IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 19/2001, Seite 16 ff.


VERBÄNDE AKTUELL 


Nordrhein-Westfalen


Parlamentarischer Abend des Fachverbandes

Die Bereiche Wirtschaft, Mittelstand, Energie sowie Arbeitsmarkt, Soziales, Wohnungsbau und Umweltschutz standen im Mittelpunkt des traditionellen Parlamentarischen Abends, den der Fachverband SHK NRW in diesen Tagen in Düsseldorf veranstaltete.

Die Anwesenheit des nordrhein-westfälischen Landtagspräsidenten Ulrich Schmidt (rechts) machte deutlich, dass die Sorgen des handwerklichen Mittelstandes von der Politik ernst genommen werden. Landesinnungsmeister Rudolf Peters und HGF Dr. Hans-Georg Geißdörfer, Fachverband SHK NRW, hatten zum parlamentarischen Abend geladen.

Die Tatsache, dass der Präsident des nordrhein-westfälischen Landtages, Ulrich Schmidt, MdL, erschienen war, um dem SHK-Handwerk in NRW seine Referenz zu erweisen, wurde mit großem Beifall belohnt. Moderiert wurde der Abend vom Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes SHK NRW, Dr. Hans-Georg Geißdörfer.

Das Handwerk mit seinen kleinen und mittleren Betrieben ist der Motor für Wirtschaftswachstum und mehr Arbeitsplätze. Wenn in Nordrhein-Westfalen den Handwerksunternehmen die Luft zum Atmen fehlt, fällt unser Bundesland auch künftig in der wirtschaftlichen Dynamik zurück und kann die Arbeitslosigkeit nicht wirkungsvoll bekämpfen, erklärte der Vorsitzende des Fachverbandes, Dipl.-Ing. Rudolf Peters in seinem Eröffnungsstatement.

Mittelstandsfreundlichkeit - Fehlanzeige

Ein starkes Handwerk, dessen Forderungen am Gemeinwohl orientiert sind, so Peters, bilde das Rückgrat unserer Gesellschaft. Deshalb sind künftig alle gesetzgeberischen Maßnahmen dahingehend zu überprüfen, ob sie die wirtschaftliche und gesellschaftliche Funktion des Handwerks fördern.

Peters sprach sich dafür aus, keine neuen Förderprogramme aufzulegen, sondern eine grundlegende Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in NRW zu erreichen. Von der Politik, so Peters, seien derzeit keine konjunkturellen Impulse zu erwarten. Statt der eigentlich längst fälligen Entlastung bei Steuern und Abgaben gäbe es neue Belastungen für das personalintensive Handwerk, die z.B. vom Rechtsanspruch der Beschäftigten auf Teilzeit bis hin zur Ausweitung der Mitbestimmung reichen. Eine mittelstandsfreundliche Ausgestaltung der Politik sei nicht zu erkennen.

Die Vertreter der Parteien nannten das in Arbeit befindliche Mittelstandsgesetz als wichtigstes Gesetzgebungsvorhaben der nächsten Monate. Alle Vertreter der Parteien waren sich darin einig, dem Handwerk tatsächlich handfeste Unterstützung und bessere Wettbewerbsbedingungen zu verschaffen.

Die Vertreter der CDU-Opposition setzen sich dafür ein, ein Mittelstandsförderungsgesetz zu erarbeiten, das

- den freien Leistungswettbewerb in NRW sichere,

- verlässliche Rahmenbedingungen dafür setze, dass Diskriminierungen des Mittelstandes abgebaut werden sowie

- alle staatlichen Fördermaßnahmen in einem System zusammengefasst und nach außen hin transparent gemacht werden.

Sie forderten überdies die Landesregierung dazu auf, eine Mittelstandsverträglichkeitsprüfung einzuführen und zu prüfen, welche Vorschriften (insbesondere des Arbeits-, Sozial-, Umwelt- und Wirtschaftsrechts) entfallen können. Die Landesregierung müsse sich gegenüber Bundesregierung und Bundesrat nachdrücklich für die Interessen des Handwerks einsetzen und in Zukunft jedes Gesetz ablehnen, welches den Mittelstand belastet oder behindert.

