IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 23/2001, Seite 24 f.


VERBÄNDE AKTUELL 


 Bayern


Mitgliederversammlung in Nürnberg

Standortbestimmung in konjunkturell schwieriger Zeit

Der Fachverband Sanitär Heizung Klima Bayern führte am 10. Oktober in Nürnberg seine diesjährige Mitgliederversammlung durch. 107 Delegierte aus 41 Innungen des bayerischen Installateur- und Heizungsbauer-, Spengler-, Behälter- und Apparatebauer- sowie Ofen- und Luftheizungsbauerhandwerks waren zur ordentlichen Mitgliederversammlung erschienen.

Podium - noch im Zeichen des Komfort-Logos: LIM Werner Obermeier und der Vorstand mit den Herren Mechtold, Meyer, Schlünzen, stv. LIM Schulz, HGF Dr. Schwarz, Hopf, Kraus und Kröll (v.l.) hatten den "Drüberblick".

Landesinnungsmeister Werner Obermeier eröffnete die Sitzung im Tagungssaal des "Maritim Hotel". In seiner Rede ging er auf die schwierige konjunkturelle Lage ein. Trotz fehlender wirtschaftlicher Impulse sieht der Vorstandsvorsitzende Obermeier den Bedarf an haustechnischen Leistungen als gegeben an. Allerdings hätten sich die Rahmenbedingungen geändert. "Was der Endverbraucher heute sucht, ist Sicherheit in doppelter Hinsicht. Zum einen wünscht der Kunde einen Fachbetrieb, bei dem er sicher sein kann, dass er die zu erbringende Leistung fachgerecht ausführt, zum anderen möchte er sicher sein, dass das von ihm investierte Geld sicher angelegt ist," so Obermeier.

Die SHK-Branche stehe weiter unter Druck, darüber würden auch nicht die "vereinzelt festzustellenden Sonderkonjunkturen hinwegtäuschen". In diesem Zusammenhang hielt Obermeier die Entscheidung des Bundeswirtschaftsministers Müller, die Solarförderung für thermische Solaranlagen zu streichen, für einen großen Fehler.

Obermeier: "Die Rücknahme der Solarförderung des Bundeswirtschaftsministers mit dem Müller-Strich ist rücksichtslos!"

Positive Impulse erhofft er sich von der EnEV, denn durch die Energieeinsparverordnung sei sicherlich Markt zu machen. "Wir sind Kompetenzträger Nummer 1 in Sachen Energiesparen und wenn wir das öffentlich unter Beweis stellen, dann haben Dritte wenig Chancen, insbesondere dann, wenn wir in noch größerem Maße dazu übergehen, per Systemführerschaft mehrere Gewerke zu koordinieren und gemeinsam anzubieten."

Der Vorstandsvorsitzende forderte seine Kollegen auf, sich - vor dem Hintergrund rückläufiger Neubauzahlen - noch stärker im Sanierungs- und Renovierungsmarkt zu engagieren.

Dr. Wolfgang Schwarz, Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes, erläuterte die Situation der Betriebe anhand der Marktdaten und beleuchtete die aktuelle wirtschaftliche Situation der SHK-Branche. Die noch vor Jahresfrist positive Entwicklung habe sich nicht durchsetzen können. Nach einer Umfrage würden die Geschäftsaussichten des SHK-Handwerks pessimistisch eingeschätzt. So negativ sei seit Bestehen der Umfrage des Fachverbandes noch kein Ergebnis ausgefallen, war die Einschätzung des Hauptgeschäftsführers. Mit dazu beigetragen haben sicherlich die relativ stark gestiegenen Materialeinkaufspreise der letzten zwölf Monate, von bis zu 5%. Dies nahm die SHK-Organisation zum Anlass eine Resolution an die Sanitär- und Heizungsindustrie zu richten, mit der Forderung, keine weiteren Werkpreiserhöhungen im Zuge der Euro-Umstellung vorzunehmen.

