IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 24/1998, Seite 67 ff.


AUSSTELLUNG


20 Jahre shk Hamburg

Zufriedene Aussteller an der Waterkant

Mit rund 45.000 Besuchern verbuchte die letzte SHK-Fachausstellung dieses Jahres zwar keinen Besucherrekord, dennoch äußerten sich die Aussteller sehr zufrieden mit dem Verlauf des letzten SHK-Höhepunktes vor der ISH.

"Es gibt auch in Zukunft keine Alternative für einen leistungsstarken Mittelstand und das Handwerk spielt dabei eine wichtige Rolle". Das sagte Dr. Henning Scherf, Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen, zur Eröffnung der "shk 98", 11. Nordeuropäische Fachausstellung Sanitär - Heizung - Klemper - Klima. Dr. Scherf sprach als diesjähriger Schirmherr der Ausstellung, die von den norddeutschen Landesinnungsverbänden der beteiligten Handwerke mitveranstaltet wird. Die beteiligten Handwerksbranchen seien ein entscheidender Sektor von Modernisierung und Innovation. "Sie sind für intakte Dienstleistung und vernünftigen Umgang mit den Ressourcen die erste Adresse," fügte Dr. Scherf hinzu. Eine erstaunliche Erkenntnis eines Bürgermeisters, in dessen Stadtstaat das SHK-Handwerk eher gegen Windmühlenflügel kämpft (siehe IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 6/97, S. 58 f).


Zukunftsthemen, denen in Hamburg viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde: Sichere Gasinstallationen und Facility Management.

Wie recht Dr. Scherf mit der geäußerten Sichtweise hat, zeigt das Resümee: "Die shk 98 hat sich erneut als das entscheidende Fachforum für den gesamten Norden erwiesen. Die überwiegende Zahl der Aussteller äußerte sich überaus positiv, die Stimmung war deutlich besser als erwartet", faßte Hamburgs Landesinnungsmeister Wilfried Sander, Vorsitzender des Messebeirats den Verlauf der Nordeuropäischen Fachausstellung Sanitär Heizung Klempner Klima zusammen.

Barrierefrei Leben und Wohnen, eine Initiative der GC-Gruppe, die von Uwe Hollweg vorgestellt wurde.

Insgesamt zählte die Messeleitung mehr als 45.000 Besucher, die ihr Hauptaugenmerk lt. Umfrage vor allem auf Heizungstechnik und -systeme (55%), Sanitärtechnik (53%), Lüftungs- und Klimatechnik (28%), Werkzeuge und Werkstatteinrichtungen (33%) sowie die Klempnertechnik (27%) legten. Rund 15% der Messegänger sollen Privatbesucher gewesen sein.

Im Rahmen der shk Hamburg wurde den Schütz Werke GmbH & Co. KG für ihre Produkte in den Bereichen Regenwasser-Nutzungsanlagen, Heizöl-Batterietanks mit SMP-Geruchssperre sowie dem doppelwandigen Batterietank das SHK-Zert verliehen. Geschäftsführer Winfried Heibel (rechts) und Vertriebsleiter Manfred Lind halten gemeinsam das begehrte Zertifikat, welches dem Unternehmen eine hohe Produktqualität sowie ein umfassendes Dienstleistungssystem für das SHK-Handwerk bescheinigt.

Umwelt und Renovierung im Mittelpunkt des Interesses

Bei geplanten Renovierungsarbeiten führt der Bad- und Sanitärbereich mit 63%! die Hitliste an, gefolgt von dem Wunsch nach einer neuen energiesparenden und emissionsarmen Heizungsanlage mit 43%. Von der Industrie als wichtiges Bindeglied zwischen den Frühjahrsausstellungen und der folgenden ISH betrachtet, zaubert so mancher Produzent in Hamburg auch schon einmal eine Neuheit aus dem Hut.

Diese beiden lustigen Musikanten und ihr stählerner Kollege wurden am Messestand von Georg Fischer entdeckt.

Augenfällig wurde das in diesem Jahr besonders bei der Sanitärkeramik. Epura von Villeroy & Boch, Sanremo von Ideal Standard, Renova plus von Keramag sowie die neue Badmöbelserie 4 x 9 (Sieger Design) von Duravit seien als Beispiele genannt. Allesamt Serien die eher dem preiswerteren Segment zuzuordnen sind. Offenbar verhallt der vielfach geäußerte Wunsch nach vergleichsweise günstigen - aber dennoch hochwertigen Angeboten - nicht ungehört.

Schonender Umgang mit Ressourcen und das SHK-Handwerk als Generalunternehmer: diese Themen haben sich die Profis der Haustechnik überdeutlich auf die Fahne geschrieben. Deutlich wurde dies in Hamburg u.a. an den beeindruckenden Angeboten moderner Brennwert-Wärmeerzeuger, Blockheizkraftwerken, Regelungstechnik, Solar- und Regenwassernutzungsanlagen. Produkte allein sind bei dieser Ausrichtung aber nicht der Weisheit letzter Schluß. Das weiß auch das Fachhandwerk, das dem Stand der neuen Facility Managment Hamburg AG (siehe IKZ-HAUSTECNIK, Ausgabe 20/98, S. 56 f) einem in der Bundesrepublik bisher einmaligen Zusammenschluß mittelständischer Handwerksbetriebe zur dienstleistungsmäßigen Gesamtbetreuung von Gebäuden.


Wer Detailinformationen wünschte, bekam auch fachkundige Beratung und fundierte Auskunft.

Sonderschauen - in Hamburg Tradition

Die Sonderschauen "Kupferschmiede", "Klempnertechnik" sowie "Kachelofen und Luftheizung" stoßen in Hamburg traditionell auf großes Interesse. Das war auch diesmal nicht anders.

Als besondere Attraktion demonstrierte ein Altgeselle an einer Drehbank die Arbeit eines Metalldrückers, wie man sie heute kaum noch zu sehen bekommt. Ähnlich einem Drechsler mit Holz, so bringt der Metalldrücker eine rotierende Metallplatte in die gewünschte Form. Dabei entstehen Zierelemente, die vor allem bei der Restaurierung historischer Gebäude benötigt werden. Insgesamt zeigten die Arbeiten in der "Lebenden Werkstatt" daß Klempner ein Beruf ist, bei dem ein hohes Maß an kunsthandwerklichen Fertigkeiten verlangt wird.

Am Stand der Landesverbände präsentierte sich der "Initiativkreis Regenwassernutzung", eine Gemeinschaftsinitiative von ZVSHK, DG Haustechnik und Bundesverband Lagerbehälter mit einem Aktionspaket für das SHK-Handwerk zur professionellen Vermarktung der Regenwassersysteme in der Haustechnik.

Vielbeachtet war die Sonderschau "Gas ganz sicher", deren Titel deutlich signalisierte um was es ging: Möglichkeiten zur Ermittlung von Gaslecks und Informationen über die gleichnamige Initiative des Handwerks.

Auch wenn kein neuer Besucherrekord zu verbuchen war und sich der "lange" Donnerstag - wie schon einige Wochen zuvor in Leipzig - eher als Flop erwies: die gute Stimmung in Hamburg sollte ansteckend wirken.

Die nächste Fachausstellung, die "shk 2000", wird vom 22. bis 25. November 2000 veranstaltet.


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