IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 23/1998, Seite 48 ff.


REPORT


SHK-Ausbildungszentrum Köln

Zukunftsweisendes Ausbildungs- und Verwaltungsgebäude wurde seiner Bestimmung übergeben

Neue Geschäftsstelle und Berufsbildungszentrum der SHK-Innung Köln.

Allen Grund zur Freude gab es bei der Eröffnung des neuen Ausbildungszentrums der SHK-Innung in Köln am 15. Oktober 1998. Obermeister Rolf Lützenkirchen konnte auf dem Gelände an der Rolshover Straße in Köln-Kalk den über 200 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Verband und Innungen ein zukunftsweisendes Ausbildungs- und Verwaltungsgebäude vorstellen.

In seinen Grußworten dankte OM Lützenkirchen seinen Innungskollegen für die Unterstützung, denn ohne ihr Wollen und Tun wäre ein solches Projekt unmöglich gewesen.

Daß dieses neue Berufsbildungszentrum über die Stadtgrenzen der Rheinmetropole hinaus Beachtung finden wird, wurde schon durch die Anwesenheit des NRW Ministerialdirigenten R. Thomalla, Wirtschaftsministerium NRW deutlich, der im Auftrag des Ministerpräsidenten des Landes NRW Wolfgang Clement zur Einweihungsfeier gekommen war.

Ministerialdirigent Thomalla zeigte sich beeindruckt von der zukunftsweisenden Ausrichtung des Ausbildungszentrums der Innung Köln. Hier seien die Fördermittel des Landes NRW gut angelegt, denn Zukunft bedeute Qualifizierung der Jugend, insbesondere im immer härter werdenden weltweiten Leistungsvergleich.

Auf das Grußwort des Obermeisters Rolf Lützenkirchen folgten die Festredner: der Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, A. Preußner, NRW Ministerialdirigent, R. Thomalla, Vorsitzender des Bauausschusses der Innung, M. Wefers, Handwerkskammerpräsident, Franz-Josef Knieps, Dr. H. G. Geißdörfer, Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes SHK NRW und der 1. Bürgermeister der Stadt Köln J. J. Blum. Diesen Vortragsblock moderierte der stv. OM W. Hirschler, gewürzt mit rheinischem Humor.

Dr. Geißdörfer, Hauptgeschäftsführer FV SHK NRW, unterstrich die enorme Bedeutung, die das Handwerk als tragende Säule der Gesellschaft habe. Qualifizierung, insbesondere mit dem Abschluß des Meistertitels, ist für ihn unabdingbare Voraussetzung für ein leistungsfähiges Handwerk.

Vorgeschichte

Die Innung Köln ist heute mit 360 SHK-Betrieben und 3500 Mitarbeitern eine der großen Berufsvertretungen im Kölner Raum und blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. 1886 erfolgte die Gründung einer Klempner- und Installateurinnung, die sich jedoch aufspaltete und erst durch Initiative von Peter Welter 1905 wieder zum "Verein Kölner Installateure" zusammengeschlossen wurde.

Lehrlingswart Peter Stockem, rechts, hier mit seinem Sohn Jürgen in der Ausbildungswerkstatt für Kunststoffbearbeitung. Er gab die Initialzündung zu diesem Projekt und konnte sich mit zahlreichen Gästen in den Schulungsräumen über die vorbildliche Umsetzung freuen.

Nach der Einführung der Pflichtinnung im Jahre 1934 ging der Installateurverein in die "Klempner-, Installateur- und Kupferschmiedeinnung" auf, die später um das Heizungsbauerhandwerk erweitert wurde. Erst nach Beendigung des Krieges, zur Amtszeit von OM Berrenrath, zog die Innung 1955 in ein eigenes Innungsgebäude am Hildeboldplatz. Im Verlauf der späteren Jahre setzte OM Heinz Schmalen, als Nachfolger von OM Rossmar, neue Innungsakzente und errichtete unter seiner Leitung 1972 ein Innungsgebäude in Köln-Zollstock mit angegliederter Lehrwerkstatt für die überbetriebliche Ausbildung. Aufgrund der zunehmenden Lehrlingszahlen kam 1984 das von der Stadt angemietete Schulgebäude in Köln-Holweide hinzu.

Baudaten

Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr des Landes NRW, ca. 7 Mio. DM

Bundesinstitut für Berufsbildung, ca. 1 Mio. DM

Innung / Sponsoren, ca. 5 Mio. DM

Von diesen 13 Mio. DM entfielen allein auf Ausstattung und Technologie ca. 3,0 Mio. DM.
Grundstücksgröße: 4100 m2
Gebäudefläche: 2190 m2
Gebäudeumfang: 15.800 m3

Das Gebäude gliedert sich in drei Bereiche:
Verwaltungs- und Schulungstrakt,
Hallengebäude mit Lehrwerkstätten und Laborräumen
überdachter Pausenhof/Cafeteria

Technische Ausrüstung:

  • Gebäudeleitsystem: Heizung, Lüftung, Elektro, sonstige Technik,
  • Sonnenschutz: mit Hologrammen und Photovoltaik,
  • Beleuchtungsregelung: nach Tageslichtstärke,
  • Regenwassernutzung: Spülung der WCs, Urinale, Kühlung von Aggregaten,
  • Sonnenenergienutzung: für Wassererwärmung und Heizung,
  • Tageslichtnutzung: durch Dachoberlichter und
  • Lichtlenkung: durch Lichtlenkglas in den Oberlichtern.

Architekturbüro:
HMP Bauplanung GmbH, Köln

Bauausschuß:
Hans Dampf, stv. OM ehrenhalber
Klaus Hammeke, Vorstandsmitglied
Manfred Wefers, Ausschußvorsitzender

Die Initiative von Lehrlingswart Peter Stockem, der die Notwendigkeit einer Umgestaltung der nicht mehr zeitgemäßen Lehrwerkstätten zu einem, mit modernen Werkzeugen und Maschinen, technologisch ausgerichteten Berufsbildungszentrum sah, fand bei OM Lützenkirchen ein "offenes Ohr" und somit einen Mitinitiator. Lützenkirchen hatte nun die schwierige Aufgabe, dieses kostenträchtige Projekt in der Innung durchzusetzen. Das Ergebnis dieser Bemühungen kann sich bundesweit sehen lassen und stellt zudem die Ausbildung von bis zu 1000 Auszubildenden sicher.

In diesen Technikwerkstätten werden die Lehrlinge für die Zukunft fit gemacht, vielleicht in einigen Jahren als Installateur und Heizungsbauer.

Das Projekt

Auch die Zahlen beeindrucken, denn das von der Kölner SHK-Innung entwickelte Projekt sprengte auch den Kölner-Innungsrahmen beträchtlich. Unterstützung durch Land, Stadt und Sponsoren ermöglichten den Bau eines vorbildlichen Ausbildungszentrums.


[Zurück]   [Übersicht]   [www.ikz.de]