IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 4/1998, Seite 33 ff.


SANITÄRTECHNIK


Praxisbezogene Entwässerungstechnik

Abscheideranlagen für Fette

Ing. Manfred Putscher, Günter Diefenbach*   Teil 2

Der Zweite und letzte Teil des Fachartikels befaßt sich mit der Planung und Bemessung von Fettabscheidern und gibt Hinweise auf deren Einbau, Betrieb und Wartung.

Planung

Grundlagen der Planung von Abscheideranlagen sind:

DIN 1986, für die Bereiche

DIN 4040, für die Bereiche

Kommunale Entwässerungssatzung mit vorgegebenen Einleitbedingungen und Grenzwerten wie 150 bis 250 mg/l lipophile Stoffe, pH-Wert 6,0 bis 9,0, Temperatur 35C. CSB größer 800 mg/l gilt als stark verschmutztes Abwasser und wird mit Starkverschmutzungszuschlag belegt.

Sowie andere verbindliche Normen wie z.B. Brand und Schallschutz.

Weitere wichtige Kriterien sind:

Fettabscheideranlagen sind nur für Schmutzwasser einzusetzen aus dem organische Öle und Fette zurückgehalten werden müssen.

Insbesondere darf

in diese Anlagen eingeleitet werden.

Der Einbauvorschlag eines Fettabscheiders (Bild 12) in Freiaufstellung in geschlossenen Räumen zeigt eine normgerecht geplante und ausgeführte Anlage.

Bemessung nach DIN 4040

Im Rahmen umfangreicher Untersuchungen von Abwässern aus unterschiedlichen Küchen-/Fleischverarbeitungsbetrieben wurde festgestellt, daß Art und Menge des Abwassers wesentlich größeren Schwankungen unterliegt als dies bisher bekannt war. Die Unterschiede sind insbesondere zurückzuführen auf:

In den derzeit gültigen Normen und Richtlinien wird auf diese Unterschiede nicht eingegangen. Vor allem wurde festgestellt, daß in Küchenbetrieben mit stark reglementierter Fertigung (Großküchen, Kantinen) die spezifische Abwassermenge (Liter/warme Mahlzeit) wesentlich niedriger ist als bei der Speisenzubereitung "à la minute", wie sie in Hotelküchen, Restaurants und Gaststätten vorherrscht. Wesentliche Unterschiede ergeben sich auch für den maximal abzuführenden Schmutzwasserabfluß (l/s) bei Betrieben mit sehr großzügiger Ausstattung mit Wasserzapfstellen, begrenzt durch den kleinsten Querschnitt in der Zulaufleitung oder den max. Durchfluß der Wasseruhr und darüber hinaus unabhängig von der Anzahl der Zapfstellen. Aufgrund dessen kann die Bemessung der Fettabscheideranlage gemäß DIN 4040 auf den zu projektierenden Betrieb abgestimmt werden, so daß

(Siehe Bemessungsschema)

Werkstoffauswahl

Bei allen Werkstoffen, die nicht selbst gegenüber dem zu erwartenden Schmutzwasser beständig sind, müssen die schmutzwasserberührten Flächen mit einem dauerhaften Schutz wie entsprechende Beschichtungen oder Auskleidungen versehen sein. Der Oberflächenschutz muß gegen pflanzliche und tierische Fette und deren Abbauprodukte sowie gegen handelsübliche Spül- und Reinigungsmittel und Regeneriersalze bis 70C beständig sein.

Erdeinbau

Für diesen Bereich eignen sich ohne Einschränkung die Werkstoffe PE-HD und Stahlbeton.

