IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 19/2002, Seite 64 ff.



Autogas sprintet nach vorn

Progas übernimmt die ersten zehn Mercedes-Sprinter

Im März dieses Jahres hat die DaimlerChrysler AG an das Dortmunder Unternehmen "PROGAS GmbH & Co. KG" die ersten Mercedes-Transporter mit Autogasantrieb übergeben. Die Fahrzeuge des Typs Sprinter 314 KA wurden unter der Federführung des Mannheimer Entwicklungszentrums für alternative Antriebe ausgerüstet. Zehn dieser Mercedes-Autogas-Fahrzeuge werden jetzt von dem deutschen Flüssiggas-Marktführer Progas eingesetzt.

Das Projekt "Autogas-Sprinter" ist erfolgreich angelaufen. Erste Fahrzeuge wurden von Mercedes-Benz Dortmund ausgeliefert.

Mit dem neuen Autogas-Sprinter zeigt Mercedes, dass nun auch die Automobilindustrie die Vorteile von Flüssiggasfahrzeugen entdeckt hat: Flüssiggasfahrzeuge stoßen bis zu 80 Prozent weniger Schadstoffe aus und sind erheblich leiser als herkömmliche Fahrzeuge. Außerdem haben Flüssiggasmotoren eine längere Lebensdauer – das spart Wartungskosten. Da Flüssiggasfahrzeuge bivalent, das heißt wahlweise mit Benzin oder Gas, betrieben werden, verdoppelt sich zudem die Reichweite der Autos.

Dazu kommen große wirtschaftliche Vorteile: Aufgrund einer Steuerermäßigung bis 2009 ist Autogas deutlich preisgünstiger als Benzin oder Diesel (derzeitiger Literpreis für Autogas liegt bei etwa der Hälfte des Benzinpreises). So rechnen sich die Mehrkosten für die Autogasvariante von ca. 3000 Euro gegenüber dem "normalen" Sprinter – trotz eines Mehrverbrauchs von 10 bis 20 Prozent. Damit ist Autogas der ideale Kraftstoff für städtische und private Flottenbetreiber wie beispielsweise Taxiunternehmen, Service- und Kurierdiensten und natürlich auch SHK-Kundendienstabteilungen.

Eine SHK-Fahrzeugeinrichtung ermöglicht den sinnvollen Einsatz als Kundendienstfahrzeug. Im Bereich des Autogas-Tanks wurde eine solide Ablagefläche aus Edelstahl eingebaut.

Interessenten können das Fahrzeug über die Mercedes-Niederlassung Dortmund beziehen. Ob der Sprinter "im großen Stil" serienmäßig mit Autogas produziert und über alle Mercedes-Vertragshändler erhältlich sein wird, hängt von dem Ergebnis der Testphase ab.

Mit dem Einsatz schadstoffarmer Autogas-Sprinter leistet der jeweilige Betreiber einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Umwelt: Autogasfahren heißt aktiv Umweltschutz betreiben! Ein gutes Beispiel, das dem Image der SHK-Gebäude- und Energietechnikern gut zu Gesicht steht.

Der wirtschaftlichste Betrieb einer Autogas-Fahrzeugflotte kann durch die Betankung auf dem eigenen Firmengelände sichergestellt werden. Bei der so genannten Betriebstankstelle ergeben sich Vorteile bei der Belieferung und somit auch im Preis. Für Flottenbetreiber, die eigene Autogas-Tankstellen für ihre Fuhrparks benötigen, wurde daher ein spezielles Konzept entwickelt. Der Flüssiggaslieferant übernimmt die Investition in diese Betriebstankstelle und vermietet sie an den Kunden.

Komfortabel ist die Umschaltung im Führerhaus von Gas auf Benzin zu bedienen.

Die Beratung, Planung und Errichtung der Autogas-Tankstelle wird von Fachingenieuren durchgeführt und durch Sachverständige abgenommen. Die Umrüstung der Fahrzeuge auf Autogas erfolgt durch qualifizierte Kfz-Fachbetriebe mit zugelassenen Umrüstsätzen niederländischer bzw. italienischer Herkunft. Der Umbau wird vom TÜV bzw. vergleichbaren Organisationen überprüft und in den Fahrzeugpapieren bestätigt.

Was ist Autogas?

