IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 6/2002, Seite 112


LESER-SERVICE


Leser fragen - Experten antworten

Tipps und Ratschläge für die SHK-Praxis

In loser Folge beantworten wir an dieser Stelle ihre Fragen aus der Praxis.


Schallschutz bei AP-Installation

Dürfen bei einer Aufputz-Installation im Keller eines Mehrfamilienhauses die Wandscheiben direkt auf die Wand befestigt werden oder sind besondere schallschutztechnische Maßnahmen zu ergreifen?

A. Biermann via E-Mail

 

Nach den anerkannten Regeln der Technik müssen Wandscheiben auch bei Aufputzinstallation mit einer körperschallentkoppelnden Unterlage aus ca. 2 - 3 mm Gummidicke hinterlegt werden. Die Schrauben müssen dann natürlich auch eine körperschallentkoppelnde Unterlage besitzen. Von der Fa. Viega gibt es beispielsweise eine solche Montageeinheit für AP-Montage, passend für alle Viega-Wandscheiben (Artikel Nr. 21.25.1).

Auf diese Maßnahme kann nur verzichtet werden, wenn die Bauteile so schwer sind, dass alle Körperschalleintragungen auf die Wand durch die Bauteile kompensiert werden. Bauteile sind schwer genug, wenn Sie mehr als 220 kg/m2 flächenbezogene Masse besitzen und das Gesamtgebäude schwer ausgebildet ist. Da es allerdings unter ungünstigen Situationen trotzdem zu Geräuschproblemen kommen kann, ist die sicherste Lösung eine körperschallentkoppelte Montage.

Dipl.-Ing. Manfred Lippe, Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Brand-, Schall- und Wärmeschutz bei Leitungsanlagen der Technischen Gebäudeausrüstung

 

Ermittlung der Wanddicke einer Installationswand mit 220 kg/m2 flächenbezogener Masse.

  


Kugelhähne in Trinkwasserinstallationen

Für eine Trinkwasserinstallation in einem Krankenhaus sollen als Absperrarmaturen Kugelhähne verwendet werden. Müssen diese zwingend ein DVGW-Prüfzeichen tragen oder reicht es aus, wenn die Hähne eine entsprechende Druckstufe (z.B. PN 16) aufweisen, schließlich sollten vom Kugelhahn selbst keine schädlichen Stoffe ausgeschieden werden?

M. Hemmersbach via E-Mail

 

In Trinkwasserinstallationen dürfen grundsätzlich nur Kugelhähne mit DVGW-Zulassung eingebaut werden.

 

Egal, ob es sich um ein Krankenhaus handelt oder ein "normales Objekt", sind in Trinkwasserinstallationen immer nur DVGW-geprüfte Absperrarmaturen einzusetzen - die Angabe einer Druckstufe von 16 bar sagt lediglich aus, welchen Druck der Kugelhahn aushält, aber nichts über die verwendeten Werkstoffe! Nur ein DVGW-Zertifikat gewährleistet, dass zum einen die Druckstufe, die Durchflussmenge wie auch die Werkstoffe für Trinkwasserinstallationen geeignet sind. Hierbei wird auch überprüft, ob die Dichtungswerkstoffe den KTW-Richtlinien entsprechen, damit das Wasser durch die Dichtungen auch nicht geschmacklich oder geruchlich oder hygienisch beeinträchtigt wird. Kugelhähne, wo nur eine Druckstufe angegeben ist, sollte man deshalb tunlichst nur in Heizungsanlagen verwenden.

Dipl.-Ing. Volker Ohlig, Leiter Anwendungstechnik, GIACOMINI GmbH


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