IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 23/2000, Seite 18 ff


VERBÄNDE AKTUELL 


Nordrhein-Westfalen


Mitgliederversammlung Fachverband NRW

Mehr Leistung durch Kooperation

"Die Mitgliederversammlung des Fachverbandes findet in einer Zeit statt, in der auch das SHK-Handwerk bundes- und landespolitisch vor vielen Fragezeichen steht," erklärte Landesinnungsmeister Peters vor 135 Teilnehmern auf der Mitgliederversammlung des Fachverbandes SHK NRW am 27. Oktober dieses Jahres in Bonn.

Der Ruf nach Abschaffung des großen Befähigungsnachweises und Selbstständigkeit für jedermann, so Peters, um jeden Preis, bestimmten die politischen Diskussionen.

Peters erklärte, dass das SHK-Handwerk einen eingezäunten Garten wolle: Wir stehen ein für die Qualität der Ausbildung sowie Qualität unserer Produkte und Dienstleistungen. Das ist "made in Germany", ein Markenzeichen für wirtschaftliche Prosperität und Wohlstand, zu der das Handwerk in den vergangenen 50 Jahren einen erheblichen Beitrag geleistet hat.

Peters kritisierte den jetzigen Wirtschaftsminister von NRW, Schwanhold, der damals nach den Koalitionsverhandlungen mit den "Grünen" berichtete, die SPD hätte den Meisterbrief in letzter Minute gerettet. Damals war Herr Schwanholt Mitglied des Bundestages. Aber jetzt scheine es so, dass sich nur andere Interessengruppen durchsetzen konnten, die ihre unumstößlichen ideologischen Vorstellungen haben. "Weltanschauung ist nicht selten ein Mangel an Anschauung".

Der Vorstand des Fachverbandes NRW v.l.n.r. (im Bild) RA Stohlmann, HGF Dr. Geißdörfer, LIM Peters, Dipl.-Ing. Pelzer und Ehrenlandesinnungsmeister Heidemann, der zudem für seine Arbeit als bisheriger Präsident des ZVSHK gewürdigt wurde.

Das treffe auf die Grünen 100%ig zu, jedenfalls soll der Meisterbrief von Existenzgründern nachgereicht werden können - innerhalb einer Frist von zehn Jahren. Auch gebe es weitere Überlegungen, Gesellen und sogar Langzeitarbeitslosen die Selbstständigkeit im Handwerk zu erleichtern. Dafür habe das SHK-Handwerk NRW kein Verständnis.

Im Übrigen ließe sich die Liste der Grausamkeiten erweitern. Peters verwies auf die Abschreibungsbedingungen, die sich für die Betriebe rapide verschlechterten. Die degressive Abschreibung vermindere sich von 30 auf 20%, die Abschreibungsfristen für Investitionsgüter sollen teilweise erheblich verlängert werden. Per saldo: Das Handwerk zahle kräftig drauf.

SHK-Branche NRW im Umbruch

Aus dem Wasserhahn komme nur ein Rinnsal, der Kessel ist noch nicht richtig unter Dampf, das Klima ist immer noch leicht unterkühlt: Also: Keine Steilvorlage für Umsatz und Ertrag mit Rückenwind, so Peters.

Die Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute treffen zwar insgesamt für das Jahr 2000 ein; der wirtschaftliche Aufschwung werde vorwiegend vom Export getragen: Es wird endlich Zeit, dass auch die Binnenkonjunktur anspringt, denn das ist wichtig für unser Handwerk, das überwiegend regional und damit binnenmarktorientiert ist. Das gilt auch für die Arbeitsplätze, fügte Peters hinzu, um die sich die Regierenden in den kleinen und mittleren Betrieben Tag aus Tag ein so bemühen.

Über 135 Teilnehmer verfolgten die Geschäftsberichte des Hauptgeschäftsführers und der Bereichsgeschäftsführer.

Peters erinnerte an den Obermeistertag, in dem in Arbeitsgruppen offen diskutiert wurde. Sein Motto dazu lautete: "Innung and more".

Die SHK-Betriebe in Nordrhein-Westfalen erhielten in Zukunft eine noch intensivere Unterstützung durch ihre Organisation, also durch Innungen, Kreishandwerkerschaften und den Fachverband. Als Dienstleister, wie sich Innungen und Verband nun einmal verstehen, müssen sie sich frühzeitig auf diese Veränderungen einstellen, um ihrer Servicefunktion weiterhin gerecht zu werden und ihrer Devise treu zu bleiben: "Bei uns bleibt keine Frage offen".

