IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 4/2000, Seite 48


EDV-CHECKLISTE


Praxistest - SHK-Software

Fachverband führte umfangreiche Testreihe durch

Unter der Leitung von Mag. rer. soc. oec. Alfred Jansenberger, stv. Geschäftsführer Abteilung Betriebswirtschaft, Fachverband Sanitär Heizung Klima NRW, wurde 1999 der siebte umfangreiche Softwaretest unter Praxisbedingungen durchgeführt. Die Redaktion der IKZ-HAUSTECHNIK sprach mit den Insidern über ihre Ergebnisse und Erfahrungen.

IKZ-HAUSTECHNIK: Wie umfangreich war der Test und wieviel Software-Häuser haben sich beteiligt?

Jansenberger: Man kann von einem repräsentativen Test für den Bereich des SHK-Handwerks sprechen, denn wir haben 120 Anbieter angesprochen, von denen sich letztlich 21 Firmen der Prüfung gestellt haben.

Neumann: Unterteilt ist der Test in insgesamt 19 Sparten, wie z. B. Kundenstammdaten sowie Angebot und Kalkulation, die wiederum in etliche Untergruppen und Einzelfragen aufgeschlüsselt wurden. Unser Ziel war es, auch kleine Anbieter in diesen Test mit einzubeziehen, um dem Handwerker eine Angebotsdifferenzierung zu ermöglichen.

Konzentriert: Andreas Cloer und Lothar Neumann sehen für die Zukunft noch Probleme bei der Umstellung auf EURO und mit den Betriebssystemen. Dipl.-Kfm. Hertle van Amen (nicht im Bild): "Mit der begleitenden Multimedia CD-Rom, kann erstmals auch ein Eindruck über look and feel gewonnen werden."

Kuhn: Seit 1976 arbeite ich mit EDV-Unterstützung und habe dabei etwa zehn Hardware-Systeme erlebt. Bei der Software waren wir anfangs der Meinung, dass einige Testreihen ausreichen würden, um einen gewissen Standard zu erreichen. Dies war aber durch zahlreiche Neuauflagen und Umschreibungen innerhalb der Systeme nicht möglich.

IKZ-HAUSTECHNIK: Wie steht es mit dem "2000-Problem" und der Umrechnung in Euro?

Küppers: Aus unserer Sicht halte ich dies für erledigt ...

Neumann: ... beim Euro wird der eigentliche Schritt erst 2001 erfolgen, dort ist noch Arbeit zu leisten.

IKZ-HAUSTECHNIK: Bemerkenswert ist, dass 50% mehr Anbieter getestet wurden. Hat die EDV-Branche die SHKler als Markt entdeckt?

Kuhn: Nein. Es gab immer schon entsprechende Anbieter. Das Problem 1997/98 war vor allem die Umstellung auf die 32-Bit-Version. Einige Hersteller waren zu diesem Zeitpunkt mit der Umsetzung noch nicht fertig.

Jansenberger: Die Softwarehäuser akzeptieren zunehmend, dass die SHKler andere Probleme haben, als zum Beispiel ein Malerbetrieb. Einige Anbieter richten ihre Entwicklungen an unseren Tabellen aus und kooperieren schon im Vorfeld mit uns.

Entspannt: Sie hatten den Eindruck, dass der Werbespot "plug and play" bei Handwerkern oft als "Plage und Pay" ankommt. V.l. Jürgen Küppers, Bernhard Kuhn und Rainer kleine Kamphake.

IKZ-HAUSTECHNIK: Welche Probleme könnte das Handwerk selbst besser lösen, gibt es spezielle Brennpunkte?

Cloer: Ohne Zweifel die Schulung. Es werden oft die falschen Leute zu Schulungsmaßnahmen geschickt. Der Käufer (Chef) ist oft nicht der Anwender (Kalkulator, Buchhalter). Um die EDV-Programme aber in der Tiefe nutzen zu können, müssen diese Leute durch die Software-Anbieter geschult werden.

kleine Kamphake: Man darf aber nicht vergessen, dass Kleinbetriebe von zwei bis fünf Mitarbeitern nicht die Möglichkeit haben, sich einen EDV-Spezialisten auszugucken. Daher ist es für diese Betriebe umso notwendiger, ein Software-Paket inklusive Schulung und Hardware zu kaufen, um in einem Systemhaus einen Ansprechpartner für sämtliche EDV-Probleme zu haben.

Kuhn: Schulung ist ein Kernthema, denn wenn man eine SHK-Software wirklich umfassend nutzen will, benötigt man durchaus zwei bis drei Jahre um fit zu sein. Als weiteren Brennpunkt sehe ich auch die Datensicherung, die zur Zeit sträflich vernachlässigt wird.

Cloer: Probleme gibt es oft bei den Netzwerken, die nicht stabil laufen. Auch das neue Windows NT Betriebssystem halte ich für sehr umständlich - zu viele Fenster, Linux ist sicherlich eine Alternative, da wird sich in den nächsten Jahren etwas tun.

IKZ-HAUSTECHNIK: Wie hoch ist der Durchdringungsgrad mit EDV und mit welchen Kosten hat ein Neueinsteiger zu rechnen?

Jansenberger: Wir gehen davon aus, dass über 90% der NRW-Betriebe EDV-Technik bereits nutzen. Bei der Software wird man im Einplatzbereich 3.500 - 7.000 DM je nach Anzahl der Module anlegen müssen. Hinzu kommen die Kosten für Hardware- und Softwarepflege.


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