IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 19/1999, Seite 24 ff.


INTERVIEW


Strukturwandel im Handwerk

Konzepte, Trends und Entwicklungen

Deutlich sichtbar zeichnet sich momentan ein Strukturwandel im Handwerk ab. Zwar ist der Kampf um die Eigenständigkeit des Klempnerhandwerks durchgestanden, die Zusammenlegung der Berufe Gas- und Wasserinstallateur sowie Zentralheizungs- und Lüftungsbauer zum Installateur und Heizungsbauer ist vollzogen. Doch eine weitere Auseinandersetzung bei der Struktur der Ausbildung dieser/es Berufes ist im Gang. Wenn man bedenkt, daß diese Themen sogenannte "Peanuts" sind im Kontext zur Globalisierung, Europäisierung und Liberalisierung der Märkte, könnte es einem gestandenen Handwerksunternehmer schon Angst und Bange werden. Welche Gesichtspunkte sich für Dipl.-Ing. Manfred Pelzer, stv. Landesinnungsmeister Fachverband NRW und Vorstandsmitglied des Zentralverbandes SHK ergeben, erläuterte er in einem Gespräch mit IKZ-HAUSTECHNIK-Redakteur Volkmar Runte.

IKZ-HAUSTECHNIK: Die Stimmungslage unter den SHK-Betrieben ist nicht rosig, nicht nur wegen der schleppenden Konjunktur, sondern auch wegen der Rahmenbedingungen. Einige Stimmen sagen, die Verbände seien vorsintflutlich. Wie beurteilen Sie diese Einschätzung?

"Technicity-levels würde bedeuten: nur noch 70 kW-Anlagen bauen zu dürfen."

Pelzer: Natürlich sind sie das nicht! Es mag zwar in der großen Familie des Gesamthandwerks den einen oder anderen Verband geben, der noch nicht auf der Höhe der Zeit ist, doch dem werden dann in sehr naher Zukunft entweder die Mitglieder Beine machen oder sie werden selbst ihre Beine benutzen und ihn verlassen. Aber im Ernst: Ich bin fest davon überzeugt, daß die Fachverbände und speziell der Zentralverband und die Landesverbände in unserem Handwerk ihre Aufgabe als Dienstleister für die Mitgliedsbetriebe in hervorragender Weise erfüllen. Sie unterstützen die einzelnen Betriebe ohne Übertreibung in allen Lebenslagen, sie vertreten deren Interessen gegenüber den anderen Verbänden, gegenüber der Politik, den Gewerkschaften und den übrigen gesellschaftlichen Gruppen und sie setzen vor allen Dingen Impulse für die Zukunft – ob mit der "Badwelt-Initiative" auf NRW-Ebene oder z.B. dem Engagement bei der "Solar – na klar!" auf Bundesebene. Das sind nur einige der vielen aktuellen Aktivitäten. Zu den Aufgaben unseres Zentralverbandes gehört außerdem die Einflußnahme im europäischen Spitzenverband, damit die Rahmenbedingungen für den Fortbestand unserer Betriebe durch das Betreiben anderer Länder nicht weiter eingeschränkt werden.

Ich nenne nur die von verschiedenen südeuropäischen Ländern und Frankreich gewünschte Einteilung der Betriebe nach "technicity-levels" (technische Standards). Wenn die übrigen europäischen Verbände den französischen Forderungen zustimmen würden, dürften unsere Heizungsbaumeister in Zukunft z.B. nur noch Heizungsanlagen bis zu einer Heizleistung von 70 kW bauen, eine absurde Vorstellung. Wir haben deswegen bei der letzten Sitzung der UICP in Zürich im Mai dieses Jahres durch unseren Antrag erreicht, daß die UICP die Europäische Kommission auffordert, keine technicity-levels einzuführen. Unsere Heizungsbauer sollen auch in Zukunft Anlagen jeder Größe bauen dürfen. Ich kann daher nur sagen: Unsere Verbände sind ihren Beitrag wert!

IKZ-HAUSTECHNIK: Wie stellen Sie sich aufgrund dieser schwierigen Rahmenbedingungen den Weg der Betriebe ins nächste Jahrtausend vor?