Die Landesregierung müsse überdies - so die CDU-Parlamentarier - dafür Sorge tragen, dass bei allen öffentlichen Auftragsvergaben VOB und VOL auch künftig angewandt werden, Ausschreibungen in mittelstandsgerechten Losgrößen erfolgen, dass Nachverhandlungsverbot erhalten bleibt. Des Weiteren solle die Landesregierung Generalunternehmervergaben durch die öffentliche Hand auf Ausnahmen beschränken, so die Vertreter der CDU.

Zu Beginn der Abendveranstaltung waren bereits die Mitglieder des Landtages (v.l.) Hannelore Brüning, Christian Michael Weisbrich, beide CDU, Dr. Bernhard Kasperek, SPD sowie Bernd Schulte und Hans-Peter Lindlar, CDU, anwesend, sodass kompetent und sachorientiert diskutiert werden konnte.

Wirtschaftliche Betätigung der Kommunen auf Kernaufgaben beschränken

Das Auswuchern der wirtschaftlichen Betätigung von öffentlichen Händen und sog. Beschäftigungsgesellschaften wurde von der Opposition strikt abgelehnt. Die Kommunen, die ihre Beteiligungen offenlegen sollten, müssten sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. Die Kommunen sollten sich zur Erledigung von Aufgaben der örtlichen Gemeinschaft nur dann wirtschaftlich betätigen, wenn der öffentliche Zweck dies rechtfertige und die Betätigung nach Art und Umfang in einem angemessenen Verhältnis zur Leistungsfähigkeit der Gemeinde und zum voraussichtlichen Bedarf steht. Die Kommunen hätten im Interesse einer sparsamen Haushaltsführung dafür Sorge zu tragen, dass Leistungen, die von privaten Anbietern in mindestens gleicher Qualität und Zuverlässigkeit bei gleichen oder geringeren Kosten erbracht werden können, diesen Anbietern übertragen werden, sofern dies mit dem öffentlichen Interesse vertretbar ist.

Ein besonderes Thema war auch die gesetzliche Regelung zur Einhaltung neuer Abgasgrenzwerte für Heizungsanlagen bis spätestens zum 1. November 2004. Hier gibt es nach Angaben des Verbandes einen großen Sanierungsbedarf in einer Größenordnung von rd. 200.000 Heizungsanlagen. An Hausbesitzer appellierte Peters, nicht "bis auf den letzten Drücker" und damit bis zum Ablauf der Frist zu warten, denn dann könne es einen Auftragsstau geben. Gemeinsam mit den Marktpartnern aus Industrie und Großhandel wird der SHK-Verband alle Möglichkeiten ausschöpfen, über Modernisierungsinvestitionen zu informieren.

Blick in die parlamentarische Runde, in der konkrete Anliegen mit den Volksvertretern diskutiert werden konnten.

Neue Energiesparverordnung - EnEV

Zur Zeit müsse die Einhaltung der Anforderungen der Heizungsanlagen-Verordnung vom Bauherrn bzw. der Bauherrin nach 3 der Überwachungsverordnung zur Heizungsanlagenverordnung gegenüber der unteren Bauaufsichtsbehörde mit einer Erklärung der Fachunternehmerin bzw. des Fachunternehmers nachgewiesen werden, erklärte Geschäftsführer Kröschel. Nach Verabschiedung der Energiesparverordnung würden die Anforderungen der Heizungsanlagenverordnung in diese integriert. Da der Vollzug bekanntlich den Ländern übertragen wird, stellten sich folgende Fragen:

- Ist beabsichtigt, am Nachweis analog zum derzeitigen Verfahren festzuhalten (Bescheinigung des Fachunternehmers)?

