IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 2/19998, Seite 14 ff.


VERBÄNDE AKTUELL 


Nordrhein-Westfalen


Sachverständigentagung

Information ist alles

Etwa 40 SHK-Sachverständige trafen sich am 4. November 1998 zur Sachverständigentagung des Fachverbandes SHK NRW, im Congress-Center der Messe Essen, um sich zu den Themen Feuerungsverordnung (FeuVo) sowie Wand- und Deckendurchführungen von Installationsrohren zu informieren.

Daß es sich bei dieser Veranstaltung nicht um eine Unternehmer-Fachtagung handele, hob Referent Ing. Norbert Kröschel, Geschäftsführer Technik des Fachverbandes SHK NRW, ausdrücklich hervor, denn es gelte Informationen sachbezogen zu vermitteln, die nicht immer die Sichtweise der Unternehmen darstellten.

FeuVo + Öl

Kröschel referierte zum Thema "Die neue Feuerungsverordnung". Er berichtete bei seinen Ausführungen auch über praxisbezogene Erkenntnisse, die Einfluß auf die Formulierungen der Verordnung genommen hätten. So habe die statistische Erhebung ergeben, daß durch Feuerstätten selbst keine Gebäudebrände mehr verursacht worden seien. Dies habe dazu geführt, daß diese Anlagen nicht mehr durch den Nothahn bei Gas gesichert werden müßten, jetzt sei die thermische Absperreinrichtung das vorgeschriebene Sicherungsmittel bei Gas.

"Der Heizraum ist passé" und den Schornstein gebe es nur noch für Festbrennstoffe. Die Situation der Lüftung habe sich verändert, denn Abluftöffnungen seien nicht mehr gefordert, wohl aber eine Zuluft von 4 m3/kW.

Bei der Montage der Abgasanlagen werde zur Zeit gemeinsam mit den Schornsteinfegern eine Empfehlung erarbeitet, die bis zu einer Länge von 15 m Abgasführung nur eine Reinigungsöffnung vorschreiben werde. Auf Anfrage der Sachverständigen erklärte Kröschel, daß es zur Zeit noch keine neue Kehrordnung gebe.

Wand- und Deckendurchführung

Referent Dipl.-Ing. Manfred Lippe, ML Consultant, Krefeld, erläuterte umfassend seine Erkenntnisse zur "Fachgerechten Wand- und Deckendurchführung für brennbare und nichtbrennbare Installationsrohre in Nordrhein-Westfalen". Lippe hatte in den zurückliegenden drei Jahren die unterschiedlichen Landesverordnungen "durchforstet" und hat bzw. wird eine entsprechende Broschüre zu dieser Thematik, in Verbindung mit den jeweiligen Fachverbänden SHK, veröffentlicht(en).

Seine Ausführungen waren nach folgenden Themenbereichen geordnet:

- Grundlagen der Gesetzgebung, Normen und Regelwerke,

- mitgeltende Normen und Schnittstellen zum Bauwerk,

- Gebäudetypen nach Landesbauordnung,

- Installationsarten: Unterputz-, Aufputz- und Vorwand-Installationssysteme,

- Aufstellräume / Heizräume für Öl-, Gas- und Feststoffbrandkessel,

- Brennstofflagerräume und

- Tiefgaragen.

Unter dem Titel "Brandschutz in Wohngebäuden" wurde ein Fachartikel in der IKZ-HAUSTECHNIK 1/99 Seite 24 zu diesem Thema veröffentlicht, der die wesentlichen Aussagen zusammenfaßt.

Zur Brandlastberechnung führte Lippe aus: "Diese Berechnung wird wegfallen und die Folge wird sein, daß sie die Wahl haben zwischen nichtbrennbarer Deckenverkleidung oder Feuermeldern." In diesem Zusammenhang sagte er, brandsicher bedeutet: "Befestigung mit Metalldübeln!"

Als Abschlußbotschaft an die versammelten Sachverständigen führte er aus, daß ein verdeckter Mangel (gleich vergessener Brandschutz) zu einer 30jährigen Haftungszeit führe und dies solle man bei der Gesamtbeurteilung nicht vergessen.

 


100 Jahre Innung Düsseldorf

Festball anläßlich des 100jährigen Jubiläums der Innung Düsseldorf - Gastredner NRW - Wirtschaftsminister Peer Steinbrück

"Das Jubiläum des 100jährigen Bestehens dokumentiert auch die starke Durchsetzungskraft der Innung. Von den Obermeistern, Innungsvorständen, Geschäftsführung wie Mitgliedern waren fortwährend Aufgeschlossenheit, Weitblick, Dynamik, Flexibilität im Denken, Handeln und Können gefordert.

