IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 23/2001, Seite 20 ff


VERBÄNDE AKTUELL 


 Nordrhein-Westfalen


Techniktagung im Yacht-Club Duisburg

Der Duisburger Yacht-Club war am 4. Oktober dieses Jahres Treffpunkt der Delegierten der Innungen des Fachverbandes SHK NRW zum Thema Technik. Neun Schwerpunktthemen kennzeichneten die Landesfachgruppen-Tagung Heizung/Klima. Der stv. Landesfachgruppenleiter Dipl.-Ing. Pelzer moderierte die Sitzung.

Rückblickend hatte Ing. Norbert Kröschel, Geschäftsführer Technik FV SHK NRW, mit der Wahl des Tagungsortes eine glückliche Hand bewiesen. Denn am 25. Oktober hat die Rennyacht illbruck (Sanitärhersteller Illbruck), deren Heimathafen der Duisburger Yacht-Club ist, die erste Etappe beim "The Volvo Ocean Race - round the World" nach 7350 Seemeilen von Southampton nach Kapstadt für sich entscheiden können. Somit hat erstmals eine deutsche Yacht bei diesem Marathon auf den Weltmeeren einen Sieg eingefahren.

Kröschel referierte zu dem Thema "Inspektion und bedarfsgerechte Wartung von Heizungsanlagen". Er hält eine Inspektion (Inaugenscheinnahme) der Heizungsanlagen durch die SHK-Handwerker, die jährlich erfolgt, für ausreichend. Im Bedarfsfall müsse die Mängelbeseitigung durch den SHK-Fachhandwerker durchgeführt werden (bedarfsorientierte Wartung).

Wichtig sei der Hinweis, dass eine Gewährleistung eine Inspektion der Anlage voraussetze. Diese Thematik sei in der Broschüre des BDH - ZVSHK berücksichtigt, sie solle "den Weg in die Zukunft ebnen". Die Ausarbeitung beinhalte einen Mustervertrag. Die genaue Formulierung sei naturgemäß Sache der Vertragspartner.

Hintergrund sei ein durch die Hersteller definierter größerer Wartungsintervall. "Die Feuerstätten sind in den letzten zwanzig Jahren weniger wartungsintensiv geworden," so Kröschel. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Ölwechselintervalle bei Fahrzeugen, die sich auch von etwa 10.000 auf heute bis zu 40.000 Kilometer verlängert hätten.

Referentenpodium zu Beginn der Landesfachgruppensitzung. (v.l.) Ulrich Thomas, Norbert Schmitz, Moderator stv. Landesfachgruppenleiter Manfred Pelzer, Hans-Peter Sproten und Geschäftsführer Technik, Norbert Kröschel.

Die Produktverbesserungen im SHK-Bereich bedeuteten für wartungsorientierte Handwerksunternehmen ein Umdenken. Hinzu komme, dass die Energieträger Erdgas und Heizöl EL im Zuge der Umweltdiskussion nach und nach sauberer geworden seien, also auch weniger Ablagerungen bildeten.

Referent Norbert Schmitz, Fachverband SHK NRW, sprach zum Thema "Wandflächenheizung". Diese Fachproblematik sei bisher nicht eingehend behandelt worden. Daher habe sich der Fachverband entschlossen, ein neues Merkblatt herauszugeben, das Standards bezüglich Funktionsweise, Wärmedämmung und Dichtheitsprüfung etc. enthalte. Es soll bis Ende des Jahres gedruckt vorliegen und könne beim Fachverband angefordert werden. Kontrovers wurde die "Wandflächenheizung" diskutiert, da selbst von Herstellern keine genauen Angaben z.B. zur Oberflächentemperatur und den Aufbau sowie die Stärke von Putzen und Wandbekleidungen zu bekommen sei. Auch bei der Wandheizung sei eine Einzelraumregelung erforderlich, so der Referent.

Dipl.-Ing. Hans-Peter Sproten, stv. Geschäftsführer Technik FV SHK NRW, sieht ein Hauptproblem bei der Kühlung durch in der Wand verlegte Rohrleitungen. Hier stelle sich die Problematik der Taupunktunterschreitung. "Etliche ihrer Kollegen sind in letzter Zeit auf die Nase gefallen," so Sproten. Weiter bezeichnete er die Frage der Dehnungsfuge als kritisch, da hierzu auch keine Standards definiert seien. Auch die Farbveränderung von Oberflächen durch Erhitzung/Kühlung sei strittig. Er mahnte die anwesenden Delegierten zu vorsichtigem Handeln und zur Absprache aller am Werk Beteiligten.