- Ist beabsichtigt, das Nachweisverfahren zu ändern insofern, als auch die Einhaltung aller anderen Anforderungen (z.B. ehemals Wärmeschutzverordnung, Energiekennzahl, Luftdichtheit etc.) in einem Formular durch den Fachunternehmer zu bescheinigen ist?

- Ist beabsichtigt, jeweils separate Bescheinigungen durch jeweils andere am Bau Beteiligte (z.B. Architekten, Planer) zu verlangen?

Die Vertreter der Parteien im nordrhein-westfälischen Landtag wiesen auf die besondere Funktion der Fachunternehmererklärung hin und versprachen, sich dafür einzusetzen, dass nach der Verabschiedung der Energieeinsparverordnung die Fachunternehmererklärung ihre besondere Funktion im Nachweisverfahren behalten muss.

Weitere Themen des Parlamentarischen Abends waren die Bereiche "Fachkräftemangel im Handwerk", "Entwicklung der Landesförderung im sozialen Wohnungsbau", "Die Haltung des Landes zum Thema REN-Förderung und ähnlicher Programme im Bereich Energieeinsparung". Dabei wurde deutlich, dass die Förderung des Landes für Energieeinsparungen nach Möglichkeit erhöht werden soll.

Einig war man sich bei dem Thema "Modernisierung der Ausbildungsgänge". Sie müssten zielgenau an veränderte Rahmenbedingungen angepasst werden. Dazu gehöre auch die Schaffung weiterer neuer Berufsbilder in enger Kooperation mit Schulen und Wirtschaft.

Förderpolitik im Bereich Solar- und Heizungsmodernisierung unsolide

HGF Dr. Geißdörfer verwies darauf, dass die Bundesregierung das Programm "Erneuerbare Energien" stark beschnitten habe. Während Endkunden vorher mit 250,- DM bzw. 325,- DM Förderung pro Quadratmeter Kollektorfläche rechnen konnten, sei ab Juli nur noch eine Förderung in Höhe von 170,- DM (einheitlich) pro Quadratmeter Kollektorfläche möglich. Die ohnehin schon gekürzte Förderung für die gleichzeitige Modernisierung der alten Heizungsanlage sei ganz gestrichen worden.

Mit dieser Förderpolitik, so Geißdörfer, treffe die Bundesregierung die kleinen und mittelständischen Handwerksbetriebe der Branche in einer sehr angespannten Konjunkturlage. Das sei kontraproduktiv für den Arbeitsmarkt und den Klimaschutz. Geißdörfer ermahnte die Parteienvertreter, sich nachdrücklich für Klimaschutz und CO2-Minderung einzusetzen. Durch die Streichung der Förderung bestehe für den Endkunden nur noch wenig Anreiz für eine zeitnahe Modernisierung.

Neben dem Landtagspräsidenten Ulrich Schmidt MdL SPD, nahmen an dem Parlamentarischen Abend die Landtagsfraktionssprecher für Städtebau- und Wohnungswesen, Umweltschutz und Raumordnung sowie die wirtschaftspolitischen Sprecher teil.

Gekommen waren die Abgeordneten Bernd Schulte MdL, CDU; Hans-Peter Lindlar MdL CDU; Dr. Bernhard Kasperek, SPD sowie Dr. Gerhard Papke, MdL, FDP; wirtschaftspolitischer Sprecher sowie die wirtschaftspolitischen Sprecher der CDU, Christian-Michael Weisbrich, MdL und Hannelore Brüning MdL, selbst Inhaberin eines Sanitär- und Heizungsbetriebes aus dem Münsterland.

"Das Handwerk hat lebenslänglich Deutschland", so die Einschätzung von HGF Dr. Hans-Georg Geißdörfer, der die Vertreter der Parteien dazu aufforderte, Hemmnisse für das Handwerk zu beseitigen.


