IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 8/1998, Seite 35 f.


SANITÄRTECHNIK


Neue Gaszählerbrücken lösen Probleme

Vereinfachte und spannungsfreie Zählermontage

In Deutschland sind etwa zehn Millionen Zweistutzen-Gaszähler installiert. Nach den AVB Gas V bestimmt das jeweilige Versorgungsunternehmen, welche Zählerausführungen in Kundenanlagen eingebaut werden.

Neue Zweistutzen-Gaszähler nach DIN 3374 haben zwei Dichtflächen, die planparallel sind.

Wenn die Gaszähler z.B. aufgrund der Eichgültigkeitsverordnung nach ca. acht Jahren ausgebaut werden, zeigen sich an vielen Zählern bleibende Verformungen und die Dichtflächen liegen nicht mehr auf einer Ebene.

Gaszählerinstallation für die Teststände der Berufsschule Köln-Porz.

Obwohl die DVGW TRGI 86/96 den spannungsfreien Zählereinbau vorschreibt, konnte mit den bisherigen kompakten Zählervorrichtungen das Ziel nicht erreicht werden.

Was sind die Vorteile des neuen Produktes?

Für die Montage von Zweistutzen-Gaszählern nach DIN 3374 sind nun neue Anschlußbrücken in Form von Einrohr-Stücken entwickelt worden, bei denen die Voraussetzungen für die geforderte spannungsfreie Montage durch parallele Anordnung der beiden Anschlußgewinde gewährleistet werden.

Die Teile sind aus weißem Temperguß GTW-40 hergestellt. Aufgrund der guten Festigkeitseigenschaften, der Brandsicherheit und der hohen Korrosionsbeständigkeit ist Temperguß für die Gasinstallation besonders gut geeignet. Die Anschlußstücke sind auch in verzinkter Ausführung lieferbar.

Die Zählerbrücke ist selbsttragend und hat aufgrund der Formgestaltung ein geringes Gewicht. Die Außenabmessungen wurden so vorgegeben, daß die Vorrichtung mit handelsüblichen Rohrschellen befestigt werden kann.

Die Zählerbrücke für die Installation einzelner Gaszähler (Einfamilienhaus, Etagenwohnung, Gewerbebetrieb usw.).

Die neue Zählerbrücke läßt sich besser an die örtlichen Gegebenheiten anpassen, ist vielseitig einsetzbar und hat einen geringeren Druckverlust.

Durch die Formgebung ist bei ihr der Ausgang so gestaltet, daß die Kreuzung von ungemessenem und gemessenem Gas im Innern des waagerechten Verteilungsrohres erfolgt.

Durch das Zusammenlegen der beiden Wandstärken des senkrechten und des waagerechten Rohres, das an dieser Stelle einen größeren Innendurchmesser hat, wird eine relativ geringe Querschnittsänderung im Verteilerrohr erreicht. Das senkrechte Rohr für das gemessene Gas ist besonders strömungsgünstig und ohne Querschnittsänderung ausgeführt.

Die beiden Anschlußgewinde für den Gaszähler (links Eingang - rechts Ausgang) sind parallel, sowohl in der Vorder- als auch in der Seitenansicht, mit einem genauen Mittenabstand von 250 mm angeordnet, so daß die Voraussetzungen für die spannungsfreie Zählermontage erfüllt werden.

Um beide Dichtflächen der Gewindestutzen zeitsparend und genau ausrichten zu können, wurden die Mittellinien der beiden Innengewinde nicht wie früher um 90 versetzt, sondern direkt auf der senkrechten Bezugsfläche mit dem genormten Abstandsmaß und rechtwinklig vorgegeben. Dadurch ist bei der Montage nur noch auf die Einschraubtiefe der Gewindestutzen zu achten.

Die Zählerbrücke für die Reiheninstallation von Gaszählern (Mehrfamilienhaus, Gewerbe- und Industrieanlagen, bei denen u.a. Zähler parallel geschaltet werden).

Die Bohrungen, die sowohl am Zählereingang als auch am -ausgang angebracht sind, dienen der Verplombung der Gaszählerverschraubungen.

Wegen der unterschiedlichen Festpunktanordnungen und den damit verbundenen Leitungsänderungen (Ausdehnung) sowie der verschiedenen Abstände von Rohrmitte der Hauptabsperreinrichtung (HAE) zur Innenwand, werden die neuen Stücke mit Rohrschellen, unter Berücksichtigung des Schallschutzes, an Fertigkonsolen, die eine Anpassung an die örtlichen Gegebenheiten ermöglichen, befestigt.

Die neuen Stücke, deren Anschlußmaße nach DIN 10242 genormt sind und das Design Symbol A haben, lassen sich wie T-Stücke an der Einbaustelle mit einem Wandabstand von etwa 140 mm in beliebiger Anzahl installieren, wobei die Fließrichtung des ungemessenen Gases im Verteiler keine Rolle spielt.

Bei der Konstruktion der neuen Zähleranschlußstücke wurde davon ausgegangen, möglichst wenig Formstücke mit Richtungsänderungen zu verwenden, weil die zulässigen Abweichungen der Winkel, Abmessungen und der Gewindesteigung z.B. am Eckhahn ein genaues Ausrichten der beiden Dichtflächen nicht zulassen. Außerdem ermöglichen die neuen Zählerbrücken den problemlosen Einbau von Absperreinrichtungen am Zählerausgang, wie im Entwurf der neuen Europa-Norm für Gasinstallationen empfohlen.

In der Praxis werden zentrische und exzentrische Gewindestutzen installiert.

Es macht Sinn, am Zählereingang einen zentrischen und am Zählerausgang einen exzentrischen Gewindestutzen +/- 2 mm zu installieren, wenn z.B. der Mittenabstand von Zählern abweicht.

Die Zählerverschraubung nach DIN 3376, Teil 1, die aus Überwurfmutter, Gewindestutzen und HTB-Dichtring besteht.

Mit dem zentrischen Stutzen läßt sich die Höheneinstellung der Dichtflächen und mit dem exzentrischen Stutzen der Mittenabstand so korrigieren, daß u.a. die steigungsbedingten Maßabweichungen durch Gewinde ausgeglichen werden.

Eine Vierteldrehung (90) bewirkt eine Höhenänderung von 0,6 mm bei der Verschraubung DN 25.

Das unter der Verschraubung abgebildete Einschraubteil ergänzt das Einbauteil zu einer lösbaren Verbindung in HTB-Ausführung, die z.B. zum Anschluß der Verbrauchsleitung, Ersatz von Langgewinden, Verbindung von Hauptabsperreinrichtungen (HAE) mit Kundenanlagen usw. besonders geeignet ist.

Sicherheit und Ersparnisse

Durch den Wegfall von Hanfverbindungen und weiteren Verbindungsstellen mit Dichtungen leisten die neuen Anschlußstücke einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit in der Gas-Hausinstallation.

Die im Baukastensystem entwickelten neuen Gaszählerbrücken sind vielseitig einsetzbar, vereinfachen die Installation, sparen Platz, Zeit und Geld und verringern die Lagerhaltung von zusätzlichen Form- und Verbindungsstücken.

Weitere Informationen:
Fa. Woeste & Co., Velbert
Tel.: 02051/206-0
Fax: 02051/206-187


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