IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 6/2000, Seite 26 ff.


VERBÄNDE AKTUELL 


Nordrhein-Westfalen


2. SHK-Energieberater Symposium

Auf Einladung des Fachverbandes Sanitär Heizung Klima NRW und der Handwerkskammer Düsseldorf kamen am 3. Februar dieses Jahres 48 Energieberater aus dem Handwerk zum 2. SHK-Energieberater-Symposium in das Zentrum für Umwelt und Energie nach Oberhausen.

Neben Fachvorträgen stand auch in diesem Jahr der Erfahrungsaustausch der Teilnehmer untereinander auf der Tagesordnung.

Nach der Begrüßung durch Eva Wildförster vom Zentrum für Umwelt und Energie und Dipl.-Ing. Hans-Peter Sproten, dem stv. Geschäftsführer Technik im Fachverband SHK NRW, gab Dipl.-Ing. Norbert Schmitz, technischer Referent im Fachverband, einen Überblick über neue SHK-relevante Verordnungen. Neben Änderungen in der Kehr- und Überprüfungsordnung und der Feuerungsverordnung NRW erläuterte Schmitz die wesentlichen Änderungen der Landesbauordnung Nordrhein-Westfalen, die zum 1. Juni 2000 in Kraft treten. Darin wurde u.a. der 49 geändert. Im Absatz 2 heißt es nun: "In Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen müssen die Wohnungen eines Geschosses barrierefrei erreichbar sein. In diesen Wohnungen müssen die Wohn- und Schlafräume, eine Toilette, ein Bad und die Küche oder Kochnische mit dem Rollstuhl zugänglich sein..." Das hat zur Folge, dass in diesen Gebäuden ein komplettes Geschoss behindertengerecht (siehe DIN 18025 Teile 1 u. 2) ausgestattet sein muss. Auch im Bereich Abwasseranlagen ( 45) hat sich einiges verändert. So müssen Druckprüfungen nach Errichtung der Abwasseranlage zukünftig protokolliert werden. Dieses Protokoll ist der Eigentümerin/dem Eigentümer zur eventuellen Vorlage bei der Bauaufsichtsbehörde auszuhändigen. Ebenfalls geändert hat sich der 66 "Genehmigungsfreie Anlagen". Hier entfällt für den Bauherrn die Verpflichtung, die Fachunternehmerbescheinigung den Bauaufsichtsbehörden vor der Benutzung der Anlagen vorzulegen. Die Bescheinigungen müssen den Bauherrn jedoch vorliegen und den Bauaufsichtsbehörden auf Verlangen vorgelegt werden. Insofern sind diese Bescheinigungen nach wie vor vom Unternehmer auszufüllen.

Diskussionen zwischen den Teilnehmern gab es reichlich - auch und vor allem in den Pausen.

Im Anschluss an die Ausführungen von Schmitz gab Ulrich Kievernagel vom Fachverlag Deutscher Wirtschaftsdienst einen Überblick über Förderprogramme zur Energieeinsparung und erneuerbaren Energien. Nach einer allgemeinen Einführung in das Thema "Geld vom Staat" vermittelte er den Teilnehmern Tipps und grundsätzliche Hinweise für die Antragserstellung. Er zeigte zudem kostenlose und -pflichtige Informationsquellen für Förderprogramme auf und präsentierte die Förderdatenbank "Umwelt und Energie" auf CD-ROM, die sämtliche Förderprogramme von EU, Bund und Ländern enthalten soll, und regelmäßig aktualisiert werde. Teilnehmern mit Internetanschluss empfahl er die kostenlose und nach seiner Meinung umfassende BMWi-Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums (www.bmwi.de/foerderdb).