Fettabscheideranlagen aus PE-HD sind im Erdreich gegen Humussäure, eisen- und chloridhaltiges Wasser beständig. Aggressive Fett- und Fruchtsäuren sowie Reinigungsmittel führen nicht zur Schädigung des Werkstoffes und Korrosion. Zusätzliche Beschichtungen sind nicht erforderlich. Die verschweißten Anlagen sind einschließlich der Schachtaufbauten bis Gelände Oberkante dicht und werden mit Abdeckungen in Klasse A oder B ausgeführt. Stahlbeton-Abscheideranlagen nach DIN 4281 werden auch in kompakter und platzsparender Fertigbauweise angeboten. Die Stahlbetonbecken sind im Flüssigkeitsbereich fugenlos. Die Abscheideranlagen sind immer mit einem entsprechenden Schutzanstrich versehen, der jedoch in der Regel in gewissen Zeitabständen erneuert werden muß.

Gemäß DIN EN 124 "Aufsätze und Abdeckungen für Verkehrsflächen" sind die Anlagen mit Abdeckungen Klasse B oder D ausgerüstet.

Freiaufstellung

Hier bestimmt der Einsatzbereich ganz wesentlich den Werkstoff und die Konzeption der Fettabscheideranlagen. Als Werkstoffe haben sich für diesen Anwendungsbereich Polyethylen PE-HD und Edelstahl bewährt.

Fettabscheideranlagen aus PE-HD haben eine hohe, fast unbegrenzte Beständigkeit. Zu den bereits unter Erdeinbau beschriebenen Pluspunkten muß noch die Beständigkeit des Werkstoffes im Bereich der Ausgasung oberhalb der Fett-/Wasserlinie gerechnet werden. Die wachsähnliche und glatte Oberfläche verhindert Ablagerungen. Leichtere Reinigung und kürzere Entsorgungszeiten sind die Folge. Die Anlagen können flächig, auf den Boden, ohne Unterlüftung aufgestellt werden. In der Sanierung ist PE-HD für Baustellenschweißung und Montage sehr geeignet. Wird bei Fettabscheideranlagen der Werkstoff Edelstahl eingesetzt, ist die Beständigkeit in hohem Maße von der Werkstoffqualität abhängig. Hinzu kommen Häufigkeit der Reinigungsintervalle und die Qualität der Ausführung wie z.B. saubere, rückstandslose Innenreinigung von Schlammfang und Abscheider sowie einer zusätzlichen Umlüftung des Abscheiderinnenraumes.

Hiermit kann die Beständigkeit deutlich verbessert werden. Weiter müssen Kontaktkorrosionen vermieden werden, die insbesondere auf der Baustelle z.B. durch unsachgemäßes Einbringen der Abscheideranlagen oder Funkenflug usw. gegeben sind. Bedingt durch die hohe Festigkeit des Werkstoffes Edelstahl, können solche Fettabscheideranlagen in beengten Technikräumen als Baukastensystem mit Flanschverbindungen montiert werden. Die aufwendige Baustellenschweißung entfällt.

Abwasserleitungen

Maßgebend ist DIN 1986 Teil 4 "Verwendungsbereiche von Abwasserrohren und -formstücken verschiedener Werkstoffe".

Mit dem Einbau gußeiserner Rohre (KML) DIN 19522, Edelstahlrohre mit Zulassung, PP-Rohr DIN 19560 und PE-HD Rohr DIN 19535 können die beeinflussenden Inputfaktoren des Schmutzwassers und die Anforderungen an die Ausführung der gesamten Abwasseranlage erfüllt werden. Die Auswahl des Rohrwerkstoffes ist abhängig von:

