IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 14/1998, Seite 24 ff.


VERBÄNDE AKTUELL 


Hessen


Fachverband 50 Jahre

SHK-Technik im 21. Jahrhundert

Am 5. Juni 1998 fand der 46. Landesverbandstag des Fachverbandes SHK Hessen in Gießen statt. Den angemessenen Rahmen dieser Veranstaltung bildete die Kongreßhalle der Lahnmetropole. In den Foyerbereichen hatte die Industrie eine umfassende Ausstellung organisiert. Über 350 Gäste waren der Einladung des Verbandes gefolgt. Ehrengäste waren die Staatsministerin Prisca Hinz sowie der Festredner Reinhold Würth.

Werner Scharf, der Landesinnungsmeister des Fachverbandes SHK Hessen, eröffnete den Landesverbandstag und sprach von einer Zäsur, denn nicht nur ein Rückblick sei erforderlich, sondern gleichzeitig ein Ausblick auf das nächste Jahrtausend sei zu wagen. Er stellte den Verbandstag unter das Motto "SHK-Technik im 21. Jahrhundert".

Ergänzend zu den Ausführungen ihres Landesinnungsmeisters beleuchteten Rainer Hagemann und Volker Hehner, stv. LIM, die Entwicklung des Verbandes seit seiner Gründung am 16. April 1948. "Heute geht es nicht, wie 1948, um ausreichende Versorgung mit Materialien, sondern um die Absicherung der eingesetzten Materialien," erläuterte er die Veränderungen mit denen sich heute unter anderem die Handwerker auseinandersetzen müßten.

Als Geschäftsführer nahm Dr. Eugen Daum Stellung zu den zukünftigen Herausforderungen des Marktes. "Das 21. Jahrhundert birgt Risiken, ist aber auch Chance für das Handwerk," führte Dr. Daum aus. Als zukünftige Herausforderungen nannte Daum die Themenkomplexe Handwerksordnung, "Bädermacher", Gebäude- und Energieberatung, EDV und "Neue Medien" sowie den Dialog zwischen Innungen, Betrieben, Industrie, Großhandel, Versorgungswirtschaft und sonstigen Dienstleistern.

Dienstleister ohne Grenzen

Als Festredner zum 50. Jubiläum versuchte Reinhold Würth die veränderten Marktbedingungen, unter denen heute das Busineß aktiv ist, den zahlreichen Handwerksmeistern zu erläutern. Sein Einstieg in die Thematik war allerdings eher seiner Verkaufsdynamik zuzuschreiben, denn er nutzte die Gelegenheit, "da ich ohne Honorar spreche," zu einem "kleinen Werbeblock" für sein Unternehmen.

Reger Andrang herrschte zu Beginn der Tagung in den Ausstellungsreihen im Foyer der Festhalle.

Milliarden, Macher und Maloche

Er zähle sich trotz seiner weltweit 27.000 Beschäftigten und einem Umsatz von 6,2 Mrd. DM zum Mittelstand, der tragenden Säule unserer Wirtschaft. Die Visionen seines Unternehmens nahm er als Beispiel für eine, auch im handwerklichen Mittelstand, mögliche Entwicklung. Anhand seines breiten Erfahrungsschatzes belegte er seine Aussagen mit Zahlen und Fakten. Ohne sein oberstes Motto "Qualität schlägt Preis", wäre es ihm nicht möglich gewesen, das Zweimann-Unternehmen seines Vaters in diese Größenordnung zu führen. "Dies bedeutet einen 16-Stunden Arbeitstag und insgesamt sicher ein doppeltes Arbeitsleben, gemessen an der 8-Stunden Tarifarbeitszeit."

Für Würth ist Verkaufsmarketing 95% des Know-hows. 230.000 Kundenkontakte täglich solle 1998 das vorgeplante Ziel von 7,2 Mrd. DM Umsatz ermöglichen. Jetzt schon plane er die Unternehmensdaten für das Jahr 2008, also zehn Jahre nach vorne, denn es reiche nicht, den Blick auf das nächste Jahr zu lenken. Diese Planungsweise habe ihm über die Jahre bewiesen, daß es zu einer "self-fullfill"-Dynamik kommen könne.

LIM Werner Scharf begrüßte die Gäste und Gratulanten in der Kongreßhalle in Gießen.

An die Politik gerichtet mahnte er dringend Korrekturen des Steuer- und Sozialsystems an. "Mortalität und Natalität wird sich in einigen Jahren decken," und somit reiche der Geburtenzuwachs nicht mehr aus, um die Alterspyramide in einem Normalmaß zu halten. "Das Erhardtsche System der Sozialen Marktwirtschaft hat sich zu einer sozialistischen Marktwirtschaft entwickelt." Nach der Meinung des Festredners befinden wir uns in einem "Vollkasko-Versicherungsstaat". "Leistung muß sich wieder lohnen," dieser Grundsatz müsse durch die Rahmenvorgaben der Politik abgesichert werden. "Wir sind nur ein Glied in einer Kette ins nächste Jahrtausend."

