IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 20/1999, Seite 66



Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Schalldämmung und Schalldämpfung?

Lärmschutz gehört in der heutigen Zeit mit zu den vordringlichsten Aufgaben des Umweltschutzes. Verminderung von Geräuschen ist nicht nur eine Frage des Wohlbefindens, sondern auch der Gesunderhaltung. In der Bundesrepublik Deutschland wechseln sich innerhalb der Rangfolge anerkannter Berufskrankheiten Allergien und Hörschäden an erster Stelle ab.

Physikalisch gesehen handelt es sich bei jeder Art von Geräuschen um den Transport von Schwingungsenergie in bestimmten Frequenzbereichen. Wenn also Geräuschentwicklung bekämpft werden soll, ist es natürlich sinnvoll, zuerst die Schallentstehung selbst zu vermeiden. Dies ist allerdings in den wenigsten Fällen vollständig möglich. Als weiterführende Maßnahmen verbleiben dann die Schalldämmung und die Schalldämpfung.

Bild 1: Schalldämpfung am Beispiel des Kulissenschalldämpfers in einem Lüftungskanal.

Bei der Schalldämmung wird der sich ausbreitenden Schallwellenfront ein Hindernis in den Weg gestellt. Dessen Oberfläche ist so beschaffen, daß Schallwellen besonders gut reflektiert werden. Damit bleibt die Schallenergie ihrem Betrage nach erhalten, wird aber in ihrer Ausbreitungsrichtung umgelenkt. Bekannteste Beispiele für dieses Prinzip sind Schallschutzwände.

In der Haustechnik überwiegt zur Geräuschminderung das Prinzip der Schalldämpfung. Dabei wird die Schallenergie in eine andere Energieform (Wärme durch Reibung) umgewandelt. Das erreicht man, indem die Schallwellen mit porösen oder strukturierten Oberflächen in Kontakt kommen. In den Hohlräumen dieser Struktur werden die Schwingungen der angeregten Teilchen (Schallenergie) weitgehend abgebremst. Typische Vertreter dieses Prinzips sind Abgasschalldämpfer an Kesseln mit Blaubrenner oder Kulissenschalldämpfer in Lüftungskanälen.

Bild 2: Schalldämmung am Beispiel eines Schallschutzschirms (Schallschutzwand) in der Nähe einer Werkzeugmaschine.

Es gilt noch zu beachten, daß sich die Schallwellen sowohl in Luft ausbreiten als auch in Flüssigkeiten und Festkörpern. In festen Körpern, wie z.B. Rohrleitungen, treffen die gleichen Aussagen zu, wie sie eingangs schon für die Luft getroffen wurden. Das heißt, die Maßnahmen zur Schalldämpfung und Schalldämmung sind prinzipiell gleich. Ein typisches Beispiel für die Dämmung sind elastische Rohrverbinder oder andere dünne elastische Zwischenschichten, an denen der Körperschall reflektiert wird. Dämpfung wird z.B. durch die Beschichtung von Lüftungskanälen mit Antidröhnmitteln, die die Schwingungsenergie des Bleches absorbieren, erreicht.