IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 9/2000, Seite 30 ff.


SANITÄRTECHNIK


Schwimmhallen-Ausbau

Mehr Chancen durch Know-how

Der Trend zu mehr Wellness daheim bringt es mit sich, dass immer mehr private Schwimmhallen realisiert werden. Handwerker, die dieses Thema kompetent beherrschen, sind zunehmend gefragt. Dabei spielt die Gesamt-Problemlösung mit Wasser-, Luft- und Bautechnik aus einer Hand eine entscheidende Rolle. Wer dem Bauherrn bzw. dem Architekten die komplette Problemlösung liefern kann, setzt sich vom Wettbewerb ab und sichert sich neue Aufträge in einem steigenden Markt.

Bei der Wasser- und Klimatechnik bieten namhafte Hersteller bewährte Komponenten und auch Unterstützung bei der Planung. Hier ist der Fachhandwerker in der Regel auch fachlich so versiert, dass er die erforderlichen Maßnahmen kompetent darstellen und entsprechend beraten kann. Entscheidend ist immer mehr das Know-how in Klimatechnik in Verbindung mit der Bauphysik. Die Frage nach der sicheren Ausführung der Schwimmhallen-Wände und der Decke kann so zum entscheidenden Kompetenzvorsprung werden.

Beispiel für Sicherheit im Schwimmbad: Großformatige Verbundelemente aus Polystyrol und Alu-Dünnblech (iso-plus) bieten Wärmedämmung und Dampfsperre in einem

Know-how als Kompetenz-Vorsprung

Für die richtige Beurteilung der Zusammenhänge zwischen Schwimmhallenklima und Bauphysik ist grundsätzlich das Verständnis um das Verhalten von feuchter Luft und deren Zustandsformen wichtig. In der Praxis werden oftmals Begriffe wie absolute und relative Feuchte verwechselt oder Angaben über Luftzustände auf unterschiedliche Temperatur-Niveaus bezogen und damit Missverständnisse geschaffen. Aus diesem Grund soll hier auf die grundsätzlichen Verständnisfragen eingegangen werden.

Luft hat die Fähigkeit, Wasser in Form von Wasserdampf zu speichern. Dieser Wasserdampf ist unsichtbar und nicht mit Nebel zu verwechseln. Nebel ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Luft mit Wasserdampf übersättigt ist. Die Menge des maximal aufnehmbaren Wasserdampfes ist von der Lufttemperatur abhängig. Luft von 0 C beispielsweise kann 5 g/m3 aufnehmen. Luft von 20 C dagegen bereits 17 g/m3 und Luft von 30 C sogar 30 g/m3. Diese maximal aufnehmbare Wassermenge entspricht der jeweiligen relativen Luftfeuchtigkeit von 100%. Diese 100% können also, je nach Lufttemperatur, verschiedene absolute Wasserdampfmengen bedeuten. Das heißt, dass eine Aussage von z.B. 50% Luftfeuchte nur dann sinnvoll ist, wenn auch die entsprechende Lufttemperatur genannt ist.

Im praktischen Betrieb von Schwimmhallen bedeutet das, dass bei einer üblichen Raumluftfeuchte von 60% bei 30 C die Luft ca. 19 g Wasserdampf pro m3 enthält. Das ist bei gleicher relativer Luftfeuchte von 60% etwa doppelt so viel Wasserdampf wie bei 20 C. Aus diesem Grund müssen die Klimaverhältnisse im Schwimmbad anders betrachtet werden als in normalen Wohnräumen.

und gleichzeitig die Basis für hochwertige Malerarbeiten z.B. an der lackierten Stuckdecke
sowie die Grundlage für ein ansprechendes Ambiente.

Wärmedämmung und Dampfsperre

Dach, Decke und Wände trennen das hochfeuchte Innenklima der Schwimmhallen vom stark schwankenden Außenklima. Um dies langfristig ohne Schaden sicherzustellen, müssen einige bauphysikalische Grundregeln beachtet werden. In der Praxis erweist sich die Innendämmung mit Dampfsperre als sichere Lösung.

Bauphysikalisch gesehen müssen alle Umschließungsflächen von Schwimmhallen zwei Grundforderungen erfüllen:

1. Wärmeschutz: Das erforderliche Maß schreibt die geltende Wärmeschutz-Verordnung vor. Außerdem erfordert der Anspruch an behaglich warmes Raumklima ebenfalls gute Dämmwerte für Außenbauteile. Nur eine gut gedämmte Schwimmhalle ermöglicht angenehmes zugfreies Klima. Zudem werden durch hochwertigen Wärmeschutz auch die Heizkosten minimiert.