An die Handwerker gewandt, sprach er sich dafür aus, den Weg für gute Fachkräfte zu ebnen und ihnen eine Karriere in ihrem Betrieb zu ermöglichen. "Bieten sie ihnen Kapital und eine Gewinnbeteiligung an, wenn sie z.B. selbständig einen Zweigbetrieb führen und aufbauen." Auch im Vorfeld des Euro könne man schon über die Grenzen hinaus aktiv werden.

Aufmerksame Zuhörer gab es beim Grußwort von Geschäftsführer Dr. Daum.

Grußworte

Werner Obermeier, der LIM des Fachverbandes SHK Bayern und ZVSHK-Vorstandsmitglied, beschwor zu Beginn seines Grußwortes die Regierungsparteien, sie sollten "keine Panik auf der Titanic" verursachen, denn dazu gebe es keinen Anlaß: Der Eisberg, auf den die Regierung zusteuert, enthalte noch eine Menge "Softeis".

Zu den handwerklichen Fakten sagte Obermeier: "Das Handwerk braucht mehr Spielraum, um den Endkunden gut bedienen zu können. Das Diktat der Marge führe nicht zum Erfolg. Für die Branche gelte es, das aktive Verkaufen zu unterstützen und neue Technologien marktfähig zu machen.

Arnold Spruck, Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden und des hessischen Handwerkstages, überbrachte die Glückwünsche der Handwerkskammer und würdigte die nunmehr fünfzigjährige Arbeit des Verbandes und seiner bisherigen Landesinnungsmeister und Geschäftsführer.

Als ehemaliger Landesinnungsmeister und Präsident der Hessischen Handwerksfachverbände erläuterte Heinz Rautenberg die wichtige Funktion des Verbandes als Interessenvertreter gegenüber Politik und Institutionen. Rautenberg sieht in der Berufsqualifizierung ein wichtiges Ziel der Innungsarbeit und so erläuterte er kenntnisreich den schweren, aber nicht immer "asbestfreien", Weg der Fachschule des SHK Verbandes in Gießen. Diese Investition in die Zukunft, die während seiner Amtszeit in die Wege geleitet wurde, werde seit zwei Jahren genutzt und führe zu fachlich versierten Mitarbeitern.

Festredner zum 50sten war Reinhold Würth unter dem Thema "Der mittelständische Dienstleister ohne Grenzen".

Die Hessische Staatsministerin für Umwelt, Energie, Jugend, Familie und Gesundheit Prisca Hinz sprach von einer rasanten technologischen Entwicklung, die dieses Handwerk hinter sich habe. Sie nutzte die Gelegenheit, die anwesenden Handwerksmeister und Gäste über das Solar-Plus-Programm zu informieren. Dieses Programm könne genutzt werden, um einen Kesselaustausch in Verbindung mit der Nutzung solarer Energie zu ermöglichen. Dies biete den Heizungsbauern eine zusätzliche Argumentationshilfe um veraltete und nicht effiziente Kessel zu entfernen.

Des weiteren wies die Ministerin auf das hessische Impuls-Programm hin, das die Reduzierung des Stromverbrauchs für Heizungspumpen zum Ziel habe. In dieses Programm sei der Fachverband mit eingebunden. Der derzeitige Stromverbrauch in diesem Haustechnikbereich sei mit dem gesamten Stromverbrauch der Eisenbahn vergleichbar.

In der Umwelttechnik, auch wegen der Reduzierung der CO2-Werte, sei die SHK-Branche in Zukunft ein wichtiger und kompetenter Partner und daher sei sie überzeugt, daß sich das SHK-Handwerk auch für das 21. Jahrhundert für fit erweisen werde und die Herausforderung annehme.

Matthias Kurth, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Wiesbaden, ist davon überzeugt, daß das Handwerk den Strukturwandel schaffen werde. Um dies zu unterstützen, fördert das Ministerium das Konzept der Betriebsberater.

Ein wichtiger Hinweis sei die Förderung für Existenzgründer, die sich im übrigen auch auf die Übernahme von Betrieben beziehe. Diese Förderung halte er für wichtig, da jeder Existenzgründer innerhalb der ersten Jahre im Schnitt 4-5 Mitarbeiterstellen und einen Ausbildungsplatz stelle.

Die neue Handwerksordnung sei eine Herausforderung an das Handwerk, eine andere sei der Euro, denn auch er werde für den Mittelstand zu einem weiteren Prüfstein werden.

Als Oberbürgermeister der Stadt Gießen beglückwünschte Manfred Mutz den Verband zu seinem Festtag. Insbesondere freute er sich über den erfolgten Wechsel der Geschäftsstelle von Frankfurt nach Gießen.

Voller Stolz präsentierte Frau Kühne, FV Geschäftsstelle Gießen, den überreichten Scheck.

Mutz ist bei der "Standort Deutschland" Diskussion zuversichtlich, denn nach Aussage eines ansässigen japanischen Großunternehmens sei ihr produktivster Standort in Gießen.

BHKWs sind besonders im Zeichen der Umweltdiskussion auch für die SHK-Branche ein Zukunftstrend und Gießen zeige zu dieser Fragestellung bereits positive Ansätze, da im Stadtgebiet bereits 36 Anlagen in Betrieb seien.

Als Anreiz für das Handwerk nannte er die Investitionssumme von 16 Mio. DM, die in den nächsten Jahren allein durch die städtische Wohnungsbaugesellschaft in deren 7500 Wohnungen in Gießen investiert werden sollen.