"Hinweise zur Auslegung von Wohnungslüftungsanlagen" war das Thema des Referats von Dipl.-Ing. Ulrich Thomas, technischer Referent im Fachverband SHK NRW. Er beleuchtete kritisch die in letzter Zeit u. a. in der Fachpresse beschriebenen Wohnungslüftungssysteme mit maschineller Abluft und frei nachströmender Zuluft durch Außenluftdurchlasselemente (ALDs). Sein Fazit: Derartige Lüftungssysteme sollten nur dort zum Einsatz kommen, wo das Verhältnis von Außenflächen zum benötigten Außenluftvolumenstrom möglichst groß ist, die Gefahr von Zugerscheinung im Raum durch die Anordnung der Durchlässe unterbunden werden kann, wenig Schallemissionen zu erwarten sind und geringe Anforderungen an die Filterung der Außenluft gestellt werden. Zu bedenken sei zudem, dass die Abscheidegrade der in den Elementen verwendeten Filter nicht den Ansprüchen von Allergikern gerecht würden.

Einen Überblick über den gegenwärtigen Stand der geplanten Energieeinsparverordnung (EnEV) vermittelte Hans-Peter Sproten in seinem Referat. Die Einführung dieser Verordnung, in der Bau- und Anlagentechnik erstmals zusammengefasst werden, wird auch im SHK-Handwerk zu deutlichen Veränderungen in der Anlagengestaltung führen. So wird bereits im Vorfeld ein Gebäudepass erstellt werden müssen, in dem die Anlagentechnik und deren geschätzten Energieverbräuche erfasst werden. Sproten rechnet mit der Einführung der EnEV im Jahre 2001.

Ein wesentlicher Schwerpunkt dieser Veranstaltung war - wie schon beim letzten Treffen der Energieberater - der Informations- und Erfahrungsaustausch. In zahlreichen Diskussionen konnten die Teilnehmer ihre unterschiedlichen Meinungen und Erfahrungen zu aktuellen Themen wie z. B. der Auslegung von Heizkörpern im Niedrigenergiehaus äußern.


Innung Köln: "Alle reden davon, wir packen es an."

Nachwuchswerbung

Ende 1999 initiierte die Innung SHK Köln eine Nachwuchswerbung mit neuer Zielgruppe. Sie verfolgte damit das Ziel motivierte und qualifizierte Schülerinnen und Schüler für die SHK-Berufe zu gewinnen.

"Alle reden davon, alleine die Innung Sanitär Heizung Klima Köln packt es an," so lobte Theo Beginn, Fa. Keramag, die Initiative, die er für beispielhaft hält.

Die Innung hat sich zum Ziel gesetzt, das Image der SHK-Berufe zu verbessern, sowie besser motivierte und qualifizierte Schülerinnen und Schüler für das SHK-Handwerk zu gewinnen. Alle Kölner Haupt- und Real- und Gesamtschulen wurden angeschrieben, um mit interessierten Schüler/innen der 8., 9. und 10. Klassen an einem Schnuppertag im neu errichteten Berufsbildungszentrum der Innung SHK teilzunehmen.

Mädchentage: Schnupperstunden in der Probierwerkstatt, hier mit einer angehenden Heizungsbauerin, Daniela Odenthal.

Den Schüler/innen wurde zunächst das Berufsfeld Sanitär Heizung Klima erklärt. Anschließend folgte ein Rundgang durch die modern eingerichteten Werkstätten, wo die Schüler/innen Gelegenheit hatten unterschiedliche praktische Tätigkeiten der Berufe kennenzulernen. Moderne Technologien wie Solarenergie, Photovoltaik, Regenwassernutzung und Gebäudeleittechnik wurden vorgestellt und erläutert.

Solartechnik: "In der ersten Reihe" konnten die Schüler/innen die Anwendung der unterstützenden Solarthermie erleben.

Bisher fanden 30 Infotage mit einer Gesamtteilnehmerzahl von 400 Schüler/innen statt.

Werner Hirschler, Obermeister der mit 370 Mitgliedsbetrieben größten Fachinnung in NRW, erläuterte auf der Pressekonferenz im neuen Berufsbildungszentrum seine Überlegungen zur Berufsfindung.

