IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 07/2001, Seite 3


EDITORIAL


ISH 2001: Weltmarkt für Haustechnik

Rechtzeitig zur Millenniums-Messe "ISH 2001" legt der ZVSHK sein Strategiepapier 2010 vor, mit dem für das SHK-Handwerk eine neue Dimension als Fachbetrieb für Haus- und Gebäudetechnik eröffnet wird.

Dem SHK-Handwerk wird bereits heute der weitaus größte Anteil am Haustechnikmarkt zugeordnet, dem sie mit Ausnahme des elektrischen Anschlusses ohne Verdrahtung auch gewerberechtlich zu ihrem Zuständigkeitsbereich rechnet.

Begünstigende Rahmenbedingungen werden diese Entwicklung bestätigen, ebenso wie dies bereits durch wissenschaftliche Untersuchungen und Zukunftsprognosen belegt wurde. Im jüngsten Umweltbericht nimmt die Bundesregierung Bezug auf die besondere Rolle, die den SHK-Handwerken im Rahmen der Modernisierung von Heizungsanlagen und Warmwassersystemen einschließlich der Nutzung von Solarthermie zukommt. Sowohl das Althaus-Modernisierungsprogramm als auch die bereits laufenden Förderprogramme des Bundes zur Nutzung thermischer Solarenergie verknüpfen die Heizungsmodernisierung und Solarenergienutzung zu einem Förderpaket. Damit wird auch für die weitere Zukunft klargestellt, dass der SHK-Fachbetrieb für Haus- und Gebäudetechnik die zuständige Adresse für Komplettsanierungen ist.

Professor Schips von der ETH Zürich - einer der "Sieben Weisen" der Schweiz - hat bei konsequenter Förderung der Heizungsmodernisierung weitere 20000 zusätzliche Arbeitsplätze im SHK-Handwerk errechnet. Die Energieeinsparverordnung wird im Zuge der bedingten Nachrüstung heizungstechnischer Anlagen sowie deren Isolierung ebenfalls große Zukunftspotenziale für das SHK-Handwerk erschließen.

Auch beim Neubau eröffnen die Optionen der Energieeinsparverordnung endlich der intelligenten SHK-Technik eine reelle Chance, Energiesparpotenziale durch innovative Haustechnik - etwa durch "Kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnungssystem" - zu realisieren.

Der Quantensprung bei der Kommunikationstechnologie hat das Problem der Vernetzung haustechnischer Anwendungsbereiche minimiert und im Zeitalter von Plug und Play zu einer Alltagsfrage werden lassen.

Der Kundendienst und Service der Anlagenbauer kann ohne weiteres im Online-Betrieb organisiert und optimiert werden. Damit gewinnt das SHK-Handwerk endlich den notwendigen Spielraum, um der Kostenschraube im Lohnnebenkostenbereich durch erhöhte Produktivität entgegenzuwirken.

Mit dem Wandel vom reinen Anlagenbauer hin zum haustechnischen Dienstleister, der den gesamten Lebenszyklus wärme-, wasser- und luftspendender Anlagen in der Gebäudetechnik bedient, macht das SHK-Handwerk schon jetzt einen Riesensprung in die Zukunft.

Gas- und ölbetriebene Heizungsanlagen sowie Wasser- und Abwassersysteme bedienen die elementaren Bedürfnisse der Menschen und machen ihre Häuser bewohnbar. Dieser Kompetenzbereich wird vom SHK-Handwerk gemeinsam mit den Marktpartnern im Rahmen der eingegangenen Vertragspartnerschaft im Projekt der SmartHouse-Technologie fortentwickelt (dazu Bericht Seite 48). Das Netzwerk haustechnischer Anwendungsbereiche steht und wird vom SHK-Handwerk künftig angeboten.

Natürlich weckt diese positive Zukunftseinschätzung das Interesse Dritter, die gerne - und wenn es nur im Wege verbaler Kraftakte ist - in diesen gesunden Markt eindringen möchten.

Das Weltereignis der ISH wird ein Beweis dafür sein, dass die Leistungsfähigkeit der Branche und das Zusammenwirken von Industrie, Großhandel und SHK-Handwerk auch solche Versuche gemeinsam abzuwehren weiß.

Nicht zuletzt der "Warren-Report" - der im Auftrag der Europäischen Kommission erstellt wurde - mit seiner breiten Skala von Vorschlägen zur Energieeinsparung, Umweltentlastung und höheren Effizienz beim Bauen konzentriert sich im Wesentlichen auf die Leistungspalette des SHK-Wirtschaftskreises - und er tut gut daran.

Die ISH 2001 dokumentiert diese Leistungspalette unter dem Motto "Wasser - Wärme - Luft - innovative Haustechnik für den humanen Lebensraum".

Michael von Bock und Polach
Hauptgeschäftsführer ZVSHK