IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 9/2000, Seite 22 ff.


VERBÄNDE AKTUELL 


Nordrhein-Westfalen


Handwerks-Offensive

5. Haus Ostwestfalen

Messe- platz: B 239

Im ostwestfälischen Bad Salzuflen fand vom 24. bis 26. März dieses Jahres die Doppelmesse Haus 2000 und Touristik statt. An der 5. Haus/Touristik Ostwestfalen nahmen insgesamt 240 Aussteller teil. Die Messe fand großes Interesse in der ländlich strukturierten Region Ostwestfalen mit einer Besucherzahl von etwa 28.700 bei ca. 1,5 Mio. Einwohnern.

In der Festveranstaltung zur Eröffnung der Ausstellung sprach Rosemarie Reibchen, Geschäftsführerin der Gesellschaft für Messen und Ausstellungen mbH, von dem schwierigen und beharrlichen Weg den die Gesellschaft seit ihrer Gründung genommen habe. Die Region, so habe die Entwicklung gezeigt, benötige aber diesen Messeplatz, der sich erfolgreich etabliert habe.

Grausamkeiten: Dr. Geißdörfer benannte die "politischen Grausamkeiten", die das Handwerk in seiner Marktbearbeitung behinderten.

Für die Schirmherrin der Messe, Regierungspräsidentin Christa Vennegerts, Detmold, besteht kein Zweifel an der erfolgreichen Umsetzung dieses Messekonzepts. Die Region Ostwestfalen mit 1,5 Mio. Einwohnern habe diesen verkehrsgünstig gelegenen Messeplatz angenommen und sie hob die wirtschaftspolitische Bedeutung dieses Messezentrums hervor.

Obermeister Wolfgang Wehmeier blickte auf eine positive Entwicklung zurück, die zur 10. Sonderausstellung Sanitär Heizung Elektro geführt habe und nun für den gesamten ostwestfälischen Raum Marktbedeutung besitze.

Begeisterung: Dampfduschen und Wellness sind auch Themen für die Regierungspräsidentin Vennegerts und Geschäftsführerin Reibchen, die fühlbar entspannen.

Kampf gegen politische Grausamkeiten

Als Festredner der Veranstaltung überraschte Dr. Hans-Georg Geißdörfer die gut 100 Gäste, die eine Laudatio auf die Messe erwartet hatten, denn sie erlebten eine flammende Rede des Hauptgeschäftsführers des Fachverbandes Sanitär Heizung Klima Nordrhein-Westfalen.

Handwerkspolitisch ausgewogen brachte er die brennenden Themen auf den Punkt. Er sprach von der Dumping-Konkurrenz des Auslands, den Mega-Fusionen im globalen Wettbewerb, den sich teilweise in Luftnummern aufblähenden Aktienhandel und dem Druck durch die Baumärkte.

Internationalisierung, Aktienmarkt und Internet mit dem sich rasend bildenden E-Commerce würden die Wegbegleiter der nächsten Jahre sein. Hierauf müsse sich das Handwerk einstellen.

Mini "TopTreff": Ausbildungsmeister, Innungsobermeister und Vertreter der Industrie brachten Bewegung in "Die lebende Werkstatt".

Aber auch "politische Grausamkeiten" beherrschten das Feld, so Geißdörfer. So werde das Handwerk über Gebühr durch die Ökosteuer belastet, der Betriebsübergabestau werde durch die Verdopplung der Besteuerung bei Betriebsveräußerungen geradezu heraufbeschworen. "Man verstopft mit den Sozialabgaben bei den 630-Mark-Jobs eines der wenigen Ventile", und es habe verheerende Auswirkungen in vielen Handwerkszweigen. Man rede von der "Kultur der Selbstständigkeit" mache aber gründerfeindliche Scheinselbstständigkeitsgesetze.

Weiterhin griff Geißdörfer die kommunalen Aktivitäten bezüglich der Ausweitung der wirtschaftlichen Tätigkeit an, die Vereinbarkeit mit § 107 Gemeindeordnung werde im Blickfeld der Verbände bleiben. Nicht umsonst haben über 1.000 SHK-Handwerker ihre Stimme bei der Demonstration im letzten Jahr in Düsseldorf erfolgreich erhoben.

"Auch bei unserer politischen Interessenvertretung frage ich mich, ob wir doch noch erheblich spektakulärer werden müssen", so Geißdörfer. "Wir müssen, wie auf dieser Messe, einfach Flagge zeigen und über die existenzentscheidenden Themen mehr nachdenken und uns auch durch Marketing-Aktionen in der Öffentlichkeit mehr Gehör verschaffen - eine Meisterkampagne muss her!" Es könne nicht so weitergehen, dass die Regierungskoalition ältere (40-jährige) Gesellen von der Pflicht entbinden wolle, eine Meisterprüfung abzulegen. Das SHK-Handwerk werde gegen diese Aushöhlung des Meisterbriefes Widerstand leisten.

Aktion: So soll’s sein. "Die lebende Werkstatt" war aktiv und fand zahlreiche Besucher, die sich über den Ausbildungsstand informieren wollten.

Haus 2000/Touristik

Bereits 1983 erkannte die Heizungs- und Sanitärinnung Lemgo die Notwendigkeit, die Aktivitäten in ihrem Einzugsbereich zu verstärken. Damals fanden die 20 Aussteller überaus großen Anklang und man konnte stolz auf 3.000 Besucher verweisen.

In den Jahren bis 1990 steigerte sich die Besucherzahl auf etwa 8.000, doch es kam zu einer gewissen Stagnation. Veränderungen ergaben sich durch die Gründung der Trägergemeinschaft HAUS Ostwestfalen. Sie besteht aus der MZB Messezentrum B 239 Bad Salzuflen GmbH, den Fachinnungen der Heizungs- und Sanitärtechnik Detmold Lemgo sowie der Kreishandwerkerschaft Lippe.

Ziel war es, die Endverbraucher nicht durch die Baumärkte, sondern verstärkt durch das Handwerk und dessen Partner aus Fachgroßhandel und Industrie zu beraten und zu bedienen.

Premiere: Erstmals ein gemeinsamer Stand der Innungen Bielefeld, Herford Lippe und Minden-Lübbecke.

Die bereits 10. Sonderausstellung Sanitär Heizung Elektro brachte nach Aussage von OM Wolfgang Wehmeier den Durchbruch, da sowohl der Bereich Elektro beinhaltet ist als auch die SHK-Innungen Lippe (172 Mitgliedsbetriebe), Bielefeld (151 Mitgliedsbetriebe), Herford (121 Mitgliedsbetriebe) und Minden-Lübbecke (153 Mitgliedsbetriebe) gemeinsam auf dieser Messe vertreten sind.

In der Halle 20 präsentieren 170 Aussteller auf 12000 m2 den Bereich der Haustechnik. Gegenüber 1998 konnte auf der Doppelmesse eine Steigerung der Besucherzahlen von 26.074 auf 28.712 verzeichnet werden.

Solar: Na klar, war "Sonne" auf der Haus 2000 ein wichtiges Ausstellungsthema.


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