"Pellets - Festbrennstofffeuerungen" hatte Dipl.-Ing. (FH) Matthias Stroh als Vortragsthema. Stroh ist bei der Buderus Heiztechnik im Bereich Wärmeerzeuger und Speicher zuständig. Er stellte die Pellet-Feuerstätte als geeignete ergänzende Heiztechnik zu den bekannten Energieträgern wie Erdgas und Heizöl vor. Stroh rechnet im Jahr 2050 mit einem Anteil regenerativer zu fossiler Energie von 50/50 Prozent. "Es wird ein Energiewandel kommen, da fossile Energie endlich ist." - so seine Einschätzung.

Die Holzheizung über Pelletfeuerung sei eine CO2-neutrale Verbrennung, da nur der im Holz gebundene CO2-Gehalt freigesetzt werde und durch nachhaltigen Waldbestand (Zuwachs = Entnahme) wieder aufgenommen werde.

Die Energieausbeute bei Holz liege bei etwa 4 kW/kg zu Öl 10 kW/l. Pellets seien bezüglich Heizwert, Durchmesser und Feuchte genormt. Die Heizleistung betrage 5 kWh, das entspreche 0,5 Liter Heizöl. Die Kosten der Pellets liegen bei 25 - 30 Pfg./kg bei einem Mwst.-Satz von 7%.

Wichtig bei der Feuerung mit Holz sei der Feuchtegehalt. Dieser Punkt werde oftmals unzureichend beachtet und führe bei ungenügender Lagerungszeit zum "teeren" des Kessels. Holz bestehe zu 85% aus gasförmigen Stoffen, Holz gase aus und werde erst dann verbrannt. Die Sekundärluft steuere eine saubere Verbrennung. Ein Technologiesprung in den letzten zehn Jahren habe zu einer enormen Reduzierung der Emissionen geführt. Neue Kesseltypen seien als Volllastkessel ausgelegt. Dabei sei es wichtig, besonderes Augenmerk auf den Lager- und den Aschebehälter zu legen. Moderne Kessel hätten ein Aschereservoir von bis zu fünf Monaten! Gegenwärtig betrage das Wachstum des Marktes 40%. Stroh sieht in der pelletbefeuerten Heiztechnik einen Markt für die Zukunft, den sich der Heizungsbauer nicht entgehen lassen sollte.

Aus aktuellem Anlass verwies Sproten während seines Vortrags auf die neue Energieeinsparverordnung (EnEV), die nunmehr von Brüssel abgesegnet sei und zu Beginn des Jahres 2002 Anwendung finde.

Vollbesetzter Sitzungsraum im Duisburger Yacht-Club mit etwa 70 Teilnehmern.

Die Energieeinsparverordnung führt die Heizungsanlagenverordnung und die Wärmeschutzverordnung zusammen. Berücksichtigt werden müsse hierbei, dass die Vornormen DIN V 4701, Teil 10 und die DIN V 4108, Teil 6 mit in diese Verordnung einfließen und somit gesetzliche Grundlage würden. Die Bauvorlage werde somit durch die Technikkomponente und die Bauphysik bestimmt.

Sproten erläuterte eingehend die wesentlichen Änderungen, die die EnEV für die Installateure und Heizungsbauer mit sich bringen werde. Er verwies insbesondere auf den 5, Dichtheit, Mindestluftwechsel, 9 Nachrüstung bei Anlagen und Gebäuden und 12, Verteileinrichtungen und Warmwasseranlagen.

Die EnEV eröffnet für die Fachleute ein breites Spektrum an Auslegungen, da die Verordnung das Gebäude in seiner Gesamtheit betrachtet. Diese Auslegung führt zu einem Kernsatz der laute: Gute Heiztechnik bedeutet weniger Dämmung; einfachere Heiztechnik bedeutet aufwendige Dämmung.

