IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 9/1999, Seite 82


REPORT


HEL-Symposium

Basis für eine Zusammenarbeit zwischen Heizölhersteller und Brenner/Kesselhersteller geschaffen

Die Deutsche Shell AG als einer der großen Heizölhersteller in Deutschland hatte zu einem Symposium eingeladen. Ziel: Die Verbesserung der Kommunikation zwischen Brennerhersteller, Hersteller von Brennkomponenten und Heizölhersteller. Rund 50 Gäste tauschten zwei Tage lang Gedanken aus, um die Bedeutung des Heizöls als Energie für die Raumbeheizung und Warmwasserbereitung für die Zukunft zu unterstreichen.

Der Brennstoff Heizöl EL (HEL) ist seit jeher einem ständigen Wandel unterworfen. Die Ursachen sind vielfältig. Der Verordnungsgeber erläßt verschärfte Umweltgesetze oder - jüngstes Beispiel - führt eine Energiesteuer ein. Der Kunde wünscht Qualitätsverbesserungen, die kostengünstig u.a. über den Zusatz von Additiven erreicht werden können. Und neue Kessel und Brenner machen einen modifizierten Brennstoff erforderlich. Denn die zurückstrahlende Wärme der sauberen und verbrauchsoptimierten Brenner führt zu einem Verkoken des Heizöls in der Düse.

Brenner- und Kesselkonstrukteure geraten von anderen Seiten unter Druck. Ein Gebäude mit niedrigem Wärmebedarf stellt besondere Anforderungen an einen Ölwärmeerzeuger. Auf der einen Seite soll er den Energiebedarf für die Warmwasserbereitung decken (= hohe Leistung), auf der anderen Seite soll er eine dem Wärmebedarf angepaßte Energiemenge liefern (= niedrige Leistung). Mehrstufigkeit, modulierender Betrieb und Brennwertnutzung sind hier die Stichworte.

Blick in die Tagungsrunde.

All diese negativen wie positiven Trends und Tendenzen verbindet eine Schwachstelle: Die mangelnde Kommunikation zwischen dem Heizölhersteller und dem Kessel- bzw. Brennerkonstrukteur. Um dieser Diskrepanz entgegenzuwirken, hat das PAE-Labor der Deutschen Shell AG zu einem HEL-Symposium nach Hamburg eingeladen.

Unter den vielen Gästen waren auch mehrere Vertreter aus der Kesselindustrie: hier Dr. Heinz-Bernd Grabenhenrich (Buderus), links, und Dr. Behrouz Ahmadi (Viessmann).

Eine gelungene Veranstaltung, denn nun besteht der Kontakt zwischen dem PAE-Labor und Geräteherstellern. Im PAE-Labor werden Heizöle analysiert und Testreihen mit Heizgeräten verschiedenster Hersteller gefahren. So befindet sich zur Zeit auf dem Prüfstand ein wandhängendes Ölbrennwertgerät (Multi-oil), das nicht mehr Raum einnimmt als ein wandhängendes Gasgerät. Ein bodenstehender Ölbrennwertkessel (Thümmler) wird zur Zeit ebenfalls auf Herz und Nieren überprüft.

Weiterer Punkt im Meinungsaustausch war die Frage nach der Höhe des Schwefelgehalts im Heizöl. Schwefel hat die Fähigkeit, schmierend zu wirken, was den Ölpumpen zu einer langen Lebensdauer verhilft. Dennoch besteht der Zwang, die Schwefelkonzentration zu senken, wenn nicht gar völlig auf Null zu bringen. Nicht nur Brennwertgeräten würde eine verheißungsvolle Zukunft bereitet. Auch Brennstoffzellen könnten mit Heizöl arbeiten - wäre da nicht der Schwefel.

Der Impuls der Veranstaltung: Heizölhersteller, Brennerhersteller und Komponentenhersteller (von z.B. Ölpumpen) sitzen in einem Boot. Die persönlichen Kontakte untereinander sind hergestellt; nun müssen sie zusammenrücken und ihre Ideen mit Leben erfüllen.


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