Der Obermeister der gastgebenden Innung Gerd Euler appellierte in seinem Grußwort an die Politik, den Faktor Handwerk, der in Gießen allein 200 Betriebe mit rund 4000 Beschäftigten bilde, stärker in ihre Überlegungen mit einzubeziehen. Er nannte Thesen, die seine Aussage untermauerten. Das Handwerk gehe verantwortlich mit seinen Mitarbeitern um und entlasse nicht aus kurzfristigen Erwägungen. Das Handwerk stelle Ausbildungsplätze in hohem Maße zur Verfügung und bilde sie zu qualifizierten Fachleuten aus. Das Handwerk sei ein zuverlässiger Lohnzahler und, für die Politik sicherlich noch wichtiger, ein guter Steuerzahler.

Manfred Siegmann, Mitarbeiter der Stadtwerke Gießen und Vertreter des BGW/DVGW stellte seine Grußworte unter den Leitgedanken "Hessische Gasversorger, Ihre Partner heute und morgen". Als Präsent brachte er zur Freude der Verbandsvertreter einen Scheck in Höhe von 8500,- DM mit, der für die Ausbildung eingesetzt werden solle.

Fachvorträge

Im Vorfeld der Fachvorträge begrüßte LIM Scharf Verbandsvertreter der finnischen Schwesterverbände, zu denen der Fachverband freundschaftliche Beziehungen unterhält. "Zu uns sind 15 Freunde aus Finnland mit ihrem Verbandspräsidenten angereist," eröffnete er seine Willkommensgrüße an die Gäste. Nach einem Grußwort des Verbandspräsidenten Pertti Pavikoski überreichten Mitglieder der Delegation ihre Gastgeschenke an den Landesinnungsmeister.

Als kompetente Gastredner und Kenner der Szene zum Thema "Neue Gesetze und deren Auswirkungen im SHK-Handwerk" sprachen Prof. Dr.-Ing. Gerhard Hausladen und Prof. Dr. Helmut Burger.

Hausladen bedankte sich für die Einladung insbesondere deshalb, weil es nötig und sinnvoll sei, Forschung und Handwerk zusammenzubringen, um in Kooperationen, auch mit relativ einfachen Mitteln, Entwicklungen mitzuprägen. Als Beispiel führte er ein Projekt an, das als saisonaler Wärmespeicher diene. Er führte stichwortartig wichtige Kernpunkte für Entwicklungen in der Heizungsbranche an. Hausladen benannte den Jahresenergiebedarf in Gebäuden, Berechnungsablauf E-Paß (von der Bewertung der Gebäudehülle bis zur Bewertung der Primärenergie) und Heizenergiebedarf eines Einfamilienhauses vom Stand 1980 mit 280 kWh/m a bis 2000 mit 150 kWh/m a.

Diese grundlegenden Zusammenhänge seien erst kürzlich im Niedrigenergieforum in Bonn (welches der ZVSHK in Kooperation mit der IKZ-HAUSTECHNIK veranstaltete) erörtert worden. Das Resümee dieses Forums sei für ihn: Technikeinsatz in der Systemkombination. Die Pumpenwarmwasserheizung sei ein Bestandteil dieses Systems, wobei die Energieeinsparverordnung 2000 (EnEV 2000) die Anlagentechnik im gesamten mit in die Berechnungen einbeziehe.

Zum Abschluß machte Hausladen auf das aktuelle Kooperationsmodell "Energieberater" zwischen der Hochschule Kassel und dem Fachverband aufmerksam, das ab Herbst in Gießen in der Fachschule des Verbandes beginne.

Staatsministerin Prisca Hinz wurde nach der offiziellen Eröffnung der Ausstellung durch Werner Scharf verabschiedet.

Burger sieht ein grundsätzliches Problem in der Plafondierung der Energiearten. Denn diese noch zu bestimmenden Grundlagen führen aufgrund der Grenzwerte und Bewertungsfaktoren zu einer Bevorzugung, möglicherweise der Stromenergie, als Energieart Nr. 1. Einige Merkpunkte würden sich aus der Gesamtproblematik ergeben. So der Gebäudebestand, die Fremd- oder Selbstkontrolle, politische Vorgaben und der Europäische Rahmen.

Für den Neubaubereich ist für Burger klar, daß das Niedrigenergiehaus Standard sein wird. Außerdem sieht er die Möglichkeit, über andere Installationsanschlüsse nachzudenken, z.B. Warmwasseranschluß für Waschmaschine und Spülmaschine.

Als Niedrigenergiehausstandard gebe es bereits in Schrecksbach/Hessen ein geeignetes Gebäude, wo die NEH-Standards über Jahre nachgewiesen seien.

Als ein Problem bei der Betrachtung der Energieverluste im Anlagensystem erläuterte er die Primärenergieverluste bei einer Kellermontage von Kessel und WW-Speicher, der zu einem Verlust von 18% führe. Aus seiner Sicht sei die Wärmepumpe für die Zukunft durchaus interessant.

Als Hinweis an die Ersteller der EnEV 2000 sei noch zu bemerken, daß die Einarbeitung der Anlagentechnik nicht im Sinne der Industrie sei, da sie zu einer Reglementierung führe, die auch positive neue Ansätze zunichte machten.