Flüssiggas (Propan, Butan und deren Gemische) ist ein Kohlenwasserstoff, der unter relativ geringem Druck verflüssigt und dann nur etwa 1/260 seines gasförmigen Volumens einnimmt. Flüssiggas ist eine Energie mit einem hohen Heizwert; einer schadstoffarmen Verbrennung und guter Lagerfähigkeit. Es ist transportabel und deshalb an jedem Ort einsetzbar. Als eine der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von Flüssiggas gilt der Einsatz zum Antrieb von Motoren.

Flüssiggas (C3H8 – Propan) ist zum Antrieb von Kraftfahrzeug-Motoren ebenso gut geeignet wie Benzin, Diesel oder Erdgas (CH4 – Methan) und wird unter der Bezeichnung "Autogas" vermarktet. Bereits unter geringem Druck (sechs bis acht bar) verflüssigt sich Autogas und kann somit problemlos in hierfür zugelassene Kraftstofftanks eingefüllt werden.

Deutschlandweit gibt es etwa 300 Tankstellen. Dort können sie wie hier beim Sprinter das Autogas über den Tankstutzen den Kraftstofftank befüllen.

Flüssiggasbetriebene Fahrzeuge stellen ein alternatives Antriebskonzept dar, dessen Abgasemissionen mit die niedrigsten sind, die zur Zeit in Verbrennungsmotoren realisiert werden können. Autogas ist nahezu schwefelfrei und Autogas-Motoren arbeiten nahezu rußfrei. Der Ausstoß an CO2, HC, NOX und weiteren toxischen Abgasen ist wesentlich gemindert. Autogas-Fahrzeuge haben eine bis zu 60 Prozent niedrigere Geräuschabstrahlung als Dieselfahrzeuge.

Im betrieblichen und kommunalen Bereich hat sich Flüssiggas für motorische Zwecke längst bewährt. Als Treibgas erfüllt es hier schon seit Jahrzehnten die vielfältigsten Aufgaben. Besonders bekannt ist Treibgas als Kraftstoff für Gabelstapler. Die saubere Verbrennung erlaubt den Einsatz dieser für Transport-, Lager- und Ladearbeiten unentbehrlichen Helfer auch in geschlossenen Räumen.

Wirtschaftslichkeitsvergleich

Wirtschaftliche Vorteile für den Nutzer

Flüssiggas als Antriebsenergie bietet nicht nur Vorteile für die Umwelt. Die Kraftstoffkosten sind bei Autogas erheblich günstiger als bei Benzin. Auch bei Nutzfahrzeugen ist Flüssiggas eine wirtschaftliche Alternative zum Diesel.

Flüssiggas hat wegen seiner verbrennungstechnischen Eigenschaften den Vorteil, dass es in Otto-Motoren leicht einsetzbar ist. Konventionelle benzinbetriebene Fahrzeuge lassen sich daher auch nachträglich problemlos umrüsten. Die durchschnittlichen Umrüstkosten für einen PKW liegen bei 2000 Euro und für einen Lieferwagen, z.B. Mercedes-Sprinter, bei 3000 Euro. Umrüstkosten für Busse und Lastwagen bewegen sich zwischen 15.000 Euro und 25.000 Euro.

Für den privaten Fahrzeugnutzer mit einer jährlichen Fahrleistung von 30.000 Kilometern und einem Verbrauch von acht Litern auf 100 Kilometer bedeutet der ausschließliche Autogas-Betrieb bei einem Preisabstand von 40 Eurocent pro Liter zu Super-Benzin, dass die Umrüstkosten innerhalb von zweieinhalb Jahren eingefahren werden.

Für den gewerblichen Nutzer, zum Beispiel für Betreiber von Fahrzeugflotten, können die wirtschaftlichen Vorteile sogar noch höher ausfallen. Wird auf dem Firmengelände eine Betriebstankstelle für Flüssiggas eingerichtet, sinken die Kraftstoffkosten erheblich. Auch eine bestehende Tankstelle für Gabelstapler kann genutzt werden.

Ein zusätzlicher Aspekt und ein weiteres Argument für den Einsatz von Autogas ist der Imagegewinn. "Für die Umwelt fahre ich mit Flüssiggas" so lautet das Motto auf den Kundendienstfahrzeugen der Flüssiggas-Branche. Auch SHK-Unternehmen können mit diesem Slogan ihren Einsatz für den Erhalt unserer Umwelt dokumentieren.

Was spricht für Autogas?

Vorteile des Autogasbetriebes für den Privatkunden:

Zusätzliche Vorteile für den gewerblichen Einsatz:

Internetinformationen:
www.progas.de
E-Mail: autogas@progas.de
www.dortmund.mercedes-benz.de
E-Mail: info@dortmund.mercedes-benz.de


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