Der Fachverband habe immer wieder betont, dass das SHK-Handwerk eindeutig an der Fortsetzung der Marktpartnerschaft mit den Versorgungsunternehmen interessiert sei, denn sie habe sich als Vorteil für alle Beteiligten erwiesen: Das habe aber auf gleicher Augenhöhe, mit gleichlangen Spießen zu geschehen.

Trends zur Dienstleistung aus einer Hand

Die Trends zur Dienstleistung und zur Leistung aus einer Hand würden bewirken, dass die Breite der Anforderungen und das technische Niveau, das von den Betrieben abgedeckt werden müsse, noch weiter zunehme. Parallel dazu dürften die bisherigen Gewerkegrenzen an Bedeutung verlieren: Wir müssen mehr mit den Innungen kommunizieren, wir müssen zu klaren, schlanken Strukturen und zu einer intelligenten Arbeitsteilung kommen. Unübersichtlichkeit oder sogar Doppelarbeit müssten endgültig der Vergangenheit angehören.

Die Ergebnisse des Obermeistertages, so Peters, würden derzeit ausgewertet. Der Vorstand des Fachverbandes habe beschlossen, ein Verbandsleitbild zu entwerfen und dieses mit dem Einzug ins neue "Seminar- und Verwaltungsgebäude" des Fachverbandes in der Mitgliederversammlung 2001 zu beschließen.

Gerade die Innungen und Verbände, bei denen die Mitgliedschaft ja freiwillig ist, müssten sich immer wieder kritisch selbst analysieren: Konzentration auf die strategischen Kernbereiche werde das Motto lauten. Für den Fachverband sind das vor allem die Ermittlung, Bündelung und Vertretung der berufsspezifischen Anliegen, die Tarifpolitik, Fragen der Aus- und Weiterbildung sowie die Kommunikation mit den Mitgliedsunternehmen. Nur durch zielgruppenspezifische und marktnahe Dienstleistungen werde man für die Betriebe der optimale Dienstleister sein.

Der Fachverband werde in Zukunft auch besondere Kontakte zu neu gewählten Obermeistern halten. Neue Obermeister werden in das Haus des Verbandes nach Düsseldorf eingeladen, um mit Vorstand und Geschäftsführung des Verbandes Gespräche zu führen.

Per Saldo: Ein verstärktes Miteinander, ein Aufeinanderzugehen, mehr Engagement seitens des Ehrenamtes, mehr Engagement auch seitens der Geschäftsführung.

Die Geschäftsberichte der Bereiche Betriebswirtschaft, Recht und Technik wurden durch ihre Geschäftsführer Ass. Wolfram Weber, Ing. Norbert Kröschel und (im Bild) RA Friedrich-W. Stohlmann vorgetragen. Er führte aus, dass der Verhandlungsspielraum für die Tarifverhandlungen mit der IG-Metall durch die schlechte Wirtschaftslage wenig Spielraum gelassen hätten.

Keine geschützten Märkte im SHK-Handwerk, knallharter Wettbewerb

Geschützte Märkte gibt es auch im SHK-Handwerk nicht, der Wettbewerb ist knallhart. Auch ein Verband - das zeigen die Diskussionen auf dem letzten Obermeistertag, das zeigt die Strukturreform im Hause - ist laufend auf dem Prüfstand, erklärte Hauptgeschäftsführer Dr. Hans-Georg Geißdörfer in seinem Geschäftsbericht 1999/2000.

Auch im Jahre 1999 habe die Branche Sanitär-Heizung-Klima nicht den Anschluss an die positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung gefunden. Die wirtschaftliche Lage der Branche stagnierte auf niederem Niveau.

Die Umsätze hätten mit rd. 1% erneut leicht abgenommen.

Die Lehrlingszahlen hätten im Vergleich zu 1998 um 4,5% abgenommen.

Die Ertragssituation vieler SHK-Betriebe sei katastrophal.

Auch die Zahl der Beschäftigten war weiter rückläufig.

Der Fachverband habe dagegengehalten und könne von einer Vielzahl von Erfolgen sprechen, so Geißdörfer.