Markt machen, Markt schaffen

Mitgliederversammlung Fachverband NRW  Teil 1

Wenig hoffnungsvoll schauen die 7500 Betriebe des SHK-Handwerks Nordrhein-Westfalen in die Zukunft. Das zeigte sich während der Mitgliederversammlung am 7. September dieses Jahres in Bad Salzuflen. Die SHK-Konjunktur zeigt nach unten, die Binnennachfrage hat sich weiter abgeschwächt. Positive Impulse sind ausgeblieben und kurzfristig wohl nicht zu erwarten, erklärte der Vorsitzende des Fachverbandes, Dipl.-Ing. Rudolf Peters, auf der Mitgliederversammlung des Fachverbandes NRW vor 80 Teilnehmern.

Insbesondere im Bau und Ausbau habe sich die Lage dramatisch verschlechtert und auch das SHK-Handwerk sei in diesen Sog hineingezogen worden. Wer in den letzten Wochen die Medien aufmerksam verfolgt habe und dabei insbesondere die Berichterstattung über die Lage unserer Wirtschaft, der könne eigentlich nur noch resignierend den Kopf schütteln, erklärte Peters, wobei das Kopfschütteln allerdings viel zu schwach ist, denn bei vielen dürfte längst auch Wut und Enttäuschung aufgestiegen sein und sicher nicht wenige Unternehmen blicken wenig hoffnungsvoll - oder sogar angstvoll - in die Zukunft.

Landesinnungsmeister (LIM) Dipl.-Ing. Rudolf Peters rief die teilnehmenden Innungsvertreter zu solidarischem Handeln auf. "Lasst uns den Weg in die Zukunft gemeinsam gehen," so Peters.

Mittelstandsfreundlichkeit - Fehlanzeige

Auf die Politik, so Peters, können wir uns dabei wenig verlassen, denn eine durchgängige Mittelstandsfreundlichkeit können wir der Bundesregierung nicht bescheinigen: Statt der eigentlich längst fälligen Entlastung gäbe es neue Belastungen: Von der Streichung der 630 DM-Jobs aus den ersten Tagen der Regierung Schröder über den Rechtsanspruch der Beschäftigten auf Teilzeit bis hin zur Ausweitung der Mitbestimmung reiche dieser Bogen. Unterm Strich heißt es daher in unseren Unternehmen: Mittelstandsfreundlichkeit - Fehlanzeige. Auch in Nordrhein-Westfalen sehe die Lage wirtschaftlich keineswegs besser aus: Die Wachstumsschwäche der Volkswirtschaft und die Investitions- und Kaufzurückhaltung der Bürger schlagen auch hier auf das SHK-Handwerk durch. Die haben den Anteil derjenigen Betriebsinhaber, die in den kommenden Monaten eine weitere Verschlechterung ihrer geschäftlichen Situation erwarten, auf knapp 1/3 ansteigen lassen.

Peters forderte die Delegierten auf, gegenüber den Herausforderungen, die unsere Branche zu bewältigen habe, gemeinsam vorzugehen. Für den Fachverband bedeute dies, dass er noch mehr als bisher die Betriebe für die Marktfelder Sanierung, Modernisierung, Badwelt-Kooperation, Facility-Management und Gebäudebewirtschaftung unterstützen müsse. Die Sanierung des Wohnungs- und Anlagenbestandes könne - wenn die Betriebe sie nutzten - wirkliche Impulse für zusätzliche Aufträge und Beschäftigung bringen. Die Öffentlichkeit müsse dafür sensibilisiert werden, dass die Anlagen schon bald erneuert werden - und Peters fügte hinzu: Wir müssen das gemeinsam mit unseren Marktpartnern aus Industrie und Großhandel tun. Nur ein gemeinsames Vorgehen am Markt bringe die gewünschten Resultate und deshalb laute die Devise für die gesamte Geschäftsstelle des Verbandes: Markt machen, Markt schaffen.

