IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 15/16/2002, Seite 50 f


KLIMATECHNIK


Individuelle Lösungen im Trend

Raumklimageräte weiter auf dem Vormarsch

Der Markt für Raumklimageräte wächst: Nach Schätzungen von Stiebel Eltron wurden in Deutschland im vergangenen Jahr rund 85.000 Geräte installiert, mobile Klimageräte nicht mitgerechnet.

Mit ausgereifter Technik, ansprechendem Design und energieökonomischen Lösungen haben sich die Raumklimageräte ihre eigenen Marktsegmente geschaffen. Es gelang ihnen, sich neue Einsatzgebiete zu erschließen, wie beispielsweise größere Hotelkomplexe oder Bürogebäude, die mit moderner Multi-Splittechnik ausgestattet wurden. Die breite Produktpalette der Raumklimageräte - vom einfachen Portable bis zum Multisplitsystem - trägt in hohem Maße den unterschiedlichsten Anwendungsgebieten und Nutzeranforderungen Rechnung und bietet hierfür spezifische Lösungen.

Mobiles Raumklimagerät mit 3 kW Kühlleistung. Das Außengerät wird über eine feste Funktionsleitung mit dem Innengerät verbunden (Quelle: Stiebel Eltron).

 

Selbst größere Gebäudekomplexe wie Einkaufszentren, Hörsäle und Bürohäuser können mit der VRF-Multisplittechnik teilklimatisiert werden (Werkbild Kaut/Sanyo).

Insbesondere für die nachträgliche Installation beispielsweise in Wohn- und Aufenthalts- sowie Büro- und Verwaltungsräumen eignet sich das Kompaktklimagerät Unico. Statt eines Außengerätes werden hier zwei Wanddurchführungen benötigt (Werkbild Polenz).

Der ideale Einsatzbereich der Raumklimageräte konzentriert sich noch immer auf Einzelhandelsgeschäfte, kleinere Büros und Hotels, Praxen und auf das weite Feld der gewerblichen Kühlung, also Kühlräume, Lebensmittellager von Küchen, Metzgereien usw. Doch auch im Privatbereich sind Raumklimageräte heute kein Luxus mehr, sondern Ausdruck dafür, dass die Ansprüche der Menschen an thermische Behaglichkeit zugenommen haben. Einer der Auslöser waren wohl die schwülwarmen Sommermonate 1994 und 1995, als Hunderttausende von Klimageräten im Privatwohnhausbereich installiert wurden.

Eine Kühlleistung von 4,2 kW besitzt dieses wandhängende Raumklimagerät in Single-Split-Ausführung. Vorteil für das SHK-Handwerk: Innen- und Außengerät werden über eine fünf Meter lange Funktionsleitung mittels Schnellverschlüssen verbunden. Um das eingeschlossene Kältemittel braucht sich der Monteur nicht zu kümmern (Quelle: Stiebel Eltron).

Eine Spitzenposition in diesem Techniksegment nehmen derzeit VRF- bzw. VRV-Systeme ein, die jährliche Zuwachsraten von rund 50 Prozent verzeichnen. Mit dieser noch recht jungen Technik, die zunehmend auch für "klassische" Anlagenbauer an Bedeutung gewinnt, erschließt sich die Klima- und Lüftungstechnik weitere Anwendungsbereiche und bietet neue Systemlösungen sowohl für den Neubau als auch für das große Potenzial im Sanierungsbereich. Je nach Hersteller werden die Systeme mit VRF (Variable Refrigerant Flow - Variabler Kältemittelstrom) bzw. VRV (Variable Refrigerant Volume - Variables Kältemittelvolumen) bezeichnet und stellen eine bedeutende Weiterentwicklung der bewährten Multisplittechnik dar. Die Leistungsbereiche liegen zwischen zehn und 28 kW, und pro Außeneinheit lassen sich 16 Innengeräte anschließen. So konnten in Deutschland inzwischen große Gebäudekomplexe wie Einkaufszentren, Hörsäle und Bürohäuser mit der neuen Multisplittechnik teilklimatisiert werden. Die Geräte lassen sich mit einem Installations-BUS in ein System der Gebäudeleittechnik (ZLT/GLT) über eine am Mikrocomputer der Außeneinheit befindlichen Schnittstelle einbinden. Dabei kann die Länge der Datensammelleitung (BUS) bis zu 1000 m betragen, was für die meisten Praxisanwendungen ausreicht. Durch die Verbindung des in der Außeneinheit eingebauten Mikroprozessors mit anderen Komponenten eines DDC-Systems sind weitere Raffinessen wie Fuzzy-Logik, Einzelraumregelung, Filterüberwachung und damit die Einbindung in ein ganzheitliches Konzept der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) und des Facility Managements (FM) möglich. Das Besondere der kompakten Inneneinheiten ist, dass sie grundsätzlich mit elektronischen Einspritzventilen und vielfach mit variabler Volumenstromregelung (VVS) ausgestattet sind. Durch die integrierte Wärmepumpentechnik sind die Betriebskosten der Geräte äußerst günstig. Und durch die optimierte Möglichkeit der Außenluftzufuhr sowie durch die Einbindung in ein Wärmerückgewinnungssystem sind die Voraussetzungen einer weiteren Akzeptanzerhöhung dieser Systemtechnologie erfüllt. Diese klimatechnischen Systeme bieten dem Architekten und Planer eine flexible, anpassungsfähige Lösung, die - bei Neubau und Sanierung - harmonisch in die Architektur eingebunden werden kann.

Prinzipieller Systemaufbau eines VRF- bzw. VRV-Systems (Werkbild Kaut/Sanyo).


Internetinformationen:
http://www.stiebel-eltron.com
http://www.kaut.de
http://www.polenz-unico.de
http://www.raumklimageraete.de