Zielstrebigkeit, gepaart mit Tat- und Entschlußkraft, bewiesen die Innungsgründer und Fortführer wie auch die Innungsmitglieder immer wieder in entscheidenden Situationen, so kommentiert die Festschrift anläßlich des Innungsjubiläums in ihrer Einleitung.

In der Innungschronologie der dreizehnte amtierende Obermeister Hans-Joachim Hering (seit 1992).

Obermeister Hans-Joachim Hering stellte in seiner Begrüßung vor 550 geladenen Gästen den Zusammenhang zwischen Innungsgründung und dem Handwerkerschutzgesetz her. Die Industrialisierung machte die handwerkliche Leistung keineswegs überflüssig. "Die seinerzeitige Innungsgründung (1898) wie auch die nachfolgend entstandenen öffentlich-rechtlichen Selbstverwaltungseinrichtungen (Kreishandwerkerschaft Düsseldorf, 1899 und Handwerkskammer Düsseldorf, 1900) und viele weitere Düsseldorfer Innungs-Wieder- und Neugründungen sind überzeugender Ausdruck des erklärten Behauptungswillens gegen die fast überwältigende Industriealisierung. Die erste - nach dem noch "frischen" - Handwerkerschutzgesetz von 1897 in Düsseldorf ins Leben gerufene Innung war - bemerkenswerterweise - die "Freie Klempner- und Installateur-Innung Düsseldorf" vom 22. Februar 1898. Dieser neu angetretenen handwerklichen Berufsgemeinschaft gehörten zunächst 34 Mitglieder an", so Obermeister Hering.

Heinz Otten (l.) wird für seine Arbeit in verschiedenen Vorstandsämtern der Innung mit der silbernen Medaille der Handwerkskammer durch deren Präsidenten Hansheinz Hauser (m.) ausgezeichnet.

Hering, dessen Familie selbst bereits seit drei Generationen im Innungsvorstand vertreten ist und dessen Großvater Hans Hering den Grundstock für die erste überbetriebliche Innungswerkstatt legte, würdigte die Leistung seiner Vorgänger im Ehrenamt. Die Chronologie belegt dreizehn amtierende Obermeister über die Zeitspanne von einhundert Jahren, von denen, einmal abgesehen von dem Gründungsobermeister, drei - nämlich G. Hommerich, H. Hering, O. Stenger - in zeitlicher Hinsicht wie auch nach offizieller Nennung herausragen. Besonders diese drei, so Hering, haben jeweils in besonderer Zeit und Situation sehr nachhaltig und ausgeprägt die Geschicke der Innung und ihrer Mitglieder gestaltet und gesteuert.

In seiner humorvollen Laudatio zum 100. Jubiläum der Innung Düsseldorf zitierte Hauptgeschäftsführer Dr. Hans-Georg Geißdörfer, Fachverband SHK Nordrhein-Westfalen aus einer bekannten überregionalen Sonntagszeitung: "Ein Installateur ist der Lieblings-Schwiegersohn . . .
Wer braucht denn heute noch einen Arzt zum Ehemann? Es ist viel wichtiger, einen Mann zu heiraten, der in der Lage ist, eine Toilette zu reparieren . . ." und betonte auf diese Weise den Stellenwert des SHK-Handwerks in der heutigen Gesellschaft.

So ging der Wunsch von Obermeister Stenger, seiner Innung eine unabhängige und im Eigentum abgesicherte Schulungsstätte zu verschaffen, 1980 in Erfüllung. Die Kreishandwerkerschaft in Düsseldorf errichtete nicht zuletzt auf Betreiben des engagierten Obermeisters Stenger und seiner Innung ein großzügiges und modernes gemeinschaftliches "Überbetriebliches Ausbildungszentrum Düsseldorf", an der Adresse Aufm Tetelberg 11.

Um so erfreulicher: Spendete doch die Firma Hoesch anläßlich des 100jährigen Jubiläums zum Zeichen der Verbundenheit zum Handwerk für die Nachwuchsarbeit der Innung 20.000,- DM.

Zur Ehrung der Firmen Stenger, Ballauf, Zinnenlauf und Nolte sind angetreten von links: Horst B. Meyering, Kreishandwerksmeister, Dipl.-Ing. Rudolf Peters, Landesinnungsmeister, Otto Stenger, Ehrenobermeister, Hansheinz Hauser, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf, Herbert Wittorf und Rolf Weber, stellvertretende Obermeister Innung SHK Düsseldorf, Dipl.-Ing. H.-J. Hering.