Das Podium setzte sich aus versierten Kennern der SHK-Szene zusammen. Von links, Dietrich Berthold, Heinz Wippich, Michael von Bock und Polach, Werner Scharf, Dirk Schlattmann (Moderator), Franz Kook, Ulrich Staudinger und Dr. Jürgen Schmidt.

Podium

Im Anschluß an die Fachvorträge nahmen die Podiumsgäste RA Michael von Bock und Polach, Zentralverband SHK, Dietrich Berthold, Ruhrgas AG, Franz Kook, Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft, Dr. Jürgen Schmidt, Institut für wirtschaftliche Ölheizung e.V., Ulrich Staudinger, Buderus Heiztechnik, Heinz Wippich, DG-Haustechnik und Werner Scharf, Landesverband SHK Hessen, Stellung zu dem Thema "SHK-Handwerk und Marktpartner im nächsten Jahrtausend". Die Moderation der Diskussionsrunde lag bei Dirk Schlattmann, Gentner Verlag.

Die teils sehr kontrovers geführte Diskussion beinhaltete die Themen: Auskömmliche Erlöse, Kooperationen mit dem Handwerk, Energieversorger als Konkurrenz zum Handwerk, Vertriebsweg, Bruttopreisliste, Rabatte für Einzelhandel, Nettopreisliste.

Bayerns LIM Werner Obermeier schaltete sich in die Diskussionsrunde ein. Er sieht das Handwerk in der Zange zwischen Großhandel (Rabattierung) und Auftraggeber (5% Gewährleistungseinbehalt). Eine Lösung aus seiner Sicht wäre eine Nettoliste. Dies führte zu Unbehagen bei Wippich, der sich aber gesprächsbereit zeigte.

Resümee

Berthold

"Wir verfolgen eine klare Richtung, nämlich Marktpartnerschaft, dies wollen wir aktiv betreiben." Berthold konnte jedoch keine klare Antwort auf die Aktivitäten der Energieversorger geben, da der Einfluß der Ruhrgas nicht überschätzt werden solle. Von seiten der Ruhrgas wolle man eine faire Partnerschaft.

Dr. Schmidt

Es gibt im Bereich der Ölwirtschaft eigentlich nur zwei Unternehmen, die Wartung und Service wie das Handwerk anbieten. Hier könne man aber nicht von einer Marktdurchdringung sprechen, da es immerhin 6000 Ölhändler gebe. Gemeinsame Berührungspunkte sollten gesucht und zum Vorteil des Kunden aktiviert werden. "Marktsicherung ist unser Ziel, nicht Ausbau der Situation. Wer die Kundennähe hat, sollte die Chance wahren, um den Markt zu erhalten." Was nütze es, "wenn wir in einem Stadion nach festen Regeln spielen, aber keiner kommt hin!"

Scharf

Der Handwerker ist am nächsten am Kunden, die Marktpartner sollten sich auf ihre Kernbereiche konzentrieren und dem Handwerk nicht auch noch Mitbewerber sein, dies sei keine Partnerschaft. "Jeder soll seinen Bereich bearbeiten, zum Nutzen des Kunden."

von Bock und Polach

Aufgabenteilung sei die Grundlage der Zusammenarbeitsrichtlinien mit Großhandel, Erdgas- und Ölwirtschaft. Der Hauptgeschäftsführer des ZVSHK sieht in dem "traditionellen Vertriebsweg", zu dem es seit 20 Jahren ein Konzeptpapier gebe, auch für das 21. Jahrhundert gute Chancen. Es gelte sich auf die Kernkompetenz zurückzubesinnen, um die wahren Stärken wieder hervorzuheben. Trend für die beginnende Zeitenwende sei der Einzelhandel und dies bewiesen die etwa 1900 bis 2000 Handwerksunternehmen mit Ausstellung. Das Ganze funktioniere aber nur, wenn man das Prinzip der Ordnung halte und den Bestrebungen eines Herrn Maus entgegenwirke: "Bei mir bekommen sie alles!"

Kook

Nach Auffassung des VDS-Vorsitzenden gibt es zur Zeit kein griffiges Vertriebskonzept. Im Gegensatz zu von Bock und Polach, der die Bezeichnung "traditioneller Vertriebsweg" bevorzugt, spricht sich Kook für einen "professionellen Vertriebsweg" aus, der eine größere Innovationsfähigkeit ausdrücke. Ein zeitgemäßes Vertriebskonzept werde zur Zeit erarbeitet, denn ohne Veränderung werde das System von außen überrollt. Der Vertriebsweg müsse wieder wachsen und verlorenen Boden wieder gutmachen, sonst werde dieses System Probleme bekommen. "Wir dürfen nicht akzeptieren, daß wir jedes Jahr ein wenig vom Marktanteil verlieren. Der professionelle Vertriebsweg wird beste Zukunftschancen auch im Wettbewerb haben, wenn wir diese Grundsätze beachten."

Wippich

Der DG-Haustechnik-Vorsitzende plädierte für die Kalkulationsfreiheit der Vertriebspartner. Als unerwartete Botschaft sagte er an die Adresse von Handwerk und Industrie, daß die stark umstrittene Bruttopreisliste zurückgezogen werde.

