IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 23/1999, Seite 28 ff.


REPORT


WPC

Glanzvolle Tagung: World-Plumbing-Conference in Süd-Afrika

Etwa 600 Delegierte aus der ganzen Welt trafen sich in Sun City und informierten sich an drei Tagen bei den renommierten Fachleuten, die über ausgewählte Themenkreise referierten. Das Generalthema lautete "Water into the 21th century - the global challenge (Wasser im 21. Jahrhundert - die globale Herausforderung).

Austragungsort der WPC in Süd Afrika: Das scheinbar im Widerspruch zur Wasserknappheit liegende künstliche Meer und die Bewässerungsanlagen des Palace Hotels, Sun City.

Ziele des Welt-Dachverbandes für Klempnerei

Laut Satzung des Welt-Dachverbandes (WPC) besteht der Auftrag darin, die weltweite Industrie für Installationsartikel zu vereinen mit dem Ziel, die Umwelt und die Gesundheit der Nation zum Wohle aller zu bewahren und zu schützen.

So soll / sollen:

- das Ansehen und die Maßstäbe der Industrie für Installationsartikel weltweit entfaltet und gefördert werden,

- der Austausch von Informationen, Ideen und Technologien zwischen den Organisationen der Industrie für Installationsartikel und den Einzelpersonen weltweit gefördert und erleichtert werden,

- die Ausbildung und Lehre in der Installationstechnik gefördert und unterstützt werden mit dem Ziel, einheitliche Maßstäbe und internationale Anerkennung zu erreichen,

- ein Bewußtsein der Installationstechnik für ihre bedeutende Rolle im Bereich des Umweltschutzes durch die Versorgung mit gesundem Frischwasser und sanitären Einrichtungen geschaffen werden, durch kompetentes Management, Schutz, Wiederverwertung und Erhaltung natürlicher Ressourcen,

- Informationen über Forschungsprojekte und Technologien, die auf dem Sektor der Installationstechnik und bei den Menschen denen sie dienen, abwendbar sein können, zur Verfügung gestellt und weitergegeben werden und

- mindestens alle drei Jahre eine Weltkonferenz durchgeführt werden.

Beeindruckende und bewegende Multimedia-Vorträge in Sun City rund um das Thema Ressource Wasser.

Die Mitgliedschaft im Weltdachverband für Klempnerei

Es gibt zwei Kategorien der Mitgliedschaft:

Vollmitglieder

Repräsentative Organisation der Industrie für Installationstechnik - Körperschaften, Gewerkschaften, Register- bzw. Lizensierungskörperschaften und Großhandelsorganisationen können Vollmitglieder werden.

Assoziierte Mitglieder

Andere, mit der Industrie für Installationstechnik verknüpfte Organisationen (einschließlich Einzelhersteller und Großhändler), die mit dem WPC verbunden sein möchten, können angegliederte Mitglieder werden. Angegliederte Mitglieder haben keine Wahlstimme.

"Wasser im 21. Jahrhundert"

Die globale Herausforderung

Südafrikas Wasserressourcen sind begrenzt und in globaler Hinsicht karg. Der Bedarf an Wasser wächst, was aus folgenden Faktoren resultiert:

- Eine hohe Bevölkerungszuwachsrate,

- eine sich entwickelnde Wirtschaft und das dringende Bedürfnis, Millionen von Menschen ohne Wasseranschluß mit Wasserdienstleistungen zu versorgen - ein zentrales Thema auf der (WPC) World-Plumbing-Conference 1999.

Falls die heutigen Wassergebrauchsgewohnheiten sich nicht ändern, so Efhrain Mokwena, Generaldirektor der Behörde für Wasser und Forstwirtschaft, Direktorium Wasserschutz, Regierung Südafrika, werde der zukünftige Wasserbedarf in großem Ausmaß die zur Verfügung stehenden Frischwasserressourcen übersteigen.

Als Vertreter der deutschen Delegation Hauptgeschäftsführer RA Michael von Bock und Polach, ZVSHK mit Ian Fraser, bis zur Conference in Sun City Chairman des World-Plumbing-Councils. Nachfolger Frasers als Chairman für 1999 - 2002 ist Don Morin.

Bereits jetzt, so der Referent, gebe es eine Anzahl von Gebieten im Land, die von teuren Wassertransfersystemen abhängen, da der Wasserbedarf die Wasserverfügbarkeit bei weitem überschreite.

Eine Verschwendung der Wasserressourcen habe zu einem Schaden im Wasserwirtschaftssystem geführt. Maßnahmen wie garantierte ökologische Reserven und das Erfordernis eines ununterbrochenen Flusses seien notwendig, um die Integrität und die Produktivität reicher und vielfältiger Ökosysteme zu schützen. Es sei offensichtlich, daß der Schaden oder die Zerstörung der Wasserökosysteme negative soziale und ökonomische Auswirkungen habe.

Südafrika teile heute die gemeinsamen Wasserressourcen mit Botswana, Lesotho, Mosambik, Namibia, Swasiland und Simbabwe. Es werde eine effektive internationale Zusammenarbeit erforderlich sein, um die optimale Verteilung der Wasserressourcen, welche die südafrikanische Regierung versorgten, zu erreichen.

