IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 6/2000, Seite 29


VERBÄNDE AKTUELL 


Bayern


Ofenbauer tagten in Bad Tölz

Unter Vorsitz ihres Leiters Peter Straßberger (Regensburg) traf sich am 12. Januar 2000 die Landesfachgruppe des bayerischen Ofen- und Luftheizungsbauerhandwerks (LFG-OL) zur ersten Sitzung im neuen Jahrhundert. Behandelt wurden in Bad Tölz u.a. die Branchenlage, das Messewesen und die fachliche Weiterbildung der Mitgliedsbetriebe.

Die Nachfrage nach den "Luxusgütern" Kachelofen und offener Kamin, dem langjährigen Fundament der Tätigkeit des OL-Handwerks, schwächelt - wie überall in Deutschland - schon länger. Befriedigende Preise für die meist als Zweit- oder Zusatzheizung dienenden Holzbrand-Feuerstätten, sind immer schwerer durchzusetzen. Gerade deshalb will sich das OL-Handwerk auch weiterhin auf den überregionalen Messen IHM (Handwerksmesse München) und Consumenta Nürnberg mit Gemeinschaftsständen präsentieren. Außerdem soll weiterhin auf Fort- und Weiterbildung großer Wert gelegt werden. Experimenten - wie der Verkauf von Kaminöfen in Möbelhäusern oder die Teilhabe in Meisterclubs außerhalb der Branchengemeinschaft AdK - werden nur geringe Chancen eingeräumt.

Vorstandstisch der LFG OL, v. l.: Herbert Demleitner, Fachkommission OL Bayern, Peter Straßberger, Vorsitzender, Dr. Wolfgang Schwarz, Leitender Geschäftsführer des FV SHK und Hubert Ziegler, stv. LFG-Leiter.

Dr. Wolfgang Schwarz, Leitender Geschäftsführer des Fachverbandes SHK Bayern, nahm, wie zuvor auch stets sein Vorgänger Helmut Mahr, an der LFG-Sitzung teil, um aus der aktuellen Arbeit zu berichten, und sich die Anliegen der Ofenbauer anzuhören sowie mit Rat behilflich zu sein. Beim anschließenden 31. Arbeitsseminar des bayerischen Ofen- und Luftheizungsbauerhandwerks (13. bis 15. Januar) wurde erstmals ein kostenloses Seminar für Meistergattinen angeboten. Dr. Schwarz und sein Geschäftsführer "Recht" Rainer Blaschke übernahmen zwei Referate zu den Themen "Arbeits- und Tarifrecht" (Blaschke) sowie "Marketingtrends im Handwerk" (Dr. Schwarz), die von den Damen begeistert angenommen wurden.

In Bayern gibt es 49 SHK-Innungen und 11 OL-Innungen. Unter letzteren sind allerdings einige, kaum überlebensfähig erscheinende Zwerginnungen, mit nur wenigen Mitgliedern und "Mischinnungen", in denen teils das Fliesenleger-Handwerk dominiert. Es wurde deshalb teilweise sehr kontrovers diskutiert, sich dort zu größeren Verwaltungseinheiten zusammenzuschließen.

Wie wird ein mehrschaliger Schornstein richtig angeschlossen? Das zeigte Hubert Ziegler mit Hilfe einer Videoanlage auf der Bühne.

Der FV SHK Bayern wirbt seit Jahren im Rundfunk (inzwischen Bayern 1 und Bayern 3) umschichtig um Aufträge für seine Handwerke; Nutznießer daraus sind auch die Kachelofenbauer. Auch in diesem Jahr sind für die erste Jahreshälfte wieder Funkspots zur Auftragswerbung geplant.

Durch das Eingreifen des FV SHK Bayern wurde die neue Brennstoffverordnung der Landeshauptstadt München befriedigend umgestaltet: Neu errichtet werden dürfen im Stadtgebiet nur noch Feuerstätten mit besonders niedrigen Abgasemissionen. Das OL-Handwerk erhofft sich hieraus einen Auftragsimpuls, der ohne den sanften Zwang des Verordnungsgebers wohl nicht erreicht worden wäre.