Die Ergebnisse in der Tarifpolitik könnten sich sehen lassen. Zwar seien die Verhandlungspositionen zwischen IG Metall und Fachverband äußerst schwierig gewesen, gleichwohl sei es dem Verband gelungen, ein 2-Jahres-Ergebnis von beachtlicher Qualität zu erreichen. Diese Erfolge, so Geißdörfer, seien ohne eine starke und solidarische Verbandsorganisation nicht denkbar gewesen.

Den Betrieben bei den Herausforderungen der Zukunft zu helfen, dieses Ziel verfolge der Fachverband nicht nur in den offiziellen Verlautbarungen. Durch eine kraftvolle Demonstration in der Öffentlichkeit habe sich das SHK-Handwerk NRW gewehrt und dabei wichtige Erfolge errungen. Stichwort: 107 der NRW-Gemeindeordnung sowie das Innovatio-Urteil, das vor wenigen Wochen erging.

Geißdörfer warnte jedoch davor, nun einen Gang rückwärts einzuschalten, sondern erklärte: Wir müssen weiterhin sehr aufmerksam darauf bedacht sein, dass vor allem die kommunalen Unternehmen nicht von den für sie unvergleichlich günstigeren Wettbewerbsbedingungen profitieren. So habe der Präsident des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), Gerhard Widder, noch vor wenigen Tagen erklärt, dass die Personalreduzierung der Stadtwerke nur durch den Aufbau neuer Geschäftsfelder gestoppt werden könne: Hier müssten jedoch die Grenzen fallen, die das Gemeindewirtschaftsrecht selbst für Energiedienstleistungen immer noch setze.

Nach dem Motto "Mehr Leistung durch Kooperation" habe der Fachverband den Innungen erfolgreiche Kooperationsverträge an die Hand gegeben. Sie sind Grundlage für ein kooperatives Miteinander mit den Stadtwerken. Die Zusammenarbeit zwischen Gas- und Wasserunternehmen, den Stadtwerken und dem Fachhandwerk SHK ist ein Markenzeichen, erklärte Geißdörfer.

Mit dem Start der Handwerkermarke wurden Handwerksinteressen im SHK-Handwerk zusammen mit dem Fachverband NRW durchgesetzt. Geißdörfer nannte die Vorteile der Handwerkermarke für den Geschäftserfolg des Betriebes und forderte die Delegierten auf, alle Anstrengungen zu unternehmen, damit die Handwerkermarke ein voller Erfolg werde. Was nutzt die schönste Handwerkermarke, so Geißdörfer, wenn der Großhandel die Handwerkermarke nicht auf Lager hat und auch keine Veranlassung sieht, sich mittelfristig mit diesem Thema zu beschäftigen.

Highlight der Veranstaltung war die Verleihung der Wilo-Förderpreise durch Klaus Jesse, Geschäftsführer Wilo GmbH (Dritter v.r.) an Marcel Fräsdorf und Stephan Zurhove (2. u. 3. v.l.),
die Stipendien für FH-Studien des "erdgas partner team" durch Dipl.-Ing. Horst Korte und
die Ehrung verdienter Ehrenamtsträger mit der "Goldenen Ehrennadel" durch LIM Peters.

Politische Lobbyarbeit

Der Verband, so Geißdörfer, habe im Geschäftszeitraum erhebliche Anstrengungen unternommen, um die politische Lobbyarbeit auf Landesebene zu verstärken. Neben parlamentarischen Gesprächen mit den Abgeordneten der im Landtag vertretenen Parteien, den wirtschafts- und energiepolitischen Sprechern der Parteien, habe der Fachverband seine Vorstellungen für die Klärung dringender wirtschafts- und energiepolitischer Fragen auf Landesebene einbringen können.

Mit der Ablehnung eines ermäßigten Mehrwertsteuersatzes auf arbeitsintensive Dienstleistungen, die der Fachverband 1999 in einer Resolution auf der Mitgliederversammlung in Leverkusen von der Bundesregierung gefordert hatte, wurde eine große Chance vertan, erklärte Geißdörfer. Umso mehr begrüßten die Delegierten die vom Zentralverband und den Fachverbänden initiierte neue Förderrichtlinie, die erstmalig die Kombination von konventioneller Heiztechnik und Solar fördert.

Geißdörfer teilte mit, dass allein in NRW 400000 veraltete Heizungsanlagen und haustechnische Installationen der Modernisierung und Erneuerung bedürfen. Deshalb forderte das SHK-Handwerk NRW erneut Maßnahmen der Politik zum Anreiz für entsprechende Investitionen.