"Steigende Komfortansprüche der Konsumenten, gesetzgeberische Maßnahmen auf den Sektoren Umweltschutz, Energie- und Wassereinsparung zusammen mit einer rasanten technischen Entwicklung auf dem Gebiet bedingen, dass sich die Anforderungen in der Gas- und Wasserinstallation wie auch im Zentralheizungs- und Lüftungsbau in den letzten Jahren wie in kaum einem anderen Handwerk grundlegend verändert haben und Angehörige dieser Gewerke bereits in der Ausbildung mit komplexen Systemen der Gas- und Wassertechnik, Wärmeerzeugung und -verteilung, der Regelungs- und Steuerungseinrichtungen und vielem mehr konfrontiert sind.

Probierwerkstatt: Hier wurden die ersten Erfahrungen gesammelt. Nicht nur metallene Werkstoffe, sondern auch die unterschiedlichen Kunststoffanwendungen wurden den interessierten Jugendlichen erläutert.

Im Alltagsverständnis hält sich fatalerweise hartnäckig und ausschließlich das Klempner-Image.

Hier kommt ein eklatantes Informationsdefizit zum Ausdruck mit besorgniserregenden Folgen für die Ausbildungssituation.

Viele Jugendliche mit guten Schulabschlüssen lehnen unser Gewerk irrigerweise als zu primitiv ab und suchen in anderen Bereichen nach beruflichen Herausforderungen, andere wiederum beginnen eine Ausbildung bei uns, obwohl sie mit den Ausbildungsinhalten weit überfordert sind.

Infolgedessen kommt es häufig zu Fehlentscheidungen,. . .

Handwerksberufe im Überblick: Die SHK-Berufe an führender Stelle im Handwerkskammerbezirk Köln.

 

Die Durchfallquote bei Gesellenprüfungen im letzten Jahr, trotz intensiver Bemühungen, lag mit über 40% im theoretischen Teil kaum besser als in den Jahren davor.

Aus dieser Situation hat unsere Innung Anfang des Jahres (1999) Konsequenzen gezogen und sich zur Aufgabe gemacht, neue Konzepte zur Nachwuchssicherung zu erarbeiten und dabei weniger auf die Zahl der Auszubildenden als vielmehr auf die Eignung zu achten."


Hesse neuer HwK-Präsident

Bub zum Ehrenpräsidenten der Handwerkskammer gewählt

Zahlreiche Veränderungen brachte die konstituierende Vollversammlungssitzung in der Handwerkskammer Arnsberg am 30. November 1999 mit sich. Präsidentschaft und Geschäftsführung wechselten.

Neuer Vorstand und Vollversammlung der Handwerkskammer Arnsberg: Vorstand (1. Reihe, v. l.) Ulrich Dickel, Walter Trimpop, Vizepräsident Manfred Gros, Präsident Willy Hesse, Vizepräsident Klaus Rhode sowie der neue Hauptgeschäftsführer Wolfgang Boecker und sein Stellvertreter Meinolf Niemand und (2. Reihe, r.) Vorstandsmitglied Erich Mockenhaupt.

Die Handwerkskammer Arnsberg geht mit einer neuen Führungsspitze in das nächste Jahrzehnt: Willy Hesse, Dachdeckermeister aus Arnsberg, wurde während der konstituierenden Vollversammlung im November 1999 einstimmig zum Präsidenten gewählt. Er trat die Nachfolge von Lothar Bub aus Kreuztal an, der dieses Amt seit 17 Jahren innehatte.

Festakt zum Abschied: Lothar Bub, 17 Jahre Präsident der Handwerkskammer Arnsberg, wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Nachfolger von Hauptgeschäftsführer Karl-Ullrich Scheele, der wegen einer schweren Erkrankung in den Ruhestand getreten ist, wurde der bisherige stv. Hauptgeschäftsführer Wolfgang Boecker aus Arnsberg. Zu seinem Stellvertreter wurde Meinolf Niemand, Arnsberg, bisheriger Geschäftsführer, einstimmig gewählt.  


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