IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 21/1999, Seite 86 ff.


REPORT


Duscholux

Fitneß, Wellness, Wohlbefinden

Als wichtigen Hoffnungsträger für den seit einigen Jahren schwächelnden deutschen Sanitärmarkt bezeichnete Duscholux-Chef Wolfgang Göck anläßlich einer Presseinformationsreise den Fitneß- und Wellnessbereich. Whirlpool, Dampfbad & Co. liegen voll im Trend. Immerhin stufen sich über 6 Mio. Bundesbürger im Alter von 18 bis 49 Jahren als Wellness-Fans ein.

Nicht ohne Grund. Freitag, 1. Oktober 1999 morgens um fünf: Stockschwarze Nacht, 9 Celsius, Dauerregen, Blätter fliegen vom Walnußbaum im Vorgarten, die Zeitung liegt pitschnaß in Nachbars Rosenbeet. Selbst der Hund hat bei diesem S..wetter keine Lust seinen Stammplatz unter den arg gebeutelten Büschen aufzusuchen. Es hilft nichts, Koffer unter den Arm und ab durch den Sturm zum Auto. Die zweite Dusche an diesem Morgen macht eigentlich schon wieder eine dritte fällig. Dank Klimaanlage stellt sich überraschend schnell so etwas wie ein Wohlgefühl ein, auch wenn Blätter, Zweige und Wasser in den Spurrinnen die Fahrt durchs Sauerland nicht gerade zu einem Erholungstrip geraten lassen. Dafür hält sich der Straßenverkehr an diesem verregneten Morgen in Grenzen. Weite Wege und überfüllte Counter (an diesem Tag beginnen die Herbstferien) lassen am Frankfurter Flughafen die Stimmung aber fast auf den Nullpunkt sinken.

Primär, sekundär und unbunt: Farben werden in drei Hauptgruppen eingeteilt. Dabei hat jede Farbe, wie die Übersicht zeigt, ihre eigene Symbolik.

Als die Boeing endlich durch die Wolkendecke bricht, wird nicht nur der Flug angenehmer, auch die Sonne zeigt Wirkung. Über den Wolken muß die Freiheit wohl grenzenlos sein kommt einem zwangsläufig in den Sinn. Kaum zu glauben, aber wahr: Am Alpenrand zeigt die bisher dichte Wolkendecke Lücken. Ab dem Mittelmeer bleibt der Blick auf den Golfe du Lion, die Pyrenäen und die Costa Brava ungetrübt. Unglaubliche 26C und strahlender Sonnenschein begrüßen die Besucher nach nur zweistündigem Flug am Zielort Barcelona. Der morgendliche Herbststurm ist vergessen - (Wellness-) Natur der angenehmen Art zeigt Wirkung. Für den vom Wetter dauergestreßten Normalbürger Deutschlands jedoch eher ein schwacher Trost.

Zum Ort des Geschehens: Duscholux fertigt in der katalanischen Metropole auf einem etwa 11.000 m2 großen Areal 18 Duschwand-Serien sowie sechs Spiegel- und Spiegelschrank-Modelle. Den tiefsten Einschnitt erlebte die 1971 gegründete Gesellschaft im April 1995: Ein Großbrand zerstörte praktisch das ganze Werk. Der komplette Wiederaufbau von Fertigung und Verwaltung war ein Jahr später abgeschlossen, erklärte Luis Logarich als Chef der Duscholux Iberica S.A., und an diesem Tag Gastgeber für 30 Journalisten, die sich mit dem Thema Wellness/Fitneß beschäftigen.

Optimistische Prognosen

Deutschland-Geschäftsführer Peter Fröhlich wagte einen Ausblick für die nächsten fünf Jahre. Er erwartet zum Schwerpunktthema Wellness/Fitneß für die einzelnen Produktsegmente ausnahmslos kräftige Steigerungsraten: Whirlpools von 45.000 auf 65.000, Dampfbäder von 3000 auf 15.000, Multifunktionsduschen von 7500 auf 18.000 und Duschsäulen von 12.000 auf 22.000 (Stückabsatz pro Jahr).

Die Devise für die Bearbeitung dieses Marktes definiert Göck so: "Heraus aus dem elitären Anspruch für Großverdiener - hin zum realisier- und finanzierbaren Konsumprodukt. "Entscheidend komme es jedoch auch auf die aktive Mitwirkung der Vertriebspartner in Fachgroßhandel und Fachhandwerk an.

Aufbruchstimmung: Der nach den Prognosen stark wachsende Fitneß- und Wellnesstrend verheißt Whirlpools und Multifunktionsduschen gute Zukunftschancen.

