IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 9/2000, Seite 40 ff.


HEIZUNGSTECHNIK


Sicherheit in Ölfeuerungsanlagen

Dipl.-Ing. Thorsten Rabe*

Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) fordert, dass Ölfeuerungsanlagen einschließlich ihrer ölführenden Leitungen so ausgeführt und betrieben werden müssen, dass Heizöl aus ihnen nicht austreten kann (vgl. WHG 19 g; VAwS 3; TRbF 231 Teil 1(2) und TRbF 280). Diese Forderung veranlasst technische und öffentliche Gremien, Gesetze und Richtlinien für die Erstellung, Wartung und Betriebsweise von Ölfeuerungsanlagen aufzustellen.

Die Vorschriftenvielfalt können jedoch Planer und Handwerker verunsichern. Sie müssen gewährleisten, dass Ölfeuerungsanlagen nach den anerkannten Regeln der Technik errichtet wurden. Zudem kann durch zugelassene Sachverständige eine Überprüfungspflicht bestehen; sie ist abhängig von der Lagermenge, dem Aufstellungsort und den Bestimmungen der einzelnen Bundesländer. Auch bestehende Anlagen können bei wesentlicher Änderung, bei Stilllegung, vor der Wiederinbetriebnahme nach mehr als einem Jahr Stilllegung und regelmäßig alle 21/2 bzw. 5 Jahre betroffen sein.

Bild 1: Membran-Antiheberventil "Oilstop F" mit fest eingestellter Absicherungshöhe 1, 8, 2, 4 und 3 m; Hersteller: Oventrop.

In jedem Fall ist das Fachwissen des Handwerkers gefragt, alle sicherheitstechnisch erforderlichen Belange bei der Planung und Erstellung der Anlage zu berücksichtigen. Bei ihm liegt vor allem die Verantwortung für die einwandfreie und sichere Betriebsweise der Anlage.

Um das Austreten von Heizöl zu verhindern oder Undichtigkeiten schnell und zuverlässig zu erkennen, muss eine der beiden folgenden Voraussetzungen erfüllt werden:

Bild 2: Membran-Antiheberventil "Oilstop V" mit stufenlos einstellbarer Absicherungshöhe von 1 bis 4 m; Hersteller: Oventrop.

Membran-Antiheberventile und Magnetventile geben Sicherheit und Schutz

Um die Sicherheit von Ölfeuerungsanlagen zu erhöhen und dem Gewässerschutz Genüge zu tun, bietet der Markt Membran-Antiheber- und Magnetventile. Membran-Antiheberventile gibt es z.B. als fest eingestelltes oder als stufenlos einstellbares Ventil ("Oilstop F" und "Oilstop V"; Bilder 1 und 2).

Membran-Antiheberventile arbeiten ohne Fremdenergie und schließen unterdruckgesteuert auch bei kleinen Undichtigkeiten der Saugleitung. Außerdem schließen sie auch dann, wenn bei Bedienung des Notschalters die Ölpumpe abgeschaltet wird. In beiden Fällen kann somit ein Ölaustritt verhindert werden. Der Einbau erfolgt entsprechend der System-Darstellung in Bild 3.

Bild 3: Systemdarstellung mit Membran-Antiheberventil "Oilstop V"; Einstrangsystem, automatische Entlüftung und Rücklaufzuführung, oberirdische Lagerung.

Für den Einsatz der Membran-Antiheberventile sprechen die Grundlagen der Physik. In den mit Öl gefüllten Saugleitungsabschnitten, die unterhalb des max. möglichen Ölspiegels (im Tank) verlegt sind, wird ein anhaltendes negatives Druckniveau erzeugt. Dieses Niveau führt bei einer Undichtigkeit in diesen Saugleitungsabschnitten zum Aushebern des Lagertanks. Solche Installationen sind häufig in Ölfeuerungsanlagen vorzufinden, die im Ein- oder Zweistrangsystem arbeiten (Bild 4).

Im Ruhezustand der Brennerpumpe sowie bei Undichtigkeiten in der Saugleitung ist das Membran-Antiheberventil geschlossen. Im Betrieb erfolgt ein Anheben der Membran durch den zwischen Antiheberventil und Pumpe erzeugten Unterdruck, und das Ventil öffnet. Im Leckagefall kann sich kein Unterdruck mehr aufbauen, das Ventil bleibt geschlossen.

Bild 4: Installationsbeispiel mit Membran-Antiheberventil "Oilstop V": Einstrangsystem mit Kombination aus Heizölfilter und -entlüfter ("Toc-Duo") bzw. Zweistrangsystem mit Rücklaufleitung und Heizölfilter "Oilpur".

Stufenlos einstellbare Antiheberventile ermöglichen dem Fachhandwerker unterschiedliche Höhendifferenzen zwischen dem tiefsten Saugleitungspunkt und dem Einbauort des Antiheberventils exakt abzusichern. Dafür ist es notwendig, die Markierung am Handrad auf diese Höhenangabe zu bringen.

Bei der erstmaligen Inbetriebnahme der Ölfeuerungsanlage kann die Einstellskala des Antiheberventils "Oilstop V" (Bild 2) auf "entlüften" gestellt werden. Damit wird das Ansaugen des Heizöls aus dem Tank zum Brenner hin wesentlich erleichtert. Nach diesem Arbeitsgang ist das Ventil auf die erforderliche Absicherungshöhe einzustellen.

In der Position "absperren" wird das Ventil vollständig geschlossen und kann durch den Saugdruck der Brennerpumpe nicht mehr geöffnet werden. Diese Einstellung soll mögliche Servicearbeiten an der Ölversorgungsanlage erleichtern.

Vorteile der Membran-Antiheberventile:

Bild 5: Magnetventil "Oilstop MV" von Oventrop.

Die Armaturen sind vom TÜV nach DIN 4736 Teil 2 geprüft und haben eine wasserrechtliche Bauartzulassung.

Das Magnetventil "Oilstop MV" (Bild 5) wird elektrisch an die Brennerpumpe gekoppelt und sperrt bei Brennerstillstand die Saugleitung ab. Fährt der Brenner an, öffnet das Ventil. Bei einer Undichtigkeit in der Saugleitung wird somit ein Aushebern des Tankinhaltes verhindert. Der Einbau erfolgt entsprechend der Systemdarstellung in Bild 6.

Fazit

Durch relativ einfache technische Maßnahmen kann die Sicherheit von Ölfeuerungsanlagen erhöht werden. Fachhandwerker und Planer sind aufgefordert, dieses zu berücksichtigen. Das selbstständige Aushebern des Tankinhalts bei einer Leckage der Ölleitung zum Brenner kann mit Membran-Antiheberventile bzw. Magnetventilen verhindert werden.

Bild 6: Systemdarstellung mit Magnetventil "Oilstop MV"; Einstrangsystem, automatische Entlüftung und Rücklaufzuführung, oberirdische Lagerung.


* Dipl.-Ing. Thorsten Rabe, Sachverständiger Sanitär, Heizung, Klima


* B i l d e r :   F.W. Oventrop GmbH & Co. KG, 59939 Olsberg


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