Wie Hering, würdigte auch Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Peer Steinbrück (SPD) das ehrenamtliche Engagement der Innungsmitarbeiter: "Die Innung lebt davon, daß einige Menschen mehr tun als ihre Pflicht". Applaus erhielt Steinbrück von der aufmerksamen Festgesellschaft bei seinem Versprechen, in Zukunft der Berücksichtigung des Mittelstandes und damit besonders auch dem Handwerk höhere Aufmerksamkeit zu schenken. Manches an der geplanten Steuerreform sei richtig, aber das Bein, auf dem man auch laufen muß, nämlich die steuerliche Entlastung im Sinne von Investitionsförderung insbesondere beim Mittelstand, hänge noch in der Luft, so Steinbrück. 90% der Firmen in Deutschland seien Einzelunternehmen oder Personengesellschaften. Für diesen Firmenkreis sei etwa die Körperschaftssteuer erst einmal völlig uninteressant. Von den genannten Unternehmen, für die die Einkommensteuer die ausschlaggebende Unternehmenssteuer sei, seien ca. 20% von der, seitens der SPD geplanten Senkung des Spitzensteuersatzes auf 43% betroffen. Die anderen Unternehmen würden durch den Vorschlag einer Absenkung des Spitzensteuersatzes auf gewerbliche Einkünfte noch gar nicht erreicht.

NRW-Wirtschaftsminister Peer Steinbrück erntete Beifall für seine Vorschläge zur Mittelstands- und Handwerksförderung.

Ein nochmaliges Überdenken der Mehrwertsteuersätze bezeichnete Steinbrück als eine letzte Möglichkeit. Bei dieser indirekten Steuer stehe Deutschland in Europa am unteren Ende der Skala. Für die Finanzierung einer zusätzlichen Entlastung des Mittelstandes sei die europäische Harmonisierung von Steuern und Abgaben und damit auch der indirekten Steuer der realistischste Ansatz.

Neben dem besonderen Dank der Festredner an Innungs-Ehrenobermeister Otto Stenger wurde Heinz Otten, lange Jahre in verschiedenen Vorstandsämtern der Innung tätig, mit der silbernen Medaille der Handwerkskammer ausgezeichnet.

 


Innung Bielefeld

Herbsttagung

Im Rahmen der Herbsttagung der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Bielefeld am 17. November 1998, wurde der langjährige Pressesprecher der Innung, Gerhard Brinkmann, für seine Leistungen und die nachhaltige Förderung des Berufsstandes mit der "Goldenen Ehrennadel" des Fachverbandes Sanitär-Heizung-Klima NRW ausgezeichnet. Die Auszeichnung nahm Verbands-Hauptgeschäftsführer Dr. Hans-Georg Geißdörfer vor.

Gerhard Brinkmann mit der goldenen Ehrennadel des Verbandes ausgezeichnet

von links: Hauptgeschäftsführer des FVSHK NRW Dr. Hans-Georg Geißdörfer, Gerhard Brinkmann.

In seiner Laudatio würdigte Geißdörfer das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement Brinkmanns, der 22 Jahre lang, von 1976 bis 1998, Mitglied im Vorstand der Innung aktiv und von Beginn an Pressesprecher war. Im Beirat der Innung macht sich Brinkmann auch weiterhin für die Interessen und Belange seines Berufsstandes stark.

Durch sein mutiges und konsequentes Eintreten für die Aufrechterhaltung des dreigliedrigen Vertriebsweges, Hersteller-Großhandel-Handwerk, habe Brinkmann wesentlich mit dazu beigetragen, daß die Durchbrechung dieser Strukturen durch einen deutschen Großkonzern und einer Baumarktkette verhindert werden konnte. Hierbei habe er insbesondere auf die Solidarität aller deutschen Heizung-Sanitär-Innungen gesetzt; mit Erfolg wie sich gezeigt habe.

"Gäbe es Gerhard Brinkmann nicht, müßte er geboren werden", sagte Geißdörfer augenzwinkernd. Er sei ein kritischer Beobachter und kompetenter Gesprächspartner, der mit konstruktiven Ideen, großer Überzeugungskraft und seiner ganzen Persönlichkeit die Entwicklung der Sanitär-Heizung-Branche zum Wohle der Betriebe nachhaltig mitgestaltet habe. Es gebe zahllose Beispiele für sein ebenso engagiertes wie erfolgreiches Wirken.