Das bundeseinheitliche System sollte die Mondpreise den aktuellen Marktgegebenheiten anpassen, aber dies sei "nicht richtig rübergebracht" worden. "Es ist ein Fehler der Großhändler gewesen." Die Preisliste werde neu gestaltet und es werde in der nächsten Woche (24. KW) mit den Marktpartnern, vor allem mit dem Handwerk, darüber verhandelt werden. Jetzt sei die Handwerksseite am Zuge, Vorschläge zu erarbeiten. Der von LIM Werner Obermeier vorgetragene Ansatz, die Nettopreisliste einzuführen, war für Wippich keine sinnvolle Lösung. Dies werde zu einer Nettoliste führen, die wieder Rabatte enthalten werde. Ihm sei keine Branche bekannt, bei der sich die "Nettoliste" lange gehalten habe. Er sei aber trotz seiner gemachten Einwände bereit, auch diese Diskussion zu führen. Eines sei klar, "der Einzelhandel muß gefördert werden."

Die Ehrungen verdienter Mitglieder des Verbandes war einer der Höhepunkte der Abendveranstaltung, die bei guter Stimmung erst spät in der Nacht endete.

Staudinger

"Wir sind absolut vertriebsfest, denn wir verkaufen nur über den Großhandel, unseren eigenen Großhandel." Die Entwicklung, wie sie in anderen Produktbereichen festzustellen sei, werde es bei Buderus nicht geben. Außer in einzelnen begrenzten Fällen seien Kessel in den Baumärkten aufgetaucht, dies werde in größerem Umfang nicht möglich sein. Man müsse dazu anmerken, daß der deutsche Heizungsmarkt im überwiegenden Maße von deutschen Produkten bestimmt werde und es daher wesentlich einfacher sei diese Position auch durchzuhalten. Der Handwerker müsse die Möglichkeit erhalten, über unterschiedliche Vertriebswege, auch über den Vertrieb ab Werk, sich seine Produkte zu beschaffen. Voraussetzung muß sein, daß die Ware nur an den Handwerker ausgeliefert werde und der wiederum müsse die Chance erhalten, den Preis zu kalkulieren den er braucht um seine Leistung zu verkaufen. Der Vertriebsweg werde in den nächsten Jahren auf dem Prüfstand stehen und dies werde nicht durch Reglementierung aufzufangen sein. Dieser Weg müsse sich im Wettbewerb bewähren. Er müsse besser, schnell, lernfähig sein und müsse wehrfähig sein gegenüber anderen Konzepten.

 


Obermeister-Klausurtagung

Am Freitag, dem 24. April 1998, fand auf Einladung der Mitgliedsinnung Kassel, in Bad Emstal eine Obermeister-Klausurtagung statt. Sinn und Zweck dieser Tagung ist es, in einer ruhigen Atmosphäre - ohne das hektische Alltagsgeschäft - über aktuelle und zukunftsbezogene Grundsatzprobleme der Verbandsarbeit zu sprechen. Ein wichtiger Punkt ist auch der Erfahrungsaustausch der Obermeister untereinander, bei dem so manche Probleme mit der Erfahrung der Kollegen gelöst werden konnten.

Landesinnungsmeister Werner Scharf begrüßte die zahlreich erschienenen Obermeister und ging auf die einzelnen Themen ein. Sodann stellte LIM Scharf die Fa. Interseroh, vertreten durch Frau Wagner und Herrn Wieman, vor, die anläßlich der Obermeistertagung das Interseroh-Recycling-System für Sanitär, Heizung und Klima vorstellten.

Interseroh

Dieses System ist ein flächendeckendes Franchisesystem, zur Rückführung ausgedienter Produkte aus dem SHK-Bereich - von der alten Armatur über das ausgediente Waschbecken bis zur Zentralheizung. Zurück in den Produktionskreislauf, statt auf die Deponie! Die Vertragspartner sind:

- Die ISD Interseroh GmbH als Franchisegeber.

- Annahmestellen von Entsorgungsunternehmen, Containerdiensten und Schrotthändler als Franchisenehmer.

Bei den Annahmestellen können die SHK-Handwerker ausgediente Produkte und Verarbeitungsreste zurückgeben. Sonderabfälle, wie z.B. flüssige Betriebsmittel, ölhaltige Putzlappen oder Chemikalien, können nach Rücksprache mit der Annahmestelle abgegeben werden. Alternativ besteht die Möglichkeit der Rücknahme im Holsystem. Weitere Informationen hierzu geben die Annahmestellen vor Ort. Werkstoffe, wie z.B. Buntmetalle und Eisenschrott, werden zu aktuellen Marktpreisen vergütet. Für die Rückgabe von Altprodukten aus Keramik, Kunststoff und Holz sowie schadstoffhaltigen Altgeräten, zahlen die Handwerker entsprechende Entsorgungsgebühren.

Nach dem Vortrag der Fa. Interseroh erfolgte eine rege Diskussion, in der es auch insbesondere um Fragen zum Platzbedarf der Müllcontainer ging.

Der Geschäftsführer des Fachverbandes, Dr. Daum, ging nunmehr auf aktuelle Themen ein. Hier insbesondere Präsenz im Internet des Fachverbandes SHK-Hessen und der bevorstehende Landesverbandstag und 50jähriges Jubiläum des Fachverbandes.

