IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 12/1999, Seite 32 f.


SHK-TECHNIK


Kompensatoren und Metallschläuche in der Technischen Gebäudeausrüstung

Ingeborg Rebuschat*

In der Technischen Gebäudeausrüstung kommen vermehrt Kompensatoren und Metallschläuche zum Einsatz. Denn sie bieten vielerlei Vorteile für den Planer und für den Handwerker.

Edelstahl-Axial-Kompensatoren

In der Technischen Gebäudeausrüstung dienen Kompensatoren in der Hauptsache der betriebssicheren Installation von Zentralheizungs- und Warmwasserversorgungsleitungen. Sie werden zur Aufnahme von Wärmedehnungen - besonders in Steigleitungen - eingesetzt, da es häufig nicht möglich ist, elastische Rohrschenkel einzubauen.

Axial-Kompensatoren aus Edelstahl sind für den Einsatz in Stahl-, Edelstahl- und Kupferrohrleitungen geeignet, unter bestimmten Voraussetzungen auch für Kunststoffrohrleitungen. In der Trinkwasserinstallation nach DIN 1988 Teil 2 und für Heizkreisläufe müssen sie für 10.000 Lastwechsel ausgelegt sein, in der Gasinstallation nach DIN 30681 für 1000 Lastwechsel.

Bild 1: Axialkompensator mit Gewindenippeln.

Ohne Leit- und Schutzrohr kommen Axial-Kompensatoren für die Aufnahme von Wärmedehnungen zum Einsatz (Bild 1). Sie sind auch in der Lage, Schwingungen in axialer und lateraler Richtung aufzunehmen (axial = auf die Achse bezogen, lateral = seitlich).

Bild 2: Axialkompensator mit Schweißenden und innerem Leitrohr.

Innere Leitrohre verringern den Strömungswiderstand und verhindern Ablagerungen und Abrieb durch eventuell im Medium enthaltene Fremdstoffe, die die Lebensdauer beeinträchtigen könnten. Bei längeren Balgelementen verhindern sie Instabilität und Ausknicken (Bild 2).

Bild 3: Vorgespannter Axialkompensator mit Schweißenden, Leitrohr und Schutzrohr.

Äußere Schutzrohre dienen als Schutz vor Schweißspritzern, Verunreinigungen und mechanischen Beschädigungen auf der Baustelle (Bild 3). Sie haben den Vorteil, daß sie werkseitig bereits vorgespannt ausgeliefert werden können. Zum Einbau in Rohrleitungen gibt es am Markt Standard-Kompensatoren:

Der Planer oder der Installateur wird jeweils die Anschlußart wählen, die den größtmöglichen Nutzen (z.B. schnelle Montage) bietet.

Zur Aufnahme von Wärmedehnungen werden Kompensatoren in der Regel vorgespannt eingebaut. Dadurch wird die zulässige Beanspruchung (Streckung/Verkürzung) optimal genutzt. Im Normalfall soll entsprechend den Vorgaben der Hersteller der Kompensator je zur Hälfte gestreckt und zusammengedrückt werden, was der Dehnungskapazität des flexiblen Elementes entspricht. Auch hierfür gibt es Hinweise und Berechnungsbeispiele, wobei auf die größeren Dehnungswerte von Kunststoffrohrleitungen besonders zu achten ist. Die Einbaulänge ergibt sich aus der Baulänge des Kompensators und der Vorspannung.

Der Planer bzw. Installateur muß ausreichende Führungen, Gleit- und Festpunkte vorsehen und darauf achten, daß zwischen zwei Festpunkten jeweils nur ein Kompensator sitzt. Unter Berücksichtigung von Einbau- und Verlegerichtlinien der Hersteller versehen Edelstahl-Kompensatoren zuverlässig ihren Dienst, und das für viele Jahre.

