IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 13/1999, Seite 58


REPORT


Arge Sanitärarmaturenindustrie im VDMA

Aufträge bei Sanitärarmaturen tröpfeln

Auch in diesem laufenden Geschäftsjahr ist die Sanitärarmaturenindustrie von einer Hochstimmung weit entfernt.

Lediglich der Export verspricht derzeit denjenigen Unternehmen kräftige Umsätze, die sich europa- oder weltweit engagieren. Das betrifft unter den 30 Mitgliedern, die sich in der Arbeitsgemeinschaft Sanitärarmaturenindustrie (AGSI) zusammengeschlossen haben, allerdings nur eine Minderheit.

Insgesamt sei der Umsatz in 1998 gerade mal um 0,7% auf 3,61 Mrd. DM gestiegen, wobei der Export mit einem Plus von 7,2% das Gesamtergebnis geschönt habe.

Bei stückmäßiger Betrachtung sank der Absatz um 3,1% (von 37,1 auf 35,9 Mio.). Sehr unterschiedlich seien hier die einzelnen Bereiche: Während Bad-Einhandmischer als bedeutendster Sektor (+6,9%), Brausen (+5,1%) und Eckventile (+12,5%) noch Wachstumsergebnisse vorlegten, mußten z.B. Ab- und Überlaufarmaturen (–13%) und Bad-Zweigriffmischer (–9,9%) kräftige Einbußen hinnehmen.

Der Lenkungsausschuß der AGSI machte Standpunkte klar und gab einen Einblick in das wirtschaftliche Geschehen der Arbeitsgemeinschaft Sanitärarmaturenindustrie (v.l.n.r.): Vorsitzender Andreas Dornbracht, Geschäftsführer Wolfgang Burchard, PR-Mann Frank Linnig sowie der stellvertretende Vorsitzende, Dr. Michael Pankow.

Mit Sorge sieht die AGSI, größte Fachgemeinschaft im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), daß Importe (+5,8% in 1998) die ohnehin angespannte Wettbewerbslage weiter strapazieren. Vor allem die Direktanbieter gingen, ohne sich um den dreistufigen Vertriebsweg zu scheren, auf das Handwerk zu und versuchten Marktanteile zu erobern.

Für 1999 sieht die Herstellergruppe, zu der ca. 15.000 Mitarbeiter gehören, eine Stagnation im Produktionsvolumen voraus. Trotz des großen Renovierungsbedarfs werde die Inlands-Nachfrage eher weiter sinken, wogegen der Export vermutlich auch weiterhin wachsen werde.

Standortbestimmung

Mit einem Positionspapier 2000 hat die AGSI in zahlreichen Punkten Weichen für die Zukunft gestellt. Dabei wurde der dreistufige Vertriebsweg erneut als wichtiges Element unterstrichen, gleichzeitig aber auch aktuellen Marktentwicklungen Rechnung getragen. So werden die Aktivitäten im Handwerk hin zu Einzelhandelskonzepten, wie z.B. "Point of Sale", ausdrücklich begrüßt, wenn sie der Kundenbindung nützen und auf der Grundlage des traditionellen Vertriebsweges praktiziert werden.

Angesichts der knappen Ertragslage, unter der zahlreiche Mitglieder der AGSI zu leiden haben, zeigte sich der Lenkungsausschuß um Unternehmer Andreas Dornbracht (Vorsitz), Dr. Michael Pankow (Stellvertreter) und Geschäftsführer Wolfgang Burchard, recht reserviert. Weder die neue Gebührenordnung des DVGW, noch die Aktivitäten des ZVSHK, eine Handwerkermarke ins Leben zu rufen, hatte angesichts des intern verordneten Sparkurses Bestand, weil jeweils höhere Kosten für das Produkt befürchtet werden. Andreas Dornbracht zur aktuellen Diskussion um die Handwerkermarke: "Wir sind nicht grundsätzlich dagegen, jedoch das Konzept, wie es anläßlich der ISH in Grundzügen zu erkennen war, läuft darauf hinaus, daß es die Armaturenindustrie in nennenswerter Höhe belasten würde und zusätzliche Kosten, die sich nicht über das Produkt an den Endverwender weitergeben lassen, können wir uns nicht leisten."