Dr. Gelking bei seinem Referat "Euro".

Heizungsumwälzpumpen

Anschließend erfolgte ein Referat zum Thema "Energieeinsparung mit Heizungsumwälzpumpen", welches von Werner Eicke-Hennig vorgetragen wurde.

Der Stromverbrauch der Heizungsumwälzpumpen in der Bundesrepublik Deutschland entspricht der gleichen Menge, wie der gesamte Stromverbrauch durch die Deutsche Bundesbahn. Um die SHK-Unternehmer für diesen Bereich zu sensibilisieren, wird im Schulungszentrum des Fachverbandes SHK-Hessen im Jahre 1998 ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm zu diesem Thema angeboten. Das erste Seminar fand bereits am 18. Juni 1998 im Schulungszentrum Gießen statt. Weitere Seminare werden nach den Sommerferien angeboten. Ab 1999 wird das Programm durch pressewirksame Aktionen ergänzt. Das Schlagwort für die Zukunft muß lauten "Pumpensanierung". Das Programm zur Energieeinsparung durch Heizungsumwälzpumpen wird durch das Land Hessen finanziert.

Bädermacher-Katalog

Als nächstes bat Landesinnungsmeister Werner Scharf den Obermeister der Innung Frankfurt, Hans Scherr, in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Ausschusses Einzelhandel, einen Sachstandsbericht zum Thema Bädermacher abzugeben.

Wie Scherr berichtet, hat der Arbeitskreis Bädermacher, der sich aus Vertretern des Fachverbandes und der Großhändler zusammensetzt, Entscheidungen für die zukünftige Vorgehensweise getroffen. Ab Mitte des Jahres soll eine 2. Auflage des Bädermacher-Kataloges erscheinen. Der Umfang des Kataloges wird sich gegenüber der

1. Auflage vergrößern. Leichte preisliche Korrekturen wurden vorgenommen, so daß in dem neuen Katalog die neuen Bruttopreise seit November 1997 abgedruckt sind. Weitere Erkenntnisse aus der 1. Auflage wurden berücksichtigt. Die Fehler der 1. Auflage wurden beseitigt, so daß die Bezahlung nicht vorab erfolgen muß und der Stückpreis franko, inkl. Mehrwertsteuer 1,60 DM beträgt. Die Mindestabnahme pro Innungsbetrieb beträgt 100 Exemplare. Bestellformulare werden den Innungsbetrieben in Kürze zugehen, so daß dann umgehend Bestellungen vorgenommen werden können. Diese sind dem Fachverband Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Hessen zuzuschicken und werden von uns an die Agentur weitergeleitet. Der Arbeitskreis Bädermacher hofft, mit der 2. Auflage des Kataloges eine erfolgreiche Marketing-Kampagne fortsetzen zu können. Als flankierende Maßnahmen werden derzeit Rundfunkwerbung, Presseveröffentlichungen, Einsatz von Werbemitteln und weiteren Maßnahmen geplant. Die Initiatoren erwarten eine gute Resonanz und würden sich freuen, wenn das Projekt erfolgreich fortgesetzt werden kann.

Gf. Dr. Eugen Daum bei seinem Bericht zu aktuellen Themen.

Weitere Fachthemen

Nach der Mittagspause wurde der Obermeistertag mit einem Referat von Prof. Dr. Hausladen, von der Gesamthochschule Kassel, mit dem Thema "Energieberatung/Energiepaß durch das SHK-Handwerk", fortgesetzt.

Auch das Thema "Euro" wurde anläßlich der Obermeistertagung behandelt. Hierzu wurde Herr Dr. Gelking vom Hessischen Handwerkstag eingeladen.

In seinem Vortrag ging Dr. Gelking nochmals auf die Entstehung und die Veranlassung zur europäischen Wirtschafts- und Währungsunion ein. Des weiteren informierte er über das Betroffenheits-Profil, um festzustellen, in welchem Umfang und zu welchem Zeitpunkt konkrete Schritte zur Umstellung auf den Euro zu leisten sind. Auch der EDV, so Dr. Gelking, kommt bei der Euro-Umstellung besondere Bedeutung zu, da sie als Querschnitt-Technologie alle Bereiche eines Unternehmens tangiert.

Nach den gelungenen Referaten und Vorträgen, wurde der Obermeistertag mit einer Aussprache und Erfahrungsaustausch sowie dem Punkt Verschiedenes fortgesetzt, in dem u.a. auch beschlossen wurde, einen Koordinierungsausschuß zu gründen, der in Zusammenarbeit mit dem Institut für wirtschaftliche Ölheizung, ein Konzept erarbeiten soll. Diesem Ausschuß gehören an: Erwin Kohlbacher (Obermeister der Innung Dieburg/Odenwald), Ernst Jung (Obermeister der Innung Darmstadt), Lothar Kroll (Kassel), Siegfried Müller (Obermeister der Innung Hochtaunus) und Horst Jung (Obermeister der Innung Limburg-Weilburg).