In der nicht so guten konjunkturellen Lage könne man nicht die Hände in den Schoß legen, viel mehr heiße es für die SHK-Betriebe die Ärmel hochzukrempeln und den Blick in die Zukunft zu richten, so Dr. Geißdörfer während seines Berichts.

Sorgenvolle Lehrlingsstatistik

Die Anstrengungen, für unsere High-tech-Berufe den erforderlichen Nachwuchs zu erhalten, müssen nach Worten von Peters intensiviert werden. Der Wettbewerb um die guten Azubis werde nämlich in den kommenden Jahren immer härter. Das SHK-Handwerk habe in diesem Rennen "keine schlechte Startposition", aber der Sieg werde nicht von alleine kommen. Peters erneuerte in diesem Zusammenhang die Forderung an die Politik, dass sie für Schulabgänger zu sorgen habe, die auf die moderne Wirtschaftswelt angemessen vorbereitet sind, bei denen sich also nicht Meister oder Geselle oder die Berufsschule noch bei Nachhilfe in Lesen, Schreiben und Rechnen aufhalten müssen.

SHK-expert-Portal

Der Kunde klicke sich heute via Internet durch die ganze Welt - und deshalb sei es wichtig, dass er auch zu unseren Betrieben finde. Das Internet-Portal - shk-expert - erfordere deshalb die volle Präsenz der Innungsmitglieder. Peters ermutigte die Betriebsinhaber, sich als Betrieb noch mehr einzuschalten; der Fachverband biete diese Möglichkeit und hoffe auch, dass dieses Internet-Portal mehr und mehr genutzt werde. Hier müssten die Betriebe am Ball bleiben, oder besser gesagt, ins Netz gehen.

Kritisch erörterte Ing. Norbert Kröschel, Geschäftsführer Technik FV SHK NRW, die Problematik der Werkstoffe Messing und Kupfer in der Hausinstallation. Kröschel verabschiedete sich mit seinem "Technikbericht" von der Mitgliederversammlung, denn er gehe im Juni des nächsten Jahres in den Ruhestand.

Verbesserung des Dienstleistungsservices des Fachverbandes

Der Fachverband müsse bei allen Aktivitäten auch weiterhin der starke und zuverlässige Partner der Betriebe sein, als Berater und Unterstützer der Betriebe und als Sprachrohr unseres Handwerks gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Das neue Seminar- und Verbandsgebäude, das aller Voraussicht nach Ende Dezember 2001 bezogen wird, soll hierfür ein deutlich sichtbarer Beweis sein. Peters lud alle Obermeister und Betriebsinhaber herzlich ein, ab dem 2. Januar 2002 diese neue Stätte der Begegnung zu besuchen.

Zur Verbesserung des Dienstleistungsservices im Verband zähle auch die Weiterführung der Strukturreform, die vor Jahresfrist mit den Diskussionen auf dem Obermeistertag eingeleitet wurde / Stichwort: Kundenzufriedenheitsanalyse. Die Ergebnisse der Strukturreform würden ausführlich auf dem nächsten Obermeistertag diskutiert.

Mehrwertpaket für die Betriebe

Dr. Hans-Georg Geißdörfer, Hauptgeschäftsführer des SHK-Fachverbandes NRW, erklärte in seinem Geschäftsbericht, dass sich der Verband im abgelaufenen Geschäftsjahr in einem wirtschaftlich und mittelstandspolitisch sehr schwierigen Umfeld behauptet und bewährt habe.

Maßgebend dafür waren
- das klare und unmissverständliche geschlossene Auftreten gegenüber Industrie, Handel, Gewerkschaften und der Politik sowie anderen Interessensgruppen,
- ein an den Bedürfnissen der Mitglieder ausgerichteter Dienstleistungsservice auf den Arbeitsgebieten Technik, Recht und Betriebswirtschaft, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit im Sinne einer Kundenzufriedenheit. Dazu zählte Geißdörfer auch die Tagungen der Bezirksvereine - sechs Bezirksvereinssitzungen wurden bereits durchgeführt, die anderen werden in der nächsten Zeit folgen.