Bild 12: Einbauvorschlag einer Fettabscheideranlage in Freiaufstellung mit Absaugeinrichtung, Probeentnahmetopf und Hebeanlage - System ACO SIGNUM -
1 MONOJET-Fettabscheider mit Absaugeinrichtung, 2 Probenahmetopf,
3 Hebeanlage überflutbar mit Rückschlagklappe, 4 Zulaufleitung Fettabscheider,
5 Saugleitung, 6 Flanschanschluß, 7 Storz-Kupplung 75 B für Saugewagen,
8 Fülleitung für Fettabscheider max. R1, 9 Drosselventil für Fülleitung bauseits,
10 Ablauf MONOJET/Zulauf Hebeanlage, 11 Absperrschieber Hebeanlage Zulauf,
12 Druckleitung Hebeanlage DN 80/100, 13 Absperrschieber Druckleitung ww.bauseits,
14 Druckschleife über Rückstauebene, 15 E-Steuerung Hebeanlage, 16 Fallstrang-
Entlüftung über Dach (gem. DIN 1986), 17 Umlüftung an Fallstrang (gem. DIN 1986),
18 Hebeanlagen-Entlüftung über Dach (gem. DIN 1986), 19 Kellerentwässerungspumpe
ww.bauseits, 20 Pumpensumpf, 21 öffentlicher Abwasserkanal, 22 Anschluß R1 für
Handmembranpumpe, 23 Wandschrank für Kupplung ww.bauseits, 24 Zapfstelle R3/4
zum Ausspritzen.

Das mit Bild 12 dargestellte Installationsschema zeigt eine optimale Ausführung mit durchgängig eingesetztem Werkstoff PE-HD.

Werkstoffe

Gemäß DIN 4040 können für Gehäuse und Einbauteile der Abscheideranlagen ohne besonderen Nachweis z.B. die Werkstoffe Gußeisen, Edelstahl, Polyethylen und Stahlbeton verwendet werden.

Einbau, Betrieb und Wartung

Beim Einbau von Fettabscheideranlagen im Erdreich und Gebäuden sollten grundsätzlich die Einbaubedingungen des Herstellers beachtet werden.

Zusätzlich gilt das ATV-Merkblatt M 167 "Abscheider und Rückstausicherungsanlagen, Einbau und Betrieb."

Für beide Einbaubereiche gelten:

Ordnungsgemäßes Überwachen, Leeren und Reinigen von Schlammfang und Abscheider sowie Beseitigung der Inhaltstoffe nach den geltenden Bestimmungen und Satzungen.

Biologische Mittel (Bakterien, Enzyme) zur Selbstreinigung der Abscheideranlage sind nicht zulässig.

Reinigungsintervalle so festlegen, daß die Speicherfähigkeit von Abscheider und Schlammfang nicht überschritten wird.

Schlammfänge und Abscheider möglichst 14tägig, mindestens jedoch monatlich vollständig leeren und reinigen und wieder mit Wasser füllen.

Maximale Fettschichtdicke 160 mm im Abscheider nicht überschreiten.

Erforderliche Reinigungsintervalle durch Kontrolle der Fettschichtdicke im praktischen Betrieb des Abscheiders festlegen.

Wartungs- und Betriebstagebuch führen. Wartungsvertrag abschließen.

Technische Fachausdrücke und Begriffe der Abwassertechnik

Definitionen von Fachausdrücken in verschiedenen naturwissenschaftlich-technischen Disziplinen werden oft unterschiedlich angegeben. Die nachstehend angegebenen Worterklärungen werden in der Abwassertechnik verwendet. Sie sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt:

Abscheidegrad

Verhältnis der bei einem Trennvorgang abgeschiedenen Masse zu zugeführten Feststoffmassen.

Abscheider

Einrichtung, die mittels Schwerkraft das Eindringen von schädlichen Stoffen in die Entwässerungsanlage durch Abscheiden aus dem Abwasser verhindert. Dies sind Fettabscheider, Leichtflüssigkeits- und Koaleszenzabscheider, Stärkeabscheider.

Absetzbare Stoffe

Massenkonzentration bzw. Volumenanteil der im Wasser ungelösten Stoffe, die sich unter festgelegten Bedingungen in einem Absetzbehälter im Laufe einer bestimmten Zeit absetzen.

Abwasser

Durch Gebrauch verändertes abfließendes Wasser und jedes in die Kanalisation gelangende Wasser.

Abwasserbehandlung

Gezielte Veränderung der Abwasserbeschaffenheit, z.B. durch Reinigung, Kühlung, Neutralisation.

