IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 07/2001, Seite 148 ff.


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BWT

Zukunftsmärkte fest im Blick

Erhebliches Wachstums-Potenzial versprechen Zukunftsmärkte wie die Wasseraufbereitung, der Health-Gesundheits- und Wellnessbereich sowie die dezentrale Energiebereitstellung. Denn der Verbraucher kauft zunehmend umweltbewusst und schätzt insbesondere den schonenden Umgang mit Ressourcen. Dieser Trend spiegelt sich in der BWT-Philosophie wider: Das seit zehn Jahren am Markt aktive Unternehmen bietet eine große Bandbreite ökologisch korrekter Lösungen für die Haustechnik. BWT hat Hygiene und Sicherheit, Gesundheit und Wellness im Fokus.

Das SHK-Fachhandwerk überzeugt seine Kunden auch weiterhin in erster Linie durch solide Handwerksarbeit. Doch das alleine wird nicht mehr ausreichen: Auf Dauer bleiben nur jene Installateure erfolgreich, die sich als Dienstleister, als Hygiene- und Wellnessberater und Problemlöser profilieren. Dazu müssen sie nicht nur technologisch up-to-date sein; sie sollten auch die Trends unserer Zeit erkennen. Beispielsweise den Wunsch nach einer Verringerung der Kohlendioxid-Emission und nach dem schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen, oder in einer stressigen Zeit der Wunsch nach dem täglichen Wellnesserlebnis.

Diese Themen stoßen nach Ansicht der BWT-Spitze bereits heute in der Bevölkerung auf breites Interesse und werden auch den Haustechnikmarkt in erheblicher Weise prägen. Zwei Zielrichtungen prägen derzeit die Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen des Unternehmens:

Wachstum durch Innovation

Die BWT-Gruppe ist mittlerweile in drei strategischen Geschäftsfeldern aktiv: Aqua Ecolife Technologies (Aufbereitung von Trink-, Brauch- und Schwimmbadwasser), Aqua Systems Technologies (Trink-, Prozess-Abwasseraufbereitungsanlagen in Modulbauweise), Fuell Cell Membrane Technologies (High Performance Membrane für die Brennstoffzelle). Hierfür offeriert das Unternehmen alle gängigen Produkt- und Verfahrenskonzepte für die Trink-, Prozess-, Reinst-, Abwasser- und Badwasseraufbereitung.

Dabei geht es nicht allein um die herkömmlichen Grundtechnologien für die Wasseraufbereitung. Desinfektionstechniken wie UV- und Ozonanlagen gehören ebenso zum Produktionsprogramm wie Ionenaustauscher, Entsalzungsanlagen, Membrananlagen (Reverse Osmose, Nanofiltration, Mikrofiltration, Ultrafiltration) und die neue IQ-Technologie - eine alternative Trinkwasseraufbereitung. Aber auch im Bereich "Energie" ist BWT aktiv: Mit einer speziellen Membranentwicklung der Tochtergesellschaft FuMA-Tech im dynamischen Markt der Brennstoffzellen-Technologie.

Zukunftsmarkt "Brennstoffzelle" im Visier

Die Erwartungen an die Brennstoffzellen-Technologie sind hoch gesteckt: Ziel ist die stationäre wie auch mobile Bereitstellung von sauberer, umweltfreundlicher Energie, die ohne fossile Brennstoffe (Erdgas, Kohle, Benzin) auskommt. Anwendungen finden sich bei Pkw und Bussen ebenso wie bei Blockheizkraftwerken und Laptops.

Die Verfügbarkeit leistungsfähiger und zugleich kostengünstiger Membranen ist eine wichtige Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg der Brennstoffzellen-Technologie. Die FuMA-Tech Membran ist recyclingfähig, darüber hinaus oxidationsbeständig und widersteht temperaturbeständig, bis zu 165 Celsius. Marktstudien sagen den PEM-Brennstoffzellen für das Jahr 2005 ein Umsatzpotenzial von bis zu 3 Milliarden Euro voraus (Studie von Arthur D. Little, Inc.). Davon 270 Millionen Euro allein für PEM-Membranen in der Automobilindustrie.

Kompetenz in den Zukunfts-Technologien

Rund 19 Mio. DM flossen 2000 weltweit in die Grundlagenforschung sowie die Produkt- und Verfahrensentwicklung. Auf nicht weniger als 6000 m2 umbauter Fläche entstand mit einem Investitionsvolumen von ca. 15,6 Mio. DM in Mondsee ein modernes Forschungs- und Entwicklungszentrun.

Das erklärte Ziel der F&E in der BWT-Gruppe ist es, den Chemieeinsatz in der Wasseraufbereitung weiter zu minimieren bzw. ganz zu vermeiden, den Energiebedarf zu reduzieren und mit innovativen Kreislauflösungen die steigenden Wasserkosten in den Griff zu bekommen. Die Best Water Technology-Gruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, ökonomische und ökologische Produkt- und Verfahrenskonzepte für den ganzen Wasserkreislauf "von der Quelle bis zum Sickerwasser" zu entwickeln.

