IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 11/2001, Seite 51 ff.


KLEMPNERTECHNIK


Das Quick Step - Treppendach

Von der Tradition zum Modernen

Friedolin Behning und Frank Neumann*

Doppelstehfalz- und Winkelstehfalzdeckungen sowie Leistendächer und Dachdeckungen aus kleinformatigen, rautenförmigen Elementen sind bekannte Metalldachvarianten. Sie haben als praxisbewährte Standardlösungen ihren festen Platz im Baugeschehen. Doch die Entwicklung ist auch hier nicht stehen geblieben. Die zeitgenössische Architektur verlangt neue Akzente. Zum Beispiel Systeme, die mit wenigen vorgefertigten, aufeinander abgestimmten Komponenten vielseitige Bauaufgaben erfüllen und die neue Gestaltungsmöglichkeiten mit einfacher Verarbeitung verbinden.

Bild 1: Steildach mit zwei Pultdachflächen.

Ein solches System zur Ausführung attraktiver Metalldächer ist das technisch geschützte Quick Step - Treppendach. Optisch auffälliges Merkmal des neuen Dachsystems ist seine Eigenschaft, damit gedeckte Dachflächen horizontal zu gliedern. Dies ergibt sich aus der trauf- und firstparallelen Anordnung der Dachprofile und weil mit dieser Profilform und der entsprechend vorbereiteten Unterkonstruktion eine ausgeprägte Stufenwirkung erzielt wird. Die Oberfläche des Grundmaterials hat einen gleichmäßigen, blaugrauen Farbton, entsprechend dem Aussehen des werkseitig verwendeten Materials Rheinzink "vorbewittert" pro. Diese Oberflächenqualität stellt eine Optimierung des bisherigen "vorbewitterten" Materials dar, denn mit der neuen organischen Oberflächenbehandlung ist es gelungen, den Transport-, Lager- und Verarbeitungsschutz entscheidend zu verbessern und Fingerabdrücke bei Montagearbeiten weitestgehend auszuschließen. Zudem ermöglicht die Qualität die ölfreie Umformung mit Profilier- und Rundbogenformmaschinen.

Bild 2: Pyramidendach mit Erker-Abdeckung.

Bild 3: Tonnendach mit Ortgang-Abdeckung.

Funktionell und wettersicher

Die Verarbeitung des neuen Systems ist bereits nach kurzer Einweisung problemlos: Die vom Auftragnehmer nach exakten Baumaßen erstellten, verlegefertig auf die Baustelle gelieferten Profile werden mittels Steckverbindungen montiert. Zur verdeckten Fixierung dienen spezielle Systembefestiger, die zusammen mit der keilförmigen Systemlattung auf der tragenden Unterkonstruktion aufgebracht werden.

Die eigentlichen Basisprofile (Deckelemente) mit rückseitiger, wulstähnlicher Aufkantung plus Wasserfalz und vorderseitiger Abkantung werden miteinander durch Einrasten verbunden. Ihr wettersicherer Halt wird durch die Systembefestiger gewährleistet. Konstruktive Zusammenhänge und Befestigungsart zeigen die Schnittzeichnungen.

Zur Verbindung der Profillängen im Bereich der Querstöße stehen wasserführende Fugenprofile zur Verfügung, deren Anordnung und Wirkungsweise im System ebenfalls zeichnerisch dargestellt ist. Das Gesamtkonzept ist so aufeinander abgestimmt, dass auch bauphysikalische und sicherheitsrelevante Forderungen, wie Durchlüftung, Dehnungsausgleich und Sicherheit gegen Windangriff erfüllt werden. Zur Beurteilung der Windsicherheit der Deckelemente und deren praktischer Bewährung unter rauhen Alltagsbedingungen wurden von der Ingenieurgemeinschaft WSP, Aachen, mehrere Versuche durchgeführt. Das Ergebnis: Die Lagesicherheit des Systems gegen Windsog ist mit großer Sicherheit gegeben.

Bild 4: Satteldach flach geneigt.

Das Treppendach-System eignet sich für alle Dachneigungen von 10 bis 75 und für die meisten vorkommenden Dachformen. Die Standard-Metalldicke des Materials beträgt 0,80 mm, die Standardlänge 2000 / 3000 mm. Abhängig von der jeweiligen Bausituation werden darüber hinaus auch Sonderlängen geliefert. Für Traufen, Firste, Ortgänge, Grate, Kehlen, Querfugen und Durchdringungen gibt es exakt abgestimmte Systemkomponenten als Fertigteile.