Abwasserreinigung

Weitergehende Verfahren oder Verfahrenskombination, die in ihrer Reinigungswirkung über die herkömmliche, in der Regel mechanisch-biologische Abwasserreinigung hinausgehen und besonders solche Stoffe eliminieren, die im Ablauf einer mechanisch-biologischen Kläranlage enthalten sind.

Chemischer Sauerstoffbedarf CSB

Volumenbezogene Masse an Sauerstoff, die der Masse an Kaliumdichromat äquivalent ist, welche unter definierten Bedingungen mit den im Wasser enthaltenen oxidierbaren Stoffen reagiert.

Detergentien

Waschaktive Substanzen mit grenzflächenaktiven Eigenschaften. Detergentien werden verwendet als Wasch-, Spül- und Reinigungsmittel sowie als Flotations- und Feuerlöschmittel. (Im deutschsprachigen Fachschrifttum synonym für Tenside).

Dispersion

Feine, nicht molekulare Verteilung eines Stoffes in einem anderen. Dispersionen sind möglich innerhalb des flüssigen Aggregatzustandes zwischen verschiedenen Aggregatzuständen.
Siehe Emulsion und Suspension.

Emulgatoren

Chemikalien, die durch Herabsetzung der Oberflächenspannung Emulsionen stabilisieren, auch Stabilisatoren genannt.

Emulsion

Gemisch zweier ineinander nicht löslicher Flüssigkeiten, bei dem die eine Form von feinen Tröpfchen in der anderen verteilt ist.

Entwässerungstechnik

Technologie der Sammlung und Ableitung des Abwassers aus Gebäuden, von Grundstücken, öffentlichen Verkehrsflächen usw.

Faulgas, Biogas

Bei der Faulung entstehendes Gasgemisch, das nahezu ausschließlich aus Methan und Kohlenstoffoxid besteht.

Fett

Lipophiler Leichtstoff mit geringerer Dichte als Wasser, der in Wasser nur in geringem Maße löslich sowie verseifbar und polar ist, z.B. Nahrungsfette und -öle tierischen und pflanzlichen Ursprungs.

Fett, direkt abscheidbar

Massenanteil des im Abwasser vorhandenen Fettes, der sich aufgrund des Dichteunterschiedes auf physikalischem Weg nach 15 Minuten vom Abwasser getrennt hat.

Flotation

Verfahren, bei dem Stoffteilchen durch feine Gasbläschen aus einem Stoffgemisch zum Aufschwimmen gebracht werden. Dies kann durch Luft- oder Entspannungsflotation erfolgen. Hierbei entsteht Flotat (flotierter Schlamm).

Hydrophil, wasserfreundlich

Neigung eines Stoffes, mit Wasser in Wechselwirkung zu treten.

Hydrophob, wasserabweisend

Fehlende Neigung eines Stoffes, mit Wasser in Wechselwirkung zu treten.

Leichtflüssigkeit

Flüssigkeit mit geringerer Dichte als Wasser, die in Wasser nur in geringem Maße löslich, unverseifbar und unpolar ist, z.B. Benzin, Diesel- und Heizöl, Schmieröle.

Leichtflüssigkeit, direkt abscheidbar

Massenanteil der im Abwasser vorhandenen Leichtflüssigkeit, der sich aufgrund des Dichteunterschiedes auf physikalischem Weg nach 15 Minuten vom Wasser abgetrennt hat.

Leichtflüssigkeit, nicht direkt abscheidbar

Massenanteil der im Abwasser vorhandenen Leichtflüssigkeit, der in Wasser emulgiert ist oder kolloidal (Scheinlösung) oder echt (molekular) gelöst ist.

Lipide

Bezeichnung für Fette und fettähnliche Lipoide.

Lipophil, fettfreundlich

Stoffe, die sich in Fetten, Ölen, Kohlenwasserstoffen oder anderen fettähnlichen Substanzen leicht lösen.

