IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 23/1998, Seite 13 ff.


VERBÄNDE AKTUELL 


Nordrhein-Westfalen


Projektierung im SHK-Handwerk

Neue Technologien und Planung als Marktchance

Der Fachverband Sanitär Heizung Klima NRW bietet über seinen Verein zur Förderung der Berufsbildung des nordrhein-westfälischen SHK-Handwerks e.V. - nach einem sehr erfolgreichen Start des Pilotprojektes - ab Januar 1999 weitere Kurse an.

Der Fernlehrgang ist bei der staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht unter der Nummer: 770798v vorläufig zugelassen.

Mit dieser Maßnahme soll dem Teilnehmer die Möglichkeit geboten werden, neue Marktfelder durch gezielte Weiterbildung in den Bereichen

- Planung und Ausführung aus einer Hand,

- Erkennen und Beurteilen von Innovationen,

- rationeller Material- und Energieeinsatz,

- neue Technologien,

- Betriebswirtschaft und Marketing,

- Aufbau und Betrieb einer Planungsabteilung,

- Kundenberatung und

- Recht

zu besetzen.

Ein wichtiger Aspekt ist die Ausnutzung der Erfahrungen des Handwerks zur Durchführung praxisgerechter Projektierungen bei kleineren bis mittleren Objekten.

Durch das berufsgruppenübergreifende Konzept des Lehrgangs ist gewährleistet, daß eventuelle Wissenslücken in verschiedenen Gewerken geschlossen werden können. Über die Beschäftigung mit verschiedenen Kundengruppen, Gestaltungsmöglichkeiten sowie durch die Veranschaulichung der Marktsituation werden Beratungskompetenzen vermittelt.

Besonders hervorzuheben ist, daß der Teilnehmer bei diesem Fernlehrgang die erworbenen Kenntnisse im Rahmen einer praxisnahen Projektierung sofort anwendet. Diese Projektierung beinhaltet die Planung je einer Heizungs-, Sanitär- und Lüftungsanlage in einem mehrgeschossigen Wohngebäude mit zwei Ladenlokalen und einer Tiefgarage.

Die Bearbeitung soll als roter Faden dienen, auf die sich zwölf inhaltlich abgeschlossene Module beziehen, die auch z.B. von Herstellern separat geschult werden können. Zur Aufarbeitung sind fünf Präsenzphasen, die jeweils Freitagnachmittag und samstags stattfinden, vorgesehen. Veranstaltungsort der Präsenzphasen ist Oberhausen.

Als Hilfe für die spätere Planungstätigkeit wird dem Teilnehmer ein "ständiger Begleiter" anhand gegeben. Dies ist ein Ordner mit Software- und Literaturverzeichnissen, Adressen, notwendigen Unterlagen, Hinweisen und Broschüren, die auch für die Ausführung wichtige Informationen enthalten.

Die elfmonatige Dauer des Studiengangs umfaßt 261 Stunden in Fernlehrgangsform und 75 Stunden im Rahmen von fünf Präsenzphasen. Pro Woche müssen somit ca. 4 bis 7 Std. in die Bearbeitung des Projekts und/oder in die Lektüre der Module investiert werden.

Die Kosten für die ersten beiden Lehrgangsgruppen belaufen sich auf:

- 2100,- DM für Mitglieder einer SHK-Innung

- 3000,- DM für Nichtmitglieder

Als Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme sind Grundkenntnisse in üblichen Berechnungsarten des SHK-Bereiches, wie z.B. Rohr- und Kanalnetzberechnungen sowie die Wärmebedarfsberechnung notwendig.

Der Fernlehrgang enthält auch Lerninhalte, die jungen Studienabgängern den Berufseinstieg erleichtern können.

Nach bestandener Abschlußprüfung erhält der Teilnehmer ein Zertifikat des Fachverbandes Sanitär Heizung Klima NRW.

Weitere Informationen durch:

Verein zur Förderung der Berufsbildung des nordrhein-westfälischen SHK-Handwerks e.V.
Grafenberger Allee 59
40237 Düsseldorf

oder telefonisch unter:

(0211) 6906535
Herr Thomas


Installateure und Heizungsbauer:

NRW-Versorgungsunternehmen fordern Qualifizierung durch ZWH-Lehrgänge

Installateure und Heizungsbauer, die eine Aufnahme in die Installateurverzeichnisse der öffentlichen Versorgungsunternehmen anstreben, müssen sich künftig in entsprechenden Lehrgängen qualifiziert haben. Diese Lehrgänge wurden von der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk e.V. (ZWH) entwickelt und werden u.a. in den ZWH-Bildungsstätten der Handwerkskammern NRW regelmäßig angeboten.

Die neue Bestimmung ist gemeinsam vom Fachverband Sanitär-Heizung-Klima in Nordrhein-Westfalen und den Versorgungsunternehmen vereinbart worden. Damit folgt man der Novellierung der Handwerksordnung vom April dieses Jahres, wonach die Gewerke Gas- und Wasserinstallateur sowie Zentralheizungs- und Lüftungsbauer zum Installateur- und Heizungsbauer zusammengefaßt wurden. Die Teilnahme an den ZWH-Lehrgängen TRGI (Technische Regeln der Gasinstallation) und TRWI (Technische Regeln der Trinkwasserversorgung) gemäß 7 der Handwerksordnung ist Grundvoraussetzung zum Eintrag in die Installateurverzeichnisse.

Weitere Informationen:

Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk e.V. (ZWH) Düsseldorf, Tel. 0211/3007-700. 