Denn nur am Umweltschutz orientierte Investitionen würden auch dem Begriff "Öko-Steuer" gerecht. So sollten Maßnahmen zur Energieeinsparung und die Förderung regenerativer Energien aus den künftigen Einnahmen der dritten Stufe der Öko-Steuer bezahlt werden.

Nur marktorientierte SHK-Betriebe, die mit einem innovativen Leistungsangebot zielorientiert auf ihre Kunden zugehen und sich als Problemlöser weiterentwickeln, erobern mehr und mehr das Geschäftsfeld "Komplette Leistungsangebote aus einer Hand". Neue Marktfelder, wie z.B. Facility-Management-Gesellschaften im Rhein-Ruhr-Raum, in Münster und in Bochum, sind ein Schritt nach vorn, erklärte Geißdörfer.

Geißdörfer erklärte, dass der Modernisierungsmarkt in NRW vor sich hindümpele, die Einstufungsmessungen der Schornsteinfeger waren, so Geißdörfer, eher ein Hemmnis als eine Forcierung.

Die Heizung sei aus der Sicht des Hausbesitzers ein "Low Interest Product" - für den Hausbesitzer ist das Auto, der Urlaub, die Hifi-Anlage, der Garten usw. viel wichtiger.

Um Bewegung in die Heizungsmodernisierung zu bringen, müsste die Ansprache des Anlagenbetreibers aggressiver und zwingender betrieben werden; das gelte für alle Medien, auch für die Funkwerbung.

Werbekampagne 2001

Auch im Jahre 2001 steht im Mittelpunkt der Gemeinschaftskampagne für das SHK-Handwerk in Nordrhein-Westfalen der Meisterbetrieb mit der Aussage: "Klare Sache - Meisterleistung". Mit der Meisterleistung differenzieren wir unsere Betriebe eindeutig und positiv von "SHK-fremden" Anbietern und Schwarzarbeitern.


Ölfachtagung NRW:

Blick in die Zukunft

Mehr als 100 Teilnehmer/innen aus Handwerk und Fachhandel kamen Mitte Oktober dieses Jahres zur Ölfachtagung Nordrhein-Westfalen in die Gruga-Halle nach Essen. Über Themen und Inhalte der von der IWO (Institut für wirtschaftliche Oelheizung e.V.) in Kooperation mit dem Fachverband SHK Nordrhein-Westfalen und dem Gesamtverband des Deutschen Brennstoff- und Mineralölhandels initiierten Veranstaltung berichtet der nachfolgende Beitrag.

Dr. Jürgen Schmid, Geschäftsführer der IWO.

Tiefgreifende Veränderungen kennzeichnen derzeit den Energiemarkt und zwingen Handwerk und Handel zur Offensive, erklärte Dr. Jürgen Schmid, Geschäftsführer der IWO, in seiner Begrüßungsansprache. Sinkende Heizlasten in Gebäuden hätten nicht nur für den Heizölhandel fatale Auswirkungen, auch das SHK-Handwerk komme in Bedrängnis. "Strom kann in Niedrigenergie- oder Passivhäusern ein ernster Konkurrent werden", so Schmid. Doch das sei nicht die einzige Gefahr. Immer häufiger drängten finanzstarke Dienstleister in die traditionellen Geschäftsfelder des SHK-Handwerks (Verkauf, Installation und Wartung) und eroberten sich nicht unwesentliche Marktanteile.

Als Antwort auf diesen Druck habe man die "Modernisierungsoffensive Ölheizung", ein Programm zur Kundensicherung für Handwerk und Heizölhandel, ins Leben gerufen. Mit umfangreichem Werbematerial und Argumentationshilfen soll die Basis für eine langfristige Kundenbindung geschaffen werden. Das Potenzial sei vorhanden: Allein in NRW müssten rund 550000 veraltete Heizkessel in den nächsten Jahren ausgetauscht werden, bundesweit seien es nach Schätzungen rund 3 Mio. Stück. Schmid machte aber klar, dass vor allem eine umfassende Beratung in der Entscheidungsphase des Kunden notwendig sei. Hier gäbe es noch Handlungsbedarf: Allein beim Kesseltausch wechselten rund 50 Prozent der Kunden von Öl zu Gas. Untersuchungen hätten indes gezeigt, dass bei der überwiegenden Zahl der Kunden, die bei einer Modernisierung den Brennstoff wechselten, die Beratung in der Entscheidungsphase fehlte. Hier gelte es also anzusetzen.