Lösung

Homogenes Stoffgemisch im flüssigen Zustand, das den gelösten Stoff in molekularer Verteilung enthält.

pH-Wert

Maß für die Anzahl der in einer Lösung vorhandenen freien Wasserstoffionen. Der pH-Wert entspricht dem negativen Logarithmus zur Basis 10 der Wasserstoffionenkonzentration. Bei 23C ergibt die Summe von pH-Wert und pOH-Wert stets 14. Bei gleichem pH-Wert und pOH-Wert, also pH = 7, ist eine Lösung neutral. Bei Säuren ist pH < 7, bei Basen pH >7.

Schlammfang

Vor einem Abscheider einzubauende Einrichtung zum Auffangen von den Abscheider belastenden Verschmutzungen (absetzbare Stoffe).

Schwebstoffe

Ungelöste Stoffe, die annähernd die gleiche Dichte wie Wasser haben oder durch Turbulenz in Schwebe gehalten werden.

Schwimmstoffe

Ungelöste Stoffe, die auf dem Wasser schwimmen.

Suspension

Aufschwemmung eines feinkörnigen Festkörpers in einer Flüssigkeit.

Tenside

Grenz- oder oberflächenaktive Substanzen. Sie verringern die Oberflächenspannung von Wasser, wodurch dessen Netzvermögen erhöht wird und Schmutzstoffe gelöst werden.


Bemessungsschema

1. Woher stammt das Abwasser

Verpflegungsstätte

Charakteristik

Hotelküche
(gehobener Standard)

- marktfrische Ware
- vielfältiges Speisenangebot
- individuelle Speisenzubereitung

Spezialitätenrestaurant
Internationale Küche
Gaststätte / Fischküche

- marktfrische, teilweise vorbereitete Ware
- mittleres Speisenangebot
- individuelle Speisenzubereitung mit vorbereiteten Kochvorgängen

Werksküche
Mensa
Systemgastronomie
Fast-Food

- küchenfertige, vorportionierte, vorgegarte/ tiefgefrorene Ware
- wenige Menüs
- Zubereitung in Großkochbehältern usw.
- hoher Anteil von Einweggeschirr

Krankenhaus
Kliniken
Heime
Sanatorien

- vorbereitete, teilweise marktfrische Ware
- wenige Hauptmenüs (zwei bis vier)
- Zubereitung in Großkochbehältern
- viele Sonderkostformen in Kleinkochbehältern

Ganztagesgroßküchen
Truppenküchen
Kasernen

- marktfrische Ware
- hoher Anteil an Dauerkonserven
- wenige Menüs pro Tag (ein bis zwei)
- Zubereitung in wenigen Großkochbehältern

2. Abwasserinhaltsstoffe

Sinkstoffe

Sinkstoffe rasch faulend

Fettstoffe aushärtend

Welche?...........................................................

Fettstoffe nicht aushärtend

Dichte: .............g/cm3

Spül- und Reinigungsmittel

Spül- und Reinigungsmittel können die Abscheidewirkung beeinträchtigen. Bei Verwendung mehrerer Reiniger müssen diese untereinander verträglich sein, so daß keine Emulsionen gebildet werden (im Zweifelsfall mit den Lieferanten klären).

.................l/Woche = .....................l/d bzw. kg/d

Bezeichnung..............................................................

Aussage des Herstellers bzgl. Abscheidung........................................

.................l/Woche = .....................l/d bzw. kg/d

Bezeichnung..............................................................

Aussage des Herstellers bzgl. Abscheidung........................................

Sonstige Abwasserinhaltsstoffe

...........................................................................................................................

3. Betriebsdaten

- Betriebsdaten (BST)

von ..... bis ..... = ..... Stunden

- an ..... Tagen pro Woche

- warme Mahlzeiten/d (MZ) = .....

