IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 20/1999, Seite 67



Schall- und Brandschutzforum bei der Firma Neugart KG

Angesichts des diesjährigen Schall- und Brandschutzsymposium im Wasser-Wärme-Umwelt Center der Firma Neugart KG, Fachgroßhandel für Haustechnik, konnte Schulungsleiter Gregor Hornen 70 Fachplaner aus dem Bereich der Gebäudetechnik zu einem Fachvortrag vom praxiserfahrenen Referenten Christoph Saunus begrüßen.

Dem derzeitigen Bautrend nach Kostenminimierung entsprechend Rechnung tragend lautete das Motto des Vortrages: "Soviel Schall- und Brandschutz wie nötig, so wenig wie möglich."

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Planer und Anlagenbauer sich künftig nicht nur dem permanent verstärkenden Kostendruck stellen, sondern seien außerdem gezwungen, die von Behörden immer strenger gehandhabten Brandschutzauflagen und die in Kürze erscheinende neue Schallschutznorm DIN 4109 besonders zu beachten, so Saunus. Kritik übte er an den Verfechtern extremer Schallschutzstufen. "Wenn, wie unlängst zu lesen, Spezialisten die neue 30 dB(A)-Regelung bereits jetzt schon als überholt verteufeln und die neu angedachten Schallschutzstufen SStII < 27 dB(A) und SStIII < 24 dB(A) als zeitgemäß propagieren, stellt sich tatsächlich die Sinnfrage, ob es sich hierbei nicht etwa doch um gezielte Panikmache zwecks produktbezogener Wertschöpfung handelt." Ein produktinfizierter Angstzuschlag mit theoretischen Schreibtischlösungen sei jedoch das Letzte, was Planer und Anlagenbauer in der heutigen Zeit benötigen, schließlich müsse sich der Anlagenbauer im Wettbewerb nicht nur ständig mit den Unwägsamkeiten am Bau herumplagen, sondern sich obendrein auch noch permanent dem Preisdruck grenzenloser Märkte und der sinkenden Zahlungsmoral mit entsprechendem Know-how zur Wehr setzen.

Die Erkenntnis des Referenten Christoph Saunus: "Schall- und Brandschutz wird immer aktueller."

Sinnvoller Schallschutz beginne deshalb mit der richtigen Integrierung von Naßräumen innerhalb des Baukörpers respektive der Wohnungen. Und dort seien zunächst Architekten und Planer gefordert, so die Erkenntnis des Referenten. "Die zusätzlichen sanitärtechnischen Maßnahmen stehen in der Schallschutz-Prioritätenliste erst an zweiter Stelle." Folglich seien diese nicht dafür da, um Schallprobleme aufgrund ungünstiger oder gar falsch geplanter Grundrißgestaltungen zu kompensieren, auch wenn dies häufig bei nachträglichen Schuldzuweisungen behauptet werde.

Als hilfreichen Problemlöser bezeichnete Saunus die Vorwandinstallation in Verbindung mit der Trockenbauweise. "Durch diese weitgehend körperschallentkoppelte Montage dürfte die riskante Steinzeit-Installation mit Vor-, Ab- und Einmauerungen sowie die Verlegung von Abflußleitungen im Estrich oder gar an Geschoßdecken fremder Wohnungen endgültig die Ausnahme und nicht mehr die Regel sein." Wichtig sei allerdings, daß die Montageelemente und/oder Rahmengestelle von einem anerkannten Bauinstitut gemäß DIN 4109 geprüft sind.

Brandschutz

Im zweiten Teil seines Vortrages ging Saunus auf den Brandschutz ein. Aufgrund von spektakulären Bränden aus der jüngsten Vergangenheit reagierten die zuständigen Brandschutzbehörden und Bauherren immer sensibler, wenn es um den vorbeugenden Gebäude-Brandschutz gehe. So werden bei Großprojekten nicht selten zusätzlich baubegleitende Brandschutzexperten eingeschaltet.

Daher gab er die Empfehlung: "Bevor man mit der Planung beginnt, sollte man sich rechtzeitig mit den zuständigen Brandschutzexperten arrangieren, d.h., eingehend die notwendigen Brandschutzmaßnahmen besprechen.

Als "Selbstschutz" empfahl Saunus den Anwesenden, die Brandschutzbroschüre* "Wand- und Deckendurchführungen von brennbaren und nicht brennbaren Rohrleitungen" der Firma Rockwoll. Sie enthält klar gegliedert und übersichtlich dargestellt die wichtigsten baurelevanten Brandschutz-Infos. Neben den unterschiedlichen Anforderungsprofilen der einzelnen Bundesländer werden außerdem praxisgerechte Brandschutz-Anwendungsbeispiele mit bauaufsichtlich zugelassenen Conlit-Rohrabschottungen aus Steinwolle-Schalen sowohl für die Bereiche Guß-, Stahl- und Kunststoffabflußrohre als auch für Metall- und Kunststoff-Trinkwassersysteme gezeigt.


*) Die Brandschutzbroschüre ist kostenlos erhältlich und kann unter Tel.: 02043 / 408329 bei Rockwoll angefordert werden.