IKZ-HAUSTECHNIK


Ausstellung


shk Hamburg 2000

Gedämpfte Stimmung

Rund 600 Aussteller aus 20 Nationen präsentierten zur diesjährigen shk Hamburg vom 22. bis 25. November ihre Produktpalette. Im Mittelpunkt des Angebots standen moderne Einrichtungen und Ausstattungen für Bad und Dusche sowie die Modernisierung der Heizungsanlagen, wie sie bei Millionen von Hausbesitzern bis Ende des Jahres 2004 ausgeführt sein muss. Doch selbst wenn sich laut offiziellem Messe-Abschlussbericht die überwiegende Zahl der Aussteller und Besucher positiv zum Verlauf der Veranstaltung äußerten, können diese Aussagen nicht über die eher traurige Bilanz hinwegtäuschen.

Blickt man auf die letzten vier SHK-Ausstellungen in Hamburg zurück, so zeigt sich das wahre Ausmaß dieser Entwicklung: Während die Messeleitung 1994 noch auf "über 50000" Besucher verweisen konnte, kamen seither immer weniger Menschen in die norddeutsche Metropole. Die Zahl derer, die den Weg ins Messezentrum fanden, verringerte sich über 47000 im Jahre 1996 und 45000 im Jahre 1998 auf nunmehr über 40000. Konjunkturschwäche oder der entfallene Feiertag am Buß- und Bettag, wie die Redaktion im Messenachbericht 1996 mutmaßte, entfallen demnach als Begründung. Unter anderem auch deshalb, weil die vergleichbaren diesjährigen Veranstaltungen in Berlin, Essen und Nürnberg ebenfalls nicht auf Rosen gebettet waren.
Im Grunde bleibt, auch wenn es schwerfällt, nur eine mögliche Erklärung: Übersättigung. Vergleichbar mit der Entwicklung im europäischen Fußball. Spiele, die vor zehn Jahren noch ausverkaufte Stadien, blühenden Schwarzhandel um Eintrittskarten und zehntausende enttäuschte Fans ohne Zutrittsmögklichkeit zum Stadion verursacht haben, finden heutzutage quasi unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Nicht, weil das Volk keine Lust mehr zum zuschauen hat, sondern weil der Reiz des Besonderen fehlt. Daran ändern auch Live-Übertragungen im Internet nur wenig. Vor allem dann, wenn technische Probleme die Präsentation wiederholt zum Standbild mutieren lassen. Der Reiz des Besonderen war - wie beim Fußball - in der Vergangenheit auch bei SHK-Ausstellungen gegeben. Heute dagegen verlangen die zahllosen Präsentationen z.B. des Fach-Großhandels ihren Tribut.
Diese Entwicklung geht mit einem bisher noch nicht dagewesenen Auf und Ab der SHK-Konjunktur einher. Stand den Branchen Managern bis Mitte des Jahres noch das Lachen im Gesicht, so stehen den meisten mittlerweile die Tränen in den Augen. Immer natürlich in Bezug auf den Inlandsmarkt. Spricht man vom Export, so verdrängt das Lächeln in aller Regeln wieder die Tränen.
Der Inlandsmarkt scheint gekennzeichnet durch ein bisher in dieser Geschwindigkeit unbekanntes Wechselspiel. Dazu kommt: Was vor Jahren das Nord-Süd-Gefälle war, ist heute offenbar die Diskrepanz zwischen Ost und West. Diese allein ist aber sicher auch keine Erklärung für den Absatzeinbruch seit Jahresmitte. Vielmehr scheinen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf die Kaufentscheidungen nachhaltigen Einfluss zu zeigen - vor allem in den mit weniger Kaufkraft belasteten Regionen. Mögen die stark verteuerten Energiekosten und der schwache Euro den Politikern bestenfalls ein verlegenes Grinsen entlocken, treffen diese Begleitumstände weniger betuchte Haushalte ins Mark. Folge: Man hält die Groschen fester zusammen und verschiebt nicht unbedingt erforderliche Investitionen auf später. Das trifft auch die SHK-Branche, obwohl angesichts steigender Energiepreise moderne, hocheffiziente Heizungs- und Klimaanlagen im Blickpunkt des Interesses stehen.
Dennoch sollte der Blick nach vorn nicht allzu düster ausfallen. Auch wenn "das Neubaugeschäft schwächelt", wie es Hamburgs Landesinnungsmeister Wilfried Sander in einem Interview vor der Ausstellung bezeichnete, gibt es zusätzliche Aufgaben. Alternativen bieten sich laut Sander beispielsweise in der Modernisierung: "Ein Beispiel: Durch neue gesetzliche Bestimmungen müssen bis zum Jahre 2004 Gas- und Ölheizungen, die vor 1978 installiert wurden, durch neue Anlagen ersetzt werden. Viele Hausbesitzer wissen das noch gar nicht. Gerade bei hohen Energiekosten lohnt es sich, die alte Heizung schon jetzt durch eine neue zu ersetzen. Inzwischen hat es doch bei der Entwicklung der Brennertechnik wahre Quantensprünge gegeben. Das bedeutet: Mit einer neuen Heizungsanlage kann man bis zu rund 30 Prozent Energiekosten sparen. Es wäre kurzsichtig von Hausbesitzern, mit der sowieso fälligen Heizungsmodernisierung bis zum letzten Augenblick zu warten. Wer weiß schon, wie die Preise im Jahr 2004 aussehen?"

Einer der Höhepunkte der diesjährigen Hamburger Fachausstellung war die Verlosung eines von Danfoss, Heingas, Schleswag, swb Enordia, FIAT, den SHK-Landesverbänden und der IKZ-HAUSTECHNIK gesponserten Erdgas-Multipla. Der Gewinn ging an den 18jährigen Hamburger Gymnasiasten Enis Sungar (Bild unten).