Dipl.-Ing. Leuchten, Energieagentur, Wuppertal, sprach in seinem Referat über die Anwendung von Photovoltaikanlagen. Er sieht aufgrund des Förderrahmens des 100.000 Dächer Programms und der 99 Pfg./kWh Solarstrompauschale die Wirtschaftlichkeit bei zahlreichen Anlagen erreicht. Leuchten erläuterte die Funktionsweise der Photovoltaikanlagen, nannte die unterschiedlichen Varianten der Solarzellensysteme, ging auf die Kosten der Anlagen ein und ergänzte die Information mit den derzeitigen Fördermaßnahmen. Er wies in diesem Zusammenhang auf die Einspeisevergütung (20 Jahre), das Darlehen nach dem 100.000 Dächer-Programm und das REN-Programm sowie die Eigenheimzulage (max. 500,- DM, acht Jahre) hin. Zur Zeit werde dieser Markt vor allem von Dachdeckern und Elektroinstallateuren bedient. Dieser Markt werde in Zukunft unter den genannten Kriterien zusätzliche Potenziale für den SHK-Handwerker bieten.

"Heizölqualität - Ölbrennwerttechnik" war ein weiteres Thema, das durch Hans-Peter Sproten abgehandelt wurde. Den Inhalt dieses Vortrags können sie in der IKZ-HAUSTECHNIK 18/2001 ab Seite 32 f nachlesen. Fazit: Heizölqualität muss erst durchgängig als Standard angewendet werden, sonst kann es in der Brennwerttechnik zu Problemen führen. Des Weiteren ungeklärt ist im Ölbrennwerttechnik-Bereich die Kondensatableitung.

Wilhelm Heckmann, Ruhrgas AG, stellte eine Studie der Ruhrgas zum Thema "Vergleich von Systemen zur Warmwasserbereitung" vor. Gegenübergestellt wurde für ein Mehrfamilienhaus (Neubau und Sanierungsbau) die Warmwasserbereitung über so genannte Satellitenanlagen, zentrale Speicher und elektrische Durchlauferhitzer. Die Studie wird Anfang 2002 veröffentlicht. Sie stellt vor allem die Kosten elektrischer Warmwasserbereitung mit allen Randkriterien in einen neuen Zusammenhang, mit dem Ergebnis, dass derart gebaute Anlagen durchaus nicht den oftmals genannten Investitionsvorteil haben.

Abschluss der Veranstaltung bildete ein Vortrag von Ulrich Thomas, FV SHK NRW, zu "Probleme mit Außenluftdurchlasselemente in der Wohnungslüftung". Hier seien vor allem Filtermaßnahmen und Dämmwerte zu beachten. Folge bei genauer Auslegung sei oft ein zu geringer Volumenstrom.

Beispiel: Küche 20-200 m3. Bei einem Abluftventilator mit 8pa-Unterdruck liefert ein Element 22 m3. Folge sind daraus ca. zehn Durchlässe und diese sind je nach Lage der Wohnung nicht ohne weiteres unterzubringen.


Werner Hirschler - 60 Jahre -

Werner Hirschler, Obermeister der Innung Köln, feierte in diesen Tagen die Vollendung seines 60. Lebensjahres. Landesinnungsmeister Dipl.-Ing. Rudolf Peters überbrachte die Grüße des Fachverbandes NRW.

Werner Hirschler, so Peters, gehöre zu jenen Menschen, die Freude und Erfolg teilen können und die andere motivieren. Davon habe gerade auch die Kölner Innung in den letzten Jahren viel gespürt.

So sei es für den engagierten Handwerksmeister selbstverständlich gewesen, sich auch konsequent in die Handwerksorganisation einzubringen. Als Obermeister leitet er die Innung in Köln; sein Rat werde gehört, sein abgewogenes Urteil von allen geschätzt. Konsequent in der Sache, fair im Umgang, die als richtig erkannten Ziele beharrlich verfolgend, habe Hirschler nicht nur in Köln, sondern auch im Verband und darüber hinaus besondere Anerkennung erhalten.

Werner Hirschler, Obermeister der Innung Köln, feierte seinen 60. Geburtstag.

Kraftvoll zupackend, wo immer es notwendig ist, humorvoll, ohne dabei übertrieben laut zu sein, das Herz auf dem rechten Fleck, mit seiner Heimatstadt fest verwurzelt: Den Blick sicher in die Zukunft gerichtet, ohne die traditionellen Kölner Werte zu vernachlässigen, so verstehe Werner Hirschler seine Arbeit.

Eine große Schar von Gratulanten war zum Geburtstagsfest gekommen, um Herrn Hirschler und seiner Familie für die Zukunft Glück, Gesundheit und Erfolg zu wünschen.