Diskussionen gab es reichlich, nicht nur während der Pausen.

Heiztechnik von morgen

Fachvorträge zum Themenbereich Ölheizung kennzeichnen von je her die Ölfachtagungen des IWO. So auch diesmal wieder. Den Anfang machte Dr.-Ing. Ernst-Moritz Bellingen (IWO) zum Thema "Die Ölheizung im Niedrigenergiehaus".

Begründet durch die Bemühungen der Bundesregierung, den Kohlendioxid-Ausstoß bis 2005 um 70 Mio. Tonnen zu senken, scheint das Niedrigenergiehaus in den kommenden Jahren zum allgemeinen Baustandard zu werden. Dadurch verschieben sich nicht zuletzt auch die Anforderungen an das Heizungssystem. War in der Vergangenheit stets die benötigte Heizlast eines Gebäudes für die Kesselgröße ausschlaggebend, so wird in Zukunft immer mehr der Energiebedarf für eine komfortable Warmwasserbereitung berücksichtigt werden müssen, so die Meinung von Bellingen. Das führe dazu, in einem Einfamilienhaus mit 7 kW Heizlast sinnvollerweise einen 14 kW Kessel zu installieren. Derartig dimensionierte Anlagen böten nicht nur mehr Warmwasserkomfort, sondern auch Reserven, z.B. für die schnelle Aufheizung nach abgesenktem Heizbetrieb.

Auch bei der Lagerung von Heizöl gehe man mittlerweile neue Wege. So präsentierte der Referent einen Öl-Lager-Schrank mit einem Fassungsvermögen vom 2000 Litern, der speziell im Einfamilienhausbereich eingesetzt werden kann. Angesichts der geringen Ausmaße könne von einem verschwendetem Kellerraum für die Heizöllagerung kaum mehr gesprochen werden.

Dass aber nicht alles Gold ist, was glänzt, zeigte Dipl.-Ing. oec. Lampert Lucks (IWO). Er nahm verschiedene Komponenten zur Nachrüstung von Heizungsanlagen unter die Lupe. Vor allem Heizeinsätze und so genannte Einrichtungen zur Verminderung der Starthäufigkeit versprächen eine deutliche Reduzierung des Energieverbrauchs die allein schon aus physikalischen Grundsätzen heraus nicht zu erreichen sei. Lucks warnte davor, derartige Komponenten zu installieren, da es im ungünstigsten Fall zu einem Schaden an der Anlage kommen könnte, für den dann das Unternehmen haftbar wäre. Dagegen seien eine solarthermische Anlage, ein neuer Brenner oder ein verbessertes Regelsystem sinnvolle Komponenten zur Nachrüstung. Auch nachgeschaltete Abgaswärmeübertrager hätten ihre Einsatzgebiete.

Dr.-Ing. Ernst-Moritz Bellingen: "Eine Überdimensionierung des Heizkessels schafft Leistungsreserven."

Geänderte VAwS in NRW

Informationen zu der in NRW im Oktober letzten Jahres in Kraft getretenen modifizierten Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen und über Fachbetriebe, kurz VAwS, vermittelte Dipl.-Ing. Friedhelm Stube (IWO). Vor allem der 23 - Überprüfung von Anlagen - hat einige wesentliche Veränderungen erfahren (siehe Kasten) über die im Detail eingegangen wurde. So dürfen z.B. GFK-Tanks bis zu 2 m3 Rauminhalt zur Lagerung von Heizöl ohne dichte Ölwanne aufgestellt werden. Dasselbe gilt auch für GFK-Tankanlagen bis zu einem Rauminhalt von 10 m3. Einschränkung: Die Tanks dürfen nicht miteinander kommunizieren können - sprich - es muss z.B. ein Fußventil in der Ansaugleitung jedes einzelnen Tanks vorhanden sein.

Ein lukratives Geschäft und langfristig wertvolle Kundenbeziehungen verspricht die Modernisierungsoffensive Ölheizung für das Heizungshandwerk. Ausführliche Infos dazu gibt es unter Tel.: 040/23511333.

