftlich ergänzen", lautet die Auskunft der Handwerkskammern. Demnach ist es dem SHK-Fachmann im handwerksrechtlichen Sinne gestattet, die von ihm gelieferten Elektrobauteile selbst anzuklemmen**. Im Vorfeld sollte auf den Informationsaustausch zwischen den Gewerken Sanitär und Elektro geachtet werden. Elektromeister Holger Stahlhuth rät: "Die Elektrozuleitung für die Spiegelleuchte muss punktgenau sein, damit das Kabel auch direkt am Anschluss aus der Wand kommt."

Der Spiegelhersteller Zierath empfiehlt, bei Spiegeln mit integrierter Beleuchtung den Elektroanschluss mittig über dem Waschtisch in etwa 1,70 m Höhe über dem Fußboden zu platzieren.

Weitere Informationen:
Fördergemeinschaft für Gutes Licht (FGL) www.licht.de

Hersteller von Spiegelschränken, Lichtspiegeln und Leuchten:
Baulmann Leuchten GmbH, 59831 Sundern, www.baulmann.com
W. Schneider GmbH, 79720 Laufenburg, www.wschneider.com
Günther Zierath GmbH, 49124 Georgsmarienhütte, www.zierath.de
KEUCO GmbH & Co. KG, 58653 Hemer, www.keuco.de
Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG, 58640 Iserlohn, www.dornbracht.de

 


*) siehe Beitrag "Neue Errichtungsbestimmung für Räume mit Badewanne oder Dusche" in Heft 6/02, Seite 52 ff.


**) Anmerkung der Redaktion: Grundsätzlich erfordert das Arbeiten an elektrischen Einrichtungen und Betriebsmitteln ein hohes fachliches Wissen. Viele Handwerksorganisationen bieten deshalb spezielle Weiterbildungskurse zur "Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten" an. In dieser bundeseinheitlichen Weiterbildungsmaßnahme wird das erforderliche Know-how in Theorie und Praxis vermittelt.


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