Pelzer: Daß es sich lohnt, in einem Verband Mitglied zu sein und sich dort aktiv zu engagieren, diese Botschaft müssen wir noch viel deutlicher unter die Leute bringen. Denn natürlich macht der Trend auch vor dem Handwerk nicht halt, daß man sehr spitz nachrechnet und mehr und mehr meint, allein könne man viel mehr erreichen als in einer Gemeinschaft. Individualisierung und Entsolidarisierung sind hier die Stichworte für diese Entwicklung. Dem müssen wir uns entgegenstellen und klar und deutlich sagen, wo die Stärken eines Zusammenschlusses liegen: An dieser Gemeinschaft führt einfach kein Weg vorbei, will man als Handwerksunternehmer erfolgreich sein. Ohne jeden Zweifel schließt das ein, daß die Verbände sich auch ändern müssen, wenn sie dem Anspruch gerecht werden wollen, der ihnen bisher ein Qualitätssiegel eingebracht hat.

IKZ-HAUSTECHNIK: Wo wird der Schwerpunkt der Aktivitäten auf Verbandsseite liegen müssen?

"Wir setzen den Technischen GU als Perspektive dagegen."

Pelzer: Die Verbände müssen den Weg zum Dienstleistungs-, zum Kompetenzzentrum konsequent weitergehen. Sie dürfen nicht warten, bis es in einzelnen Betrieben oder gar in der ganzen Branche "brennt", sondern sie müssen im betriebswirtschaftlichen, im rechtlichen, im politischen, im technischen und im Managementbereich vordenken, das "Gras wachsen hören" und sofort darauf reagieren. Dabei geht es darum, die jeweilige Entwicklung zugunsten der Mitgliedsbetriebe zu beeinflussen, es geht darum, die Betriebe früh auf Neuerungen vorzubereiten. "Bei uns bleibt keine Frage offen". Dieser Slogan meines NRW-Fachverbandes muß die Leitlinie sein, nach innen wie nach außen. Daneben sehe ich einen Schwerpunkt in der Frage, wie sich das Handwerk allgemein und unsere Handwerke im besonderen in den nächsten Jahrzehnten weiterentwickeln werden: Werden wir das Handwerk in seiner rechtlichen Stellung und seiner wirtschaftlichen und sozialen Bedeutung erhalten können? Wie wird die Annäherung der verschiedenen gebäudetechnischen Handwerke verlaufen?

IKZ-HAUSTECHNIK: Denkbar ist die Flucht zu den Generalunternehmern. Was halten Sie von dieser Lösung?

Pelzer: Sie ist allenfalls eine Lösung unter mehreren. Und sie ist die schlechteste von allen denkbaren Lösungen. Bei einem Generalunternehmer wird der Handwerker in aller Regel von der Wertschöpfung ausgeschlossen, die Gewinne landen nur in den Kassen des Generalunternehmers. Hier hat besonders unser Zentralverband in den letzten Jahren hart gekämpft und erreicht, daß auch in Zukunft in der VOB die Fachlosvergabe den Vorrang hat; ich darf einfügen, daß ich hieran beteiligt war. Obwohl die Auftragsvergabe an GU’s für den Auftraggeber insgesamt gesehen teurer ist als die Fachlosvergabe, wird sie insbesondere auch von unserem nordrhein-westfälischen Bauminister favorisiert, weil sie bequemer ist. Hier kämpfen die Verbände auf allen Ebenen und es wäre wünschenswert, wenn die Innungen auf kommunaler Ebene ein Gleiches täten. Wir müssen unsere Augen offenhalten und dürfen nicht dem Druck des vermeintlich unabänderlichen Trends zum GU weichen. Es ist auch kein wirklicher Trost, zu glauben, GU’s beschränkten sich nur auf kleine und mittlere Projekte. Sie werden jeden Auftrag vom Flughafen bis zum Mehrfamilienhaus abwickeln, sofern er Gewinn verspricht. Qualität und Niveau technischer Bereiche werden hierbei auf ein Minimum reduziert, oft über den gesetzlich zulässigen Rahmen hinaus. Als Gegenkraft bereiten unsere Verbände die Möglichkeit zum Zusammenschluß unserer Betriebe zum Technischen GU vor. Gegenüber dem "Beton-GU" haben unsere Betriebe das technische Know-how, auch die Folgekosten eines Gebäudes zu berücksichtigen, die ja unter Berücksichtigung der Lebensdauer des Bauwerks ein mehrfaches der Investitionskosten betragen. Dieser Technische GU hat ein großes Feld im Bereich der Altbaumodernisierung. Die Altbausanierung ist gerade für unsere Branche in den zurückliegenden Jahren – mengen- wie umsatzmäßig – immer wichtiger geworden. Wir wollen aber nicht vergessen, daß es auch in der Zukunft, von der Sie sprechen, im SHK-Bereich viele Klein- und Kleinstbetriebe geben wird, welche die Zusammenarbeit mit einem GU nicht nötig haben. Sie agieren in ihrem Bereich erfolgreich am Markt, indem sie ihre Kunden pflegen und Serviceleistungen anbieten.