In einem Markt, der im Grunde genommen die ganze Kraft des Unternehmers beanspruche, bleibe den Unternehmern immer weniger Zeit für ihre zentrale Aufgabe: Die Sicherung ihrer unternehmerischen Existenz und damit wertvoller Arbeitsplätze. Geißdörfer zog die Konsequenz, dass der Fachverband auch in Zukunft für die Unternehmen der verlässliche Partner bleiben müsse.

Dr. Thomas Köster, Geschäftsführer des Nordrhein-Westfälischen Handwerkstages (NWHT) sprach zu dem Thema: "Das nordrhein-westfälische Handwerk im Spannungsfeld der Bundes- und Landespolitik".

Wirtschaftliche Lage der Betriebe / Marktentwicklung

Geißdörfer beschrieb die Lage am SHK-Markt - und in der gesamten Branche - als dramatisch. Hatten die SHK-Betriebe in NRW 2000 - so Geißdörfer - noch leichte Zuwachsraten zu verzeichnen, sind die Betriebe im ersten Halbjahr 2001 eindeutig die konjunkturellen "Verlierer". Denn:
- Die Umsätze sind rückläufig.
- Der Abwärtstrend bei den Beschäftigten halte an.
- Die Zahl der Lehrlinge habe erneut abgenommen.

Geißdörfer nannte folgende Gründe:
- Der Bausektor war von großen konjunkturellen Schwierigkeiten gekennzeichnet.
- Die Wohnungsbauzahlen sind erneut zurückgegangen - im ersten Halbjahr 2001 um über 25%.
- Es gäbe einen starken Preiswettbewerb, wodurch vielfach keine kostendeckenden Preise erzielt wurden.
- Die Ertragssituation vieler SHK-Betriebe sei äußerst angespannt.
- Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen von privaten Haushalten wurden nur zurückhaltend durchgeführt.

Der Fachverband habe versucht, den Betrieben einen Mehrwert für ihre Innungs- und Verbandsmitgliedschaft zu verschaffen, denn die Servicepalette des Verbandes verschaffe den Betrieben echte Informationsvorsprünge gegenüber der Konkurrenz - und sichere damit auch die Basis der unternehmerischen Entscheidungen. Dieses "Mehrwertpaket" sei allen Betrieben zugeleitet worden.

Auf indirektem Wege wirkten sich die Einbindungen des Fachverbandes in die große SHK-Gemeinschaft mit Industrie, Handel und Versorgungswirtschaft positiv aus, ebenso wie die Wahrnehmung der unternehmerischen Interessen durch den Verband im politischen Bereich, bei Tariffragen und bei Benachteiligungen im Wettbewerb (Stichwort: 107 Gemeindeordnung NRW und Innovatio-Klage). All diese Maßnahmen - so Geißdörfer - tragen dazu bei, dass die Innungsmitglieder Trends schneller ausmachen können und für sich nutzen und Probleme frühzeitig erkennen und dann meistern können.

Aufmerksam verfolgten die Teilnehmer den Ausführungen der Geschäftsführer Technik, Ing. Kröschel, Recht, RA Stohlmann und Betriebswirtschaft, Ass. Weber.

