IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 22/1999, Seite 98


REPORT


Hansgrohe

Umweltforum 99

Ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm bot sich den über 100 angereisten Fachleuten aus Industrie, Sanitärhandwerk, Forschung und Wissenschaft anläßlich des diesjährigen Hansgrohe Umweltforums am 24. September im Essener Holiday Inn Hotel.

Den Anfang machte, nach der Begrüßungsansprache durch Dr. Claus-Peter Fritz, Geschäftsleiter Hansgrohe Deutschland, die nordrhein-westfälische Umweltministerin Bärbel Höhn. Nach einem kurzen Statement schaltete sie den Internetauftritt von Hansgrohe erstmals für die Öffentlichkeit online. Neben Produktinformationen bieten die Seiten Hintergrundwissen und Links zum Thema Wassersparen. Ein Wasserspar-Kalkulator bietet zudem die Möglichkeit auszurechnen, wieviel Wasser sich in einem Haushalt durch den Einsatz moderner Wassertechniken einsparen läßt bzw. wie schnell sich diese Maßnahmen rechnen würden. Unter www.hansgrohe.com sind die Seiten im Netz zu erreichen.

Handwerk als Dienstleister

Im Anschluß an die Internet-Präsentation trug Dipl.-Oec. Ewald Heinen vom Institut für Technik der Betriebsführung aus Karlsruhe (itb) seinen Vortrag zum Thema "Vom Handwerksbetrieb zum innovativen Dienstleister - Chancen und Risiken einer notwendigen Umstrukturierung" vor. Seiner Erkenntnis nach werde es für den Handwerksbetrieb zunehmend wichtiger, sich durch ein umfassendes Dienstleistungsangebot nicht nur von den Mitbewerbern, sondern auch von der zunehmenden Konkurrenz durch Großunternehmen, die seit einiger Zeit auch in dem vorwiegend mittelständischen Handwerksbereich eindringen, abzuheben. Kreativität und Flexibilität zum Erfüllen von Kundenwünschen, so ist sich Heinen sicher, seien heute unverzichtbare Grundvoraussetzungen, will man sich am Markt profilieren.

Neue Märkte

Neue Märkte für das Sanitärhandwerk durch zukünftige Wassertechnologien sieht Franz-Josef Heinrichs vom ZVSHK, St. Augustin. 500.000 km Grundleitungen seien allein in Deutschland sanierungsbedürftig, hinzu komme das enorme Potential an veralteter Sanitärtechnik wie Armaturen, Druckspüler und Sanitärkeramik. Hier biete sich dem Fachhandwerk die Chance, durch qualifizierte Beratung nicht nur die Auftragslage zu verbessern, sondern auch einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Per Mausklick schaltete die nordrhein-westfälische Umweltministerin Bärbel Höhn die Internetseiten von Hansgrohe für die Öffentlichkeit online. Im Hintergrund Dr. Claus-Peter Fritz, Geschäftsleiter Hansgrohe Deutschland.

Daß die Beziehungen zwischen Stadtwerken und Handwerksbetrieben nicht immer konträr sein müssen, meint Dipl.-Ing. Peter Jörg Heinzelmann von der Arbeitsgemeinschaft kommunaler Versorgungsunternehmen für sparsame Energie- und Wasserverwendung e.V., Köln (ASEW). Nach Meinung von Experten werden in Zukunft vor allem Großkonzerne verstärkt als Komplettanbieter für Gebäude-Dienstleistungen auftreten und in den Markt dringen. Auch die Stadtwerke seien von dieser Situation betroffen und liefen Gefahr, im liberalisierten Energiemarkt auf der Strecke zu bleiben. Einen Ausweg sowohl für Stadtwerke als auch Handwerk wären z.B. lokale Marktpartnerschaften zwischen beiden, natürlich mit deutlich abgegrenzten Aufgabenfeldern. Als wesentlichen Vorteil lokaler Kooperationen nannte der Referent die Nähe zum Kunden, die Kenntnis des örtlichen Marktes und die Flexibilität gegenüber schwerfälligen Großkonzernen.

Sanitärkonzepte in Schweden

Einen "Blick über den Tellerrand" präsentierte Dr. Björn Guterstam vom Stendsund Folk College, Trosa/Schweden, in seinem Vortrag "Aquaculture - ökologische Sanitärkonzepte in Schweden". Das Konzept der Aquaculture bezieht sich u.a. auf die Verwertung von Abwasser als Rohstoff für die Produktion von Biomasse z.B. in Form von Pflanzen. Als ein Beispiel dafür führte er die Nutzung von Urin für das Düngen von Feldern auf. Urin beinhalte wertvolle Stoffe, die Pflanzen verwerten können. Bedenken aus medizinischer Sicht gebe es nicht, da Urin weder Schwermetalle noch krankmachende Bakterien enthalte, so die Aussage des Referenten. Derzeitiges Problem sei jedoch die Trennung von Urin/Fäkalien direkt im WC. Hier seien neue Konzepte und Techniken gefragt.

Mit einer Podiumsdiskussion über die Frage "Was tun Industrie und Handwerk, um eine Wasserwende zu erreichen?" schloß die diesjährige Veranstaltung.


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