IKZ-HAUSTECHNIK: Europäisierung ist ein weiteres Stichwort, das bei einigen Unwohlsein verursacht. Wie stark ist die Gefahr aus der EU?

"Die Anforderungen an unsere Betriebe werden immer größer und das technische Niveau immer höher."

Pelzer: Der Druck auf das deutsche Handwerk ist schon jetzt sehr hoch. Was die rechtlich-politische Dimension betrifft, kann ich nur vehement darauf drängen, im eigenen Land die Diskussion über die Handwerksordnung und vor allem die Meisterprüfung schnellstens einzustellen. Die Kritik, die im politischen Raum nicht verstummen will, ist nämlich schlicht und einfach unberechtigt. Die Handwerksordnung schafft keinen "Naturschutzpark" und die Meisterprüfung ist kein Instrument zur Marktabschottung! Ich verweise nur auf die jüngsten Ergebnisse einer Studie, die das RWI (Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung, Schrumpfgutachten) veröffentlicht hat. Ganz im Gegenteil ist der handwerkliche Markt von einer großen Dynamik geprägt. Der rechtliche Rahmen in seiner jetzigen Form hat dafür gesorgt und er sorgt dafür, daß die Unternehmen ihre betriebs-, volkswirtschaftlichen und sozialen Aufgaben so erfüllen können, wie sie dies bei uns tun: Stabilität von Gründungen, Stabilität von Arbeitsplätzen, die noch immer hohe Ausbildungsbereitschaft, das sind die Trümpfe. Solange aber im eigenen Land an HWO und Meisterprüfung herumgekrittelt wird, so lange werden sich auch im europäischen Umfeld Meinungsäußerungen halten, unsere Regelung sei nicht EU-konform. Was solche Stimmen geflissentlich verschweigen, ist die Tatsache, daß es auch in den anderen Staaten Marktzugangsregelungen zumindest für die Betriebe gibt, die über die 1-Mann-Firma hinausgekommen sind. Diese Hürden sind da und sie sind äußerst vielgestaltig. Davon kann jeder grenznahe deutsche Handwerker ein Lied singen, der im Ausland einen Auftrag übernehmen will. Fragen Sie am Niederrhein oder im Trierer Raum doch einmal nach. Die Hürden bei den anderen haben nur den Vorteil, "besser" getarnt zu sein als die HWO.

IKZ-HAUSTECHNIK: Droht aufgrund dieser schwierigen unternehmerischen Lage der Fachhandwerker zum Schrauber zu verkommen?

Pelzer: Handwerker, ob Geselle oder Meister, und Schrauber – das paßt heute nicht zusammen und das wird auch zukünftig nicht zusammen passen. Ein Formel 1-Rennwagen und eine Tempo-30-Zone passen ja auch nicht zusammen. Wenn die Handwerker sich zu Schraubern machen ließen, würden sie sich selbst aufgeben. Mit welchem Recht kann man dann noch eine so lange und aufwendige Ausbildung bis hin zum Meister und die Meisterprüfung selbst verlangen? Mit welchem Recht kann man dann noch einem qualifizierten jungen Menschen empfehlen, beispielsweise im SHK-Bereich seine Karriere zu beginnen? Allerdings sehe ich gerade in unserer Branche auch keinerlei Anzeichen für eine solche Entwicklung. Im Gegenteil: Die Breite der Anforderungen an unsere Betriebe und ihre Mitarbeiter wird immer größer und das technische Niveau immer höher. Die Kunden brauchen zudem immer mehr Beratung. Nehmen Sie zum Beispiel das, was sich im Zuge der Strommarktliberalisierung derzeit im Elektrobereich tut. Das steht uns mit der Gaspreisfreigabe ja erst noch ins Haus und muß von unseren Betrieben unbedingt im Sinne einer Beratungsoffensive genutzt werden.