Müssen beispielsweise Schornsteinköpfe in die Dachhaut eingebunden werden, kommen spezielle Anschlussrahmen zum Einsatz. Sie werden mit geringem Aufwand ohne Löt- bzw. Falzarbeiten eingebaut. Von den Dachflächen ablaufendes Niederschlagswasser wird seitlich am Schornsteinkopf vorbeigeführt und abgeleitet. Je nach Dachneigung stehen zwei Ausführungen dieses Anschlussrahmens zur Verfügung; einer für den Neigungsbereich von 10 bis 35, der andere für 36 bis 75. Wie die Bilder zeigen, bildet der sachgerecht montierte Anschlussrahmen mit dem Quick Step - Treppendach eine harmonische Einheit, die auch vom äußeren Erscheinungsbild her mit erstklassig ausgeführten handwerklichen Details konkurrieren kann.

Hinweise für Planung und Gestaltung

Für den Planer ist wichtig, dass die Formate der horizontalen Dachgestaltung präzise auf den Gebäuderaster abgestimmt werden können. Weiter von Interesse dürfte die Tatsache sein, dass sich aufgrund der ausgewogenen, funktionellen Detailvorgaben die Planungszeit verkürzen und die Planung selbst vereinfachen lässt. Das konstruktive Konzept ermöglicht bei Bedarf, durch Aneinanderreihen einzelner Felder mittels der schon erwähnten Fugenprofile auch sehr große Dächer formschön und funktionssicher zu decken.

Bild 5: Schornsteinkopf-Anschluss mit Anschlussrahmen.

Viel Freiheit für die Planung

Der Dachaufbau basiert, je nach Situation, auf der tragenden Unterkonstruktion mit Unterdach entsprechend den ZVDH-Fachregeln. Zwei typische Ausführungsbeispiele sind in den Schnittskizzen dargestellt. Raumseitig beginnt der Aufbau mit der luftdichten, dampfsperrenden bzw. dampfbremsenden Schicht. Darauf folgt eine Lage Holzwerkstoffplatten (BFU oder OSB-Platten, als sommerlicher Wärmeschutz, temperaturdämpfend und speicherfähig) sowie die Wärmedämmung, in unseren Beispielen als sogenannte Vollsparrendämmung. Die Dimensionierung muss der aktuellen Wärmeschutzverordnung entsprechen, wobei die Werte nach DIN 4108 für das Einzelbauteil einzuhalten sind. Oberhalb der Wärmedämmung wird eine Lage Unterspannbahn (Sd-Wert < 0,2 m) aufgebracht, die zugleich auch als "wasserführende Ebene" (Unterdach) dient. Als abschließende Maßnahme folgt der Einbau einer Lattung (30 x 50 mm), senkrecht zur Traufe, die zur Aufnahme der Systemlattung (mit konischem Querschnitt) aus nicht imprägnierten Holzleisten dient. Die Quick Step-Treppendachprofile werden im Regelfall firstseitig beginnend montiert. Zu ihrer Befestigung dienen bereits erwähnte spezielle Systembefestiger. Die charakteristische Stufenstruktur zur Aufnahme der Profile wurde ja bereits in der hölzernen Unterkonstruktion ausgebildet, was die beachtliche Flexibilität des neuen Verlegesystems deutlich macht. Zur Sicherheit gegen Eindringen von Flugschnee und Kleintieren werden die Basisprofile seitlich mit QS-Dichtungsband gedichtet.

Bild 6: Ausführung eines Quick Step - Treppendaches; Einhängen der Basisprofile.

Fazit

Mit dem neuen Quick Step-Treppendach hat Rheinzink im Bereich der Metalldächer eine in der Fachöffentlichkeit vielbeachtete Neuheit geschaffen. Funktionalität, praxisgerechte technische Details und ein interessantes Erscheinungsbild sind seine kennzeichnenden Merkmale. Das neue Verlegesystem ermöglicht Metalldächer in vielen Formen mit hoher technischer Lebensdauer und ästhetischen Details. Die Oberfläche in farbneutralem Blaugrau harmoniert zudem mit praktisch allen anderen Baustoffen.


Informationen zum System

Architekten, Handwerker und technisch interessierte Bauherren können bei Rheinzink unter Tel.: 02363/6050 oder Fax: 02363/ 605209 Arbeitshilfen wie Leistungsbeschreibungen, Verlegeanleitungen und weitere Informationen über das neue Dachsystem anfordern.


Internetinformationen:
www. rheinzink.de


*) Friedolin Behning und Frank Neumann, Mitarbeiter der Rheinzink GmbH, Datteln


B i l d e r : Rheinzink GmbH, Datteln


L i t e r a t u r : Technische Information Quick Step - Treppendach


[Zurück]   [Übersicht]   [www.ikz.de]