IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 4/2002, Seite 3


EDITORIAL


Umdenken tut not

Die Branche leidet unter der anhaltenden Schwäche einer Bauwirtschaft, die aller Voraussicht nach auch in 2002 die Talsohle nicht durchschritten haben wird. Vermutlich wird weiterhin weniger neu gebaut. Dem aber steht ein immer größer werdendes Potenzial an Wohneinheiten im "renovierungsbedürftigen Alter" entgegen.

Schlechte Zeiten können so durchaus zu guten Zeiten werden für die Besten im Handwerk. Diese zeichnen sich vor allem durch zwei Fähigkeiten aus: sie sind besonders geschickt (und nicht unbedingt besonders billig!) bei der Gewinnung von Kunden und Aufträgen und sie haben ihre erfolgs- und ertragsbestimmenden Betriebsabläufe im Griff. Aus dieser Erkenntnis lassen sich zwei große Chancen für jeden Handwerksbetrieb ableiten:

Erstens werden Haus- und Wohnungsbesitzer angesichts der gesamtwirtschaftlichen Situation nicht unbedingt von sich aus auf die Idee kommen, ein neues Bad zu gestalten. Sie müssen von der Renovierung überzeugt werden. Diese kann aus technischen oder gestalterischen Gründen notwendig sein, der Erfordernis nach Aufwertung der Immobilie nachkommen oder einfach dem Wunsch nach etwas mehr Wohlbehagen, Komfort oder Wellness folgen. Genügend Renovierungsbedarf müsste in jeder Stadt, in jeder gut geführten Kundenkartei zu finden sein. Aktuelle Zahlen gehen davon aus, dass allein etwa 3 Mio. Wohnungen der über 60-Jährigen nicht dem herrschenden Wohnungsstandard entsprechen. Die hier technisch im Wohnraum zu behebenden Mängel betreffen neben der Zentralheizung vor allem die Bereiche Bad und WC. Doch: Die Vorteile höherwertigen Wohnens, der Wertsteigerung der Immobilie, des Wohnens mit angenehmem Komfort müssen heute mehr denn je aktiv verkauft werden.

Zweitens schlummert oft viel Potenzial im eigenen Betrieb. Mancher uro kann sinnvoller eingesetzt oder gar eingespart werden. Ich meine die bezüglich ihrer Auswirkungen oft unterschätzte Bauablauf-Organisation. Sie entscheidet im Neubau, und vor allem in der Renovation, die organisatorisch anspruchsvoller ist, nicht nur über die langfristige Zufriedenheit des Kunden, sondern vor allem auch über den Verdienst Ihres Betriebs pro Badeinheit. Bis zu 40 Prozent theoretisch festgelegter Planungs- und Bauabläufe sollen ihr erklärtes Ziel nicht erreichen, termingerecht, qualitätsvoll und Kosten sparend abgewickelt zu werden. Doch: jede Unterbrechung, jede Verzögerung, jede Besprechung, jede Nacharbeit kostet Geld - entweder das Geld Ihres Kunden oder Ihren Gewinn! Da helfen qualitativ hochwertige Produkte mit hohem Mehrwert: sie bringen hohen Nutzen für Verarbeiter und Endverwender, bieten kundenindividuelle Gestaltungsfreiräume sowie hohe garantierte Sicherheit, verkürzen Bauzeiten und sparen langfristig Kosten. Der Einsatz moderner Bautechnologien und Systemlösungen über Gewerkegrenzen hinweg kann Bauprozesse maßgeblich beschleunigen. Heute schon könnten bis zu 30 Prozent der Baukosten mit intelligenten Lösungen eingespart werden. Hierzu gehören auch die eigene effiziente Betriebs- und Baustellenorganisation, die im Sinne einer schnellen, reibungslosen und rentablen Abwicklung des Bau- und Renovierungsvorhabens lückenlos in eine straffe Bauablauf-Organisation greift.

Jeder Einzelne hat so die Chance, die Sache mutig und entschlossen in beide Hände zu nehmen - um selbst zu den erfolgreichen Besten zu gehören!

Viel Erfolg!

Karl Spachmann
Sprecher der Geschäftsführung
Geberit GmbH & Co. KG


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