IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 8/1998, Seite 84



Dimmen

Weniger kann mehr sein

Grelles Licht bei der Morgentoilette? Wünscht man sich in den meisten Fällen leicht abgedunkeltes bis gedämpftes Licht, so ist die volle Lichtleistung zumindest dann nützlich, wenn es ans Putzen geht. Dimmsysteme können allen diesen Anforderungen gerecht werden.

Glühlampen und Hochvolt-Halogenglühlampen (230 V) sind ohne Einschränkung mit allen Dimmern steuerbar. Niedervolt-Halogenglühlampen sind mit Dimmern für induktive Lasten steuerbar.

Zum Dimmen von Trafos dürfen nur die dafür geeigneten Dimmer verwendet werden. Arbeiten Dimmer für Eisenkerntrafos nach dem Phasenanschnittsprinzip (absolute Geräuschdämmung nicht möglich), so ist bei elektronischen Trafos, die nach dem Phasenabschnittsverfahren arbeiten, das Brummen geringer bis kaum wahrnehmbar.

Bad mit Musikbox
(Bild: Oligo).

Vor allem beim Dimmen sorgen Induktionen für eine Geräuschentwicklung, für die sowohl Trafo, Dimmer oder Lichtanlage mit Seil- bzw. Schienensystem verantwortlich sein können.

Um sich nicht mit Experimenten zur Geräuschdämmung abmühen zu müssen, sollte der Planer nach Möglichkeit einen Anbauort für die Speisegeräte einer NV-Lichtanlage wählen, wo ein Brummen nicht als störend empfunden wird.

Eine sehr komfortable Art zu Dimmen (und zu schalten) bietet der EIB (Europäische Installations Bus). Beim Neubau eines Hauses sollte allemal in Erwägung gezogen werden, für wenig Geld zumindest die Zweidraht-Leitung für die Bus-Technik einzuziehen - und möglicherweise erst später oder nur in Teilbereichen (z.B. im Bad) zu nutzen.

Auch wenn ein Bad in großem Umfang renoviert wird, sollte man in der Planung mit dem Kunden abwägen, ob hier bereits "eine Insel" mit Bus-Technik entstehen kann, um sie dann irgendwann auf andere Wohnbereiche auszuweiten.

Der Vorteil des EIB liegt darin, daß mit Dimmaktoren bestimmte Beleuchtungskulissen programmiert werden können. Legt ein Kunde Wert darauf, lediglich durch einen Tastendruck vorher definiertes Licht zu bekommen - bestimmte Helligkeit am Schminkspiegel, gedämpfte Allgemeinbeleuchtung, helle Lichtinsel zum Lesen über dem Kopfende der Wanne usw. - so lassen sich diese Anforderungen mit Bus-Technik so einprogrammieren, daß ein kurzer Druck auf einen bestimmten Taster genügt, um ein Zusammenspiel von mehreren Leuchten auszulösen. Änderungen der Lichtkulisse lassen sich jederzeit vornehmen: Mit einem längeren Tastendruck an der Schaltwippe oder über Fernbedienung kann man einzelne Leuchten heller oder dunkler einstellen.

Die Realisierung dieser Komfortschaltungen sind mit Bus-Technik zwar teurer als die herkömmliche Elektroinstallation, doch der Verdrahtungsaufwand hält sich in engen Grenzen. Hinzu kommt die Option, jederzeit ohne großen Aufwand über eine Schnittstelle Veränderungen oder Ergänzungen für die Beleuchtung vornehmen zu können.