Mehrwert: Mehr Wissen

Die Vorteile für Innungsbetrieb machte Geißdörfer an einigen Beispielen deutlich:
- Kostenlose Beratung in technischen, betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Fragen - je nach Bedarf telefonisch, schriftlich oder "vor Ort" im Unternehmen.
- Kostenlose Überprüfung der betrieblichen Haftpflicht. Die Praxis zeige: Eine ausreichende Absicherung ist bei umfangreichen Schadensfällen existenzrettend! Die Prüfung des Verbandes umfasst die Versicherungsklauseln, die Deckungssumme und die Angemessenheit der Prämie.
- Kostenlose Betriebsvergleiche
- Branchentypische Vergleichswerte erleichtern den Betrieben die innerbetriebliche Kontrolle. So können Fehlentwicklungen frühzeitig erkannt und ausgemerzt werden.
- Aktuelle Branchennews
- Die AKTUELL des Fachverbandes, Rundschreiben, Artikel in Fachzeitschriften oder Sonderinformationen, versorgen die Betriebe mit allen wichtigen News in Sachen Rechtsprechung, Betriebswirtschaft, Technik, Marketing und Design. So können sie frühzeitig auf neue Entwicklungen reagieren.
- Systematische Weiterbildung
- Unternehmensseminare und Vorträge auf Innungs- und Verbandsebene verbessern das Know-how der Betriebe und erleichtern die Entwicklung erfolgreicher unternehmerischer Strategien. Aktuelle Themenschwerpunkte sind z.B.: Marketing, Internet, Unternehmensbesteuerung, Finanzierung, neue Technologien, Unternehmensnachfolge, Bauvertragsrecht u.a.
- Die Marketingkonzepte und -strategien des Verbandes sorgen für kraftvollen "Rückenwind" im Markt. Geißdörfer forderte die Betriebe auf, diese Chance zu nutzen.
- Nur als Innungsmitglied ist der Betrieb berechtigt, das bundesweite Gütezeichen der SHK-Branche, den "Eckring" werblich zu nutzen. Er habe einen hohen Bekanntheitsgrad und stütze das positive Image des Unternehmens.
- Ein ganzes Bündel von Werbemaßnahmen des Verbandes, kommt dem Fachbetrieb unmittelbar und mittelbar zugute:
- Rundfunkwerbespots für eine wirkungsvolle Image- und Nachwuchswerbung
- Eine breite Palette von Werbemitteln, die ausschließlich Innungsmitgliedern zugänglich ist (Prospekte, Mailings, Plakate, Aufkleber, Anzeigenvorlagen), wurden von Januar 2001 bis August 2002 fast 200.000 Werbemittel kostenlos an die Betriebe abgegeben.
- Der Messeservice des Verbandes unterstütze die Innungspräsenz auf regionalen Ausstellungen.
- Die Innungsbeauftragten für Öffentlichkeitsarbeit (IBÖ's) erfahren Marketingaktivitäten auf Innungsebene. Beispielsweise: Innungsaktivitäten mit Fachgroßhandel und Stadtwerken, Tag der offenen Tür, Beteiligungen an Regionalausstellungen etc. Als Innungsmitglied partizipiere der Betrieb auch an den Kampagnen des Zentralverbandes SHK (z.B. Sonderkampagnen "Solar - na klar" oder "Gutes Bad de/Meister, Marken, Möglichkeiten".
- Der FSI (Förderverein der Sanitärindustrie, des sanitären Großhandels und des Sanitärhandwerks) stärke die Kooperation der traditionellen Vertriebspartner und diene der Erarbeitung neuer, zukunftsträchtiger Konzepte. So haben sich, erklärte Geißdörfer, die inzwischen traditionellen "Raesfelder Schloßgespräche" als beliebtes Diskussionsforum und Impulsgeber für neue richtungsweisende Themen im SHK-Handwerk bewährt.
- Die Marktpartnerschaft im Landesinstallateurausschuss LIA: Kooperatives Marketing bringe für das SHK-Fachhandwerk und die Gasversorgungsunternehmen große Vorteile. Auf Orts- und Landesebene werden gemeinsame Marketingaktivitäten entwickelt und fachliche Grundsatzfragen erörtert, um die Marktposition des Fachhandwerks zu stärken. Das Dienstleistungsangebot umfasst u.a. Kundeninformation, Energie- und Umweltberatung, den technischen Erfahrungsaustausch, die Unterstützung der Markteinführung neuer Gas-Verwendungstechniken, Koordinierung und Organisation des Notdienstes u.a.
- Die Badwelten, so Geißdörfer, eine Kooperation mit dem Fachgroßhandel auf Basis eigenständiger GmbH's oder GmbH & Co. KG's des Fachhandwerks soll dem dreistufigen Vertriebsweg der Branche mehr Power verschaffen und die Nachfrage beim potenziellen Kunden entsprechend stärken. In NRW, so Geißdörfer, sind fast 1300 Betriebe in diese Badwelten eingebunden.
- Die AJU - Arbeitsgemeinschaft junger Unternehmer des SHK-Handwerks - ist ein ideales Forum für junge Betriebsinhaber, die Erfahrungen und Meinungen austauschen, um auf diese Weise ihren betrieblichen Horizont zu erweitern und Interesse haben an Aktivitäten, die den menschlichen Zusammenhalt in der Branche fördern.
- Das Erdgas Partnerteam - eine Gemeinschaftsinitiative der Ruhrgas und des Fachverbandes - biete interessierten Innungsmitgliedern ein breites Angebot von Anregungen und Leistungen zur Kundengewinnung und -bindung.
- Der Fachverband SHK ist ideeller Träger der alle zwei Jahre durchgeführten Messe Sanitär-Heizung-Klima in Essen. Sie ist das Branchenforum an der Schnittstelle zu wichtigen europäischen Handelspartnern und ein absolutes Muss für alle, die im Markt mitreden und erfolgreiche Angebotskonzepte entwickeln wollen.