Fachforum "Facility Management"

Chancen für das Handwerk

Der Fachverband Sanitär Heizung Klima Nordrhein-Westfalen lädt zu einer mit kompetenten Referenten besetzten Weiterbildungsveranstaltung ein, die Chancen und Risiken des Facility Managements für das SHK-Handwerk sowie die Konsequenzen der Nutzung dieses Marktsegmentes für die betriebliche Organisation (Stichwort: Kooperation) beleuchtet.

Diese informative Veranstaltung findet am: 6. Dezember 2001, in der Zeit von 9.00 bis ca. 16.45 Uhr in Bochum statt. Die Teilnahmegebühr beträgt DM 150,00 (76,69 E) MwSt.-frei (inkl. Mittagessen, Getränke und Pausenkaffee).

Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung erhalten Sie beim

Fachverband
Sanitär Heizung Klima
Nordrhein-Westfalen
Abteilung Technik
Frau Ch. Lau oder
Herr U. Thomas
Tel.: 0211/69065-41 oder -35


Innung Dortmund

E- und Gas-Check

DEW und Dortmunder Fachhandwerk mit gemeinsamer Initiative

Sichere Haustechnik vom Keller bis zum Dach ist ein Muss für jeden Hausbesitzer. Schließlich sollen in den eigenen vier Wänden Heizung, Kühlschrank und Sicherheitseinrichtungen auf Anhieb funktionieren. Auch die gesetzlichen Vorgaben müssen eingehalten werden, denn der Hauseigentümer ist für den ordnungsgemäßen Zustand seiner Energieanlagen zuständig und kann dazu auch in die Haftung genommen werden.

Mit E- und Gas-Check machen es die Dortmunder Energie und Wasser - DEW und die beteiligten Innungsbetriebe aus den Bereichen Elektrohandwerk, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik allen Hausbesitzern besonders leicht: Vom 1. 09. - 31. 12. 2001 können sie ihr Haus deutlich unter dem handelsüblichen Preis einem Check in Sachen Sicherheit unterziehen. Dazu gibt es noch einen 50%igen Aktionsbonus durch DEW.

Bei einem 2-Familienhaus mit zwei Strom- und einem Gaszähler ergeben sich dadurch z. B. folgende Kosten:
1. Stromzähler 100 DM
2. Stromzähler 50 DM
1. Gaszähler (kl. Gas-Check) 100 DM
Summe 250 DM
abzüglich DEW-Zuschuss 125 DM

"Beim E-Check wird die elektrische Anlage von einem Fach-Installateur untersucht," so Innungsobermeister (Elektrotechnik) Udo Beyer. "Hierzu gehört die Sichtprüfung der Mängel und Funktionsprüfung der Absicherungen. Funktionieren die Schutzschalter? Sind auch die Nachinstallationen wirklich sicher? Fragen, die hierbei beantwortet werden können."

Obermeister der SHK Innung Dortmund und Lünen Adam Gungel (links) und Willibert Michels, DEW, bei der Vorstellung der Gas-Check Aktion.

"Beim kleinen Gas-Check wird eine Sicht und elektronische Geruchsprüfung aller sichtbaren Gasleitungen im Keller vorgenommen," erklärt Adam Gungel, Innungsobermeister (Sanitär und Heizungstechnik). "Beim großen Gas-Check werden auch alle unter Putz liegenden Leitungen auf ihre Gebrauchsfähigkeit überprüft und ein Leckagediagramm erstellt."

Abschließend wird der Zustand der Anlagen in einer Checkliste festgehalten. Der Hausbesitzer kann sich dazu beraten lassen, wie er die Sicherheit und Effektivität seiner Haustechnik verbessern kann.

Das durch langjährige Zusammenarbeit eingespielte Team DEW-Fachhandwerk sorgt dafür, dass ein Anruf zum Ortstarif genügt (01801/ 40 50 00) und einer der 60 beteiligten DEW-Vertriebspartner wird alles weitere mit dem Hausbesitzer abstimmen. Der kleine Check selbst, ob für Erdgas oder Strom, dauert maximal eine Stunde - Zeit, die sich jeder für seine Sicherheit nehmen sollte.

Broschüre: Verlassen Sie sich auf die Profis.


[Zurück]   [Übersicht]   [www.ikz.de]