Qualitätsentwicklung von Heizöl EL

Die Qualitätsentwicklung von Heizöl EL sowie der Einsatz von Additiven stand im Mittelpunkt der Ausführungen von Dr. Frank Haase (Shell Global Solutions). Er wies darauf hin, dass sich für den Brennstoff Heizöl die Einsatzbedingungen in den letzten Jahren stark verändert haben. Nachträgliche Wärmedämmungen oder Kesselmodernisierungen führen dazu, dass sich die Lagerzeit von Heizöl in Tankanlagen deutlich verlängert hat. Die hohen Temperaturen an der Stauscheibe moderner Brenner können zudem zu Ablagerungen des Heizöls auf der Düse und somit zu einer veränderten Sprühcharakteristik führen. Im ungünstigsten Fall sei eine Brennerstörung die Folge. "Abhilfe versprechen Additive, die nicht nur der Alterung von Heizöl entgegenwirken und es thermisch beständiger machen, sondern auch die Verbrennung verbessern sowie Ablagerungen verhindern können", so Haase. Dennoch seien viele Handwerker skeptisch, was den Einsatz von Additiven angeht. Zu unrecht, wie Haase meint. Denn selbst die Autoindustrie setze verstärkt auf Additive: Bis zu 30 verschiedene Komponenten seien in hochwertigen Motorölen vorhanden. Auch in Deutschland werde sich der Einsatz von Additiven in der Heizungstechnik mittelfristig vollends durchsetzen, ist sich Haase sicher. Bereits seit einigen Jahren verzeichnete die Heizölindustrie eine deutliche Nachfrage nach Heizöl in so genannter Premiumqualität. Neue Entwicklungen, wie z.B. das schwefelarme Heizöl von Shell, sollen diesen Trend nachhaltig fördern.

Wer sich intensiver über die einzelnen Referate der Veranstaltung informieren möchte, der kann die Tagungsunterlagen direkt beim IWO anfordern unter der Fax-Nummer: 040/23511329, Stichwort: Ölfachtagung - 18. Oktober - Congress Center Ost - Essen.

23 Überprüfung von Anlagen

(1) Der Betreiber hat nach Maßgabe des 19 i, Abs. 2, Satz 3, Nr. 1 und 3 des Wasserhaushaltsgesetzes durch Sachverständige nach 22 überprüfen zu lassen:

1. unterirdische Behälter und Rohrleitungen.

2. Anlagen mit oberirdischen Anlagenteilen mit einem Gesamtrauminhalt von mehr als 1 m3.

Die Prüfungen entfallen bei Anlagen, die nicht gemäß Abs. 2 wiederkehrend prüfpflichtig sind, wenn die Anlagen von einem Fachbetrieb aufgestellt und eingebaut werden und der Fachbetrieb der zuständigen Behörde den ordnungsgemäßen Zustand der Anlage unter Verwendung des im Ministerialblatt für das Land Nordrhein-Westfalen unter der Gliednummer 770 eingeführten Musters bescheinigt.

Es folgen dann die Ziffern (2), (3), (4), (5) und (6) des 23 (wie bisher).

Ab sofort müssen oberirdische Anlagen zur Lagerung von Heizöl EL mit einem Volumen größer 1000 l bei Inbetriebnahme und Wiederinbetriebnahme von einem Sachverständigen überprüft werden. Bei nicht wiederkehrend prüfpflichtigen, oberirdischen Anlagen dürfen Fachbetriebe nach 19 I WHG der zuständigen Behörde den ordnungsgemäßen Zustand der Anlage bescheinigen.

Durch die Sachverständigenprüfung entstehen zusätzliche Kosten, die der Betreiber der Anlage zu tragen hat. Darf ein Fachbetrieb nach 19 I WHG den ordnungsgemäßen Zustand einer Anlage bescheinigen, ist eine Begutachtung durch einen Sachverständigen nicht nötig.

Zukünftig dürfen unbefristet Glasfasertanks bis 2 m3 Rauminhalt (Gesamtanlagen bis 10 m3) zur Lagerung von Heizöl EL ohne besondere Anforderungen an das Rückhaltevermögen aufgestellt und betrieben werden, wenn diese Behälter auf flüssigkeitsundurchlässigem Boden aufgestellt und im Umkreis von 5 m um den Aufstellungsort keine Abläufe (Abwassereinläufe) vorhanden sind.

Quelle: Auszug aus "aktuell 1/00"


Innung Rhein Berg/Leverkusen

Zusammenarbeit großgeschrieben - RIA

Die RIA-Partner feierten, denn fünf erfolgreiche Jahre und ein positiver Ausblick in die Zukunft - in einer Zeit des globalisierenden Marktes - war Grund genug, um dieses Bündnis zu bekräftigen.

