IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 20/1999, Seite 48 ff.


ARBEITSSCHUTZ


Berufs- und Schutzkleidung

Vorteile mit Full-Service-Systemen

"Mietkleidung? Wieviel kostet mich das!?" Das ist zumeist die erste Frage, spricht man mit einem Firmeninhaber oder Personalverantwortlichen über die Ausstattung seiner Mitarbeiter mit Berufskleidung. Allerdings sind die Kosten nur einer von vielen Aspekten. Als Entscheidungsmaßstab können sie nicht allein ausschlaggebend sein. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Welche Vorteile bringt Mietkleidung? Sie bietet zahlreiche Pluspunkte, die ihr Geld wert sind, die aber bei der Frage nach den monatlichen Kosten oft nicht bedacht werden.

Das glauben Sie nicht so ganz? Hier ein Beispiel. Versetzen Sie sich in die Lage eines Bauherrn, der in einen Altbau ein modernes Heizungs- und Belüftungssystem einbauen lassen will. Er hat Angebote eingeholt, verschiedene Lösungen studiert und weiß letztlich vor allem: Der Umbau ist kompliziert, zeitaufwendig und kostet ihn viel Geld.

Nun erscheint eine bunte Truppe, angetan mit mehr oder weniger sauberer Berufskleidung in verschiedenen Farben. Die Kleidung ist unterschiedlich gut instand gehalten. Die Handwerker beginnen, das komplizierte System mit entsprechendem Bauaufwand zu verwirklichen. Der Bauherr jedoch schließt sofort vom äußeren Erscheinungsbild der Firma auf den zu erwartenden Erfolg.

In unserem Beispiel könnten ihn bereits auf den ersten Blick Zweifel befallen, ob das komplizierte Warmluftsystem jemals funktionieren wird. Rational zu begründen ist das nicht, aber sobald die erste kleine Schwierigkeit oder Verzögerung auftritt — und bei welchem Bauvorhaben gibt es so etwas nicht — verdichtet sich bei ihm der Verdacht, vielleicht die falsche Firma beauftragt zu haben.

Ist der erste Eindruck dagegen perfekt, wird der Bauherr den Handwerkern sicherlich viel mehr Vertrauen entgegenbringen.

Genormter Schutz: Die Hitzeschutzkleidung "Mewa Protect" wurde nach der Richtlinie DIN EN 431 entwickelt und bietet Schutz gegen Strahlungshitze und kurzzeitigen Kontakt mit Flammen.

Berufskleidung stärkt das Wir-Gefühl

Tatsächlich ist die Außenwirkung eines Betriebs maßgeblich vom Erscheinungsbild seiner Mitarbeiter bestimmt. Das gilt um so mehr für Handwerksbetriebe, in denen häufig ein direkter Kontakt zwischen Mitarbeitern und Kunden besteht. Das Auftreten der Mitarbeiter wird hier zur Visitenkarte des Unternehmens. Passende, saubere und vor allem gepflegte Berufskleidung, am besten noch mit dem Logo der Firma versehen, trägt überzeugend zum positiven Unternehmensimage bei.

Wichtig ist aber nicht nur, was andere von einem halten. Die Außenwahrnehmung ist längst nicht alles. Ebenso wichtig ist die Entwicklung eines Wir-Gefühls innerhalb des Unternehmens. Diese gemeinsame Identität wird durch ein Corporate Design — und dazu gehört eine einheitliche Kleidung — unterstützt. Sie stärkt den Zusammenhalt im Unternehmen und stellt Philosophie und Kultur einer Firma dar. Dem einzelnen Mitarbeiter wird stärker bewußt, daß er und seine Kollegen gemeinsame Ziele verfolgen, daß er Teil eines Ganzen ist.

Eine identitätsstiftende Berufsbekleidung hat nichts mit Uniformierung zu tun. Die übergroße Mehrzahl der Arbeitnehmer trägt sogar gern einheitlich gestaltete Kleidung, fühlt sich dadurch motiviert und ausgezeichnet. Bei einer wissenschaftlichen Untersuchung gaben rund die Hälfte der Befragten an, daß ihrer Meinung nach Berufskleidung Einfluß auf die Leistungsfähigkeit und die Motivation ihrer Träger hat.

Wenn es nur so einfach wäre ...

Muß es aber unbedingt Mietkleidung sein? Kann man die Kleidung nicht auch kaufen und ist dann ein und für alle Mal die Sorgen los? Die Antwort: Ja, man kann auch kaufen! Aber damit ist langfristig noch kein einheitliches, ansprechendes Erscheinungsbild der Mitarbeiter garantiert. Ein weiteres Beispiel:

Die Vorteile eines einheitlichen Erscheinungsbildes leuchten dem Inhaber eines Installateurbetriebes ein. Er greift tief in die Tasche und schafft für seine Gesellen und Lehrlinge einheitliche Overalls an. Die Pflege überläßt er aus Kostengründen seinen Mitarbeitern. Jetzt hofft der Betriebsinhaber, daß sich alsbald positive Auswirkungen auf das gesamte Erscheinungsbild und damit auch auf seinen Umsatz ergeben.

Doch nach einiger Zeit bemerkt er, daß viele seiner Mitarbeiter wieder in ihrer eigenen alten Kleidung arbeiten. Befragt nach den Gründen, antwortet der erste, er habe sie über das Wochenende gewaschen und sie sei noch nicht trocken. Der nächste hat vergessen sie in die Waschmaschine zu stecken und schmutzig wie sie ist, möchte er sie nicht anziehen und der dritte gesteht, daß leider der Reißverschluß defekt sei und seine Frau bislang keine Zeit hatte, ihn zu reparieren.