Mit Ausnahme von Lesotho sind die genannten Länder als wasserarm qualifiziert; daher ist es erforderlich, daß keines von ihnen die Verschwendung von Wasserressourcen zum Nachteil der anderen Staaten erlaube.

Die Einbeziehung effektiver Wasserschutzstrategien in Südafrika und bei den Nachbarn werde auch bei der Verteilung des Wassers sehr hilfreich sein, um die Bedürfnisse eines jeden Landes zu erfüllen.

Mehr als der in Südafrika lebenden Menschen haben keinen ordentlichen Zugang zur Wasserversorgung. Das Bedarfsmanagement werde eine wesentliche Rolle dabei spielen, die Versorgung mit einer ständigen Wasserversorgung zu gewährleisten und die Erfüllung des nationalen Zieles "Wasser für alle" auch zu garantieren.

Das Apartheidssystem habe in den ehemals schwarzen Townships und ländlichen Gegenden enorme soziale, wirtschaftliche und technische Probleme hinterlassen, so der Referent. Wasserverluste in einigen früheren städtischen schwarzen Townships werden auf 50% der Gesamtversorgung dieser Townships geschätzt.

Diese Verluste bestehen aus einer Kombination von Lecks im Netzwerksystem, fehlerhaften Meßgeräten und Lecks in der Hausinstallation. Der unfreiwillige Wasserverbrauch aus den schadhaften Hausinstallationen macht das Wasser unerschwinglich für die Mehrzahl der Gemeinden. Diese Faktoren, kombiniert mit dem niedrigen Zahlungsniveau und institutionellen Problemen der örtlichen Behörden, stellen die durchgängige Wasserversorgung in Frage.

Die Bewässerung trägt zu ca. 50% des Gesamtwasserverbrauchs in Südafrika bei. Während bewässertes Land nur ca. 10% des bewirtschafteten Gebietes repräsentiert, würden 35% aller Nahrungsmittel und 85% aller landwirtschaftlichen Exportgüter aus den bewässerten Landstrichen gewonnen.

Bewässerungsverluste sind oft sehr bedeutsam und man schätzt, daß nicht mehr als 60% des Wassers, welches aus Wasserressourcen entnommen wird, das Wurzelsystem der Pflanzen richtig erreicht.

SHK-Delegation aus Nordrhein-Westfalen (li.) Dr. Hans-Georg Geißdörfer, Hauptgeschäftsführer Fachverband SHK NRW sowie (re.) Landesinnungs-
meister Rudolf Peters, Fachverband SHK NRW und John Purser, der Director, International Business Development, der Firma Dallmer auf der kongreßbegleitenden Ausstellung.

Ungefähr 35% der Bewässerungssystemverluste kehren durch Oberflächenabfluß in die Flüsse zurück und erreichen so wieder das Meer. Dieses zurückgekehrte Wasser ist üblicherweise mit Nährstoffen, Herbiziden, Pestiziden und anderen Umweltgiften verseucht, die die Wasserqualität der Flüsse beeinflussen. Ziel des sog. Bedarfsmanagements für Wasser ist es, ökonomische Effektivität, soziale Entwicklung, soziale Gleichheit, Umweltschutz, durchgehende Wasserversorgung und Wasserdienstleistungen im Rahmen einer politischen Akzeptanz zu erreichen.

Südafrika ist heute ein trockenes Land und die heutigen Wasserbedürfnisse übersteigen in einigen Gebieten die Wasserverfügbarkeit. Es wird geschätzt, so der Referent, daß Südafrika all seine natürlichen Wasserressourcen innerhalb von 30 Jahren verbrauchen wird, wenn nicht gegengesteuert wird. Obwohl alternative Wasserressourcen wie Entsalzung und Eisberge denkbar sind, sind diese Techniken kostspielig, die sich Südafrika schwer leisten kann.

Bei Trockenheitsperioden kann es erforderlich sein, im Notfall Wasserschutzmaßnahmen zu ergreifen, wie z.B. Wasserbeschränkung und Bußgeldanordnungen.

So wird es langfristig erforderlich sein, ein nationales Wasserschutzgebiet zu planen und im Rahmen einer Managementstrategie (NWCSF) so Efhrain Mokwena, nationale Wasserstrategien zu entwickeln.

Eine Diskussionsrunde mit der American Society auf Plumbing Engeneers, Präsident Patrick L. Whitwort, Los Angeles, an der u.a. Präsident Heidemann, der Vorsitzende des Fachverbandes NRW, Dipl.-Ing. Peters und Hauptgeschäftsführer Dr. Hans-Georg Geißdörfer teilnahmen, rundeten das Besuchsprogramm ab.

Die nächste World-Plumbing-Conference findet unter deutscher Ausrichtung durch den Zentralverband Sanitär Heizung Klima, St. Augustin, 2002 in Berlin statt.

Das Motto der Konferenz in Berlin wird das "Smart-House-Konzept" sein, so der Hauptgeschäftsführer des ZVSHK, RA Michael von Bock und Polach anläßlich der Präsentation vor dem Council in Süd Afrika. Das Smart-House soll intelligente Technologien zu erschwinglichen Preisen zeigen. Erwartet werden in Berlin dann ca. 1200 bis 1500 Delegierte aus aller Welt, eine angegliederte Ausstellung mit einer Fläche von ca. 10.000 m2 ist geplant.


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