Wege zum Wohlbefinden

zeigten Diplompsychologe Klausbernd Vollmar und die Fitneß-Expertin Sylvia Dinter auf. Farben können helfen, zur Harmonie von Körper, Seele und Geist zu finden. Diese Hauptbotschaft übermittelt Vollmar, der Farben nicht nach gestalterischen, sondern nach therapeutischen Aspekten betrachtet. Seine Empfehlungen in Kurzform:

Fitneß-Expertin Dinter sieht in der Fitneß-Welle keine kurzfristige Marktlaune, sondern ein stabile, dauerhafte Entwicklung. Der Boom in deutschen Fitneß-Studios bestätige das nachhaltig. Von 1997 bis 1999 habe sich nicht nur die Zahl der Mitglieder von 3,6 auf 4,3 Millionen erhöht, auch der Gesamtumsatz sei von 3,6 auf 4,5 Mrd. DM gestiegen. Die Ära reiner Muskelberge habe die Branche längst hinter sich. Heute gehe es um ganzheitliche Körper- und Bewegungskultur, wovon nicht zuletzt die "Anbieter heimischer Badlandschaften" profitieren. "Besucher einer hochkarätigen Fitneß-Anlage sind daran gewöhnt, alles vorzufinden, was ,up to date ist. Diese Einrichtung wird als Bestandteil eines modernen Lebensstils angesehen und automatisch auch in den Privatbereich importiert", so die Expertin.

Doch Fitneß und Wellness greifen nach Meinung von Sylvia Dinter zu kurz. Sie nennt ihre Philosophie "Onenes/s". Gemeint ist das "Mit sich eins sein". Dazu müsse der Mensch Körper, Geist, Verhalten und Umwelt in Einklang bringen. Ihr Rezept sei aber nicht mit Esoterik zu verwechseln. Es rufe nicht nach einer neuen "Ersatzreligion", sondern danach, unterschiedliche kulturelle Erkenntnisse und Erfahrungen "in das tägliche Leben zu integrieren".

Alternative: Für viele Menschen ist ein Dampfbad verträglicher als ein Saunagang. Seine wichtigsten Pluspunkte für die Gesundheit: Es öffnet die Poren, entschlackt den Körper, regt den Kreislauf an, lindert chronische Erkältungen und löst Muskelverspannungen. Fehlt nur die "Hardware". In diesem Fall heißt sie "Duschodrive", ist eine Dampfdusche und bietet nach Aussage des Herstellers neben einem umfangreichen Ausstattungspaket ein technisches Novum. Der vor dem Wassereintritt in den Dampfgenerator eingebaute Ionentauscher reduziere die Verkalkungsgefahr und sorge damit für eine hohe Funktionssicherheit.

Chance für die Branche

"Wellness", ein Begriff, der gute Chancen hat in Deutschland zum Wort des Jahres 1999 ernannt zu werden. Kaum ein Hersteller der SHK-Branche, der sich nicht bemüht, in diesem Spektrum Fuß zu fassen. Zwar will bei weitem nicht jeder Bundesbürger einen Whirlpool oder eine Dampfdusche, eine Sauna oder Multifunktionsdusche, einen Ergometer oder eine Hantelbank in "seinem" Bad. Doch scheint die Klientel für diese Einrichtungen - auch im Privatbereich - zu wachsen.

Kein Wunder, hält man sich die Rückreise vor Augen. Sonnenschein, 27C, Palmen und blaues Meer, so bleibt Barcelona in Erinnerung. Die deutsche Wirklichkeit sieht anders aus. Kaum in der Luft, wird der Blick zum blauen Planeten durch Wolken getrübt. Darüber läßt die vibrierende Maschine erahnen, was auf die Fluggäste zukommt. Frankfurt ist von einer schwarzgrauen, undurchdringlich erscheinenden Masse verhüllt, heftiger Wind läßt die Maschine selbst noch auf der Landebahn schlingern. Kälte ergreift die Spanien-Besucher bereits hier. Schnell wird es dunkel, Regen setzt ein, volle Autobahn, Stau. Ergiebige Regenfälle auf der Landstraße, 8C. Der Weg vom Auto zum Hauseingang liefert die erste Dusche; mitleidig beäugt Douglas (der Hund) den klatschnassen Hausherrn. Begrüßung durch Frau und Kinder, heiße Dusche, gute Nacht. Von Wohlbefinden kaum eine Spur. Dabei wärs so einfach: Im farbig auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmten Fitneß-Raum (Bad) zunächst 30 Minuten Ergometer, begleitet von sanfter Musik - vielleicht auch angenehmen Düften, 30 Minuten Training am kompakten Multigerät, Whirlpool, Dampfbad oder Sauna und Schwallbrause. Mit finanzierbaren Produkten für Normalverdiener muß das keine Traumwelt bleiben - und ist auf Dauer allemal günstiger, als der Trip ins Mittelmeerklima.


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