Das Ergebnis: Der Eindruck einer bunten Truppe ist trotz der teuren Anschaffung nach kurzer Zeit wieder vorhanden.

Reichlich Auswahl: Spezielle SHK-Berufsbekleidung wird von Mewa in verschiedenen Farben angeboten.

Professionelle Beratung hilft

Um Berufskleidung effektiv einzusetzen, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Neben Strapazierfähigkeit und Schutzfunktion gehören Atmungsaktivität, Paßform und Tragekomfort zu den wichtigsten Auswahlkriterien. Kleidung, die nicht angenommen wird und deshalb im Spind hängen bleibt, hat ihren Zweck verfehlt. Aus diesem Grund achten renommierte Textildienstleister auf eine ganze Reihe von Aspekten. "Durch sachkundige Beratung könnten viele Unternehmen den Einsatz der Berufskleidung, den Arbeits- und Gesundheitsschutz, die Motivation und die Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter optimieren", erläutert Brigitte Gellner-Tarnow, Referentin für Unternehmenskommunikation der Mewa Textil-Service AG & Co., Serviceanbieter für textile Dienstleistungen in Europa. "Besonderes Augenmerk legen wir auf eine bequeme Berufskleidung, wobei wir selbstverständlich darauf achten, daß sämtliche Sicherheits- und Schutznormen eingehalten werden."

Zentraler Punkt: Die Pflege

Großes Gewicht sollte auch auf die Pflege gelegt werden. Die schönste Arbeitskleidung nutzt nichts, wenn sie nicht gepflegt wird. Je nach Beanspruchung der Kleidung sollten Wechselintervalle von einer Woche oder weniger unbedingt eingehalten werden. Wichtig auch: Die Pflege der Kleidung muß fachgerecht durchgeführt werden. Nicht nur aus Gründen des äußeren Erscheinungsbildes. Kleidung hat auch mit Gesundheit und Wohlbefinden zu tun. Im optimalen Fall unterstützt sie die natürliche Schutzfunktion der Haut. Das heißt, sie ist atmungsaktiv, läßt Luft und Körperfeuchtigkeit nach außen.

Um dies dauerhaft gewährleisten zu können, ist professionelle Pflege notwendig. Die Leistung einer privaten Waschmaschine reicht, so haben wissenschaftliche Untersuchungen festgestellt, oft nicht aus, um die z.T. starken Verschmutzungen in Berufskleidungen zu entfernen. Die Folge: Die Kleidung wird als unkomfortabel empfunden und weniger gern getragen. Besonders kritisch ist dies, wenn es sich nicht um einfache Berufs- oder Arbeitskleidung, sondern um Schutzkleidung handelt.

Einheitliche Berufskleidung im Mietservice garantiert nicht nur ein ansprechendes Erscheinungsbild des Mitarbeiters gegenüber dem Kunden ... ein weiterer Vorteil ist, daß jedes Kleidungsstück nach dem Waschen überprüft und bei Bedarf repariert bzw. ausgetauscht wird.

Laut Berufsgenossenschaft ist der Arbeitgeber dafür verantwortlich, daß Schutzkleidung ordnungsgemäß "gewartet" wird. Zur Entlastung des Arbeitgebers bieten Textildienstleister wie Mewa auch Schutzkleidung im Mietservice an — Pflege und Instandhaltung, Holen und Bringen der Kleidung inbegriffen. Ein perfekter Kreislauf. Außerdem verpflichtet sich der Textildienstleister zur regelmäßigen Nachrüstung des Gewebes. Denn nur kontinuierlich gewartete Textilien entsprechen auch langfristig den Vorschriften für Arbeitssicherheit. Bei nicht professionellem Waschen kann zudem der schützende Effekt des Gewebes schnell aufgehoben sein.

Kosten

"Und wieviel kostet mich das nun!?" Die Ausgangsfrage ist nicht vergessen. Tilman Damm, Geschäftsführer des Bereiches Marketing und Vertrieb bei Mewa, nennt ein Beispiel: "Nehmen wir einen Betrieb mit 30 Mitarbeitern. Da liegen die Kosten bei zirka acht DM pro Mitarbeiter und Woche, je nach Ausführung der Kleidung. Dafür erhält der Mitarbeiter Hose und Jacke in einer dreifachen Ausstattung, die für das Mewa Dienstleistungssystem benötigt wird: ein Mal pro Woche abholen, waschen, fachgerecht instand halten, bei Verschleiß austauschen, usw." Dieser Service bietet viele finanzielle Vorteile. Sie beginnen bereits bei der entfallenden Kapitalbindung, die beim Kauf von Berufskleidung entsteht. Dieses Kapital kann an anderer Stelle für Investitionen eingesetzt werden. Beim Ausscheiden bzw. bei der Einstellung neuer Mitarbeiter entstehen dem Unternehmen keine zusätzlichen Kosten durch den notwendig gewordenen Kauf weiterer Berufskleidung. Auf Personalfluktuation reagieren Textildienstleister ebenfalls flexibel. Neue Mitarbeiter werden eingekleidet, überzählige Garnituren zurückgenommen. So können Posten wie Lager- und Instandhaltung entfallen.


B i l d e r :   Mewa Textil-Service AG & Co., Wiesbaden


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