In NRW müssen zwei Millionen Wohnungen saniert werden

SHK-Branche sieht großes Auftragspotential

Das Sanitär-, Heizungs- und Klima-Handwerk (SHK) wird sich in den nächsten Jahren verstärkt auf die Sanierung und Modernisierung von Wohnungen konzentrieren. Nach Berechnungen des Düsseldorfer SHK-Fachverbandes gibt es allein in Nordrhein-Westfalen rund zwei Millionen Wohnungen, die sanierungsbedürftig sind. Dieses Potential müsse genutzt werden, unterstrich der Vorsitzende des Verbandes, Rudolf Peters.

Die NRW-Betriebe der Branche hoffen dabei auf belebende Konjunktur-Impulse und fordern mit Nachdruck eine Entlastung der privaten Haushalte, um die Nachfrage wieder anzukurbeln. "Wir werden nachhaltig auf die Verwirklichung einer echten Steuerreform drängen, die sowohl die Verbraucher als auch die mittelständischen Unternehmen entlastet," betonte Peters.

Der Anstieg der Energiepreise werde den Beratungsbedarf der Kunden steigen lassen. Service und Kundendienst müßten deshalb verstärkt ausgebaut werden, vor allem auch vor dem Hintergrund eines wachsenden Energiebewußtseins in der Bevölkerung.

Neben der konventionellen Sanitär- und Heizungstechnik sieht der Verband neue Aufgabenfelder, z.B. in der Brennwert- und Niedrigtemperaturtechnik, der Fernwärmenutzung und in der Gewinnung von Solarenergie. So sei die Brennwerttechnik bei Gas fast zum Standard geworden. Hier wuchs der Markt 1996 um 40% gegenüber dem Vorjahr.

Beim Blick in die Zukunft setzt die Branche auch auf die Erbengeneration. Bei den Milliarden-Summen, die auf Konten von Banken und Bausparkassen lägen, müsse das Handwerk allerdings mit anderen konsumorientierten Branchen (z.B. Automobil, Möbel, Tourismus) konkurrieren. Deshalb sei die Kreativität der Betriebe gefragt, um den Kunden z.B. die Behaglichkeit eines Kachelofens oder eines modernen Badezimmers zu vermitteln.


Steigende Energiepreise positiv für das SHK-Handwerk

Steigende Energiepreise, wie sie den Deutschen aufgrund der Beschlüsse der rot-grünen Bundesregierung ins Haus stehen, werden sich für das Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk positiv niederschlagen. "Sie werden den Beratungsbedarf der Verbraucher erhöhen. Über eine gezielte Energieberatung können Kunden gewonnen werden". Diese Einschätzung vertrat der Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Sanitär Heizung Klima NRW, Dr. Hans-Georg Geißdörfer, in der Mitgliederversammlung seines Verbandes in Essen.

Der Verband ist das Sprachrohr für die rund 7500 Handwerksunternehmen mit etwa 80.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von ca. 12,5 Mrd. DM in NRW.

Die SHK-Branche habe "die konjunkturelle Talsohle durchschritten und befindet sich seit etwa einem halben Jahr im Aufwärtstrend", schilderte Geißdörfer die Lage. Mehr Aufträge und die Neueinstellung von Mitarbeitern seien Beleg dafür. "Die Umstellung vieler Betriebe auf ein noch spezifizierteres Dienstleistungsangebot sowie die verstärkte Nachfrage der Verbraucher nach energie- und wassersparenden Techniken haben sich positiv für unser Handwerk ausgewirkt. Dabei sprudelt der Sanitärbereich etwas mehr als der Heizungssektor". Die Verbraucher sähen zunehmend das Badezimmer "als Ort der Selbstdarstellung und als Refugium", hätten also höhere Anforderungen an Badarchitektur und Design. Der Trend zu Fitneß und Wellness schlage sich daneben in einer überproportional starken Nachfrage nach Minisaunen, Dampfbädern und Fitneßgeräten nieder. Andererseits werde jedoch viel Wert auf die Einsparung von Wasser gelegt. Im Heizungsbereich bleibe der Austausch und die Modernisierung von alten Zentralheizungen das Kerngeschäft der SHK-Betriebe. Gut jeder dritte Gas- und Ölkessel gilt als veraltet.

"Außerordentlich positiv" entwickele sich aber seit Jahren auch der Bereich der regenerativen Energien und insbesondere der thermischen Solaranlagen: Wachstumsraten von 20 und mehr Prozent zeigen nach Geißdörfers Worten die Dynamik in diesem Segment. Ebenso günstig verlaufe der Absatz bei der extrem sparsamen Brennwerttechnik. Als Zukunftstrends nannte der SHK-Hauptgeschäftsführer die Betonung von Wartung, Service und Kundendienst, die Bereiche Raumklimatisierung und kontrollierte Wohnungslüftung, das Gebäude- und Facilitymanagement sowie das seniorengerechte Wohnen. "Für die Klempner werden sich bei Metallverkleidungen als architektonische Gestaltungselemente und bei der Sanierung von Flachdächern Chancen eröffnen".

Sorgen bereitet den SHK-Handwerkern die Nachwuchssituation: Zwar konnte die Branche zum wiederholten Male die Zahl der Ausbildungsplätze erhöhen - diesmal um zwei Prozent - doch "konnte die Fülle von Betrieben die angebotenen Lehrstellen aus Mangel an geeigneten Bewerbern nicht besetzen", klagte Geißdörfer. Dies belege, daß "staatliche Steuermechanismen, wie etwa eine Ausbildungsplatzabgabe, keinen Erfolg haben. Sie sind bloßer Ausdruck staatlicher Reglementierung und Bürokratisierung, jedoch keine Wunderwaffe zur Schaffung neuer Ausbildungsplätze".


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