HSK-Betriebe müssen sich für Zukunft wappnen

In seinem anschließenden Referat über das Thema "Heizung-Sanitär-Klima 2000" wies Geißdörfer u.a. darauf hin, daß die Auftragslage im Bereich Heizungsbau schleppend sei, während der Sanitärbereich ein wenig sprudele. Die Märkte hätten sich insbesondere auch aufgrund der europäischen Einheit erheblich verändert. Immer mehr Kommunen versuchten, über Tochtergesellschaften neue Tätigkeitsfelder für sich zu erschließen. Hiervon sei in vielen Städten auch das Heizungsbauer-Handwerk betroffen. Man müsse achtsam sein, damit keine Marktanteile verlorengingen. Betriebe, Innungen und Verbände müßten Strategien entwickeln, um solchen künftigen Entwicklungen standhalten und Widerstand entgegensetzen zu können. Als Beispiel nannte er Stichpunkte wie "Kooperation" oder "Facility-Management". Betriebe wie Verbände dürften nicht nur stillschweigend beobachten, sondern müßten handeln und sich für die Herausforderungen der Zukunft wappnen.

Ehrenobermeisterbrief für Helmut Steinbicker

Obermeister Walter Hechler überreichte seinem Amtsvorgänger Helmut-W. Steinbicker, der 21 Jahre an der Spitze der Innung stand, den Ehrenobermeisterbrief. Die einstimmige Wahl zum Ehrenobermeister war bereits bei der letzten Tagung erfolgt.

In seinem Bericht nannte Hechler zunächst die statistischen Daten der Innung: Der Innung Bielefeld gehören 153 Mitgliedsbetriebe an in denen 1016 Mitarbeiter beschäftigt und 289 Lehrlinge ausgebildet werden.

Ehrenobermeister Helmut-W. Steinbicker.

Er gab einen Überblick über die zahlreichen Aktivitäten der Innung und bedauerte, daß zu viele Mitglieder der Herbsttagung ferngeblieben seien. "Zumeist fehlen diejenigen, für die die Teilnahme besonders wichtig wäre". Die Innung brauche nicht nur zahlende Mitglieder, sondern aktive, mitgestaltende Kolleginnen und Kollegen, die sich mit der Gesamtheit der Innungsmitglieder solidarisch erklärten. Wer nicht an der Innungsversammlung teilnehme, dürfe sich hinterher nicht beklagen, daß bei Beschlüssen und Entscheidungen im Einzelfall seine Interessen nicht berücksichtigt worden seien.

Ausbildungsvolumen kaum zu bewältigen

Lehrlingswart Erwin Zimmermann sieht erhebliche Probleme auf Lehrlinge, Lehrer und Ausbilder zukommen. Nach der Neuordnung der Handwerksordnung und der Zusammenfassung der Berufe zum "Installateur und Heizungsbauer" wird in den kommenden Jahren der Umfang der zu vermittelnden Kenntnisse und Fertigkeiten so groß sein, daß sie von vielen Lehrlingen nicht oder kaum zu bewältigen sein werden. "Wer heute die Berufe des Zentralheizungs- und Lüftungsbauers sowie des Gas- und Wasserinstallateurs erlernen wolle, hätte dazu sieben Jahre Zeit. Werden beide Berufe zu einem Ausbildungsberuf zusammengefaßt, werden die Lehrlinge aber nur 31/2 Jahre Lehrzeit haben", so Zimmermann.

Er habe beobachtet, daß schon heute ein Großteil der Lehrlinge erhebliche Probleme hätten, den Lehrstoff zu bewältigen. Nach der Zusammenlegung der Berufe befürchte er eine erheblich größere Durchfallquote bei den Gesellenprüfungen.

von links: stellv. Obermeister Klaus Sadler, Obermeister Walter Hechler und Geschäftsführer Winfried Blaue.

Gute Kontakte zu den Stadtwerken Bielefeld

Obermeister Hechler betonte die gute Zusammenarbeit der Innung mit den Stadtwerken Bielefeld. Auf die Zusagen der Verantwortlichen sei bislang immer Verlaß gewesen. Dem Handwerk zuzuordnende Tätigkeiten seien immer auch an ortsnahe Betriebe vergeben worden. Er hoffe, daß auch künftig auf der Grundlage dieses Vertrauensverhältnisses weiter zusammengearbeitet werden kann.

Dieter Bracht, Leiter des "Haus der Technik", das den Stadtwerken in diesem Jahr Fördergelder für das Handwerk (Sanitär-Heizung und Elektro) in Höhe von rd. 7,2 Mio. DM zur Verfügung gestellt habe. Das entspräche einem Auftragsvolumen von 42,8 Mio. DM. Gefördert worden seien Brennwerttechnik, Photovoltaikanlagen sowie Solarkollektoren.


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