IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 8/1999, Seite 90


REPORT


Nachrichten aus Brüssel

Die DIN EN 752-7 für Entwässerungssysteme außerhalb von Gebäuden

Dipl.-Ing. (FH) Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Ralph Langholz

Mit einem weiteren Schritt auf dem schwierigen Weg in Richtung der Harmonisierung europäischer Vorschriften wurde die neugefaßte Normenreihe zum Fachgebiet der Entwässerungssysteme nunmehr abgerundet.

Mit der im Juli 1998 erschienenen:
DIN EN 752-7:1998
Entwässerungssysteme außerhalb von Gebäuden
Teil 7: Betrieb und Unterhalt

ist durch umfassende europäische Vorschriften der gesamte Bereich der Grundstücks- und Hausentwässerung neu erfaßt und reglementiert worden, so daß man hier europaweit auf einheitliche Festlegungen zurückgreifen kann. Somit ist das angestrebte Ziel einer durchgehend einheitlichen Normierung auf diesem Gebiet bereits erreicht.

Konkret

Wie es die Bezeichnung der Norm bereits erkennen läßt, beinhaltet diese Festlegung ausschließlich "Entwässerungssysteme außerhalb von Gebäuden". Neben allgemeinen Ausführungen, beschrieben unter:

5. Allgemeines

5.1 Zielsetzungen

a) "Verstopfungsfreier Betrieb";

g) "Ausschluß der Gefährdung von bestehenden, angrenzenden Bauten und Ver- und Entsorgungseinrichtungen durch Abwasserkanäle und -leitungen";

h) "Erreichung der geforderten Nutzungsdauer und Erhaltung des baulichen Bestandes;

i) Wasserdichtheit der Abwässerkanäle und -leitungen gemäß den Prüfanforderungen;"

enthält die neue Vorschrift auch konkrete Vorgaben. Z.B. unter Pkt. 8 zur Untersuchung von Betriebsproblemen (mit Querverweis auf die "Einzelheiten zur Prüfung der Wasserdichtheit sind in EN 1610") und unter Pkt. 9 zu den Vorgehensweisen bei auftretenden Problemen:

Derartige Ausführungen finden sich zu weiteren baulichen Bereichen wie Schächten und Inspektionsöffnungen, Regenentlastungsbauwerken, Speicherbecken, Abscheidern, Absetzkammern und Abläufen, Pumpenanlagen und Düker.

Letztendlich greifen die Festlegungen der DIN EN 752-7 nicht in die der DIN EN 1610 bezüglich der Dichtheitsprüfung bzw. der Prüffristen und -vorgehensweisen ein. Es wird nur eine allgemeine Zusammenfassung von Abläufen und Rahmenbedingungen vorgegeben.

Somit kann der Handwerker im Bereich der Grundstücks- und Hausentwässerung weiterhin so verfahren, wie er es seit der Inkraftsetzung der DIN 1986 Teil 30 (1995) bzw. DIN EN 1610:1997 gewohnt ist.


9.1 Rohrleitungen

9.1.2 Betriebliche Probleme

"Folgende betriebliche Probleme können auftreten:

- Verstopfungen, im allgemeinen verursacht durch Sedimente/Grobstoffe, die sich im Entwässerungssystem ablagern und somit Hindernisse bilden, die die Abflußkapazität vermindern;

- Infiltration oder Exfiltration, hervorgerufen durch bauliche Probleme.

Diese Probleme können mit folgenden Verfahren behoben werden:
Hochdruckreinigung;
Ferngesteuerte Kanalroboter;
Ausgrabung und Reparatur."

9.1.3 Bauliche Probleme

"Folgende bauliche Probleme können auftreten:
Rohrbrüche;
Risse oder Scherbenbildung in einer Leitung;
Schadhafte Anschlüsse;
Rohrverformungen;
Offene und verschobene Verformungen.

Diese Probleme können mit folgenden Verfahren behoben werden:
Reparatur;
Renovierung;
Erneuerung.

Wo diese Probleme häufig auftreten oder eine bedeutende Kanallänge betreffen, sollte eine Untersuchung vom gesamten Einzugsgebiet oder von Teilen davon erwogen werden (siehe EN 752-5)."


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