1990 aus einem Management-buy-out (MBO) hervorgegangen, führte die BWT-Wachstumsstrategie zu einem internationalen Technologiekonzern. Dabei wurden gezielte Zukäufe und Beteiligungen im Hochtechnologiebereich sinnvoll gebündelt: Christ, G&S, Aqua France, Goema, Hinke, Kennicott, Aqua Engineering, FuMA-Tech, Van der Molen und Nomura sind die wichtigsten Unternehmen die seit 1990 zur BWT-Gruppe hinzugekommen sind bzw. mit denen strategische Allianzen eingegangen wurden. Mittlerweile zählen 60 Tochterunternehmen in Europa, Asien, Afrika, den USA und Südamerika zur Gruppe; die weitere internationale Expansion wird die nächsten Jahre prägen.


Aus einem rein haustechnikorientierten Wasseraufbereiter entwickelte sich BWT in zehn Jahren zu einem der führenden europäischen Wassertechnologieunternehmen. Der Vorstandsvorsitzende Andreas Weissenbacher äußerte sich gegenüber der IKZ-HAUSTECHNIK-Redaktion zu Status und Ausblick der Geschäftspolitik.

IKZ-HAUSTECHNIK: Sie entwickeln das Unternehmen BWT mit einer rasanten Geschwindigkeit. Wie ist der Stand der Dinge?

Weissenbacher: Die Best Water Technology-Unternehmensgruppe ist heute mit 60 Beteiligungs- und Tochtergesellschaften die Nummer Eins unter den europäischen Wassertechnologie-Unternehmen. Dabei liegen unsere Interessen ausschließlich im Bereich der Wasseraufbereitung. Unser großes Kapital auch für die Zukunft ist die Technologie-Kompetenz, die von den Grundtechnologien über elektrische Entsalzungsanlagen, Membrananlagen, AQAtotal, übrigens eine Technologie, die weltweit erstmals in der Trinkwasseraufbereitung geprüften alternativen Kalkschutz ermöglicht, bis zur High-Performance-Membran für die Brennstoffzellentechnologie reicht.

IKZ-HAUSTECHNIK: Ein breites Feld. . .

Für den BWT-Vorstandsvorsitzenden Andreas Weissenbacher ist klar: "Wir übernehmen die Verantwortung für den gesamten Wasserkreislauf, von der Quelle bis zum Sickerwasser."

Weissenbacher: Allerdings. BWT hat bereits 1990 die Strategie definiert, die Verantwortung für den gesamten Wasserkreislauf, von der Quelle bis zum Sickerwasser zu übernehmen. Sie ist die Grundlage für die heute führende Marktposition in Europa in der Hauswassertechnik ebenso wie in den Wachstumsindustrien Elektronik, Biotec, Kraftwerke, Food und Beverage.

IKZ-HAUSTECHNIK: Wo liegt momentan der Entwicklungsschwerpunkt?

Weissenbacher: Grundsätzlich versuchen wir uns in allen Themenbereichen gleichermaßen nach vorn zu entwickeln. In der Wassertechnologie können Sie auch in Zukunft mit evolutionären Wassertechniken "made by BWT" rechnen. Aufwändig konstruierte Wasserbehandlungsanlagen werden wir noch in diesem Jahr als Kompakteinheiten präsentieren. Das erleichtert und vereinfacht nicht nur die Installation sondern auch die Wartung. Unser Augenmerk liegt gegenwärtig vor allem auf den Bereichen Gesundheit, Hygiene, Wellness und Information.

IKZ-HAUSTECHNIK: Seit wann hat Wasseraufbereitung etwas mit Wellness zu tun?

Weissenbacher: Seitdem sich BWT verstärkt Wellness im Schwimmbad und Whirlpool zum Thema gemacht hat, mit Armaturen beschäftigt und die Produkte unter dem Begriff BWT fresh zusammenfasst. Mit der von uns entwickelten W.E.T.-Technology (Water Energy Transmission) wird in der Molekularstruktur von wasserführenden Teilen der Armaturen und Brausen ein geändertes Schwingungsverhalten hinterlegt. Mit dem faszinierenden Ergebnis einer Steigerung des täglichen Wohlbefindens nach dem morgendlichen BWT-fresh-Duscherlebnis.

Markus Nachtmann, Leiter der IT bei BWT im österreichischen Mondsee zeigt wie man via Internet BWTfresh vermarktet: BWT gibt via Internet die Information an die Endverbraucher. Diese werden von der Homepage an den zuständigen Installateur weitergeleitet, die das Geschäft ganz normal über den üblichen Vertriebsweg abwickeln.

IKZ-HAUSTECHNIK: Und was hat es mit dem Bereich Information auf sich?

Weissenbacher: BWT fresh und Information stehen sehr eng beieinander. Wir haben uns vor einiger Zeit entschlossen, den Bereich IT eigenständig zu bewältigen. Dieser Unternehmensbereich entwickelt und betreibt z.B. unsere Internetauftritte. Unter der Domain www. bwtfresh.at wird deutlich, wie wir uns die Zukunft vorstellen. Erstens im Bereich Wellness, denn dort sind alle Produkte zusammengefasst, die wir diesem Feld zuordnen. Zweitens im Bereich Information und Vertrieb. Denn hier zeigen wir die Produkte nicht nur, wir vertreiben sie auch, und zwar ohne die Befindlichkeiten des österreichischen SHK-Marktes zu stören. Die Installateure und der Großhandel sind in ein neuartiges BWT-E-commerce Konzept eingebunden.


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