Klempnerfachklasse

Des weiteren wurde unter Punkt Verschiedenes den Obermeistern mitgeteilt, daß es dem Fachverband Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Hessen gelungen ist, in Abstimmung mit dem Hessischen Kultusministerium, noch in diesem Jahr mit einer eigenen Klempner-Fachklasse zu starten. Voraussichtlich wird diese Klempner-Fachklasse in der Theodor-Litt-Schule in Gießen installiert.

Am Schluß der offiziellen Veranstaltung wurden die Teilnehmer der Tagung in das Landhotel "Zum Grieschäfer" zu einem zünftigen Ritteressen eingeladen.

 


Innung Frankfurt

100 Jahre Innung Sanitär Heizung Klima Frankfurt am Main

"Von Kenneln, Kranen und Kesseln" lautet der Titel der Jubiläumsschrift, die die Innung Sanitär Heizung Klima Frankfurt am Main aus Anlaß ihres 100jährigen Gründungsjubiläums vorgelegt hat. Die Innung hat damit in der Titelwahl im lokalen Sprachcolorit Frankfurts die von ihr zur Zeit des Jubiläums vertretenen Handwerke fachlich herausgestellt. Der "Kennel" ist in Frankfurter Mundart die Dachrinne und steht so für den Spengler - die Berufsbezeichnung im hessischen Raum für den Klempnerberuf. Der "Krane" ist der "Wasserkran" - Synonym für den Installateur. Und mit der Bezeichnung "Kessel" gleichbedeutend steht der Heizungskessel für den Heizungsbauer.

Auf eine wechselvolle Geschichte des Spengler-, Installateur- und Heizungsbauerhandwerks in den letzten 100 Jahren in der alten Reichs- und Krönungsstadt der deutschen Kaiser, Frankfurt am Main, aber auch auf die bis ins Mittelalter zurückreichenden Wurzeln konnte Obermeister Hans Scherr in seiner Ansprache während des Festaktes am 15. Mai 1998 im ehrwürdigen Kaisersaal des Frankfurter Römers vor über 400 geladenen Gästen eingehen.

Das offizielle Foto mit Rednern und Innungsrepräsentanten von links: Innungsgeschäftsführer Erich Laforsch, Landesinnungsmeister Werner Scharf, ZDH-Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer, Obermeister Hans Scherr, Stadtrat Udo Corts, Handwerkskammerhauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Schwappach, ZVSHK-Vizepräsident Werner Obermeier.

In den schriftlichen Quellen zur Frankfurter Stadtgeschichte werden Spengler erstmals im Jahre 1322 erwähnt. Durch die Monopolisierung genau definierter Arbeits- und Produktionsbereiche suchte die Zunft, so auch in Frankfurt am Main, stadtfremde Konkurrenz und Übergriffe verwandter Gewerbezweige am Ort abzuwehren. An diesen Grundsätzen des alten Handwerks hielt die 1693 gegründete Zunft der Frankfurter Spengler bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts unbeirrt fest. Erst das Inkrafttreten der Gewerbefreiheit im Mai 1864 bedeutete für die Handwerkerorganisationen alter Prägung das Aus.

Die vorgelegte wissenschaftlich bearbeitete Jubiläumsschrift konnte durch Recherchen des Stadthistorikers Dr. Thomas Bauer klären, daß die Gründung der Innung 1898, wie sie auf der Innungsfahne dokumentiert ist, verbunden war mit einem längeren nachfolgenden Gründungsprozedere.

Stadtrat und Wirtschaftsdezernent Udo Corts, der für die Stadt Frankfurt am Main und im Namen des Magistrats die Gäste begrüßte, beglückwünschte die anwesenden Mitglieder der Innung für das hohe runde Datum der Gründungsfeier. Das SHK-Handwerk gehöre, so Corts, mit zu den größten Handwerken in der Stadt Frankfurt und sei wegen seiner Arbeitsfelder mit Trinkwasserversorgung der Bevölkerung und Belieferung von Wärme wie auch für den Bereich Ressourcenschonung in Energie und Umwelt ein auch für die Stadt Frankfurt zukunftsorientiertes wichtiges Handwerk.

Ebbelwoi international verköstigt in den Römerhallen von links: Obermeister Hans Scherr, World-Plumbing-Council-Repräsentant Bernard Bateman, Innungsgeschäftsführer Erich Laforsch.

Die Glückwünsche der SHK-Spitzenorganisation, vertreten durch ihren Vizepräsidenten Werner Obermeier, überbrachte er in Vertretung von Präsident Heidemann, der nach der Regelung Bund geht vor Land bei der Eröffnung des Deutschen Ofen- und Luftheizungsbauertages in Mannheim zugegen sein mußte. Werner Obermeier begrüßte die Anwesenden aber auch in seiner Eigenschaft als Landesinnungsmeister des Bayerischen Fachverbandes und stellte dabei die gutnachbarschaftlichen Beziehungen zwischen Bayern und Hessen, aber auch zwischen der Innung Frankfurt und der Innung Aschaffenburg heraus. Obermeier ging dann auch auf die im 2-Jahres-Rhythmus in Frankfurt stattfindende ISH-Messe ein, die er als die Nabelschau der nationalen und internationalen SHK-Branche bezeichnete. Die Stadt Frankfurt könne auf diese Messe stolz sein. Und der Innung dankte er für ihr starkes Engagement bei der Ausrichtung von Rahmenveranstaltungen, wie sie vor allem der Internationale ISH-Ball zum Abschluß der Messe darstelle. In seinem Ausblick auf die Zukunft der Frankfurter Innung, für die er Obermeister Scherr, dem Vorstand und Geschäftsführer Laforsch mit seinem Mitarbeiterstab alles Gute wünschte, sah er vor allem in der Offenheit der Meinungsbildung und in der Geschlossenheit des Handelns auf Innungs-, Fachverbands- und Zentralverbandsebene die grundlegenden Voraussetzungen.