Auch "vor Ort", hier bei einer Installation einer Fettabscheideranlage eines Restaurants, informiert sich der vielseitige Unternehmer bei seinen Monteuren und hält so "Basiskontakt".

IKZ-HAUSTECHNIK: Nehmen Handwerksunternehmen, wie es vielfach von der Industrie gefordert wird, ausreichend Einzelhandelsfunktionen wahr?

Pelzer: Ich sehe in der Tat gute Ansätze für eine stärkere Betonung der Einzelhandelsfunktion. Ich sehe die Beschlußlage in Berlin Ende Februar 1999, wo Industrie, Handel und Handwerk gemeinsam einen Schritt nach vorne gegangen sind. Ich sehe auch gute Ansätze für eine stärkere Betonung der Einzelhandelsfunktion in unserem Landesbereich. Mit der Gründung der Badwelten hat gerade mein nordrhein-westfälischer Fachverband viel Aufbauarbeit geleistet und manchen Stein aus dem Weg geräumt. Solche Initiativen müssen aber noch viel stärker aufgegriffen werden – vom SHK-Handwerk allein, natürlich zusammen mit dem Großhandel und der Industrie.

IKZ-HAUSTECHNIK: Sieht man die Gefahr durch die Konzentration im Handel?

Pelzer: Die Konzentration im Fachgroßhandel hat mittlerweile atemberaubende Ausmaße angenommen. Kenner der Branche vermuten, daß das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist. Fest steht aber auch, daß der Fachgroßhandel sich einer zunehmenden Konkurrenz anderer Vertriebswege (Einkaufsgenossenschaften, Baumärkte mit Grossisten-Funktion, Baustoffhändler, Möbelgroßhändler etc.) gegenübersieht. Ich kann es nicht oft genug sagen: Gerade in dieser Zeit des Strukturwandels ist es oberstes Gebot, die Erhaltung des bewährten Qualitäts- und Leistungsbündnisses zwischen Herstellern, Fachgroßhändlern und Fachhandwerk zu gewährleisten. Dies kann aber nur dann gelingen, wenn kundenorientierte, marktpartnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen den drei Absatzstufen stattfindet.

IKZ-HAUSTECHNIK: Wenn man die Konzentrationsbewegungen von Industrie und Großhandel sieht, gerät das Handwerk in immer größere Abhängigkeiten. Wie können Fachhandwerker hierauf reagieren?

"Das Thema Handwerksleistung aus einer Hand wird uns stärker beschäftigen."

Pelzer: Fachhandwerk und Fachgroßhandel sind auch in Zukunft aufeinander angewiesen. Was wir weiterhin brauchen, ist eine marktpartnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Fachhandwerk und Fachgroßhandel. Gleichzeitig müssen alle Möglichkeiten genutzt werden, wie im Wege einer arbeitsteiligen Kooperation das Leistungs- und Qualitätsbündnis auch in Zukunft erfolgreich am Markt ausgebaut werden kann. So hat das Handwerk im Mai 1998 Kooperationsrichtlinien Großhandel/Handwerk vorgelegt. Die Zielsetzung dieser Kooperationsmaßnahme Handel/Handwerk ist auf ein qualitativ hochwertiges und kundenorientiertes Dienstleistungsangebot des Handwerks ausgerichtet, um damit einem ruinösen Preiswettbewerb wirksam entgegenzutreten. Ich kann diese Kooperations-Fibel nur jedem Kollegen empfehlen. Sie enthält überdies eine Checkliste für Kooperationen, die als Ergebnis der vom ZVSHK 1997 in Auftrag gegebenen Studie zu Vertriebskonzepten im SHK-Handwerk entwickelt wurde.