Wo immer die unternehmerischen Interessen der Betriebe berührt sind, so Geißdörfer, schalte sich der Fachverband ein und kämpfe für die Anliegen der Betriebe. Tarifpolitik ist ein zentrales Element der Verbandsarbeit, so Geißdörfer, mit existenzieller Bedeutung für die Unternehmen. Als Verhandlungspartner der Gewerkschaften kämpfe der Verband auf schwierigem Gebiet: Bei wachsendem Kosten- und Preisdruck haben Betriebsinhaber ein berechtigtes Interesse an Kostenminimierung. Gleichzeitig müssten die Tarife aber für qualifizierte Nachwuchs- und Fachkräfte, ohne die unsere Betriebe nicht existieren können, genügend Anreize für eine Berufslaufbahn in den SHK-Handwerken bieten.

Eingehend auf die Vertriebswegdiskussion stellte Geißdörfer fest, dass die in Deutschland praktizierte Form des klassischen dreistufigen Vertriebsweges der Sanitärindustrie nach wie vor gute Chancen biete, insbesondere, wenn man den Endverwender als vierte Stufe formell mit einbeziehe.

Neben Obermeister Wolfgang Contzen und Ehrenobermeister Alfons Klein erhielt Carl Burkhard, Vorstand Keramag, für seine Verdienste um das nordrhein-westfälische Handwerk die Goldene Ehrenmedaille von LIM Peters verliehen.

Preiserhöhung Sanitär- und Heizungsindustrie zum 1. Oktober 2001

Geißdörfer verwies darauf, dass der Fachverband die für den 1. Oktober 2001 angekündigten Werkspreiserhöhungen der deutschen Sanitär- und Heizungsindustrie zum Anlass nahm, an die Werke eindringlich zu appellieren, die geplante DM/Euro-Umstellung nicht dafür zu nutzen, Preiserhöhungen am Markt durchzusetzen. Angesichts der derzeitigen konjunkturellen Lage bei Handel und Handwerk passe diese Form der Preiserhöhung nicht in die konjunkturpolitische Landschaft und das SHK-Handwerk NRW sehe keine Möglichkeit, diese Preiserhöhungen an die Kunden weiterzugeben.

Begrüßt wurde von Dr. Geißdörfer in diesem Zusammenhang die Erklärung der mittelständischen Großhandelsunternehmen im Handelsausschuss, an der Zusage für eine Preisfestschreibung des Handelssortiments bis zum 31. Dezember 2001 festzuhalten. Fortsetzung folgt