Gleichsam als hätte Landesinnungsmeister Werner Scharf den Appell von Werner Obermeier als rednerischen Spielball aufgefangen, würdigte er in seinen Worten die Umsetzung in Ehrenamt und Hauptamt der Innung Frankfurt. Schlüsselfunktionen im Fachverband seien über die letzten 50 Jahre immer wieder durch Persönlichkeiten aus der Innung Frankfurt besetzt gewesen. Hierbei seien herausragend die Leistungen des jetzigen Ehrenlandesinnungsmeisters Heinz Rautenberg, die sich in der Einrichtung des Schulungszentrums mit der neuen Geschäftsstelle in Gießen dokumentierten. Oder die neue Herausforderung im veränderten Markt durch Schaffung eines Arbeitskreises Einzelhandel und Vertriebswege, den Obermeister Hans Scherr leite. Bei aller Arbeit sei auch die Ausstattung der Geschäftsstelle mit ihrem Geschäftsführer, Rechtsanwalt Erich Laforsch und seinen Mitarbeiterinnen optimale Ergänzung. Nur so können nach außen die gewünschten Leistungen zu Marktpartnern, Behörden, Politik, Handwerkskammer, Verbänden, Versorgungsunternehmen und der Öffentlichkeit weit über den Rahmen der geforderten Selbstverwaltung im Sinne des Handwerks erbracht werden. Werner Scharf überreichte im Anschluß an seine Rede der Innung Frankfurt einen in Ornamententechnik gearbeiteten Schmuckeimer.

Im Namen der Handwerkskammer Rhein-Main und für den erkrankten Präsidenten Jürgen Heyne überbrachte der Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Schwappach die herzlichsten Grüße der Kammer. Einen steinigen wie erfolgreichen Weg habe die Innung zurückgelegt. Sie sei ein wirkungsvoller wie wertvoller Partner in der Lehrlingsausbildung und in der Fortbildung handwerklicher Facharbeiter, wie die Auslastung im Berufs- und Technologiezentrum der Kammer und wie auch die Investitionen hierfür, die die Innung tätige, zeigen.

Der Landesverband überreicht seiner größten Innung das Jubiläumsgeschenk von links: Fachverbandsgeschäftsführer Dr. Eugen Daum, Landesinnungsmeister Werner Scharf, Obermeister Hans Scherr.

Obermeister Scherr konnte im Kaisersaal des Römers auch den Repräsentanten des Welt-Klempner-Verbandes (World Plumbing Council) Bernard Bateman begrüßen, der auch als persönlicher Freund der Frankfurter Innung zu dem Festakt angereist war.

Der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Hanns-Eberhard Schleyer, beglückwünschte vor Beginn seines Festvortrags mit dem Thema "Zukunftschancen des Handwerks in Deutschland und Europa" zunächst die Innung für ihr ereignisreiches Datum und wünschte alles Gute für eine in der Zukunft liegende nicht leichte Zeit. Seit 1898 seien viele Veränderungen eingetreten. Wichtige Aufbauphasen, aber auch soziale und kulturelle Änderungen seien zu nennen, die Gründerzeiten wie auch Zeiten des Übergangs und Zeiten der Neuorientierung. Stichworte hierzu seien Globalisierung, Internationalisierung. Standorte verändern sich, Standorte wachsen zusammen, Unternehmer agieren gemeinsam.

Das Handwerk könne keine leichte Standortveränderung vornehmen, so wie es der Industrie möglich sei. Aber das Handwerk könne leistungsstark bleiben, wenn die Rahmenbedingungen und das Umfeld stimmen, dann wäre auch Deutschland weiterhin ein starker Standort für das Handwerk.

Die Innung Frankfurt kam an diesem besonderen Tag in den Römer und in den Kaisersaal nicht mit leeren Händen, da leere Stadtkassen nicht nur Thema außerhalb Frankfurts mittlerweile sind. Die neu eingerichtete Berufsschule mit dem Fachbereich Sanitär und Heizung konnte ein Alternativenergiehaus aus den bewilligten Mitteln nicht mehr errichten. Um den Investitionsbetrag, der erforderlich war, aufzustocken, spendete die Innung Frankfurt an diesem Tag für die Errichtung des für die zukunftsorientierte Ausbildung notwendigen Alternativenergiehauses einen Betrag von 50.000 DM.

Obermeister Scherr beendete seine Ansprache mit dem Satz: "Lassen Sie mich, da wir uns heute hier im Römer befinden, meine Rede mit einem Ausspruch beschließen, wie ihn Römer in einer solchen Situation getan haben: Ad multos annos - Auf viele weitere Jahre, Glückauf Innung.


[Zurück]   [Übersicht]   [www.ikz.de]