Edelstahl-Wellschläuche

Eine Vielzahl von Anwendungen gibt es für Edelstahl-Wellschläuche anstelle von starren Verbindungen in der Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik. Sie bieten viele Vorteile wie z.B.:

Flexible Metallschlauchleitungen gewährleisten die einwandfreie Funktion von Heizungs- und Warmwasserkreisläufen; sie sind vielseitige Lösungen für Verbindungsleitungen und Anschlüsse. Durch die Flexibilität werden Wärmespannungen und Dehnungen kompensiert und Montagedifferenzen aufgenommen. Das bringt im Einsatz wichtige Sicherheitsreserven.

Bild 4: Ringwellschlauch

Edelstahl-Schlauchleitungen zum Anschluß von Gasgeräten im privaten und gewerblichen Bereich sind seit Jahren Standard. Durch die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten nehmen die Einsatzfelder immer mehr zu. So werden heute die Anschlußleitungen für Solarkollektoren mit vorkonfektionierten Schlauchleitungen durch das Dach geführt. Sie reduzieren den Montageaufwand erheblich, machen umständliche Schweiß- und Lötarbeiten überflüssig und sparen damit Zeit und Kosten (Bild 4).

Edelstahl-Wellschläuche als Meterware zur Selbstmontage sind die ideale Lösung, größere Strecken herzustellen, z.B. von der Dachdurchführung bei Solaranlagen, bis in den Keller zum Kessel (Bild 5).

Bild 5: Schläuche für z.B. Solaranlagen; die Anschlußstücke werden selbst montiert.

In Sprinkleranlagen sorgen Edelstahl-Wellschläuche für den lagerichtigen Einbau der Sprinklerdüsen (Bild 6). Besonders in abgehängten Decken entfällt das zeit- und kostenintensive Auswinkeln. Zulassungen des Verbandes der Schadensversicherer e.V. (VdS) geben dem Planer und dem Installateur die Sicherheit, geprüfte und erprobte Qualität einzusetzen (Bild 6).

Bild 6: Schläuche für Sprinkleranlagen.

Heizkesselschläuche verbinden den Heizkessel mit dem Warmwasserspeicher mit Vor- und Rücklauf. Der besondere Vorteil ist die Montagefreundlichkeit. In Abstimmung mit dem Heizkesselhersteller werden modifizierte Lösungen - mit Isolierungen gegen Wärmeverlust - angeboten.

Bild 7: Schlauchleitungen für Heiz- und Kühlanlagen; es sind vielerlei Anschlußarten möglich, hier sind nur drei dargestellt.

Anpassen und Biegen von Rohren ist beim Anschluß von Klimageräten Vergangenheit. Geringer Montageaufwand und problemloser Einbau von Edelstahl-Wellschläuchen sprechen für sich, wenn es um den Anschluß an die Verteilerleitungen geht (Bild 7).

Bild 8: Schlauchleitungen für Preßfittingsysteme.

Der Einsatz von Preßfittings hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen und ist in der Heizungs- und Sanitärinstallation nicht mehr wegzudenken. Handelsübliche Preßfittings können für entsprechend konfektionierte Edelstahl-Schlauchleitungen für Preßfittingsysteme verwendet werden (Bild 8). Das bietet dem Installateur vor Ort die Möglichkeit, seine normalerweise eingesetzten Preßfittings ohne weiteren Aufwand zu benutzen. Zeitsparender Anschluß von Geräten, Verbindungen von Leitungen, Ausgleich von Montageungenauigkeiten und Aufnahme von Wärmedehnungen werden damit realisiert. Eine form- und kraftschlüssige Verbindung wird durch das Verpressen mit entsprechenden Preßwerkzeugen erzielt.

Die überzeugenden Montagevorteile und die damit verbundenen, erheblich geringeren Kosten gegenüber herkömmlichen Lösungen machen Edelstahl-Wellschläuche zur idealen Lösung für die Planung und Ausführung. Eine Vielzahl von Ausführungsvarianten und einfache Anpassungsmöglichkeiten an die unterschiedlichsten Anforderungen bieten darüber hinaus vielfältige Einsatzoptionen für Erstausrüster in der Heizungs-, Sanitär- und Klimatechnik.


*) Ingeborg Rebuschat, Teamleiterin TGA bei der Witzenmann GmbH, Pforzheim


B i l d e r :   Witzenmann GmbH, Pforzheim