Auf der Jubiläumsveranstaltung am 9. Oktober dieses Jahres in Bergisch-Gladbach feierte die RIA, Regionaler Installateurausschuss Gas/Wasser für Rhein-Berg/Leverkusen, eine Kooperation der Innung Sanitär- und Heizungstechnik Rhein-Berg/Leverkusen und der Erdgas- und Wasserversorger, ihr fünfjähriges Bestehen. Etwa 40 Vertreter von Seiten der Versorger und des Handwerks sowie Partner aus Verbänden waren gekommen um sich über die Entwicklung und die weitere Zusammenarbeit zu informieren. Dr. Hans-Georg Geißdörfer, Hauptgeschäftsführer des FVSHK NRW, war neben Wolfgang Sobich, Geschäftsführer EVL, Leverkusen und Dr. Hans Jürgen Neuhäuser, Geschäftsführer Belkaw, Bergisch Gladbach, einer der Festredner.

Geißdörfer hielt nicht hinterm Berg als er sagte: "SHK ist an einer Fortsetzung der Erfolgsstory mit den Versorgern interessiert, aber unter dem Motto: Gute Nachbarn - klare Grenzen."

"Wir brauchen keinen gelben Strom, blaues Gas und grüne Männchen, wir brauchen verlässliche Partnerschaften und Arbeitsplätze in der Region," verdeutlichte Wolfgang Contzen, OM Innung SHK Rhein-Berg/Leverkusen, seinen Standpunkt zur Eröffnung.

RIA, eine im rheinisch bergischen Raum mittlerweile gut funktionierende Kooperation, wurde gegründet um im immer stärker globalisierenden Wettbewerb regionale Akzente zu setzen. Für die Kunden, immerhin über 210000 Haushalte, als auch für die Partner ermöglicht die RIA eine verlässliche Zusammenarbeit und führt darüber hinaus die traditionell gute Arbeitsteilung fort. Für die ersten fünf erfolgreichen Jahre der Partnerschaft zeichnen der Vorsitzende Wolfgang Contzen und Geschäftsführer Bernd Althaus verantwortlich.

Der Sitzungssaal der Kreishandwerkerschaft in Bergisch Gladbach war der multimediale Raum für die Feierlichkeit.

Die Zusammenarbeit zwischen Versorgungsunternehmen und Installateuren optimieren und so dem Kunden guten Service aus einer Hand bieten: Das will der "Regionale Installateurausschuss" realisieren. Dieser Zusammenschluss von sieben bergischen Gasversorgern, zehn Wasserversorgern und der Innung SHK wurde 1995 gegründet.

Inzwischen hat sich die Kooperation in vielen Bereichen bewährt. So wurden neben einheitlichen Formularen (z.B. Hausanschluss-Anträge) auch einheitliche Zulassungsbedingungen entwickelt. Früher musste jeder Installateur seine Konzession vorweisen, wenn er in einem benachbarten Versorgungsgebiet tätig werden wollte. Heute werden alle Betriebe, die bei einem der beteiligten Gas- und Wasserversorger zugelassen sind, automatisch in die sogenannte RIA-Liste aufgenommen. Vorteil: Sie brauchen bei Arbeiten im gesamten RIA-Bereich ihre Zulassung nicht mehr nachzuweisen.

Mehmet Fistik setzte in Szene: Positiver Blick in die Zukunft, Offenheit und aufeinander zugehen. Hier durch Jürgen Clement, Gasgesellschaft Aggertal, pantomimisch dargestellt.

Die Liste wird jährlich aktualisiert und steht auch den Kunden zur Verfügung, seit Mitte des Jahres ist sie außerdem im Internet verfügbar.

Bewährt hat sich die Zusammenarbeit auch in der Weiterbildung und im Bereich der Werbung. Der RIA schaltet Anzeigen, sendet Funkspots und bietet den SHK-Betrieben Werbemittel an. Alle Beteiligten sind sich einig, dass die Partnerschaft ein großer Gewinn ist - für das SHK-Handwerk, die Energieversorger und natürlich auch für die Kunden.

Die Feier rundete ein Fachvortrag zum Thema Marketing von Dr. Erich Küthe, Uni Köln, ab. Visuelle Nahrung bot die "Satirische Pantomime" von Mehmet Fistik.

Internetinformationen:
http://www.ria-live.de


[Zurück]   [Übersicht]   [www.ikz.de]