2. Feuchteschutz: Wirkungsvoller Feuchteschutz in Schwimmhallen bedeutet, dass weder auf der Innenseite der Bauteile noch innerhalb der Konstruktion schädliches Tauwasser entstehen kann. Dies bedeutet wiederum, dass die Oberfläche der Wände und der Decke ganzjährig so warm sein muss, dass sich darauf kein Kondensat bildet, und dass die Wandkonstruktion in ihrem Schichtenaufbau so konzipiert sein muss, dass sich im Bauteil nirgends Tauwasser bildet.

Beide Forderungen, Wärmeschutz und Feuchteschutz, sind gleichermaßen wichtig und bedingen sich zum Teil gegenseitig. Denn beispielsweise ohne guten Wärmeschutz tropft es in der Schwimmhalle nahezu überall und ohne Feuchteschutz besteht auch beim besten Dämmstoff die Gefahr, dass er versagt. Die Mehrzahl aller Baustoffe sind bautechnisch für lufttrockenen Zustand zugelassen. Deshalb ist auf den Feuchteschutz in Schwimmhallen ein besonderes Augenmerk zu richten.

Wärmedämmung plus Dampfsperre: Ein Muss in Schwimmhallen.

Wärmebrücken sicher vermeiden

Zu diesen eher theoretischen Ansätzen kommen dann noch zwei wesentliche praktische Gesichtspunkte:

1. Die beiden bauphysikalischen Forderungen nach Wärme- und Feuchteschutz müssen nicht nur auf der Fläche der Bauteile, sondern an jeder Stelle der Schwimmhalle erfüllt werden. Das bedeutet für die Baupraxis, dass Wärmebrücken an Decken, Fenstern, Säulen, Stürzen usw. sicher vermieden werden müssen, und dass auch der Feuchteschutz dort sichergestellt sein muss.

2. Die optisch dekorative Innengestaltung, sei es nun Putz, Fliesen, Malerei, Spachteltechnik oder ähnliches, muss sicher und pragmatisch auf der Innenseite der Wände aufgebracht werden können. Dazu bedarf es eines geeigneten Untergrundes. Er muss die bauphysikalischen Erfordernisse erfüllen und in der Gestaltung variabel sein. Denn die Gestaltungsdetails stehen zum Zeitpunkt der Rohbauerstellung in vielen Fällen noch nicht fest.

Für den Baupraktiker ist entscheidend, dass er bei aller bauphysikalischen Erfordernis die Wünsche des Bauherren möglichst optimal erfüllen kann. Die gestalterischen Wünsche reifen jedoch meist erst mit der Rohbauerstellung, da sich insbesondere für Laien erst zu diesem Zeitpunkt eine konkrete Raumvorstellung ergibt. Daher ist es wichtig, beim Innenausbau Systeme zu verwenden, bei denen man auch im Laufe der Baufertigstellung flexibel auf die Gestaltungswünsche der Bauherren (auch meistens der "Baufrauen") eingehen kann.

Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, die Wände und Decken der Schwimmhalle innen komplett mit Wärmedämmung und Dampfsperre zu belegen. Dadurch ist die Bausubstanz bauphysikalisch sicher, und die Gestaltung kann dann nach Wunsch auch später entschieden werden. In jedem Fall sollte bei der bauphysikalischen Planung von Schwimmhallen ein erfahrener Fachmann hinzugezogen werden. Bauphysikalische Grundkenntnisse, wie sie im Wohnungsbau oftmals genügen, können im Schwimmhallen-Bau fatale und vor allem teure Folgen haben.

Kooperation wichtig

Vom Bau-Ablauf her können solche Systeme natürlich auch vom Sanitär-Fachhandwerker montiert werden. Die großformatigen Platten sind einfach zu verarbeiten. Entsprechende Verarbeitungsrichtlinien werden vom Hersteller mitgeliefert. Die Putz-Innengestaltung kann dann später, nachdem die gesamte Wasser- und Klimatechnik installiert ist, vom örtlichen Maler oder Stukkateur ausgeführt werden.

Hier empfiehlt es sich, speziell für den Ausbau von Schwimmhallen Kooperationen mit anderen Fachbetrieben aufzubauen. Dadurch wächst das gemeinsame Know-how und der Nutzen für den Kunden wird aufgrund der Komplett-Problemlösung deutlich gesteigert.


* B i l d e r   u n d   G r a f i k :   Iso - Gesellschaft für Isolier- und Feuchtraumtechnik mbH


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