IKZ-HAUSTECHNIK: Die derzeitige schlechte Auftragslage im öffentlichen Bau- und Neubaubereich muß kompensiert werden, dies kann nur durch neue Aktivitäten erfolgen. Wo sehen Sie neue Geschäftsfelder?

Pelzer: Natürlich wird das SHK-Handwerk nicht bleiben, was es ist. Es ist ja auch nach dem letzten Jahrhundertwechsel, also nach 1900, nicht das geblieben, was es damals war. Die Markterfordernisse, die technischen Standards, werden sich auch nach Ablauf des Jahres 1999 ändern und wir werden ihnen folgen und uns mit ihnen ändern. Das schließt die Hinwendung zu neuen Geschäftsfeldern ein. Der Umweltschutz wird seine große Bedeutung behalten, also insbesondere die Themen Energie- und Wassereinsparung. Man wird dies wohl unter dem Schlagwort "Nachhaltigkeit" subsummieren, den schonenden Umgang mit den Ressourcen beim Bau und bei der Unterhaltung von Gebäuden. Im Energiebereich wird sich das primär in der Energiesparverordnung niederschlagen, in der die bauphysikalischen und die anlagentechnischen Gegebenheiten gemeinsam gesehen werden, was letztlich zu einer Aufwertung der Anlagentechnik führt. Das Thema "Handwerksleistung aus einer Hand" wird uns ebenfalls noch stärker beschäftigen, eben weil die Kunden dies wünschen und weil die zusammenwachsende Haustechnik dies erfordert.

IKZ-HAUSTECHNIK: Wird es auch Konzentrationen auf der Handwerksseite geben?

CAD Arbeitsplätze sind aus seinem Betrieb nicht mehr wegzudenken. Ingenieurmäßige Planungen gehören zu dem Konzept "Alles aus einer Hand".

Pelzer: Es wird sie geben, so wie es sie schon heute gibt. Vergleichsweise große Betriebseinheiten sind notwendig, um z.B. im Bereich des Gebäudemanagements mit der Konkurrenz mitzuhalten oder um die Technische GUschaft ausfüllen zu können. Selbst wenn diese Konzentration die Form einer Kooperation von weiterhin selbständigen Unternehmen haben sollte, wie bei der Hamburger Facility-Management AG, so wird sie doch Auswirkungen auf die gesamte Branche haben. Kooperation ist natürlich auch über die Gewerkegrenzen hinweg angesagt, also mit anderen Betrieben des Ausbau- oder Haustechnikbereichs. All dies bedeutet jedoch nicht, daß kleinere Unternehmen künftig keine Chancen mehr hätten. Sie werden weiterhin ihre Nischen finden – nicht zuletzt bei der Wartung und Modernisierung.

IKZ-HAUSTECHNIK: In diesem Zusammenhang der Veränderung des Marktes darf man sicher nicht die Ausbildung vergessen, wie könnte sich dieser Bereich entwickeln?

Pelzer: Hier hat das Handwerk noch Hausaufgaben zu erledigen; die Zusammenlegung unserer beiden Handwerke zum Installateur- und Heizungsbauer muß sich nicht nur in der Meisterprüfung, sondern auch in der Ausbildungsverordnung niederschlagen, damit die jungen Menschen ihren Weg im neuen Beruf ebenso erfolgreich machen können, wie in den bislang getrennten Ausbildungsgängen. In unserem Beruf des Installateur- und Heizungsbauhandwerks haben wir durch die Zusammenlegung der beiden Berufe "Gas- und Wasserinstallateur" und "Zentralheizungs- und Lüftungsbauer" geradezu ideale Voraussetzungen für eine neue und moderne Ausbildung unseres Nachwuchses geschaffen. "Alles aus einer Hand" war und ist die Devise der Zukunft. Also muß auch schnellstens eine neue Ausbildungsrichtlinie (Ausbildungsverordnung) für den Lehrberuf des "Installateur und Heizungsbauers" geschaffen werden. Der Fachverband Nordrhein-Westfalen beispielsweise hat seine Ausarbeitungen für diese zukünftige Lehrlingsausbildung bereits im April 1999 als Vorschlag an den ZVSHK weitergeleitet. Ich persönlich bevorzuge aufgrund der neuen Ausrichtung des SHK-Handwerks diese monostrukturelle Ausbildung.