3.1 Abwassermenge bekannt

Täglich anfallende Abwassermenge VT

VT = l/Tag

(Als Frischwasserentnahme, nur diejenige, die über den Abscheider zu leiten ist)

3.2 Abwassermenge nicht bekannt

Falls die täglich anfallende Abwassermenge zur Berechnung nicht zur Verfügung steht, kann ersatzweise die täglich anfallende Abwassermenge VT folgendermaßen ermittelt werden:

VT = MZ VMZ = = l/Tag

wobei VMZ die Abwassermenge pro hergestellter warmer Essensportion (siehe Tabelle).

Hotelküche

VMZ =

100 l/MZ

Werksküche/Mensa

VMZ =

5 l/MZ

Ganztagesgroßküche

VMZ =

10 l/MZ

Spezialitätenrestaurant

VMZ =

50 l/MZ

Krankenhaus

VMZ =

20 l/MZ

4. Bestimmung der Nenngröße (NG)

Die Bestimmung erfolgt gemäß DIN 4040 Teil 2, nach Volumenstrom und Art des abzuleitenden Schmutzwassers gemäß der Formel:

NG = Qs fd ft fr fm

Hierbei wird der Schmutzwasserabfluß Qs gemäß 4.1 bis 4.3 ermittelt aus Qs F, die übrigen Faktoren aus 4.4 bis 4.7.

4.1 Bestimmung der durchschnittlichen Abwassermenge

Gemäß den unter 3.1 aufgeführten Grundlagen fällt eine durchschnittliche Abwassermenge an von:

4.2 Faktor F für die Spitzenbelastung

Dieser Faktor berücksichtigt die sog. Stoßbelastungen, die z.B. durch Behälterentleerungen entstehen und ist abhängig von der Art des Betriebes und der Produktzubereitung. Es sind folgende Faktoren einzusetzen:

Hotelküche

F = 5

Werksküche/Mensa

F = 20

Ganztagesgroßküche

F = 22

Spezialitätenrestaurant

F = 8,5

Krankenhaus

F = 13

4.3 Bestimmung des maßgebenden Schmutzwasserabflusses Qs

Daraus ergibt sich folgender Schmutzwasserabfluß:

Qs = F = = l/s

4.4 Dichte der Fettstoffe

Maßgebende Fettstoffe (g/cm3) (bei 20C)

Dichtefaktor fd

1
1,51)

1) Gilt z.B. für Rizinusöl, Wollfett, Wachs, Harzöl, Rindertalk

Bei Ölen und Fetten aus Küchen und Verpflegungsstätten, Schlacht- und Fleischverarbeitungs- sowie Fischverwertungsbetrieben kann in der Regel der Dichtefaktor fd mit = 1 angenommen werden.

Dichtefaktor fd =

Schmutzwassertemperatur

Zulauf zur Abscheideranlage

Temperaturfaktorft

1

50C < T < 60C

1,5

2

Nach DIN 1986 Teil 3 soll die Abwassertemperatur T an der Grundstücksgrenze 35C nicht überschreiten.

Temperaturfaktor ft =

4.6 Einfluß von Spül- und Reinigungsmitteln

Bei Verwendung von Spül- und Reinigungsmitteln (RM) sind erfahrungsgemäß folgende Faktoren anzusetzen:

 

RM-Faktor fr

RM > 0,75 kg/m3
0,75 < RM < 1,5 kg/m3
RM > 1,5 kg/m3

1,3
1,5
1,7

Faktor für Spül- und Reinigungsmittel

fr =

4.7 Anfall von abzuscheidenden Fettstoffen

Bei Küchen, Gastwirtschaften, Verpflegungsbetrieben sowie handwerklichen Fleischverarbeitungsbetrieben kann in der Regel ein normaler Anfall von Fettstoffen angenommen werden.

Faktor fm = 1

Bei außergewöhnlichem Anfall von Fettstoffen gegenüber dem Normalfall ist ein entsprechend größerer Faktor einzusetzen.