Die Delegierten der Mitgliederversammlung waren aufgrund des Umfrageergebnisses nachdenklich geworden. Es bedeutet Rückgang der Auftragszahlen sowie Mitarbeiterschwund bei weiterhin schlechter Konjunkturlage.

Auch die Zahlen des Statistischen Landesamtes würden eine deutliche Sprache sprechen. Die Anzahl der Baufertigstellungen in den ersten beiden Quartalen 2001 in Bayern seien um rund 12% zurückgegangen, die Baugenehmigungen gar um 15%. "Ein Ausweg aus diesem Missstand kann nur der konsequente Ausbau des Renovierungs- und Sanierungsgeschäftes sein", ergänzte Schwarz. Die Marktdaten drückten auch auf die Auslastung der Betriebe, so sei die Auftragsreichweite um 1,5 Wochen auf 5,4 Wochen zurückgegangen.

Das Umsatzvolumen der bayerischen SHK-Branche sei im Jahr 2000 zwar auf 10,5 Mrd. DM gestiegen, dies sei aber nur ein Zuwachs von 1,4%. Die Beschäftigtenzahlen seien insgesamt rückläufig, so habe es im Jahr 2000 "nur noch" 8777 Auszubildende gegeben, ein Minus von 5%.

Abschließend informierte Schwarz über das breite Tätigkeitsfeld des Fachverbandes, welches u.a. Werbekampagnen zur Heizungs- und Badmodernisierung umfasst. Mittels dieser Aktionen sollen die Endverbraucher auf das energiesparende Leistungsspektrum der bayerischen SHK-Handwerke aufmerksam gemacht werden.

Schwarz lud die Delegierten zur IFH/Intherm vom 10. bis 13. April 2002 ein. "Wir wollen danach gestärkt zur nächsten Messe im Jahr 2004 in Nürnberg aufbrechen."

Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Schwarz konnte die Fertigstellung des Neubaus auf der Mitgliederversammlung verkünden

Die Kurzberichte der Fachgruppenleiter und Kommissionsvorsitzenden folgten.

Der Jahresabschluss 2000 und der Haushaltsplan 2002 wurde in nicht öffentlicher Sitzung beraten und abgestimmt. Ein wesentliches Detail wurde allerdings bekannt: es gibt keine Beitragserhöhungen.

Während der Tagung erläuterten LIM Obermeier und der HGF Schwarz die positive Entwicklung der Aktion Mitgliederwerbung. Sie habe immerhin 60 neue Mitglieder von den Leistungen des Verbandes überzeugen können. Dies sei zwar noch nicht ausreichend, doch habe man den leichten Mitgliederrückgang wahrscheinlich stoppen können und durch diese Aktion ein leichtes Wachstum erreicht.

Als Beschlussvorlage wurde der Antrag des Behälter- und Apparatebauerhandwerks einstimmig angenommen, die Gründung einer eigenen Landesinnung zu ermöglichen. Bayernweit gebe es nur 19 Innungsbetriebe dieses Gewerks und es sei sinnvoll, diesen Schritt zu unterstützen, war die einhellige Meinung der SHK-Innungsvertreter.

Es folgte eine Grundsatzdiskussion zum Abschluss der Delegiertenversammlung. Die Teilnehmer diskutierten mit dem Vorstand über den Wechsel des Verbands-Logos. Geplant ist, dass bekannte Komfort-Logo des Fachverbandes durch das bundeseinheitliche Eckring-Logo zu ersetzten. Als Kompromiss wurde erörtert, den Eckring als offizielles Logo des Fachverbandes SHK Bayern aufzunehmen und den Fachbetrieben die freie Wahl zu lassen, das Komfort-Logo weiterhin zu benutzen.

Einzug des bayerischen Fachverbandes in das neue Verwaltungs- und Schulungsgebäude war der 1. November dieses Jahres. Die Einweihung des Bürogebäudes soll im Februar 2002 erfolgen.

Neue Anschrift:
Fachverband Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Bayern
Pfälzer-Wald-Straße 32
81539 München
Tel.: 089/546157-0
Fax: 089/546157-59
E-Mail: info@fvshk-bayern.de
Internet: www.fvshk-bayern.de


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