Faktor für den größeren Anfall an Fettstoffen

fm =

4.8 Nenngröße
Die Daten aus 4.3 bis 4.7 ergeben mit nachfolgender Formel die Nenngröße:

NG = Qs fd ft fr fm =

NG = =

Gewählte Nenngröße NG =

5. Bemessung Schlammfang

NG = 100 Liter = Liter

Bei anderen Einzelfällen von Verpflegungsstätten ist eine separate Bemessung, bezogen auf den jeweiligen Einzelfall durchzuführen. Für die Bemessung der Fettabscheideranlagen für Schlachthöfe, Versandschlachtereien und industrielle Betriebe sind besondere Untersuchungen erforderlich. Das ATV-Merkblatt M 767 "Abwasser aus Schlacht- und Fleischverarbeitungsbetrieben" gibt dazu wichtige Hinweise.

Wartungs- und Betriebstagebuch für Fettabscheider (Muster)

Inhaltsverzeichnis:

1. Daten der Anlage

2. Produktblatt

3. Betriebs-/Wartungsanleitung

4. Tagebuch über Kontrolle, Wartung und Entsorgung

1. Daten der Anlage

   

Typ gemäß Typenschild

_________________________

 

Nenngröße

NG ______________________

 

Prüfzeichen o. Zulassung

PA-II o. Z-Nummer _________

 

Abscheider gemäß

DIN 4040 _________________

 

Schlammfanginhalt

_________________________

Liter

Abscheiderinhalt

_________________________

Liter

Speichermenge Fett

_________________________

Liter

Schichtdicke Fett

_________________________

m

Baujahr

_________________________

 

Einbau am

_________________________

 

Einbau durch Firma

_________________________

 

2. Produktblatt für den gelieferten Abscheidertyp wird diesem Tagebuch beigelegt.

3. Betriebs-/Wartungsanleitung siehe beiliegende Anleitung.
Anleitung in unmittelbarer Nähe oder an der Anlage gut sichtbar anbringen.
Um einen störungsfreien Betrieb der Abscheideranlage sicherzustellen, empfehlen wir den Abschluß eines Wartungsvertrages mit einer Fachfirma und die Führung eines Betriebstagebuches.

4. Tagebuch über Kontrolle - Wartung - Entsorgung

Datum

Schlamm-
fang

Fettab-
scheider

Ab-
deckung

Probenahme-
schacht/Probe-
nahmetopf

Wartung
gemäß
Wartungs-
vertrag

Firma/Unter-
schrift

             
             
             

Wartungsvertrag (Muster)

Grundlagen: DIN 1986, Teil 3 - Ausgabe 7/82 "Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke"

Regeln für Betrieb und Wartung,

Instandhaltung,

Bemessung, Einbau und Betrieb

sowie deren mitgeltenden Normen.

Wartungsumfang: z.B. Fettabscheideranlage mit Entsorgungseinrichtung und Abwasserhebeanlage.

Leistungen: Kontrolle der Fettabscheideranlage, Kontrolle der An- und Einbauteile, Kontrolle der elektronischen Steuerung, Funktionsprüfung, Prüfprotokoll

Kontrolle und Funktionsprüfung der Abwasserhebeanlage

Die Wartung sollte halbjährlich bzw. einmal jährlich erfolgen. Die Gebühr beträgt für diese Wartung DM ...........

Die bei den Arbeiten anfallenden Verschleißteile werden gesondert berechnet.

Betriebliche Maßnahmen durch den Betreiber:

Anwesenheit des Bedienungspersonals, Entleerung der Fettabscheideranlage vor der Wartung, Befüllung des Abscheiders nach der Wartung (Betriebsbereitschaft!), Gewährleistung der Zugänglichkeit.

Der Service-Techniker fertigt ein Protokoll über die durchgeführten Wartungsarbeiten, das durch die bevollmächtigte Person gegenzuzeichnen ist, an. Wartezeiten, die durch den Betreiber zu vertreten sind, werden gesondert in Rechnung gestellt.


* Ing. Manfred Putscher, beratender Ingenieur, Günter Diefenbach, Geschäftsführer ACO Signum


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